
Donkey Kong Bananza
Nach 26 Jahren kehrt Donkey Kong mit einem wuchtigen Knall zurück – und diesmal bringt er Pauline mit! Wir haben uns tief in die Erde gegraben, um euch zu berichten, ob Donkey Kong Bananza das große Comeback ist, auf das wir gewartet haben.

Donkey Kong Bananza
NSW2
- Genre
- Action-Adventure
- Serie
- Donkey Kong
- Entwickler
- Nintendo
- Publisher
- Nintendo
- Konsole
- NSW2
- Spieler
- 1–2 lokal
- Freigabe
USK ab 6
Tiefgang im wahrsten Sinne des Wortes
Die Geschichte von Donkey Kong Bananza beginnt auf der Ingot-Insel, wo eine sensationelle Entdeckung die Schlagzeilen dominiert: goldene Bananen! Natürlich ist Donkey Kong sofort Feuer und Flamme. Doch ehe er auch nur einen Happen genießen kann, fegt ihn ein gigantischer Wirbelsturm in die Tiefen des Planeten. Dort trifft er auf Pauline, die berühmte Sängerin, die zuerst als ein „sprechender Felsen“ in Erscheinung tritt, bevor sie sich ihm anschließt. Gemeinsam machen sich die beiden auf den beschwerlichen Weg zum Planetenkern, um einen Wunsch zu erfüllen: die Rückkehr an die Oberfläche.
Während ihr Schicht für Schicht tiefer grabt, stoßt ihr nicht nur auf natürliche Gefahren, sondern auch auf die skrupellose Void-Company, angeführt von Void Kong und Poppy Kong. Die Begegnungen mit dieser kong-genialen Schurkenbande bringen ordentlich Spannung ins Abenteuer und sorgen für einige turbulente Bossfights im Spiel.
Gameplay: Wenn Zerstörung zur Kunstform wird
Donkey Kong Bananza ist ein Action-Plattformer, der das Konzept „alles kaputtmachen“ absolut neu definiert. Dank der voxelbasierten Engine könnt ihr nahezu jede Wand, jeden Boden und jede Felsformation pulverisieren. DK gräbt, schmettert, bohrt und wirft Felsbrocken auf Gegner, als gäbe es kein Morgen. Das fühlt sich nicht nur brachial gut an, sondern öffnet auch ständig neue Wege und Geheimnisse. Wir hatten Momente, in denen das reine Zerstören und Freilegen fast mehr Spaß machte als der eigentliche Storyfortschritt.

Die sogenannten Bananza-Formen bringen noch mehr Abwechslung. Pauline kann mit ihrem Gesang DK temporär in fünf überaus mächtige Bananza-Formen verwandeln – vom fliegenden Strauß bis zum Zebra auf Eisschnelllaufmissionen. Das System basiert dabei auf einer Ressource namens Bananenergie, die ihr durch das Sammeln von Gold aufladet. Das sorgt für einen spannenden Rhythmus zwischen Erkundung, Ressourcenmanagement und Einsatz der nützlichen Spezialkräfte.

Leveldesign & Erkundung
Beeindruckt waren wir auch von der Vielfalt der Untergrundschichten und ihrer Designs. Gletscher, Lavasegmente, Dschungel, Industriegebiete und sogar Wald- und Strandpassagen warten darauf, von euch entdeckt zu werden. Jede Schicht fühlt sich einzigartig an und enthält Sub-Areale mit eigenen Gegnern, Quests und Secrets.

Besonders cool: In jeder Schicht findet ihr ein Dorf mit NPCs, die Quests verteilen, Bananen gegen gesammelte Items handeln – wie der Chip-Wandler oder euch Style-Upgrades für DK und Pauline verkaufen. Diese sind nicht nur kosmetisch, sondern bringen praktische Vorteile wie Schutz vor Gift oder länger andauernde Bananza-Kräfte.
Nebenmissionen & Sammelobjekte
Das Spiel lebt von vielen Story-Quests aber auch kleineren Nebenmissionen, die ihr von allerlei Geschöpfen, Affen oder den steinartigen NPCs erhaltet. Mal wird euch der Standort einer Banane verraten, ein anderes Mal eilt ihr zu Hilfe oder bringt einer bruchstückhaften Puzzle-Teil-Mama ihre verlorenen Puzzle-Teil-Kinder zurück und werdet ebenfalls mit schmackhaften Bananen belohnt.
An einer anderen Stelle füttert ihr eine charismatische Ananas mit dem hart erschlagenen Gold und lasst sie wachsen – auch hier winkt DKs Lieblingsbelohnung. Ihr merkt also schnell, wer gerne sammelt, wird Donkey Kong Bananza lieben. Die goldenen Bananen, sogenannte Banandium-Juwelen, dienen schließlich als Kernressourcen, um neue Fähigkeiten für DK freizuschalten, die sein Gameplay-Repertoire anreichern und seine Bananza-Kräfte verstärken. Zusätzlich gibt es zufällige Item- und Kartentruhen, viele kleinere und einzelne Super-Fossilien, Schallplatten und unzählige Bonusräume, in denen ihr Mini-Challenges meistert – von knackigen 3D Jump’n’Run-Passagen, epischen 2D Side Scrolling Fass-Episoden bis hin zu cleveren Zeiträtseln.

Allerdings muss auch gesagt sein, dass ihr etwa in der Spielmitte und im Endgame nicht um gezieltes Farming herumkommt, um die letzten Fähigkeiten-Upgrades zu erhalten. Das kann für einige frustrierend wirken, während Sammler darin ein Langzeitmotivations-Feature sehen, was ihr Bananenfass mit mehr als 30 Spielstunden füllen dürfte.
Gemeinsam durch die Erde
Der Koop-Modus macht Laune, auch wenn Pauline hier hauptsächlich unterstützende Fähigkeiten beisteuert, indem sie den Cursor bedient und anfeuert. Wir haben das Zusammenspiel im lokalen Modus getestet und ein gewisses „Buddy-Abenteuer“-Gefühl erlebt. Dank GameShare könnt ihr zudem online mit einer zweiten Switch-2-Konsole spielen – ein netter Bonus, wenn auch nicht revolutionär.
Zwischen kreativem Design und technischen Grenzen
Optisch schöpft Bananza viel aus der Erfahrung des Super Mario Odyssey-Teams. Die Charakteranimationen sind grandios – Donkey Kongs Mimik ist absolutes Filmniveau - und Paulines Auftritte sind einfach charmant. Auch die Übergänge zwischen Gameplay und Cutscenes laufen butterweich. Dennoch fällt durch manche Texturen und Pop-ins auf, dass die Entwicklung des Spiels bereits auf der alten Switch begann. Im Docked-Modus holt die Nintendo Switch 2 mit 4K zwar einiges raus, aber ein durchgehendes „Next-Gen“-Gefühl bleibt aus, da sich im Design nicht alle Welten bzw. Schichten gleich stark präsentieren.
Bei den Ladezeiten merkt man ebenfalls, dass die Nintendo Switch 2 entweder ordentlich zu arbeiten hat, bereits demolierte Maps zu laden oder aber die Performance-Optimierung nicht ganz das Nintendo Switch 2 Niveau erreichen konnte. Auffällig ist der Ladescreen aber auch, wenn ihr in einem Bonus-Raum scheitert, für einen weiteren Versuch 500 Gold blechen dürft und dann trotzdem warten müsst, ehe ihr im Zweifelsfall gleich das nächste Leben verliert.
Auch das fehlende Zurücksetzen von Fähigkeiten bzw. Fertigkeitspunkten ist unserer Auffassung nach ein Versäumnis. Denn hat man einmal in einen Skillbaum investiert, gibt es kein Zurück – keine Umverteilung der Punkte, kein „Reset“-System. Das ist besonders ärgerlich, wenn man experimentieren möchte oder sich in einem bestimmten Gebiet festgefahren oder an einem Boss die Affenzähne ausgebissen hat.
Klangkulisse mit Gänsehautmomenten
Paulines Gesang ist ein Highlight und wird geschickt ins Gameplay eingebunden. Hinzu kommen orchestrale und vocale Tracks für jede Zone sowie überraschende Musikeinlagen – inklusive tanzender Zebras und Schallplatten-Sammlungen für euren Unterschlupf. Mit einem Grammophon eure erspielten Musikstücke anzuhören, ist einfach herrlich nostalgisch und stylish.

Darüber hinaus werden alle Untergrundschichten, NPC-Momente, Kollisionen und natürlich Kampfbegegnungen mit tollen Soundeffekten begleitet. Bei den Missionen und Bonus-Räumen wird sogar noch tiefer in die Instrumentenkiste gegriffen.
Wer sich außerdem die passende amiibo-Figur Donkey Kong + Pauline gönnt, kann mit dem Scannen der Figur das Abendkleid von Pauline freischalten, dass die Dropchance für die beliebten Schallplatten verdoppelt. Für euren Musikgenuss ist also gesorgt.
Wie im Rausch
Wir waren schnell im Flow. Wenn DK im Rage-Modus durch Stein und Holz pflügt, Goldstücke durch die Luft wirbeln und die Kamera wild rotiert, ist der Adrenalin-Kick garantiert. Allerdings kann die Kamera in engen Tunneln zum Problem werden – hier verliert man gelegentlich die Übersicht. Am Ende bleibt jedoch die Erkenntnis, dass das erhabene Gameplay, die fantastische Kreativität und die gesunde Lernkurve das Spiel zum Erfolg führen.
Fazit
Donkey Kong Bananza ist ein goldener Bananentraum! Hier liefert Nintendo eine Schicht Spielspaß nach der anderen und bleibt dabei ausgesprochen kreativ, wuchtig und vollgepackt mit Überraschungen. Donkey Kong Bananza ist DAS 3D-Comeback der Reihe und zeigt, dass Nintendo noch immer weiß, wie man ein Action-Plattformer-Erlebnis der Extraklasse abliefert. Denn die Mischung aus Zerstörung, Sammelfieber, Story und audiovisueller Präsentation macht schlichtweg süchtig. Kleine Kamera-Patzer, Ladezeiten und Grind-Passagen verhindern zwar den Schlag auf die 10, Nintendo- und Donkey Kong-Fans bekommen aber dennoch ein prall gefülltes Abenteuer, das sie tage- wenn nicht sogar wochenlang beschäftigen wird.
- Kreatives Leveldesign mit riesiger Vielfalt
- Bananza-Kräfte und Zerstörung mit Suchtcharakter
- Pauline & DK – charismatisches Duo
- Grandioser Soundtrack, filmreife Animation
- Kamera in engen Gräben unpräzise
- Bananen-Grind im Late-Game
- Kein Skill-Reset
- Teilweise spürbare Ladezeiten
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


