
Super Mario Bros. Wonder
Mit Super Mario Bros. U ist 2012 der letzte 2D Teil für die Wii U erschienen. Nach einigen Remastered-Titeln gibt es nun mit Super Mario Bros. Wonder einen brandfrischen Eintrag in die Liste der Platformer. Wir haben uns durch das Spiel gelevelt und geben euch einen Einblick, was ihr erwarten dürft!

Super Mario Bros. Wonder
NSW
- Genre
- Action-Adventure
- Serie
- Super Mario
- Entwickler
- Nintendo
- Publisher
- Nintendo
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1–4 lokal
- Freigabe
USK ab 6
Das Blumenkönigreich
Mario und seine bunte Truppe kommen auf Geheiß von Prinz Florian ins Blumenkönigreich, um eine schöne Zeit zu verbringen. Doch auch hier wird wieder einmal vom grummeligen Bowser ein Strich durch die Rechnung gemacht. Er verleibt sich eine magische Wunderblume ein, verschmilzt kurzerhand mit dem Schloss des Prinzen und sorgt für weitreichendes Chaos, das unsere Helden ein weiteres Mal beseitigen müssen. Das Blumenkönigreich ist von kleinen, liebenswerten Blumenwesen, den Poplins, beheimatet. Diese sind jedoch eingesperrt worden und werde nicht selten von garstigen Piranha-Pflanzen bewacht. Um sie zu befreien, müsst ihr nun in verschiedenen Welten Level meistern
Das Blumenkönigreich teilt sich in sechs verschiedene Welten auf. Ihr startet in der Röhrenfelsen-Wiese, kommt auf die als Angelpunkt organisierten Blüteninseln, zum Wölkchen-Gebirge und den Güldenfällen. Danach warten die Wolkenlose Wüste und die Fungi-Mine sowie die Magma Tiefen auf euch.
In all diesen Regionen sind Level enthalten, die euch auf die typischen Merkmale dieser Welten aufmerksam machen. Röhren, fliegende Wolken, Unterwasserlandschaften und Fische, angriffslustige Vögel, sprudelnde Lava und umherirrende Knochentrocken sind nur einige von vielen Erlebnissen. Ihr werdet nicht nur klassisches 2D Side-Scrolling und Jump’n’Run erleben dürfen, sondern auch diverse vertikale Passagen meistern müssen. Denn besondere Sammelitems und Levelinhalte werden euch nur selten durch kinderleichte Sprungeinlagen geschenkt.
Abzeichen, Wunderblumen, Münzen
Wie der Name Super Mario Bros. Wonder schon andeutet, geht es im jüngsten Mario Abenteuer durchaus wundersam zu. Das bezieht sich nicht nur auf die Ereignisse mit der garstigen Riesenschildkröte, sondern auch auf alle Levelinhalte. Ihr könnt in jedem Level, welches mit einer Schwierigkeit von einem bis fünf Sternen klassifiziert wird, verschiedene Herausforderungen meistern. Um die gesamten Welten freizuschalten, müsst ihr genügend Level gemeistert und die darin versteckten Wundersamen erhalten haben. In der Regel bekommt ihr diese, indem ihr versteckte Passagen findet, durch Röhren kriecht oder euch durch die Luft an entlegene Levelabschnitte katapultieren lasst. Darüber hinaus gibt es in vielen Levels einen Wundersamen, der sich nur erhalten lässt, wenn ihr eine Wunderblume findet und dadurch eine kleine Spezialsequenz aktiviert. Ihr müsst dann besonders schnelle Sprungmanöver ausführen, euch einem Rennen anschließen oder eine Seifenblase mehrmals anstoßen, um den begehrten Wundersamen zu erhalten.

Darüber hinaus gibt es häufig drei lilafarbenen 10er-Münzen zu finden, die euer Level vervollständigen sowie eine goldene Fahne, wenn ihr die Zielflagge am höchsten Punkt hisst. Um euch dies zu erleichtern, solltet ihr auf Absprungpunkte, Erhöhungen und Gegner in der Nähe achten, aber auch eure Steuerung perfektionieren. Im richtigen Moment zu springen, per „Rennen“ Anlauf zu nehmen oder eine der vielen Abzeichen einzusetzen, kann den Unterschied machen.
Die Abzeichen sind tatsächlich eine der spannenden Neuerungen in Super Mario Bros. Wonder. Ihr könnt in den verschiedenen Welten Abzeichen-Prüfungen in unterschiedlichen Stufen erledigen und so euer Fähigkeiten-Repertoire erweitern. Zum Start eines jeden Levels dürft ihr die Wahl darüber treffen, welches Abzeichen ihr aktivieren und damit euren Level-Ausflug beeinflussen wollt. Insgesamt gibt es 24 an der Zahl, wovon es Aktivitäts-, Stärkungs- und Expertenabzeichen gibt. Zu Beginn dürft ihr euch über die Fallschirmmütze freuen, die eure Mütze zu eurem Fallschirm aufbläht und euch schweben lässt, wenn ihr über Hindernisse schweben wollt. Es gibt aber auch das Klimmsprung-Abzeichen, den Delphin-Kick für Unterwasser-Einsätze oder z.B. den Druck-Hochsprung. Bei den Stärkungsabzeichen könnt ihr mit einem Power-Up ins Level starten oder mehr Münzen erwarten, bei den Experten-Abzeichen geht der Spaß soweit, dass ihr unsichtbar werdet oder mit erhöhtem Tempo durch Levels marschiert. Diese Abzeichen müssen entweder in einzelnen Levels freigeschaltet werden oder können im Poplin-Shop gegen lila Blumenmünzen gekauft werden.
Manche dieser Abzeichen-Tests können es aber wirklich in sich haben. Beim Test für den Klimmsprung 2 haben wir unsere Mühen gehabt, die Zielfahne zu erreichen, da der Schwierigkeitsgrad 4 wirklich heftig war. Die Sprünge mussten exakt platziert werden und bei zu schnellem Drücken wurde die nächste Aktion ausgelöst. Zeitweilig blieb der Eindruck zurück, dass die Steuerung nicht ganz so präzise mit den Joy-Cons funktionierte, wie es für eine so filigrane Passage nötig ist. Denn auch rotierende Stäbe, auf deren Spitze man stehen und springen muss, gehören zu diesem Test. Wer dann noch die 10-er Blumenmünzen einsammeln möchte, kann sich auf einige der Herausforderungen in der Prüfung mehrfach einstellen und könnte, wie wir, am nächsten Tage Druckschmerz vom B-Knopf davonbehalten.
Elefantenfrucht, Seifenblasenblume und Bohrerpilz
Wer glaubt, er hätte schon genügend Neuerungen erfahren, der soll hier eines Besseren belehrt werden. Denn Super Mario Bros. Wonder bringt euch zusätzliche Power-Ups ins Spiel, die es bislang noch nicht gegeben hat. Wer die namensgebende Elefantenfrucht verspeist, wird sogleich zu einem Elefanten im typischen Charakter-Stil. Bereits in der Vorberichterstattung konnten sich viele Presse-Stimmen des Vergleichs zu Benjamin Blümchen nicht verwehren. Tatsächlich sieht ein Luigi-fant aber einfach nur witzig-cool aus und sorgt dafür, dass ihr schwere Plattformen verschieben, Hindernisse leichter zertrümmern und mit eurem Rüssel die Gumbas nur so aus der Gegend schnipst. Ihr könnt auch Wasser aufnehmen und schießen und habt durch die zusätzliche Größe den ein oder anderen Reichweiteneffekt. Wichtig ist aber auch zu wissen, das sich nicht alle eure 12 wählbaren Charaktere mit der Elefantenfrucht verköstigen lassen. Denn wählt ihr Yoshi oder Mopsi, die für eine jüngere Zielgruppe angedacht sind, nehmt ihr keinen Schaden, schafft es also leichter durch die teils knackigen Level, könnt aber eben keinerlei Power-Ups anwenden. Dieser Spaß bleibt euch aber für Mario, Luigi, alle Toads, Toadette, Peach und Rosalina erhalten.
Darüber hinaus könnt ihr erstmals die Seifenblasenblume nutzen, die euch z.B. das Erreichen von Schaltern hinter Mauern erlaubt oder Gegner einhüllt und kurzzeitig paralysiert. Wer mehr in die Tiefe will, der sorgt mit dem Bohrerpilz für die entsprechende Durchschlagskraft und eine extra Portion Spielspaß. Insgesamt fanden wir die neueren an Power-Ups gut ausgearbeitet, hervorragend animiert und nicht überfordernd. Gleichzeitig wirkten sie nicht beliebig, die Schwelle dazu erreichen ja immer wieder die Kirby-Abenteuer mit ihren vielen Kräften.
Zusammen ist immer alles besser!?
In Super Mario Bros. Wonder dürft ihr euch auch auf einen Online-Modus freuen, im Wesentlichen aber nur, wenn ihr eine gut gefüllte Freundesliste mit Mario-Spielern habt. Nur dann könnt ihr in einen geöffneten Raum eintreten oder selbst einladen. Danach können bis zu vier Leute in gemeinsamen Levels umherspringen oder aber frei auf der Weltkarte unterwegs sein und sich nach Bedarf gegenseitig unterstützen.
Könnt oder wollt ihr nicht den Online-Raum nutzen, könnt ihr euch trotzdem online stellen. In diesem Moment werden euch weltweite Spieler angezeigt, die sich in gleichen Levels oder Orten auf der Map befinden, an denen ihr unterwegs seid. Kommt ihr einmal ins Straucheln oder droht ein Leben zu verlieren, werdet ihr zu einem Geist und müsst in 5 Sekunden durch Berührung mit einem anderen Spieler-Geist oder einem Aufsteller (Charakter-Aufstellschild) retten, um dem Neustart vom letzten Checkpoint zu entgehen. Ihr könnt auch ein gesammeltes Power-Up in euer Inventar aufnehmen, wenn ihr gerade schon eines ausgerüstet habt, z.B. die Feuerblume. Zum späteren Zeitpunkt lässt sich dann dieses Reserve Power-Up per A-halten in einem Ballon erzeugen. Entweder ihr nehmt es selbst auf oder ihr lasst es für einen anderen Geist-Spieler. Euer Lohn, wenn ihr andere wiederbelebt oder ein Item übergebt, sind Herzpunkte. Diese könnt ihr immer sammeln, wenn ihr mit dem Status „online“ spielt. Ihr könnt euch zwar nichts dafür kaufen, charmant ist dieser Zähler aber trotzdem und irgendwie ein Zähler für das Teilen von Nächstenliebe.

Auch lokal dürft ihr zu viert ins Getümmel der Level einsteigen. Der führende Spieler trägt eine Krone und der Rest der Mannschaft orientiert sich daran. Doch gibt es auch Situationen, in denen dies schnell wechseln kann, z.B. bei den Wiggler-Rennen, bei denen ihr mit hoher Geschwindigkeit auf dem Riesenwurm unterwegs seid. Die Kamera und Koordination leiden jedoch darunter und sorgen für eine gehörige Portion Unordnung. Spielt ihr auf kleinerem Bildschirm, also direkt auf der Switch im Table-Top-Modus, dann werdet ihr auch immer wieder in die Situation kommen, dass vorrennende Spieler die hinteren Abhängen und sie dadurch in den Geist-Status bringen und wiederbelebt werden müssen. Wem das also schon zu zweit passiert, der sollte sich gut überlegen, ob er das zu viert starten will.
Mario mit Extrapolitur
Beim Thema Grafik hat sich Super Mario Bros. Wonder selbst übertroffen. Ihr bekommt nahezu durchgängig 60 Bilder pro Sekunde geliefert und gestochen scharfe Texturen. Die Charakteranimationen, besonders bei Power-Up Nutzung sind grandios. Wie sich Mario als Elefant durch die Level schlägt, sich sein Rüssel verdickt, ehe feinste Wassertropfen die Erde bedecken, es wird an ganz vieles gedacht. Sicherlich hat auch der Super Mario Bros. Movie dazu beigetragen, dass die Animationsvielfalt gestiegen ist, in jedem Falle ist Super Mario Bros. Wonder Benchmark im 2D Standard. Die Grafik will aber auch sonst an jeder Ecke mit Details auftrumpfen. Die Assets sind dynamisch, da bewegt sich eine Blume zum Sprungobjekt, hier könnt ihr Klettern, da wird eine Regenwolke zum Sprungbrett. Die Vielseitigkeit an Leveln bildet dies sehr gut ab. Neben den ohnehin abwechslungsreichen Missionen könnt ihr euch zwischendrin noch auf eine Münzjagd freuen, auf ein Suchspiel, auf extra schwere oder temporeiche Level.

Sound mit Oho-Effekt
Die einzigartigen Soundeffekte, die Mario seid über 30 Jahren bestimmen, sind natürlich auch in diesem Teil enthalten, zusätzlich könnt ihr euch aber auch über mehr vertonte Stimmen freuen. Die Plauderblume z.B. redet in verschiedenen Leveln als – häufig unnützer – Hinweisgeber mit euch, aber auch Charaktere geben mehr Laute von sich. So wird die Immersion des Mario Spiels weiter aufgebrochen und auch das Wort wird neben kleineren Lesepassagen, besser eingebettet. Darüber hinaus gibt’s wieder tolle Melodien und Soundtracks und jeder Charakter, wie Bowser, ist mit typischem Klang dabei. Nur Mario hat eine neue Synchronstimme bekommen. Sie passt sehr gut, wird aber dem jahrelangen Fan auffallen.
Nahezu tadellose Technik
Zur Technik hatten wir uns in ersten Nuancen bereits geäußert. Super Mario Bros. Wonder läuft so flüssig, dass es keine Beanstandungen gibt. Es gibt keine Grafik Fehler und die Ladezeiten sind so gering, dass sie nicht der Rede wert sind. Dass das jedoch doch ein Thema ist, zeigen viele, vor allem Drittanbieter Titel, die euch quälend lange warten lassen, wenn ihr teilweise nur den Raum wechselt. Super Mario Bros. Wonder hingegen will zeigen, dass die Nintendo Switch, auch zum Ende ihrer Lebenszeit, nie unterschätzt werden darf und nach wie vor erstklassige Titel hervorbringt. Auch bei Online-Anbindung konnten wir keine Stolpersteine finden, lediglich die partiellen Unschärfen in der Steuerung, wenn es auf Mikro-Genauigkeiten ankommt, haben uns gestört. Die Kamera bzw. Organisation im Vier-Spieler-Modus sind herausfordernd, im Rahmen des sonstigen Glanzstückes aber definitiv tolerabel.
Fazit
Super Mario Bros. Wonder ist einfach elefantastisch! Wir haben nicht gewusst, dass wir es brauchen, aber Elefanten-Marios gehören einfach in einen 2D-Platformer! Das erfrischend-kreative Leveldesign, die vielen Nebenbeschäftigungen sowie eine Grafik der Extraklasse sorgen für so viel Spielspaß, dass sich die 10 Jahre Wartezeit auf den nächsten neuen Super Mario Bros. Eintrag mehr als gelohnt haben. Freut euch auch auf spielverändernde Fähigkeitenabzeichen. Im Vier-Spieler-Modus kann es schon einmal drunter und drüber gehen, auch wegen der Kamera, der Spielspaß ist trotzdem hoch. Für Kinder sind schadensresistente Charaktere gegeben und für Super Mario Bros. Veteranen wird es Level geben, an denen sie trotzdem gehörig zu knabbern haben. Insgesamt ist Super Mario Bros. eine der rundesten Jump’n’Run Erfahrungen der Spielegeschichte!
- Animationen der Extraklasse
- Tolle neue Power-Ups!
- Spielqualität vor Quantität
- Online-Modus mit Charme
- Steuerung manchmal minimal unpräzise
- Kameraschwächen im Multiplayer
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmust


