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Split Fiction

Split Fiction

Maik

Split Fiction knüpft als dritter Streich des Hazelight-Studios an die erzählerische Klasse von A Way Out und It Takes Two an, geht aber gleichzeitig einen mutigen Schritt weiter: Die Story verschmilzt Erzählung und Mechanik zu einem faszinierenden Wechselspiel zwischen Realität und Fiktion. Ausgangspunkt ist ein schiefgelaufener Versuch eines Tech-Konzerns, die Geschichten verschiedener Autor*innen mittels eines Hochleistungsrechners in erlebbare Simulationen zu übertragen. Statt strukturierter Abfolge geraten jedoch gleich zwei Schriftsteller – Zoe und Mio – in die Maschine und finden sich fortan in einem wilden Kaleidoskop ihrer eigenen Fantasien wieder. Das Erzählprinzip: Sequentiell, dynamisch und immer im Wechsel – ein perfekter Rahmen für ein Split-Screen-Koop-Erlebnis.

Split Fiction

NSW2

Entwickler
EA
Publisher
Hazelight
Konsole
NSW2
Spieler
2 lokal
Freigabe
USK ab 12

Story & Atmosphäre: Eine fesselnde Reise zu zweit

Split Fiction entführt euch in eine cineastisch inszenierte, emotional mitreißende Geschichte, bei der Teamarbeit nicht nur Mechanik, sondern auch zentrales Narrativ ist. Ihr übernehmt die Kontrolle über zwei Charaktere, deren Wege sich kreuzen, trennen und immer wieder auf verblüffende Weise verweben – das Ganze eingebettet in ein fiktives Abenteuer, das irgendwo zwischen Traum, Realität und Fiktion angesiedelt ist.

Die beiden Protagonistinnen könnten dabei unterschiedlicher nicht sein, ergänzen sich aber in ihren Fähigkeiten und Persönlichkeiten auf wunderbare Weise. Zoe, verspielt, kreativ-chaotisch und mit Tech-Peitsche bewaffnet, trifft auf die eher fokussierte, entschlossen handelnde Mio, die mit Elektro-Impulsen und Gravitationstricks glänzt. Zusammen bestreiten sie Kapitel für Kapitel ein Abenteuer, das ebenso oft spektakulär wie skurril ist – stets getragen von gegenseitiger Unterstützung und cleverem Teamplay. Dabei nutzt Split Fiction die geteilte Bildschirmfläche nicht nur technisch, sondern auch erzählerisch: Die unterschiedlichen Perspektiven sind dramaturgisch so aufeinander abgestimmt, dass man als Team ständig im Dialog steht – verbal wie spielerisch.

Die Spielwelten, durch die ihr euch bewegt, sind dabei so abwechslungsreich wie überraschend. Von dystopischen Cyber-Städten über gigantische Fantasy-Arenen bis hin zu komplett abgedrehten Kindertraum-Szenarien – es scheint, als hätte Hazelight keinerlei kreative Schranken gesetzt. Besonders einprägsam sind die Nebenstränge, etwa wenn Zoe in einer Erinnerung an ihre Kindheit plötzlich zum quietschvergnügten Schweinchen wird – samt Ziehharmonika-Funktion und Pupsantrieb. Der Humor ist dabei herrlich selbstironisch und gleichzeitig funktional: Denn jede absurde Idee bringt auch neue Spielmechaniken mit sich. Ob ihr euch nun mit Sandhaien durch Dünen jagt, Riesenarmen entkommt oder auf glitzernden Motorrädern durch ein RGB-Universum rast – es gibt kaum einen Moment, der sich wie der andere anfühlt.

Das Spiel beweist dabei ein gutes Gespür für Timing und Übergänge. So kehrt ihr immer wieder zur übergreifenden Cyber-Story zurück, in der sich die narrative Klammer um Zoe und Mio langsam schließt. Dennoch fühlt sich keine der vielen Seitenmissionen wie Füllmaterial an. Vielmehr sind sie eine Hommage an kindliche Vorstellungskraft, Popkultur – inklusive Anspielungen an Assassin’s Creed, God of War und It Takes Two – und vor allem an das Medium Spiel selbst. Kleine Details wie versteckte Gags oder interaktive Easter Eggs machen die Erkundung der Spielwelten zusätzlich lohnenswert.

Die Kapitel sind durchweg abwechslungsreich gestaltet und überzeugen durch eine dichte Erzählstruktur, clevere Dialoge und originelle Settings. Auch der Wechsel zwischen Humor, Dramatik und spielerischer Leichtigkeit gelingt ausgesprochen gut – ein Balanceakt, den nur wenige Spiele dieser Art so überzeugend meistern.

Spielmechanik & Gameplay: Teamwork ist Pflicht

Im Zentrum des Spiels steht kooperatives Gameplay – ob lokal oder online. Dabei müsst ihr zusammenarbeiten, um Umgebungsrätsel zu lösen, Gegner zu überwinden oder anspruchsvolle Jump’n’Run-Passagen zu meistern. Die Aufgabenverteilung ist fair gestaltet und verlangt nicht nur präzise Steuerung, sondern auch Kommunikation und gemeinsames Denken.

Spielmechanisch punktet Split Fiction mit einem kreativen Mix aus Platforming, Puzzle-Elementen und kleinen Gameplay-Überraschungen in jedem Kapitel. Besonders gelungen ist der Schwierigkeitsgrad: Wer mal feststeckt, kann sich zum nächsten Checkpoint springen lassen – ein Feature, das Zugänglichkeit und Spielfluss fördert, ohne die Herausforderung komplett zu entwerten.

Grafik & Technik: Detailverliebt und beeindruckend flüssig

Optisch schöpft Split Fiction das Potenzial der Nintendo Switch 2 fast vollständig aus. Die Umgebungen sind atmosphärisch dicht, detailreich und hervorragend animiert. Besonders im Docked-Modus am großen Bildschirm kommen Farben, Tiefenschärfe und Perspektivwechsel zur Geltung. Selbst bei geteiltem Bildschirm bleibt die Framerate stabil – beeindruckend!

Auch auf der Switch 1 lässt sich das Spiel via GameShare erstaunlich gut erleben. Technisch bemerkenswert: Selbst ohne Download können Switch-1-Nutzer problemlos an einer Session teilnehmen – flüssig, ohne nennenswerte Verzögerungen. Klar ist aber auch: Die Rechenarbeit übernimmt hier ganz klar die Switch 2.

Steuerung & Barrierefreiheit: Spielerisch inklusiv gedacht

Split Fiction zeigt sich erfreulich inklusiv, was die Steuerung und Zugänglichkeit betrifft. Die Konfiguration lässt sich flexibel anpassen, die Kameraführung reagiert intuitiv, und auch kleinere motorische Einschränkungen wurden durch optionale Hilfen bedacht – etwa das erwähnte Überspringen schwieriger Passagen.

Beachtet werden sollte allerdings, dass ihr einen Controller mit zwei Sticks und mehreren Triggern benötigt – einfache Joy-Con-Hälften reichen nicht aus. Der Solo-Spielmodus im Handheld funktioniert nur online oder via lokaler Verbindung mit einer zweiten Konsole. Dennoch: Die Barrieren bleiben erfreulich niedrig, was Split Fiction für ein breites Publikum spielbar macht.

Koop-Erfahrung: Geteiltes Spiel, doppelter Spaß

Das Zweispieler-Konzept ist zweifellos das Herzstück des Spiels. Ob im Couch-Koop auf dem Fernseher, im Tabletop-Modus oder online mit Freunden – Split Fiction macht zu zweit am meisten Spaß. Besonders bemerkenswert: Die GameShare-Funktion erlaubt es sogar, mit einer Switch 1 mitzuspielen, ohne dass diese das Spiel besitzt – ein starkes Feature.

Im Docked-Modus entfaltet sich das Spiel am besten. Hier könnt ihr im Split Screen lokal oder online gemeinsam loslegen – mit klarer Bildausgabe, stabilem Gameplay und viel Übersicht. Im Handheld- und Tabletop-Modus müsst ihr Abstriche bei der Sichtweite und dem Komfort machen, dafür sind spontane To-Go-Sessions ein echter Pluspunkt für Hybridspieler.

Sound & Musik: Audiovisuelle Harmonie

Die akustische Gestaltung von Split Fiction überzeugt auf ganzer Linie. Die Soundkulisse passt sich dynamisch an das Spielgeschehen an und verstärkt die emotionale Wirkung der Story eindrucksvoll. Musikalisch bewegt sich das Spiel zwischen zurückhaltender Klavierbegleitung und dramatischem Orchesterscore – immer stimmig und nie aufdringlich.

Auch in hektischen Momenten bleibt die Klangqualität klar und differenziert. Gerade im Koop-Modus, wenn Kommunikation und Soundeffekte zusammentreffen, zeigt sich die gute Abmischung als besonders hilfreich.

Besonderheiten & Innovationen: Der Name ist Programm

Split Fiction lebt nicht nur von seiner erzählerischen Zweiteilung, sondern auch vom Spielkonzept selbst. Es ist kein klassisches "Spiel für zwei", sondern eine gemeinsame Erfahrung, bei der Spieler*innen buchstäblich zwei Hälften eines Ganzen steuern. Diese „geteilte Fiktion“ prägt jeden Aspekt – von der Handlung über die Mechaniken bis hin zur Menüführung.

Die Option, schwierige Stellen zu überspringen, ist besonders für jüngere oder ungeübte Spieler ein großes Plus. Gleichzeitig bleibt das Spiel für Profis herausfordernd genug, um nie trivial zu wirken. Dieser Spagat ist eine der größten Stärken des Titels.

9.5Wertung
Meisterwerk

Fazit

Split Fiction ist kein Spiel – es ist ein gemeinsames Erlebnis. Split Fiction für Nintendo Switch 2 ist ein Meilenstein im Koop-Genre und das bereits zum Launch der neuen Konsole. Die emotionale Geschichte, das ausgeklügelte Gameplay und die durchdachten Spielmodi zeigen eindrucksvoll, wie stark das Medium Spiel als soziale Erfahrung funktionieren kann. Wer gemeinsam lachen, knobeln und staunen möchte, kommt an diesem Titel nicht vorbei.

Design
9.0
Sound
9.0
Online Multiplayer
9.5
  • Kreatives Koop-Konzept mit emotionaler Story
  • Technisch beeindruckend, auch im GameShare-Modus
  • Hohe Zugänglichkeit und Spielvielfalt
  • Perfekt für gemeinsame Couch-Sessions
  • Keine Solo-Bot-Spielbarkeit
  • Joy-Con-Hälften nicht ausreichend – zwei Joy Con oder Pro Controller nötig
  • leine Bildschirmdiagonale im mobilen Split-Screen erschwert Übersicht

Vielen Dank an die Firma Electronic Arts für die Bereitstellung des Testmusters.

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