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DRAGON QUEST I & II HD-2D Remake

DRAGON QUEST I & II HD-2D Remake

Ulrich

Mit dem Dragon Quest I & II HD-2D Remake geht die Modernisierung der Reihe in die nächste Runde. Bereits das Dragon Quest III HD-2D Remake zeigte, wie zeitlos Spiele dank neuer Technik sein können. Nun belebt Square Enix die Anfänge einer der ältesten Rollenspielreihen mit neuem Leben. Ursprünglich erschienen die Titel 1986 und 1987 für den Famicon (Japan). Der erste Teil erschien dann 1989 in den USA. Euch erwartet klassisches, nostalgisches Gameplay gepaart mit zeitgemäßen Verbesserungen. Wie uns der Titel gefallen hat, erfahrt ihr hier in unserem Test.

DRAGON QUEST I & II HD-2D Remake

NSW2

Entwickler
Square Enix
Publisher
Square Enix
Konsole
NSW2
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 12

Dragon Quest I

In Dragon Quest III wurde die Vorgeschichte zu den ersten beiden Teilen erzählt. Daher erschien auch das Remake des Titels chronologisch vor den Kultklassikern im neuen Gewand. Im ersten Teil schlüpft ihr in die Rolle eines namenlosen Nachfahren (Namen dürft ihr selbst wählen) des legendären Erdrick. Ihr habt die Aufgabe, dass von Dunkelheit heimgesuchte Königreich Alefgard zu retten und den finsteren Drachenfürst zu besiegen. Dieser hat das Land mit Monstern überzogen, die Prinzessin entführt und das heilige Licht gestohlen. Die Spielzeit beläuft sich dabei auf ca. 10 bis 15 Stunden.

Dragon Quest II

Dragon Quest II erweitert die Welt erheblich, was man sofort in den fulminanten Anfangssequenzen bemerkt. Es gilt als das erste große Epos der Serie. Viele Generationen nach den Ereignissen aus dem ersten Teil, bedroht ein neuer Feind, der Hohepriester Hargon, das vereinte Königreich. Ihr schlüpft diesmal in die Rolle des Prinzen von Midenball (Name wieder frei wählbar), eines Nachfahren des einstigen Helden des Vorgängers. Mit dabei sind zwei weitere Mitglieder aus den Königshäusern des Landes – die Prinzessin von Moonrooke und der Prinz von Cannock. Außerdem dürft ihr das erste Mal auch in die Rolle der Prinzessin von Cannock schlüpfen

Im Gegensatz zum Solo-Abenteuer von Erdricks-Nachfahren, handelt es sich hier gleich zu Beginn um ein Gruppen-RPG. Jede Figur bringt ihre eigenen Stärken mit. Der Prinz gilt als Kämpfer, der Prinz von Cannock ist der Allrounder, während die Prinzessin als Magierin ihre Qualitäten hat. Das Abenteuer führt über Meere, Inseln und diverse Tempel. Ihr begegnet dabei verwitterten Orten des ersten Teils und es kehren Namen von Legenden als Mythen zurück. Wer den Vorgänger gespielt hat, fühlt sich sofort zuhause und man erlebt die Geschichte als eine wunderbare Fortsetzung, statt als zwei voneinander getrennte Spiele. Die Spielzeit des zweiten Teils beläuft sich auf ca. 35 bis 40 Stunden.

Die Erzählweise (egal ob Teil I oder II) erfolgt über Begegnungen mit diversen Charakteren wie Dorfbewohnern, Reisenden, Mitgliedern des Königshauses etc. oder über versteckte Hinweise in alten Ruinen. Neu eingefügte Zwischensequenzen, Story-Elemente – teils mit neuer Sprachausgabe - und neue Dungeons geben der Handlung und den Protagonisten mehr Tiefe, ohne das Originalgefühl zu zerstören. Ihr könnt dabei zwischen Englisch und Japanisch auswählen. Die Geschichte wird gut verpackt, hält einen am Ball und fühlt sich durch Andeutungen größer an, als sie tatsächlich ist.

Es ist möglich, im Hauptmenü frei zu wählen, mit welchem Teil ihr starten wollt. Es ist nicht erforderlich mit Dragon Quest I zu beginnen. Beide Spiele haben aber eines gemeinsam: der Kampf von Erben um das Land, das sie lieben und Geschichten über Mut und Hoffnung.Das HD-2D-Remake verstärkt diese Aspekte gekonnt durch seine moderne Präsentation – mit stimmungsvollen Lichteffekten, wenn Sonnenstrahlen über verfallene Tempel fallen, mit sanften Spiegelungen auf Fliesen und Gewässern sowie einem melancholischen Soundtrack, der euch emotional tief in die Geschichte eintauchen lässt. Trotz technischer Schlichtheit fühlt man sich wie in einem märchenhaften Abenteuer zwischen Nostalgie und Moderne.

Klassisches Gameplay

Am Gameplay selbst hat sich zu den Klassikern nichts verändert. Ihr besucht verschiedene Orte, müsst dann über eine Weltkarte von A nach B laufen, Aufgaben erfüllen und Zufallskämpfe absolvieren. Charaktere agieren nacheinander, die Reihenfolge hängt von ihrer Geschwindigkeit ab. Im Kampf könnt ihr einfach angreifen oder Fertigkeiten und Zauber benutzen, die Magiepunkte kosten und Erfahrungspunkte sammeln.

Was man sofort merkt, ist, dass die Zufallskämpfe sehr präsent sind. Auf der Weltkarte vergeht kaum eine halbe Minute, ohne dass ein Kampf startet. Es gibt aber ein neues Quality-of-Life-Feature und ihr könnt nun via B noch schneller über die Map laufen. Man erreicht also denselben Fortschritt in kürzerer Zeit, aber mit derselben Anzahl an Unterbrechungen. Neu ist auch, dass die Kämpfe mit nun mehr Monstern gleichzeitig stattfinden und neue Fertigkeiten und Zauber eingesetzt werden können.

Die Zufallskämpfe sind charmant und traditionell für Liebhaber der NES-Version, aber teils anstrengend für Spieler:innen, die lieber freier die Welt erkunden möchten. Vor allem wenn die Ziele weitläufig verteilt sind und man nach wenigen Textpassagen erneut ans nächste Ende der Karte geschickt wird. Hier wird man teilweise sehr aus der Immersion gerissen. Zum Glück gibt es die Chimärenflügel, mit denen ihr besuchte Orte via Schnellreise sofort ansteuern könnt.

Es gibt drei Schwierigkeitsstufen, die vor allem Menschen, die einfach nur die Story genießen wollen, das Leben etwas einfacher machen:

Drachling Quest: Für all jene, die sich mehr auf die Story und weniger auf die Kämpfe konzentrieren wollen.

Drachen Quest: Für alle, die eine faire Herausforderung suchen.

Drakonische Quest: Für alle Spieler:innen, die es schwer wollen. Ihr erhaltet nicht nur weniger Erfahrungspunkte, sondern auch noch weniger Gold obendrauf.

Zwar ändern die Stufen nichts an der Häufigkeit der Zufallskämpfe, aber sie beeinflussen Stärke, Belohnungen und Tempo. Großartig ist auch die neue Möglichkeit, die Kampfgeschwindigkeit zu erhöhen.

Neue Komfortfunktionen

Ihr könnt euch nun schneller über die Weltkarte bewegen und sowohl den Schwierigkeitsgrad als auch die Kampfgeschwindigkeit individuell anpassen. Zudem erwarten euch neue Story-Elemente, frische Fertigkeiten und Zauber – darunter neu entdeckte Schriftrollen in der Spielwelt – sowie erstmals Kämpfe gegen mehrere Gegner gleichzeitig.

Auch das Menüsystem wurde stark verbessert. Es wurde für eine bessere Leistung optimiert. So könnt ihr Aktionen (Heilung, Fähigkeiten etc.) beispielsweise Tasten zuordnen, um diese direkt ausführen zu können, ohne dass ihr das Menü selbst öffnen müsst. Es ist möglich, Zielmarkierungen auf der Weltkarte an- und auszustellen und effiziente Angriffsvorschläge zu erhalten. Gespräche lassen sich via + speichern, um sie euch erneut aufrufen zu können.

Ebenfalls zu erwähnen sind die sogenannten Siegel. Sie dienten damals dazu, die Geschichte von Dragon Quest II voranzutreiben. Dieses Mal erscheinen sie das erste Mal in beiden Titeln als Schlüsselgegenstände. Ihr müsst diese erlangen, bevor ihr dem Bösen entgegentreten könnt. Siegel gewähren euren Helden passive Boni im Kampf, verbessern Angriffe und Zauber und sorgen dafür, dass ihr einfach effizienter und gefährlicher werdet.

In den Klassikern zu finden sind auch das erste Mal die bekannten Mini-Medaillen, die ihr gegen besondere Belohnungen eintauschen könnt. Worüber man ebenso sprechen muss, ist der modernere Look:

Moderne Pixelpracht

Die HD-2D-Optik erweckt Dragon Quest I & II eindrucksvoll zu neuem Leben. Sie verleiht der Welt ein frisches Aussehen, respektiert dabei aber das ursprüngliche künstlerische Artdesign. Tiefenunschärfe, die angesprochenen Lichteffekte und sanfte Animationen verleihen den Dörfern, Burgen und Dungeons eine märchenhafte und anmutige Atmosphäre. Trotz technischer Aufwertung bleibt der Pixelcharme der Klassiker unverfälscht. Der orchestrale Soundtrack ist ein Highlight und geht direkt ins Ohr. Neue sprachlich vertonte Passagen heben sich vom doch sonst sehr audiovisuellen und textlastigem Gameplay ab. Klassische Stücke wurden modern interpretiert, gepaart mit satteren Klängen.

8.5Wertung

Fazit

Das Dragon Quest I & II HD-2D Remake ist ein neu geborenes Stück Videospielgeschichte – Klassiker, die im modernen Gewand zu alter Größe zurückfinden. Die Titel bleiben ihrer Herkunft treu, liefern aber sinnvolle Quality-of-Life-Verbesserungen. Neue Story-Elemente und vertonte Sequenzen, die verbesserte Pixeloptik, ein zugänglicheres Menü, wählbare Schwierigkeitsgrade und vieles mehr machen das atmosphärisch bezaubernde Abenteuer noch zugänglicher als früher. Die vielen Zufallskämpfe mögen für die heutige Zeit vielleicht altbacken wirken, gehören aber zum nostalgischen Kern der Serie. Ihr erhaltet eine wunderbare Collection der Ursprünge des JRPG-Genres – technisch aufpoliert und den Klassikern ehrwürdig.

Design
8.5
Sound
9.0
  • Liebevoll restaurierte HD-2D-Grafik
  • Orchestraler Soundtrack neu interpretiert
  • Viele neue Komfortfunktionen
  • Zwei Klassiker in einem Paket
  • Erlebe den Ursprung des JRPGS in einer tollen Story
  • Häufige Zufallskämpfe
  • Etwas lineares Spielgefühl

Vielen Dank an die Firma Square Enix für die Bereitstellung des Testmusters.

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