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Legacy of Kain: Soul Reaver 1&2 Remastered

Legacy of Kain: Soul Reaver 1&2 Remastered

Ulrich

Legacy of Kain: Soul Reaver ist ein Klassiker, der 1999 für die PlayStation und den Sega Dreamcast veröffentlicht wurde. Zwei Jahre später folgte der Nachfolger für die PlayStation 2 und den PC. Über 20 Jahre später bringt Aspyr die ersten beiden Teile der Serie in einer Remaster-Fassung auf Moderne Plattformen, darunter die Nintendo Switch. Wie gut die Neuauflage umgesetzt wurde erfahrt ihr hier.

Legacy of Kain: Soul Reaver 1&2 Remastered

NSW

Entwickler
Aspyr
Publisher
Aspyr
Konsole
NSW
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 18

Die düstere Reise von Raziel

Im Mittelpunkt steht Raziel, ein ehemaliger Vampirfürst, der nach seinem Verrat und Tod durch Kain, von einer Gottheit wiederbelebt wird.

In Soul Reaver wird Raziel, einst ein stolzer Vampirfürst, von seinem Meister Kain aus Neid auf seine evolutionären Flügel in den Abgrund gestoßen und stirbt. Doch eine uralte Gottheit belebt Raziel als geisterhaften Racheengel wieder. Nun ist es seine Aufgabe, Kain zu stürzen und Nosgoth von der Herrschaft der Vampire zu befreien. Auf seiner Reise konfrontiert Raziel seine vampirischen Brüder und enthüllt nach und nach die dunklen Geheimnisse der Welt Nosgoth. Mithilfe des „Soul Reaver“, einer mächtigen, seelenfressenden Waffe, sowie seiner Fähigkeit, zwischen der materiellen und spektralen Welt zu wechseln, erkundet er die verfallene Welt und löst komplexe Rätsel. Am Ende des Spiels trifft Raziel auf Kain, der andeutet, dass Raziel Teil eines größeren, vorbestimmten Schicksals ist. Der Cliffhanger führt direkt in Soul Reaver 2.

In Soul Reaver 2 setzt Raziels Geschichte direkt nach den Ereignissen des ersten Teils an. Nach seiner Begegnung mit Kain wird Raziel in die Vergangenheit transportiert, wo er sich mit neuen Bedrohungen und vor allem mit Zeitlinien Nosgoths auseinandersetzen muss. Er verfolgt Kain durch verschiedene Epochen und enthüllt immer mehr über die Prophezeiungen, die Vampirflüche und das Schicksal beider Charaktere. Der Wechsel zwischen der materiellen und spektralen Ebene bleibt ein zentrales Spielelement, ergänzt durch neue Elementarkräfte des Soul Reavers, die sowohl für Rätsel als auch Kämpfe genutzt werden.

Anspruchsvoll, aber mit Schwächen

Die Soul Reaver-Reihe war damals vor allem für seine düstere Atmosphäre, die anspruchsvollen Rätsel und das innovative Gameplay beliebt. Während der erste Teil durch eine durchdachte Rätseldynamik und den geschickten Einsatz von Raziels einzigartigen Fähigkeiten überzeugt, verlagert der Nachfolger den Fokus stärker auf Action, was damals schon und wahrscheinlich auch heute nicht jedem gefällt. In Soul Reaver 2 nehmen Kämpfe eine zentrale Rolle ein, aber die simplen Mechaniken und die teils unpräzise Steuerung führen dazu, dass diese oft eintönig wirken. Selbst größere Gegner folgen vorhersehbaren Mustern und die epischen Bosskämpfe des ersten Teils sind hier nicht mehr zu finden. Ein weiterer Kritikpunkt ist das häufige Respawnen von Gegnern, was durchaus den Spielfluss unterbricht und hier und da für Frustmomente sorgt.

Dennoch bringt Soul Reaver 2 auch positive Elemente mit sich, insbesondere die neuen Elementarkräfte des Reavers, die für die Rätsel eine wichtige Rolle spielen. Diese Kräfte fügen dem Gameplay zusätzliche Tiefe und Abwechslung hinzu. Im Vergleich dazu spielt der erste Teil der Serie seine Stärken voll aus. Die labyrinthartige Welt von Nosgoth ist sowohl atmosphärisch als auch herausfordernd und entfaltet sich Stück für Stück, je weiter Raziel voranschreitet und neue Fähigkeiten freischaltet. Die Rätsel sind dabei so gestaltet, dass die Lösungen selten direkt auf der Hand liegen (was definitiv den Schwierigkeitsgrad erhöht), aber das Erkunden und Experimentieren belohnt.

Die Steuerung wurde in der Remastered-Version deutlich optimiert und sorgt nun für ein spürbar angenehmeres Spielerlebnis. Besonders die neue, frei steuerbare Kamera trägt dazu bei, dass die Erkundung der komplexen Welt von Nosgoth viel flüssiger und intuitiver verläuft. Die Bewegungen von Raziel lassen sich jetzt mit deutlich mehr Präzision kontrollieren, was das Navigieren in der weiten, labyrinthartigen Welt erheblich erleichtert.

Leider blieb das Kampfsystem weitgehend unverändert. Die eher einfache Hack-and-Slash-Dynamik, die über den Y-Button abgewickelt wird, wirkt aus heutiger Sicht etwas eintönig und monoton. Das Kampfsystem passt für die damalige Zeit, aber für heute fehlt es etwas an der Dynamik und an taktischen Elementen. Abgesehen von den Kämpfen bietet Raziel auch interessante Bewegungsmöglichkeiten. Er kann höhere Passagen via ZL und dem Sprungknopf erreichen und sogar für kurze Zeit über kleine Abgründe gleiten (B halten). Dies geschieht mit den zerrissenen Flügeln, die Raziel in seiner geisterhaften Form noch besitzt – ein passendes Symbol für seine entstellte Existenz und als Zeichen der Erniedrigung, die ihm zu Teil wurde.

Ein weiterer zentraler Aspekt des Gameplays ist Raziels magische Waffe, der „Soul Reaver“. Die Notwendigkeit, Seelen zu absorbieren (via A), sorgt für Spannung - man will ja nicht in die andere Welt zurückgezogen werden. Der Kampf ums Überleben ist eine zusätzliche Herausforderung und verstärkt die düstere Stimmung. Insgesamt zeigt sich, dass Soul Reaver mit seinen clever gestalteten Rätseln und seiner dichten Atmosphäre nach wie vor als Highlight gilt, während Soul Reaver 2 aufgrund seines Fokus auf Kämpfe und der damit verbundenen spielerischen Schwächen etwas hinter den Erwartungen zurückbleibt. Trotzdem versprüht Nosgoth mit seinen Geheimnissen ein gewisses Etwas, dass sowohl Nostalgiker als auch Neueinsteiger in den Bann ziehen kann.

Licht und Schatten

Aspyr hat für die Remaster-Versionen von Soul Reaver und Soul Reaver 2 einige wesentliche grafische und technische Verbesserungen vorgenommen. Das Spiel sieht wirklich gut auf der Switch aus, auch wenn man das Alter anmerkt. Mit einem Druck auf den rechten Stick ist es möglich, zwischen der ursprünglichen und der Remastered-Version zu wechseln. Wände und Umgebungen, die im Original noch unscharf und grob wirkten, erscheinen nun detaillierter und klarer, was vor allem der düsteren Welt von Nosgoth zugutekommt.

Bei Soul Reaver 2 fällt die grafische Überarbeitung jedoch weniger beeindruckend aus. Zwar wird Raziel nun schärfer und detaillierter dargestellt, aber viele der Umgebungen wirken fast unverändert. Die grafischen Verbesserungen sind hier oft nur bei genauem Hinsehen erkennbar. Trotzdem trägt auch bei Soul Reaver 2 die verbesserte Schärfe und die neue Beleuchtung dazu bei, die düstere Atmosphäre in ein gutes Licht zu rücken.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die grafischen Verbesserungen der Remaster-Versionen von Soul Reaver und Soul Reaver 2 zwar nicht den Standard eines vollständigen Remakes erreichen, aber dennoch einen deutlichen Fortschritt im Vergleich zum Original darstellen. Jedenfalls bleibt die Atmosphäre der Originale gut erhalten.

Der Sound fängt Stimmung von Soul Reaver perfekt ein. Die Musik, die von Komponist Amy Hennig und anderen beigesteuert wurde, trägt durch ihre melancholische und düstere Melodien maßgeblich zur immersiven Erfahrung bei. Auch die Soundeffekte – von den geisterhaften Geräuschen in der spektralen Ebene bis hin zu den bedrohlichen Geräuschen der Kämpfe – wurden für das Remaster beibehalten und unterstützen die dunkle Atmosphäre des Spiels. Die Sequenzen sind auf Englisch, es gibt aber deutsche Untertitel.

Bonusinhalte

Die Remastered-Version bietet eine Vielzahl von Extras, die vor allem langjährige Fans begeistern dürften. Dazu gehören:

- Konzept- und Rendergrafiken:Spannende Einblicke in die Entwicklung der Spiele.

- Hintergrundtexte und Chronologien

- Video-Outtakes: Witzige Einblicke in die damaligen Studioaufnahmen.

- Soundtracks: Sämtliche Musikstücke in hochwertiger Qualität.

- „Verlorene Levels“: Besonders interessant sind spielbare Bereiche, die es nicht in die finale Version von Soul Reaver geschafft haben. Diese zeigen, wie umfangreich das Spiel ursprünglich geplant war. Zwar sind diese Inhalte auf das Erkunden beschränkt, doch sie geben spannende Eindrücke von verworfenen Ideen und Mechaniken.

7.5Wertung

Fazit

Soul Reaver Remastered- Der Kult lebt weiter! Die Neuauflage schafft es, den düsteren Reiz der Originalspiele wieder aufleben zu lassen. Während Soul Reaver dank cleverer Rätsel und der innovativen Weltwechsel-Mechanik immer noch überzeugt, wirkt Soul Reaver 2 durch den Fokus auf Kämpfe und wenig durchdachte Gegnerdesigns schwächer. Technisch punktet die Neuauflage mit einer gelungenen Überarbeitung (Grafik, Steuerung…). Die zusätzlichen Inhalte machen das Paket besonders für Fans lohnenswert. Wer die düstere Welt von Nosgoth und die spannende Geschichte von Raziel noch nicht erlebt hat, sollte sich diese Remaster-Version auf jeden Fall nicht entgehen lassen – sie ist eine würdige Neuauflage eines Klassikers.

Design
7.0
Sound
7.5
  • Grafische Verbesserungen
  • Düstere Atmosphäre und stimmungsvolle Soundkulisse
  • Verbesserte Steuerung mit frei steuerbarer Kamera
  • Wechsel zwischen alter und neuer Grafik
  • Teil etwas monoton
  • Überarbeitung von Soul Reaver 2 eher enttäuschend

Vielen Dank an die Firma Aspyr für die Bereitstellung des Testmusters.

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