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Hyrule Warriors: Chronik der Versiegelung

Hyrule Warriors: Chronik der Versiegelung

Ulrich

Mit „Hyrule Warriors: Chronik der Versiegelung“ erscheint der dritte Teil der bekannten Actionreihe. Diese nutzt seit Jahren das erfolgsversprechende Rezept aus Massenschlachten von Koei Tecmos „Warriors“-Formel, gepaart mit dem Universum aus „The Legend of Zelda“. Wir haben uns ins Getümmel gestürzt und wie uns der Titel gefallen hat, erfahrt ihr hier in unserem Test.

Hyrule Warriors: Chronik der Versiegelung

NSW2

Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
NSW2
Spieler
1–2 lokal
Freigabe
USK ab 12

Der Versiegelungskrieg

Der neueste Teil konzentriert sich inhaltlich auf die Vorgeschichte aus „Tears of the Kingdom“. Die Handlung wurde dort in Erinnerungen bruchstückhaft erzählt. Nun habt ihr die Möglichkeit, den Versiegelungskrieg hautnah zu erleben. Der Konflikt spielt in einer Zeit, in der Hyrule gerade am Entstehen ist. Prinzessin Zelda wird durch die Zeit katapultiert und landet in der Vergangenheit. Dort begegnet sie den ersten Herrschern aus der Hyrulschen-Mythologie: Rauru, dem ersten König des Reiches, Sonia, seiner Gemahlin und Mineru, seiner Schwester.

Ihr erfahrt so einiges über die Mysteriensteine und ebenso etwas über die Sonau-Konstrukte. Gerade Fans der Zelda-Spiele werden einige Aha-Momente erleben und fehlenden Puzzlestücke ergeben nun ein ganzes Bild.

Erzählt wird die Handlung in wunderbar inszenierten und zahlreichen Zwischensequenzen. Aufwendige Animationen, großartiges Charakterdesign und eine sehr gelungene deutsche Sprachausgabe machen diese zu einem wahren Highlight. Der Titel spielt sich etwas wie ein interaktiver Film. Von emotionalen Momenten, bis hin zu humorvollen Szenen mit einem Krog ist alles dabei. Grundsätzlich wäre es möglich die kleinen Filmchen zu überspringen, aber das war nie notwendig. Das packende Storytelling und die Umsetzung bannen einen an den Bildschirm.

Kampfsystem und Mechaniken

Am grundlegenden Gameplay hat sich nichts verändert. Die klassische Warriors-Formel wurde beibehalten: Ihr kämpft euch durch dichte Gegnergruppen, erobert Kontrollpunkte, schützt dabei eure Verbündeten und versucht Bossen den Gar auszumachen. Pro Einsatz können das schon mal tausende von Gegnern sein, die ihr einfach wegfegt. Dennoch fühlt es sich nicht nur an wie ein reines Buttonmashing oder wie ein belangloses Draufloskloppen. Dafür sorgen die individuellen Fähigkeiten eurer Figuren und die wiederkehrenden Elitegegner, die eure ganze Aufmerksamkeit benötigen. Sie verfügen oftmals über Kombo-Attacken, Flächenangriffe und Angriffsmuster, die es zu studieren gilt. Wer aber die Schwachpunkte erkennt, der hat oftmals ein leichtes Spiel (je nach Schwierigkeitsgrad).

Pro Mission stehen euch bis zu vier vorgegebene Helden zur Verfügung. Via Steuerkreuz (auf und ab) ist es ein Leichtes zwischen ihnen hin- und herzuwechseln und das macht richtig Spaß. Während man vorne beispielsweise mit Rauru einen Boss ablenkt, wechselt man per Knopfdruck zu Zelda, die aus dem Hinterhalt angreift. Das bringt durchaus eine kleine taktische Komponente ins Spiel, die sich flüssig spielt. Außerdem hilft euch diese Funktion effizienter zu sein. Es kann auch vorkommen, dass ihr mitten in einem Kampf seid und sich einer eurer Freunde währenddessen auf ins nächste Gebiet macht. Habt ihr einen Posten gesäubert, könnt ihr einfach via Knopfdruck ins nächste wechseln und so verliert ihr keine Zeit.

Im lokalen Koop funktioniert dieses Prinzip noch besser, da zwei menschliche Spieler Aufgaben parallel erledigen können.

Jeder eurer Charaktere hat unterschiedliche Fähigkeiten. Zelda nutzt Lichtmagie und kontrolliert Flächenangriffe besonders effizient. Über weitere Distanzen kann sie ihren Lichtbogen nutzen. Rauru setzt ebenfalls auf Lichtmagie, während Mineru Nahkampf mit schweren, teilweise mechanischen Konstrukten und diversen Apparaturen nutzt. Doch es gibt noch viele andere Figuren, die sich eurer Kämpferriege anschließen werden, jede mit unterschiedlichen Elementen und Effekten. Lasst euch hier einfach überraschen.

Jeder Held besitzt darüber hinaus mehrere Spezialfähigkeiten, die ihr den Tasten zuordnen bzw. auswählen könnt, welche euer Charakter ausführen soll. Ihr sammelt nach und nach Fähigkeiten, wo ihr bis zu fünf einem Helden/einer Heldin zuordnen könnt. Bei Benutzung leert sich ein Kreis, der sich mit kurzer Abklingzeit wieder füllt.

Kooperative Spezialangriffe

Bevor wir auf die kooperativen Spezialangriffe eingehen, sind an dieser Stelle noch die besonderen Bauteile der Sonau-Technologie zu erwähnen. Diese bringen deutlich mehr Varianz ins Gameplay als in den früheren Teilen. Ventilatoren schieben Feinde zurück, Eis- und Feuerwerfer schwächen eure Feinde, Raketenschübe lassen euch Gegnerhorden niedermetzeln und über Hindernisse hinwegfegen und Hydranten spielen ihre Stärken in schlammigen Gebieten aus. In manchen Gebieten müsst ihr erst Schlammschlichten von Gegnern entfernen, bevor ihr ihnen überhaupt nennenswerten Schaden zufügen könnt. Für den Einsatz benötigt ihr aber Sonau-Batterien, die ihr im Laufe des Abenteuers findet. Während der Missionen entdeckt ihr in Kisten mitunter oft Kapseln, die eure Akkus wieder aufladen. Denn auch die Kapselspender aus Tears of the Kingdom haben es in Hyrule Warriors geschafft.

Nun aber zu den DUO-Angriffen. Sind zwei Charaktere nah genug beieinander und ist eure Spezialleiste gefüllt, könnt ihr mit „L“ mächtige Duo-Attacken ausführen. Diese sind nicht nur optische Highlights, sondern fügen euren Gegnern auch großen Schaden zu. Zelda und Rauru schießen beispielsweise 2 Lichtstrahlen auf eure Feinde, die ihr mit dem linken und rechten Stick richtig steuern und auf die Monster zielen müsst. Andere Aktionen beinhalten verschiedenste Elementeffekte, führen Sturzangriffe aus der Luft aus oder verwandeln Konstrukte in Waffen. Auch dieses Feature macht im lokalen Koop-Modus wahrscheinlich noch mehr Laune, da ihr euch in Echtzeit mit eurem Partner/eurer Partnerin absprechen könnt.

Die Missionen

Über eine Map, die wir so ähnlich aus Tears of the Kingdom kennen, könnt ihr verschiedenste Missionen auswählen - es geht auch übrigens wieder in den Untergrund. Die Hauptmissionen bestehen aus längeren, ca. 30-minütigen Einsätzen, die oft mehrere Bereiche und Eskalationsphasen bieten.

Daneben gibt es noch etliche Nebenaufträge zu absolvieren. Manche sind einfach per Knopfdruck zu erledigen, andere dauern zwei bis fünfzehn Minuten. Trotz ihrer Kürze sind sie relevant, da ihr wertvolle Ressourcen erhaltet, wie Materialien für neue Kombos, Items zur Herz-Erweiterung, Sonau-Bauteile für alle Helden, Upgrades und Austauschwaffen.

Die Missionsarten sind sehr vielfältig: Beschützt verschiedene Ziele, verhindert feindliche Angriffe, nehmt Festungen ein oder befreit Gebiete. Zeitdruck spielt dabei nur bedingt eine Rolle. Es gibt zwar keinen Timer, aber wer zu lange braucht, der verliert Zugriff auf Einrichtungen oder Bonusziele. Doch selbst ohne großes Ressourcenfarmen werdet ihr flüssig vorankommen. Grind ist nicht notwendig, aber steigert definitiv das Gesamterlebnis.

Die Performance

Grafisch wird euch in „Chronik der Versiegelung“ ein solides Paket geliefert, bleibt aber unserer Meinung nach hinter den Erwartungen zurück. Die Zwischensequenzen, Animationen und Effekte sind definitiv gelungen. Dennoch erreichen manche Texturen nicht das Niveau anderer Switch 2-Spiele. Generell ereilte uns der Eindruck, dass sogar das Switch 2 Update zu „Tears of the Kingdom“ eine Spur besser aussieht.

Bei der Performance sieht es aber sehr gut aus. Stabile 60fps sorgen für ein rundes Spielgefühl – selbst bei der massiven Gegnerdichte auf dem Bildschirm.

Der Soundtrack liefert eine Kombination aus orchestralen Stücken, dynamischen Kampfthemen und Neuinterpretationen bekannter Melodien aus „Tears of the Kingdom“. Musikalisch mag der Titel vollkommen zu überzeugen und unterstreicht damit das gelungene Storytelling.

8.5Wertung

Fazit

Hyrule Warriors: Chronik der Versiegelung – ein wuchtiges Crossover das begeistert! Grafisch hat man auf der Switch 2 vielleicht schon besseres gesehen, doch spielerisch erhält man genau das, was man sich erwartet: riesige Schlachten, spektakuläre Kombos, taktische Möglichkeiten durch die Sonau-Technik und eine überraschend emotional und packend erzählte Vorgeschichte Hyrules mit genialer deutscher Vertonung. Der orchestrale Soundtrack unterstreicht die Atmosphäre perfekt. Das Buddy-System in Form der Duo-Attacken, die Figurenvielfalt und auch die Möglichkeit im lokalen Koop zu kämpfen, laden zu lustigen Spielenachmittagen ein. Man muss kein „Warrior-Fan“ sein, denn schon allein als Zeldafans bekommt man ein absolut empfehlenswertes Crossover spendiert.

Design
7.5
Sound
8.5
Online Multiplayer
8.0
  • Spektakuläre Massenschlachten
  • Emotion und packend inszenierte Story
  • Gelungene deutsche Sprachausgabe
  • Vielfältige Helden und Fähigkeiten
  • Taktische Tiefe möglich
  • Grafisch Luft nach oben
  • Standard-Schwierigkeitsgrad eher leicht
  • Nur lokaler Koop – kein Online-Modus

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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