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Super Bomberman R 2

Super Bomberman R 2

Mateusz

40 Jahre nach dem ersten Bomberman und sieben Jahre nach dem letzten Teil auf Nintendo Switch erscheint nun Super Bomberman R2. Der direkte Vorgänger hatte am Releasetag der Nintendo Switch mit einigen gravierenden Problemen zu kämpfen und konnte nicht wirklich überzeugen. Ob Super Bomberman R2 die Schmach wieder ausbaden kann, klärt der nun folgende Test!

Super Bomberman R 2

NSW

Entwickler
Konami
Publisher
Konami
Konsole
NSW
Spieler
1–8 lokal
Freigabe
USK ab 6

Dröger Start

Das Spiel startet mit einer Unterhaltung zwischen den verschiedenen Bombern, die in ihrem Animelook wirklich zu überzeugen wissen. Knallbunt und voller Elan erzählen sie von den neuen Spielmodi, teasern diese aber nur an, denn man solle doch erst mit dem Story-Modus starten. Gesagt, getan! Leider sieht die Ingamegrafik in der ersten Welt nicht ansatzweise so überzeugend aus, wie die gezeichneten Figuren im Vorspann vermuten ließen. Die triste Wüstenwelt mit ihren nichtssagenden Gegnern und einer Umgebungsgrafik, die auch auf der Gamecube möglich gewesen wäre, ist nicht gerade eine Augenweide. Fans der ersten Bomber-Stunde werden die farbenfrohen Pixelkunstwerke der SNES-Ära vermissen. Aber auch der Gamecube-Ausflug sah auf den ersten Blick irgendwie besser aus, wobei das vielleicht auch Geschmackssache sein kann. Weniger streitbar ist das ermüdende Gameplay. Es gilt sich zunächst durch die triste Wüstenlandschaft zu bomben auf der Suche nach kleinen Pikmin-ähnlichen Ellons. Dann reist man zwischen drei Planeten und erkundet miteinander verbundene Level mit vertrauten, kachelbasierten Rasterflächen. Das Finden aller Ellons ist der Schlüssel zum Fortschritt, und man muss sie zu Kontrollpunkten bringen, um schnelles Reisen in jedem neuen Gebiet freizuschalten. Man kann jedoch maximal sechs Ellons hinter sich her ziehen und muss aufpassen, dass diese nicht weggebombt werden. Diese regelmäßige Erkundung kann ziemlich monoton sein, wird jedoch zum Glück durch Boss-Kämpfe aufgelockert. Diese sind im Gegensatz zu den etwas kargen Levels richtige Hingucker und machen mit ihren unterschiedlichen Herangehensweisen richtig Spaß. Im Story-Modus verfügt man über ein Hauptquartier und zwischen den Leveln kann man es verteidigen, indem man Gadgets wie Laser und Kanonen platziert. Im Hauptstory-Modus steigt man im Level auf, wenn man möglichst viel wegbombt und Münzen sammelt. Dadurch kann man entweder mehr oder stärkere Bomben legen, wird schneller oder gewinnt andere Power-Ups. Außerdem schaltet man mehr Gadgets und Kacheln frei, um das Hauptquartier zu verbessern. Dann stürmen gelegentlich Feinde das Hauptquartier in einer Version des neuen Online-Schlossmodus. Zu diesem später mehr.

Das Spiel spendiert einem noch einen Level-Creator, in dem man, wie der Name schon vermuten lässt, eigene Bombenfeste planen und veranstalten kann. Leider kommt dieser Modus nie so ganz an die Finesse eines Mario Maker heran, kann aber trotzdem eine ganze Menge Spaß bringen. Wäre die Steuerung hier ein wenig benutzerfreundlicher (wo ist die Touch-Steuerung!?), hätte dieses Feature sich zu einem Geheimtipp mausern können, denn man kann sein Level hochladen und auch die Kreationen anderer Spieler genießen. Interessanterweise muss man auf seinem Spielfeld eine Proberunde absolvieren, um zu die tatsächliche Spielbarkeit zu überprüfen.

Das Wesentliche

Das war jetzt ein wenig erfreulicher Review-Auftakt, aber der Story-Modus ist nun mal immer die größte Neuerung eines jeden Bomberman-Games – die Arena-Spiele waren schon immer das unbestreitbare Herzstück der Reihe und an diesen wurde nur wenig herumgewerkelt. Bis jetzt möchte man meinen, denn der Multiplayer-Modus hat eine wuchtige Neuerungen mit sich gebracht. Namentlich wären dies Kampf 64, Grand Prix, Schloss.

Kampf 64 wirkt wie eine vollends logische Weiterführung der altbekannten Bomberman-Formel. Man kämpft auf den ersten Blick klassisch gegen drei weitere Bomber. Man sieht aber drumherum auch andere Quadratfelder auf denen andere Spieler ihr Glück probieren. Ist die Zeit abgelaufen gilt es sich auf eins der sicheren Quadratfelder zu retten, denn einige werden ausgesiebt. Es kann also mitunter eng werden. Zum Glück rafft es die Bomber im entsprechenden Tempo mit dahin und am Ende bleibt einer von 64 siegreich zurück. Den Druck in den Adern merkt man noch Minuten später.

Grand Prix ist im Grunde das Standardspiel, nur im Team-Modus mit dem Fokus auf das Einsammeln von Kristallen. Das macht viel Spaß, auch wenn der Innovationsgrad sich hierbei in Grenzen hält.

Richtig wild wird es im Schloss-Modus. Es gibt ein Verteidiger- und Angreifer Team und im Grunde erinnert es an Capture the Flag. Das Verteidiger-Team schützt seine Schatztruhen, wobei viele Fallen, Kanonen und zeitlich begrenzte Mauer-Gadgets dabei helfen. Die Angreifer sammeln zunächst Schlüssel und versuchen dann den Weg zur Truhe zu meistern. Wieder steigt und steigt der Puls, vor allem weil zwischen Freund und Feind kaum zu unterscheiden ist. Wessen Bombenstrahl einem den Garaus macht ist am Ende egal, die Frustration bleibt. Wenn anfangs zwar einerseits komplett die Übersicht fehlt, ist der Spielspaß dafür erstaunlich hoch. Vor allem wenn man etwas Übung bekommen hat.

Eine letzte tolle Neuerung sind die verschiedenen Stats der einzelnen Bomber. Der eine ist langsam aber sprengintensiv, der andere kann viele Bomben legen, der andere hat einen weiteren Strahl. Für jeden ist was dabei und die verschiedenen Figuren unterscheiden sich jetzt nicht nur optisch.

Wem das nicht reicht, der kann sich mit den gewonnenen Moneten neue Skins oder auch Charaktere erkaufen. Leider verdient man diese gar nicht so schnell und muss einiges zusammen grinden, bevor man sich all seine Lieblings-Konami-Charaktere zulegen kann.

Matchmaking

Spielt man online ein Rangspiel, dann kann man den Modus nicht bestimmen. Das bringt zum einen Abwechslung, zum anderen aber auch Frust, wenn man eigentlich nur Schloss spielen möchte. Die Suche nach einer geeigneten Lobby dauert ein wenig, aber das lässt sich mit der großen Anzahl an nötigen Mitspielern zumindest teilweise erklären. Schlimmer sind da die Ladezeiten vor Spielbeginn.

Man kann aber auch private Onlinematches veranstalten, mit öffentlicher und privater Raumnummer. Also kann man sich entscheiden, ob man mit random Spielern oder echten Freunden spielen möchte. Das schöne ist, dass in diesem Modus wirklich alles einstellbar ist, von der Match-Art, über die Rundenanzahl bis zur Spielzeit und noch einiges mehr. Richtig gut gefällt uns die Crossplay-Option, so dass auf allen Konsolentypen miteinander gespielt werden kann.

Am einfachsten funktioniert natürlich das Offline-Matchmaking. Hier stellt man alles ein wie gerade beschrieben, nur das man seine Mitstreiter (oder Gegner) neben sich auf der Couch sitzen hat, so dass es gleich (nach dem Ladebildschirm) losgehen kann.

Insgesamt sind es mal wieder zwei paar Schuhe, ob man vor hat Bomberman alleine zu spielen oder mit seinen Bekannten. Letzteres kann richtig Spaß machen, während Ersteres nur im Onlinemodus richtig gut funktioniert. Wobei vor allem im Onlinemodus herbe Störungen eintreten können, also auf zum nächsten Absatz.

Technik, die nicht begeistert

Während die Levels im Story-Modus schon wie besprochen, wenig ansprechend daherkommen, setzt der Handheld-Modus dem Ganzen die Krone auf. Die Auflösung liegt scheint unter der einer Playstation Portable zu liegen und die Power-Up-Icons sahen auf dem Super Nintendo wesentlich schärfer aus. Zusätzlich ist alles enorm verwaschen und sorgt mit den vielen kleinen Bewegungen auf dem Screen schnell für Augen- und Kopfschmerzen.

Im Docked-Modus sieht das alles schon um einiges besser aus und vor allem die Kampfarenen punkten mit klassisch-knalliger Bomber-Optik. Auch soundtechnisch wird einem gewohnt aufgedrehte Japano-Kost geboten, die sich irgendwo zwischen Ohrwurm, nervig und motivierend einordnet.

Leider wird das Spielgeschehen manchmal von Slowdowns und kleineren Lags gestört, was vor allem im Online-Spiel auffiel. Das ist dann ein No-Go, wenn sich beispielsweise direkt neben einem eine Bombe materialisiert, obwohl der dazugehörige Bomber sich schon vor zwei Sekunden aus dem Staub gemacht hat.

Eigentlich scheint das Spiel nicht so anforderungsintensiv zu sein, um solche Issues zu verursachen. Garniert wird dieses Erlebnis durch lange Ladezeiten. Bis zu 25 Sekunden kann man vor Spieleintritt warten - bei einem Action-Spiel, wo man schnell viele Partien spielen will eher unangenehm. Besonders nervig ist es, wenn man aus versehen im falschen Menü gelandet ist, denn auch dort kann der Bildschirmwechsel 8 bis 15 Sekunden dauern.

5.5Wertung

Fazit

Super Bomberman R2 macht einiges besser als sein Vorgänger - aber nicht vieles. Der Storymodus ist dröge und nur eine Art Tutorial für den wesentlich besser gelungenen Multiplayer-Mode. Dort begeistern vor allem der Kampf 64-, sowie der Schlossmodus. Hier kann man sich mit Freunden auf der Couch oder auch online aus aller Welt zum fröhlichen Bomben treffen – der mit Abstand spaßigste und langlebigste Teil des Games. Der integrierte Level-Creator ist ein netter Zeitvertreib, in der Bedienung aber leider ähnlich unausgefeilt wie die Grafik. Letztere ist nur mittelmäßig, ruckelt hier und da und vor allem im Handheldmodus keine Augenweide. Hardcore-Bombermanfans und Partygameveteranen dürfen (wegen der Online/Versus-Erfahrung) zugreifen, alle anderen sollten auf einen ordentlich Preisnachlass warten.

Design
5.5
Sound
7.0
Online Multiplayer
7.0
  • Neue spannende Online-Modi
  • Bomber unterscheiden sich in Skills
  • Crossplay
  • Dröger Story-Mode
  • Lange Ladezeiten
  • Grafik unterdurchschnittlich
  • Lags im Online-Game

Vielen Dank an die Firma Konami für die Bereitstellung des Testmusters.

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