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Mario Kart World

Mario Kart World

Maik

Mit Mario Kart World zündet Nintendo pünktlich zum Launch der Nintendo Switch 2 den Turbo – und zwar im ganz großen Stil. Die beliebte Fun-Racer-Reihe erhält mit dem neuesten Teil nicht nur ein optisches Update, sondern wird durch neue Spielmodi und eine offene Welt auch konzeptionell erweitert. Doch wie gut gelingt dieser Spagat zwischen Tradition und Innovation?

Mario Kart World

NSW2

Genre
Racer
Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
NSW2
Spieler
1–24 lokal

Willkommen in der Welt von Mario Kart – jetzt global!

Eins steht fest: Mario Kart World ist ein Fest für langjährige Fans und Neueinsteiger gleichermaßen. Die vertraute Steuerung, der gewohnt bunte Look und die chaotisch-fröhliche Rennaction funktionieren auch 2025 noch wie am ersten Tag – und sie profitieren spürbar von der neuen Technik der Switch 2. Alle Details gibt es in diesem Nintendo Switch 2 Test.

Umfang & Modi – Klassiker mit frischem Anstrich

Inhaltlich serviert uns Mario Kart World einen Mix aus Altbewährtem und Neuem. Der Grand-Prix-Modus bringt euch durch 7 Cups à 4 Strecken, wobei sich nach deren Abschluss ein 8. Cup mit 4 Bonusrennen, inklusive einer neuen Version der legendären Rainbow Road, freischaltet. Insgesamt warten 32 Strecken auf euch – teils Rundkurse, teils Checkpoint-basierte Point-to-Point-Rennen, was für willkommenen Abwechslungsreichtum sorgt. Wer hier allerdings auf eine Karriere hofft, die mit Zwischensequenzen und Story glänzt, der wird leider enttäuscht.

Neben bekannten Modi wie Ballonschlacht, Münzjagd, Zeitfahren und Versus ist die größte Neuerung sicher die K.O.-Tour: In diesem Eliminierungsrennen treten 24 Fahrer gegeneinander an, bis am Ende nur noch ein Sieger übrig bleibt. Der Modus ist spannend, dynamisch und fühlt sich deutlich moderner an als alles, was Mario Kart bisher versucht hat. Eine weitere neue Idee ist das Freie Fahren in einer offenen Spielwelt – ein ruhigerer Modus, in dem man Rätsel, Münzen und Skins sammelt. Spielerisch flacht das Erlebnis hier allerdings ab, da die Spielwelt außerhalb der Rennen recht leblos bleibt.

Freuen dürft ihr euch auch über weitere Items, die es nun im Rennen einzusetzen gilt. Da wären z.B. der Mega-Pilz, der Münz-Panzer, Kamek, die Eisblume, die Wurfhämmer und weitere tolle Neuerungen. Auch lassen sich nun die Panzer beispielsweise seitlich werfen, was mehr taktische Finesse ins Spiel bringt und durch die neue Rückspulfunktion, die allerdings nur offline funktioniert, abgerundet wird. Letzteres kann euch z.B. auch vor dem blauen Panzer bewahren, cool oder?

Technische Umsetzung – Switch 2 zeigt, was sie kann

Die Switch 2 zeigt mit Mario Kart World, dass sie deutlich mehr Power unter der Haube hat als ihr Vorgänger. Das Spiel läuft sowohl im Docked- als auch im Handheld-Modus in flüssigen 1080p bei bis zu 120Hz und mit HDR-Unterstützung. Die Strecken sind detailreich, die Charaktermodelle gestochen scharf und die Effekte – etwa beim Einsatz von Items – schön anzusehen. Zwar hätte man sich nach acht Jahren Entwicklungszeit noch etwas mehr grafische Finesse gewünscht, doch das Gesamtbild ist dennoch beeindruckend.

Soundtechnisch bekommt ihr typisches Mario Kart-Feeling: Fröhliche Tracks, bekannte Soundeffekte und der geliebte Sprecher, der jeden Blitz, Panzer oder Drift feiert. Lediglich ein wenig mehr Abwechslung im Soundtrack hätte nicht geschadet.

Multiplayer & Online – Fast perfekt, aber mit Rückschlägen

In Sachen Multiplayer dreht Mario Kart World groß auf: Ob lokal mit bis zu 24 Spielern, online mit Freunden oder in offenen Turnieren, das Spiel lässt euch fast überall problemlos gegeneinander antreten. Die GameChat-Funktion mit Voice- und Videochat ist ein echtes Highlight – auch wenn der Screenshare-Modus aktuell noch unter niedriger Framerate und Rucklern leidet.

Lobenswert ist auch die schnelle und zuverlässige Lobby-Funktion. Was jedoch enttäuscht: Fortschritte werden nur für Spieler 1 gespeichert, was bei einem so auf soziale Interaktion fokussierten Spiel absolut unzeitgemäß ist. Auch eine eigene Statistik-Seite fehlt schmerzlich – so bleibt unklar, welche Strecken oder Charaktere ihr am häufigsten nutzt. Stattdessen gibt es eine wenig motivierende Sticker-Sammlung, die kaum zur Individualisierung beiträgt.

Spannend hingegen ist es, dass ihr nun auch teilweise per fliegenden Start in die Rennen geht und durch eine deutlich breitere Strecke die Möglichkeit habt, diverse Fahrstile auszuprobieren. Das ihr nun auch an Wänden und Schienen fahren könnt, sorgt zudem dafür, dass mit allerlei Tricks so spannende Shortcuts gefunden werden können, dass sich ein Rennen in Windeseile komplett drehen kann.

Individualisierung & Freischaltungen – Viel Skin, wenig Substanz

Freunde der Sammlungen kommen dennoch auf ihre Kosten. Mit sogenannten Snacktüten, die ihr auf Strecken oder in der Open World findet, lassen sich neue Charakter-Skins freischalten. Diese sorgen für optische Vielfalt, haben aber keinen spielerischen Nutzen. Dennoch ist es motivierend, Figuren wie Wario als Biker oder Daisy im Sommerlook freizuschalten.

Insgesamt stehen euch über 50 Charaktere zur Verfügung – von Klassikern wie Mario, Peach und Bowser bis hin zu charmanten Außenseitern und neuen Lieblingen wie Kuh, Gumba oder einem Delfin. Das sorgt für Abwechslung im Fahrerfeld – auch wenn die fehlende Tiefe in der Individualisierung ein kleiner Wermutstropfen bleibt. Auch ist uns aufgefallen, dass ihr die Charaktere nicht mehr per Tastendruck in ihrem Outfit wechseln könnt, das sorgt dafür, dass ihr eine sehr lange Liste zum Scrollen erhaltet und allenfalls nach Charakter sortieren könnt, bis ihr die gewünschte Auswahl getroffen habt, kann es aber einen Moment dauern, den ihr in Online-Lobbys bekanntermaßen nicht immer habt.

Je mehr Münzen ihr auf euren Rennausflügen oder in der Open World sammelt, desto mehr Karts schaltet ihr frei, auch in Mario Kart World wieder komplett zufallsgetrieben. Etwas schneller geht das aber allemal, denn in den Rennen lassen sich nun bis zu 20 Münzen sammeln und außerhalb logischerweise per Farming ebenfalls. Wer hofft, sein Renn-Setup wieder durch Kart, Gleiter und Räder konfigurieren zu können, der irrt. Denn diesmal wählt ihr einen Charakter und Kart. Ihr könnt euch die Details des Setups aber natürlich wieder ansehen und entscheiden, was ihr braucht – Tempo, Beschleunigung, Haftung, Gewicht!

Sammelbares der Open World

In der freien Welt könnt ihr nicht nur zu den jeweiligen Stadien und Schauplätzen der Rennen rasen, sondern auch Peach-Münzen, Fragezeichen-Bodenplatten und P-Schalter finden, die euch vor Zeit- und Geschicklichkeitsherausforderungen stellen. Wer sich dieser Aufgabe widmet und zeitgleich für alle Charaktere die vielfältigen Skins komplettieren möchte, hat einiges zu tun, obwohl es sich nach gewisser Zeit auch wie ein Grind anfühlen kann.

Sound – Gute Effekte, aber musikalisch wenig einprägsam

Der Sound von Mario Kart World trifft insgesamt die typische Stimmung der Serie: rasante Motorengeräusche, der Sound der rutschenden Reifen, jubelnde Charaktere – all das trägt zu einem lebendigen und spaßigen Rennerlebnis bei. Besonders die Items sind klanglich gut inszeniert: Ob grüne Panzer, Bumerangs oder der berüchtigte Blaue – jeder Einsatz wird akustisch befriedigend untermalt. Auch die Umgebungsgeräusche sind je nach Strecke abwechslungsreich und atmosphärisch gelungen.

Allerdings fällt die musikalische Untermalung der Rennen etwas ab. Zwar geht es je nach Map stimmungsvoll und energiegeladen zur Sache, doch wirken viele Melodien auf Dauer zu repetitiv. Die Tracks sind selten so einprägsam wie etwa die klassischen Stücke aus früheren Serienteilen. Trotz guter Produktionsqualität fehlt vielen Soundtracks der Wiedererkennungswert, was gerade bei einem Spiel, das auf Wiederholung und Multiplayer-Partien ausgelegt ist, enttäuscht. Hier hätte Nintendo gern ein wenig kreativer sein dürfen.

8.5Wertung

Fazit

Mario Kart World ist ein starker Start in die neue Ära. Auch wenn es sicherlich noch Luft nach oben gibt, ist es ein absolut gelungenes Rennspiel und ein würdiger Launch-Titel für die Nintendo Switch 2. Es verbindet das Beste aus der Serie mit frischen Ideen, wie 24 Spieler und den K.-O.-Modus, und überzeugt mit flüssiger Technik und starkem Multiplayer-Fokus. Gleichzeitig bleibt ein fader Beigeschmack durch fehlende Fortschrittsspeicherung für mehrere Spieler, eine nur hübsch anzusehende, aber im wesentlichen inhaltsleere Open World und ein stolzer Preis für den gebotenen Umfang. Mario Kart World rast also mit Vollgas in die neue Konsolengeneration, doch verpasst den Drift zur Perfektion.

Design
8.5
Sound
8.0
Online Multiplayer
9.0
  • Grandioser Multiplayer mit bis zu 24 Spielern (online & lokal)
  • K.O.-Tour sorgt für neue Dynamik im Spiel
  • Tolle Technik: 1080p, 120Hz und HDR auf der Switch 2
  • Große Charaktervielfalt & kreative Strecken
  • Fortschritt nur für Spieler 1 speicherbar
  • Leblose Open World trotz schöner Kulissen
  • Kein Statistiksystem oder Spielerprofil
  • Sticker-Sammlung wenig motivierend

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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