Zum Inhalt springen
Ghostbusters: Spirits Unleashed Ecto Edition

Ghostbusters: Spirits Unleashed Ecto Edition

Mateusz

Pünktlich zu Halloween 2023 spuken die Geister endlich auch auf der Nintendo Switch und wo die schleimigen ektoplasmischen Wesen hausen, sind die Ghostbusters nicht weit. Mit Ghostbusters: Spirits Unleashed Ecto Edition zaubert Illfonic einen assymetrischen Online-Multiplayer, der Fans des Franchise frohlocken lassen dürfte. Ob es sich bei dem Game um einen vollbeweglichen Klasse-5-Dunst handelt oder nur um einen kleinen Spuk, klärt der nun folgende Test!

Das Feeling stimmt

Wie bei der Anspielsession auf der Gamescom 2023 bereits erlebt, ist die Stimmung des Spiels original den Filmen nachempfunden. Die Entwickler haben sich wirklich penibel Mühe gegeben, die Feuerwache exakt nachzubauen, inklusive Keller mit Geisterspeicherung, Arcadeautomaten im ersten Stock, sowie der Feuerwehrstange zum Runterrutschen. Wenn dann im Vorspann noch der Originalsong und die beiden Rentner-Ghostbuster Stanz (Dan Akroyd) und Winston (Ernie Hudson) aufkommen, ist der Fan vor lauter Vorfreude eigentlich gar nicht mehr zu halten. Die beiden Urgesteine würden am liebsten selber auf Geisterjagd gehen, aber wollen einer jüngeren Generation Platz machen – da kommt der neue Rekrut ins Spiel, den es erst einmal zu designen gilt. Das macht viel Spaß, geht leicht von der Hand und macht richtig Lust auf mehr, vor allem weil man sieht, wie viele Accessoires noch vorerst locked sind. Also schnell ab ins Tutorial und mit Protonenstrahlern ausrüsten, um auf die Pappgeister zu zielen. Leider verschwinden die Tutorial-Texte schneller als man lesen kann, während man dem endlosen, aber lustigen Geschwafel der NPCs lauscht und gleichzeitig probiert, die nicht gerade simple Steuerung auf die Kette zu kriegen.

Letztere ist gerade deshalb etwas hakelig, weil man zwischen PKE-Messgerät und seinem Blaster wechseln kann und beide Geräte einige unterschiedliche Funktionen besitzen. Jede Taste ist (teilweise mehrfach) belegt und in häufiger Benutzung. Mit Zr2 wird geschossen, mit Zr2 die Falle ausgeworfen und mit nochmaligem Triggern geöffnet, mit dem Linken Stick probiert man den Geist Richtung Falle zu locken und mit dem rechten versucht man die richtige Perspektive einzustellen, was auch nicht so leicht ist, da sich die Geister ja bekanntlich in alle Richtungen bewegen können. Kurz gesagt: es dauert zwar etwas bis man das alles meistert, aber irgendwie passt auch gerade das ja perfekt ins Ghostbusters Universum. Die wissen schließlich auch immer nur so halb was sie tun und kommen schließlich doch erfolgreich ans Ziel.

Es spukt im Multiplayer!

Zum Glück ist man nicht allein auf Geisterjagd. Im Konsolen-Crossplay begleiten drei Kolleg*innen den Spieler in verschiedensten Ghostbuster-typischen Maps. Dabei gilt es einen Geist zu fangen, der in seiner Gestalt immer sehr unterschiedlich sein kann: vom Schleim, über einen Dunst, bis hin zu einer fast menschlichen Horror-Gestalt kann einem so ziemlich alles begegnen (außer der Marshmellow-Mann leider!). Der Clou dabei: Der Geist wird von einem echten Menschen mit Controller in der Hand gesteuert, genau wie die vier Geisterjäger. Ein ungleiches Match möchte man meinen, aber weit gefehlt. Der Geist kann von Gegenständen Besitz ergreifen, so kann er zu einem Getränkeautomaten oder einem Stuhl werden und entweder rumspuken oder ganz still abwarten, um so vielleicht vom Verfolger übersehen zu werden. Außerdem hat er mächtige Attacken, um Zivilisten und Ghostbuster vollzuschleimen. Erstere verlassen schreiend das Haus und Letztere werden bewegungsunfähig bis hin zum Respawn. Wenn man zu Hause Kinder sitzen hat, die das Ghostbusters-Fieber bereits befallen hat, ist vor allem der Geister-Modus ein echter Knaller und kann zu spannenden Gefechten führen, wenn der Timmer läuft, einem aber alle vier Strahlenkanonen auf die Pelle rücken. Schafft es der Geist jedoch das Haus zu 100% zu bespuken, gewinnt er.

Das wollen die vier Online-Spieler natürlich verhindern, indem sie den Geist immer wieder einfangen und sogenannte Rifts zerstören. Diese verstecken sich in scheinbar simplen Gegenständen auf der Map, sind in Wirklichkeit aber Portale an denen Geister respawnen können. Sind alle Rifts zerstört und der Geist gefangen, gewinnen die Geisterjäger. Wer durch gefangene Geister und zugeschleimte Spieler massig Erfahrungspunkte sammelt, levelt auf und kann neue Gadgets, Geister und Accessoires freischalten. Man merkt also, die Action ist dem Grusel in diesem Spiel definitiv vorrangig!

Was zum Hit fehlt

Das liest sich alles ganz prima und klingt nach dem Game gewordenen Traum eines jeden Ghostbusters-Fan. Obwohl die Switch-Fassung mit allen bisher erschienenen DLCs ein sehr umfangreiches Paket bildet, ist es aus technischer Sicht natürlich eher das Schlusslicht. Die Entwickler haben sich nach eigener Aussage die größte Mühe gegeben eine Switch-eigene Version herzustellen, die kein simples Downgrade ist. Das ist soweit auch gelungen und viele übliche Portierungsfehler wurden vermieden. Beim Testen ereilte uns dennoch eine Art Freeze, in dem man sich zwar noch bewegen, den Raum beim Geisterbuch aber nicht mehr verlassen konnte. Nur ein Restart des Spiels half. Außerdem kann man über die vielen und dauerhaften Grafikfehler, vor allem in den Zwischensequenzen, nicht hinwegsehen. Es flimmert, lädt sich neu und die Texturen scheinen teilweise einer dauerhaften Veränderung zu unterliegen. Außerdem ist vor allem im Lasergewitter manchmal der Überblick nicht ganz vorhanden, besonders wenn mehrere Fallen aufgestellt werden, weil natürlich jeder selbst den Geist fangen will. Mit einem ordentlichen Teamspeak wäre das kein Problem, aber wir spielen nun mal auf der Switch. So kam es beim Testen mehrfach vor, dass jemand den Geist nach links und jemand anders den Geist nach rechts bugsieren wollte und er deshalb entkam.

Schön ist auf der anderen Seite natürlich, dass man sich selbst aussuchen kann wo man das Spiel genießen möchte, da es im Handheldmodus auch gut läuft. Natürlich mit weiteren Einbußen auf der Technik-Seite, und der Überblick leidet auch unproportional stark. Eine Map wäre einfach so gut gewesen. Letzter Negativpunkt ist das vorhin erwähnte, etwas überfrachtete Gameplay. Man möchte (natürlich) mit dem PKE-Gerät durch die Gegend schleichen, um schließlich vor Anspannung berstend die Protonenstrahler zu entladen. In der Realität hat man dafür aber kaum Zeit, weil permanent irgendwer oder was an einem vorbeirennt und man ständig Gefahr läuft schießen zu wollen, was aber nicht klappt, weil man erst das PKE-Gerät hätte wegstecken müssen.

Auf Soundseite ist aber alles in allerbester Ordnung. Die Originalstimmen der beiden Alt-Geisterjäger und auch die anderen Synchronsprecher geben einfach alles und die Audiountermalung lässt einen sehr tief ins Ghostbuster-Universum eintauchen. Die Immersion ist insgesamt sehr gut gelungen und macht das Spiel zu einem ambivalenten Erlebnis – für Fans (fast) ein Muss, für die anderen zu frickelig.

7.0Wertung

Fazit

Ghostbusters: Spirits Unleashed Ecto Edition ist für Fans ein echtes Multiplayer-Fest. Wer eine neue Ghostbusters-Story erwartet wird enttäuscht, denn es handelt sich um ein reines Coop-Erlebnis mit asynchroner Gegeneranzahl. Das Ghostbusters-Feeling wird dank Original-Stimmen, perfekt adaptierter Spielwelt und klassischer Titelmusik zu hundert Prozent eingefangen. Leider schmälern das überfrachtete Gameplay, einige technische Mängel und etwas fehlende Übersicht im Kampf. Echte Fans werden - vor allem im Crossplay - trotzdem richtig Spaß haben, während alle anderen wahrscheinlich zugänglichere Multiplayer-Titel finden werden. Beim finanziellen Einsatz um die 30€ herum, kann sich ein Blick aber vielleicht lohnen, denn wir haben keine Angst vor Gespenstern!

Design
7.0
Sound
10.0
Online Multiplayer
7.5
  • 100% Ghostbusters Feeling
  • Wahl zwischen Geisterjäger und Geist
  • Coole Multiplayer Action
  • Grafikfehler
  • Überfrachtetes Gameplay
  • Überblick fehlt manchmal

Vielen Dank an die Firma Illfonic für die Bereitstellung des Testmusters.

Reactions

👍
❤️
😂
😮
🔥
👀
🤔
🎮
🎉

0 Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!