
Xenoblade Chronicles X: Definitive Edition
Xenoblade Chronicles X: Definitive Edition ist die überarbeitete Version des ursprünglich 2015 für die Wii U erschienenen Rollenspiels und sorgt nun dafür, dass alle Xenoblade Chronicles-Games auf einer Konsole vereint sind. Diese Edition bringt zahlreiche Verbesserungen und Neuerungen mit sich, die sowohl Veteranen als auch Neueinsteiger ansprechen. Ob sich das Spiel bzw. ein Neukauf lohnt, erfahrt ihr hier in unserem Test.

Xenoblade Chronicles X: Definitive Edition
NSW
- Genre
- Rollenspiel
- Serie
- Xenoblade Chronicles
- Entwickler
- Nintendo
- Publisher
- Nintendo
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 12
Der Untergang der Erde
Gleich zu Beginn des Spiels erlebt der Spieler den Untergang der Erde. Im Jahr 2054 wird die Menschheit von außerirdischen Streitkräften angegriffen. Die letzten Überlebenden können nur in riesigen Raumschiffen fliehen, bevor die Erde in Asche zerfällt. Die Arche „Weißer Wal“, auf der sich der eigene Charakter befindet, ist eines dieser wenigen Schiffe, das den Belagerungsring durchbrechen kann und sich auf der verzweifelten Suche nach einer neuen Heimat befindet.
Nach zwei Jahren im All wird das Schiff jedoch von feindlichen Jägern entdeckt und schwer beschädigt. In einem verzweifelten Versuch sich zu retten, wird eine Notlandung auf dem fremden Planeten „Mira“ durchgeführt. Glücklicherweise könnt ihr euch in einer Überlebenskapsel retten. Zwei Monate nach diesem katastrophalen Absturz werdet ihr von Elma, einer der Hauptfiguren des Spiels, aus dem Kälteschlaf geweckt. Sie führt euch nach New Los Angeles, der neuen menschlichen Kolonie auf Mira, die aus den Überresten des „Weißen Wals“ entstanden ist. Hier beginnt das eigentliche Abenteuer.
Die Divisionen und ihre Aufgaben
Schon früh im Spiel wird klar, dass euch einige Möglichkeiten geboten werden, euren Charakter individuell zu gestalten. Neben dem äußeren Erscheinungsbild muss man sich auch für eine Division innerhalb der Organisation BLADE entscheiden. Diese Organisation überwacht und organisiert das Leben in New Los Angeles und ist in acht Divisionen unterteilt, die jeweils spezielle Aufgaben erfüllen:
Pathfinders: Platzieren von Datensonden zur Erkundung von Mira.
Interceptors: Schutz der Stadtbewohner und Bekämpfung feindlicher Kreaturen.
Harriers: Spezialisierung auf den Nahkampf gegen mächtige Gegner.
Reclaimers:Wiederbeschaffung verlorener Artefakte und Wrackteile.
Curators: Forschung und Sammlung von Materialproben.
Prospectors:Bergbau und Ressourcengewinnung für die Stadt.
Outfitters: Entwicklung von Waffen und Ausrüstung.
Mediators: Vermittlung bei Konflikten zwischen den Stadtbewohnern.
Der Spieler kann die Division später wechseln, doch jede hat ihre eigenen Stärken und Boni, die sich auf das Gameplay auswirken. Dennoch bleibt eure Hauptfigur, im Vergleich zu anderen Xenoblade-Titeln, eher blass. Man fühlt sich nicht so verbunden mit ihm, was wohl auch an seiner Stummheit liegt, währen in den Vorgängern die Figuren alle vertont waren. Die Textgeschwindigkeit, die immer noch sehr langsam ist, trägt seines dazu bei.

Die Welt von Mira
Die Flora und Fauna auf Mira ist atemberaubend und abwechslungsreich. Die Spielwelt ist riesig und voller Leben – überall gibt es Kreaturen zu entdecken, von friedlichen Wesen bis hin zu aggressiven Bestien. Das intuitive und HUD gibt Aufschluss darüber, wie gefährlich eine Kreatur ist und ob sie auf visuelle oder akustische Reize reagiert. Bestimmte Monster greifen nur an, wenn ihr Rudel in Gefahr ist.
Die Spielwelt erstreckt sich über fünf große Kontinente: Primordia: Steppe mit schwebenden Felsen und die Heimat von New Los Angeles.
Noctilum: Üppige Dschungel- und Sumpfgebiete.
Oblivia: Eine karge Wüstenlandschaft.
Sylvalum: Ein frostiges, schneeweißes Areal.
Cauldros: Eine gefährliche Vulkanregion mit Lavaflüssen.
Die Tag-Nacht-Zyklen beeinflussen auch das Gameplay, da nachts gefährlichere Kreaturen unterwegs sind.
Das Kampfsystem
Das Kampfsystem ist dem aus Xenoblade Chronicles ähnlich. Gekämpft wird in Echtzeit. Der Kampf beginnt, sobald eine Kreatur anvisiert wird. Die Teammitglieder kämpfen eigenständig, aber der Spieler kann durch Befehle Einfluss nehmen. Es gibt eine Mischung aus automatischen Standardangriffen und aktiven Techniken, die aufgeladen werden müssen.
Besonders spannend ist die Möglichkeit, gezielt Körperteile von Gegnern anzugreifen, um spezielle Beute zu erhalten. Zudem gibt es wieder die „Innere Herausforderung“, bei der durch rechtzeitiges Drücken von Knöpfen Boni freigeschaltet werden.
Erfahrungspunkte gibt es in drei Formen:
Erfahrungspunkte (XP): Steigern das Level des Charakters und erhöhen Attribute.
Klassenpunkte: Erlauben das Freischalten neuer Kampffertigkeiten.
Divisionspunkte: Werden durch BLADE-Aufgaben gesammelt und verbessern Fertigkeiten.
Es gibt verschiedene Klassen, die nach und nach freigeschaltet werden und eine Spezialisierung erlauben. Das erlaubt eine flexible Anpassung an den eigenen Spielstil.
Der Zusammenhalt eures Teams spielt eine entscheidende Rolle in Xenoblade Chronicles X. Je mehr ihr gemeinsam kämpft oder zusammen Entscheidungen trefft, desto stärker werden eure Beziehungen. Das bringt nicht nur eine tiefere Bindung zwischen den Charakteren, sondern schaltet auch exklusive Missionen frei oder liefert euch wertvolle Hinweise zu seltenen Gegnern und versteckten Schätzen. Beachtet dabei, dass einige Charaktere und Aufgaben nur zu bestimmten Tageszeiten verfügbar sind.
Die verschiedenen Klassen
In Xenoblade Chronicles X könnt ihr nach den ersten zehn Stufen als „Neuling“ aus drei unterschiedlichen Klassen wählen:
- Gardist
- Stürmer
- Repressor
Jede dieser Klassen lässt sich weiterentwickeln. Sobald ihr zehn weitere Stufen erreicht habt, stehen euch zwei Spezialisierungen zur Auswahl. Nach nochmal zehn Stufen könnt ihr euch sogar noch weiter spezialisieren. Welche Klasse am besten zu euch passt, hängt ganz von eurem Spielstil ab. Anfänger sollten sich aber idealerweise für den Gardisten entscheiden. Falls ihr eine andere Klasse ausprobieren wollt, ist das kein Problem – ihr könnt jederzeit wechseln, ohne eure bereits erreichten Stufen zu verlieren. Manche erlernten Talente bleiben euch dabei möglicherweise sogar erhalten. Achtet allerdings darauf, nicht nur Charaktere derselben Klasse ins Team zu nehmen, da ihr sonst in bestimmten Gebieten auf unnötige Schwierigkeiten stoßen könntet.

Während des Spiels verdient ihr Trainingspunkte, die ihr nutzen könnt, um eure Fähigkeiten gezielt zu verbessern. So könnt ihr euren Charakter Stück für Stück an eure Vorlieben anpassen. Jede Klasse hat ihre eigenen Waffenarten, die das Kampferlebnis zusätzlich variieren.
Die Wahl eurer Ausrüstung und Waffen spielt eine entscheidende Rolle. Neben den klassischen Werten für Angriff und Verteidigung beeinflussen sie auch verschiedene Schadens- und Schutzarten. Mit der richtigen Kombination könnt ihr zudem eure Trefferquote und Energiegewinnung optimieren. Ihr habt die Möglichkeit, eure Ausrüstung mit Upgrades und Modifikationen zu verbessern oder euch einfach neue Items im Shop zu kaufen. Sollte euch die Optik eurer perfekten Rüstung nicht zusagen, könnt ihr ihr ein anderes Erscheinungsbild als Hologramm überstülpen. Sogar Helme und andere Kopfbedeckungen lassen sich auf Wunsch ausblenden. Euer Equipment stammt von verschiedenen Rüstungskonzernen, bei denen ihr investieren und an Forschungsprojekten teilnehmen könnt. Ihr könnt euch sogar als Testperson für neue Prototypen zur Verfügung stellen. Wie im echten Leben bieten die Hersteller Treueprogramme an, durch die ihr bessere Preise und exklusive Waren freischalten könnt.
So habt ihr viele Möglichkeiten, euren Charakter individuell anzupassen und optimal auszurüsten!
Die Skells
Ein Highlight des Spiels sind die Skells – riesige Mechs, die der Spieler erst nach einer gewissen Zeit (ca. 20 bis 30 Stunden) steuern darf. Diese Mechs erweitern das Kampfsystem erheblich, indem sie stärkere Angriffe ermöglichen und sogar fliegen können. Allerdings sind sie teuer in der Wartung, und Reparaturen oder Energieversorgung kosten viel Geld. Trotz dieser Einschränkungen bieten die Skells eine spannende Möglichkeit, Mira noch weiter zu erkunden und gefährliche Feinde leichter zu besiegen.
Aufträge & Missionen
Quests erhaltet ihr auf unterschiedliche Weise: Zum einen natürlich über die Hauptstory, inklusive passender Zwischensequenzen. Zum anderen könnt ihr am "Schwarzen Brett" im Verwaltungsbezirk eine Vielzahl an Nebenmissionen annehmen. Hier gibt es mehr als genug zu tun – von klassischen Such- und Lieferaufgaben über Kopfgeldjagden bis hin zu alltäglichen Aufträgen für die Bewohner von Mira. Die Entscheidungen, die ihr dabei trefft, können sich auf eure Beziehungen zu bestimmten Charakteren auswirken.
Wie in vielen Rollenspielen gilt auch hier: Nebenquests sind essenziell, um euer Team für die Storymissionen zu stärken und bestmöglich vorbereitet zu sein.
Online-Features & Multiplayer
Wir konnten den Multiplayer bisher nicht testen, aber wir nehmen an, dass er sich nicht viel vom Original unterscheiden wird:
Am Netzwerkterminal könnt ihr euch mit bis zu 32 anderen Spielern aus der ganzen Welt verbinden. Dabei geht es nicht nur um den Austausch von Waren und Nachrichten, sondern auch um das gemeinsame Verfolgen bestimmter Ziele. Es gibt beispielsweise zeitlich begrenzte Gruppenmissionen, bei denen jeder für sich spielt, aber der Fortschritt für das gesamte Team zählt.
Ihr könnt zwischen zwei Hauptmodi wählen:
- Truppmissionen
- Zeitangriffe
Schließt ihr mehrere dieser Herausforderungen erfolgreich ab, erhaltet ihr Belohnungstickets oder BLADE-Medaillen, die ihr am Quartiersterminal gegen seltene Materialien eintauschen könnt.
Die BLADE-Medaillen schalten zudem Nemesis-Missionen frei – besondere Teameinsätze, bei denen ihr mit bis zu drei Mitspielern gemeinsam gegen mächtige Bosse antretet und dabei seltene Gegenstände und Ausrüstung verdient. Die Kommunikation im Multiplayer erfolgt über Textnachrichten und Gesten, einen Sprachchat gibt es nicht.
Auch für Einzelspieler gibt es am Quartiersterminal spezielle Herausforderungen, die für Abwechslung sorgen.

Definitive Edition
Die Definitive Edition bringt zahlreiche Verbesserungen und neue Inhalte mit sich.
Natürlich einerseits auf der grafischen Seite. Überarbeitete Texturen und eine höhere Auflösung sorgen für eine schönere Darstellung. Vor allem die neuen Gesichtszüge lassen sich – beispielsweise in den Zwischensequenzen – sehen. Trotz dieser Verbesserungen bleibt die Bildrate durchschnittlich bei 30 FPS mit gelegentlichen Einbrüchen in belebten Arealen, wie New Los Angeles.
Hinzu kommen verbesserte Ladezeiten. Was auf der Wii U noch ein Kritikpunkt war, läuft nun viel besser. Dank optimierter Technik sind die Ladezeiten deutlich kürzer. Sehr praktisch ist nun, dass ihr die Teammitglieder zu jederzeit und überall austauschen könnt. Ihr müsst also nicht mehr stundenlang durch die Gegend irren, um bestimmte Charaktere zu finden. Außerdem erhalten nicht aktive Party-Mitglieder nun ebenfalls Erfahrungspunkte, was das Aufleveln eindeutig erleichtert. Die Benutzeroberfläche wurde modernisiert und verbessert, was das Navigieren durch Menüs und das Steuern der Charaktere im Kampf erleichtert.
Beim Kampfsystem gibt es nun die „Sofortladung“. Diese erlaubt es euch eure Fähigkeiten bereits einzusetzen, bevor ihre Abklingzeit vollständig abgelaufen ist. Das neue Feature macht die Kämpfe um einiges dynamischer.
Weiterhin und für viele zur Freude wurden die „Blade-Level und Feld-Talente“ abgeschafft. Dies ermöglicht es euch nun von Beginn an fast alle Schätze und Trümmer zu untersuchen, ohne davor bestimmte Bedingungen erfüllt zu haben. Ihr müsst euch also nicht mehr Standorte für später merken. Außerdem wurden einige Missionen so angepasst, dass sie sich nun an eurem Story-Fortschritt orientieren, was hinsichtlich der benötigten Level sinnvoller wirkt. Und eine besonders nützliche Verbesserung: Gegenstände für Quests werden nun direkt auf der Karte markiert – ein Feature, das viele Spieler schon im Original vermisst haben.
Es wäre nicht die Definitive Edition, wenn es nicht auch neue Inhalte geben würde. So erwarten euch vier neue Charaktere und neue Skells, die noch mehr Möglichkeiten in Kämpfen und bei der Erkundung der Welt bieten.
Und für alle Veteranen, die den Vorgänger vielleicht auswendig kennen, jede Ecke erkundet haben, für die gibt es sogar neue Story-Inhalte. Neue Nebenmissionen erweitern die Hintergrundschichte von Mira. Auch die Musik wurde um einige neue Kompositionen ergänzt, die das Spielerlebnis bereichern.
Der Soundtrack ist sowieso wohl das herausragendste Merkmal des Spiels und wird oft als einer der Besten in der Geschichte der Videospielmusik gefeiert. Komponiert von Manami Kiyota, Yasuda Chika, ACE, und Kenji Hiramatsu, bietet das Game eine beeindruckende Mischung aus epischen Orchestermelodien, modernen elektronischen Klängen und atmosphärischen Kompositionen, die perfekt mit der weitläufigen Welt und den emotionalen Momenten des Spiels harmonieren. Besonders hervorzuheben ist die Remaster-Version des Soundtracks, die in der Definitive Edition eine noch klarere und intensivere Klangqualität bietet. Einige Tracks wurden sogar neu aufgenommen.
Fazit
Xenoblade Chronicles X: Definitive Edition ist atemberaubender denn je! Es beeindruckt mit einer riesigen offenen Welt, einem tiefgehenden Kampfsystem und unzähligen Möglichkeiten zur Charakterentwicklung. Die Geschichte beginnt mit dem dramatischen Untergang der Erde und entwickelt sich zu einem spannenden Abenteuer (60 bis 100 Stunden) auf dem fremden Planeten Mira. Zwar hat das Spiel einige technische Schwächen, doch die faszinierende Welt und das motivierende Gameplay machen auch heute noch Spaß. Fans der Reihe und Neueinsteiger werden gleichermaßen in den Bann gezogen. Die Verbesserungen der Definitive Edition sorgen zudem für ein noch runderes Erlebnis, das sowohl Veteranen als auch Neulinge begeistern wird.
- Viele Neuerungen in der Definitive Edition
- Dynamisches Kampfsystem
- Riesige Open-World
- Online-Koop
- Kleine Einbrüche in der Framerate
- Langsame Dialoge/Textfelder
- Skells erscheinen sehr spät im Spiel
- Blasser Hauptcharakter
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


