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Final Fantasy I-VI Bundle

Final Fantasy I-VI Bundle

Mateusz

Final Fantasy ist wohl eine der denkwürdigsten Reihen japanischer Rollenspiele aller Zeiten. Bald erscheint der 16. Teil der Hauptreihe, aber ihre Ursprünge stammen aus der NES- und SNES-Ära. Beide Konsolen bekamen jeweils drei Titel spendiert, wobei jedes Mal der Dritte Ableger das Opus magnum darstellte. Vor allem Final Fantasy VI machte deutlich, dass es niemand mit Squaresoft (heute Square Enix) aufnehmen konnte und erzeugte eine emotionale Wucht, wie es bis dato selten gesehen war auf einer 16Bit Konsole. Die sechs Originalspiele können für moderne Augen etwas angestaubt daher kommen und sehen auf HD-Fernsehern eher mau aus. Da freut es das Retroherz doch umso mehr, dass Square Enix mit dem Final Fantasy Pixel Remaster I-VI Bundle Abhilfe schaffen will. Aber lohnt sich das Ganze zum Gesamtpreis von 75€? Lest den Test und ihr wisst bald mehr!

Final Fantasy I-VI Bundle

NSW

Entwickler
Square Enix
Publisher
Square Enix
Konsole
NSW
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 6

Legendär

Zu den Ursprungsspielen an sich braucht man eigentlich nicht viel sagen. Sie sind ein derart wichtiger Teil der RPG-Kultur, dass sie den Siegeszug dieses Genres im Westen einläuten sollten. Allerdings nicht ohne Hürden und Schwierigkeiten, die sich beispielsweise in einer verqueren Namensgebung im Westen äußert. Da Final Fantasy II und III aus Angst vor zu großen Verlusten ursprünglich nicht im Westen erschienen, nannte man den Super Nintendo Einstieg Final Fantasy IV dort einfach Final Fantasy II und um die Verwirrung perfekt zu machen ließ man Final Fantasy V im Westen wieder aus und nannte den sechsten Teil logischerweise Numero III. Fanübersetzungen machten es westlichen Spielern möglich, dennoch in den Genuss der versteckten Perlen zu kommen, aber es blieb immer ein Hauch von etwas Inoffiziellem. Nach und nach erschienen Re-Releases, auch in englischer Sprache, für andere Konsolen, sowie auch waschechte Remakes. Aus heutiger Sicht lässt sich die damalig zögerliche Veröffentlichungspolitik kaum mehr nachvollziehen. Alle Spiele der Reihe sind unbestreitbar Kult und wahre Urgesteine des jRPG-Genres. Lange Zeit waren Final Fantasy und jRPGs im Westen ein Synonym und so war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann nun endlich eine gesammelte Kollektion erscheint. Für den Autor dieser Zeilen ist nicht weniger als ein Meisterwerk gelungen, aber natürlich ist da die berühmt berüchtigte rosarote Brille im Spiel. Ohne diese sind die vorliegenden Werke aber auch kaum zu behandeln, denn man braucht schon eine ausgewachsene Liebe zu alten Klassikern in Pixeloptik. Wobei man Square Enix zu Gute halten muss herrliche Quality of Life Features eingebettet zu haben, aber dazu mehr in den nächsten Absätzen.

State of the Art

In den Mobile-Ablegern der Reihe für iOS und Android wagte man schon ein mal den Versuch des Updates, jedoch mit wechselhaftem Erfolg. Vor allem die seltsam modern gezeichneten Charaktermodelle wollten sich so gar nicht in den Old-School Pixel-Look einfügen. Square Enix hat verstanden was die Fans wollen und so sehen die Figuren zwar wieder pixelig und dennoch aufgehübscht aus. Zusammen mit den neuen Animationen der Umwelt und der Hintergründe ergibt sich ein wunderschönes Bild, das es dem Spieler endlich ermöglicht, seine alten Games auf einem neuen TV zu spielen, ohne dass einem die Augen schmerzen. Auch durch leicht gezoomte 16:9 Bild ist es eine wahre Freude, denn die schwarzen Ränder links und rechts gehören damit der Vergangenheit an. Das Interessante bei den neuen Grafik-Features ist, dass man sich eigentlich genau auf diese Weise an die Spiele erinnert, obwohl sie, wenn man die Original-Hardware bedient, alles andere als so exquisit aussehen. Am meisten fallen die Veränderung in der ersten Trilogie auf, denn die damals sehr rudimentär in 8Bit-Optik animierten Spiele haben eine 16Bit Frischzellenkur erhalten und wirken mit ihren Nebel-, Wasser- und Charakteranimationen erheblich aufgehübscht. Bei all den optischen Neuerungen bleiben die Stories und die Spielabläufe alle gleich. Man genießt also die Meisterwerke so wie sie einst erdacht wurden und kann sich sogar entscheiden, ob man den neuen orchestralen oder den alten Midisoundtrack hören möchte. Während letzterer für Puristen natürlich das Nonplusultra darstellt, ist ersterer eine wahre Wucht. Der original Final Fantasy Hauskomponist hat es sich nicht nehmen lassen alle Tracks ordentlich aufzupeppen, ohne den Original-Spirit vermissen zu lassen. Es ist ein weiterer richtiger Schritt in Richtung Aktualisierung, bei gleichzeitiger Wahrung alter Tugenden. Außerdem reagiert Square Enix auf berechtigte Kritik der Community, dass die neue Schriftart sehr nach zweitklassigem Mobilegame aussieht. Man kann nun zwischen zwei Schriftarten wählen – der klassischen Pixelschrift und der glatten, wobei der richtige Fan nur eine von beiden gebraucht hätte.

Grinding adé!

Nun zur letzten und allerbesten Neuerung: den Quality of Life Updates! Als die Spiele erschienen, gab es keine Komplettlösungen, man konnte auch kaum darauf hoffen, dass die Freunde in der Schule wussten, wovon man überhaupt redet, wenn man Final Fantasy erwähnte. Es galt sich durch die Maps zu kämpfen und auf eigene Faust die Welt zu retten. Das war dem eigenen Level und der Jobklasse natürlich enorm zuträglich. Als man später wusste worauf es ankam, kam man des Öfteren in die Situation zu schwach für die teils massiven Bosse zu sein, also hieß es grinden, grinden, grinden! Um in Final Fantasy VI beispielsweise den letzten Abschnitt zu absolvieren, wo unglaublich viele der Charaktere aufgepowert werden mussten, gab es stundenlange Trainingssessions mit übermächtigen Dinosauriern und dem Tod lv. 5 Zauber. Das ist heute zum Glück nicht mehr nötig. Als Spieler kann man einstellen, dass man doppelt oder vier mal so viel Erfahrung, Geld oder auch Jobpunkte erhält. Hinzukommt das Zufallskämpfe abgestellt werden können. Somit reicht es meist drei bis vier Kämpfe im Dungeon mit vierfacher Erfahrung abzuschließen, um dem Boss würdevoll entgegen treten zu können. So bleibt dem Spieler die Möglichkeit, sich viel mehr aufs Wesentliche zu konzentrieren. Es mag ein Frevel sein so etwas überhaupt zu sagen, aber aus heutiger Sicht sind die alten Spiele etwas träge mit ihren vielen Kämpfen und dem zeitfressenden Grinding. Mit den neuen Features können die Spiele endlich mal wieder in Angriff genommen werden, ohne ganz so massiv Lebenszeit einzufordern. Wer sich aber die volle Dröhnung Oldschool-jRPG-Feeling geben möchte, kann den Erfahrungsgewinn auch halbieren, aber das ist nur was für Hardcore-Nerds.

Elende Preisdiskussion

Man kann diesen Artikel nicht schreiben, ohne auf den Umstand einzugehen, dass diese bis zu 35 Jahre alten Spiele scheinbar recht teuer ausfallen. Man kann sich zwischen einem Bundle (75€) und dem Einzelkauf der Spiele entscheiden. Die erste Trilogie kostet 12€ pro Spiel, während die zweite mit 18€ zu Buche schlägt. Insgesamt würde man beim Einzelkauf also 90€ ausgeben. Ja, das ist alles nicht billig, aber die Spiele sind es auch nicht. Die Spiele sind großartig gealtert (wenn man auf Pixel jRPGs steht), haben wahnsinnig gute und werkgetreue Updates erhalten, spielen sich wesentlich flüssiger als die Originale und auch ein orchestraler Soundtrack spielt sich nicht von alleine ein. Zudem bekommt man, wenn man will, hunderte von Spielstunden und nicht weniger, als die mitunter allerbesten jRPG Perlen aller Zeiten. Die Preise sind damit aus Sicht der Nintendofans-Redaktion nicht gerade niedrig, aber gerechtfertigt. Einige mokieren, dass Updates, die im Laufe der Zeit hinzugekommen sind, wie zusätzliche Dungeons und Animationen aus der Gameboy Advance und Playstation Ära, fehlen würden. Es sind halt inhaltlich die alten Klassiker, so wie sie damals waren.

10.0Wertung
Meisterwerk

Fazit

Final Fantasy I-VI Pixel Remaster ist eine absolute Hammer-Collection! Die grafischen Updates machen, vor allem bei der ersten Trilogie, richtig was her, ohne den ursprünglichen Geist der Originale zu verraten. So und nicht anders möchte man die klassischen jRPG-Titel auf einem 4k-Fernseher spielen. Der orchestrale Soundtrack, die neue Schriftart, die Quality of Life-Features und die an sich großartigen Spiele liefern hunderte von Spielspassstunden und werden nur noch absolute Puristen die ursprünglichen Versionen spielen lassen. Wem die Preispolitik nicht zusagt oder wer gerne auf alle, jemals entstanden Inhalte Zugriff haben möchte, der kann der Gesamtwertung einen halben oder auch ganzen Punkt abziehen, wobei es bei einem Klasse-Urteil bleiben wird. Pflichtkauf für Retro-Pixel-Nerds!

Design
9.0
Sound
10.0
  • Alle 6 Klassiker
  • Tolle und passende grafische Updates
  • Erstklassige Quality of Life Features
  • Die ersten Spiele sind schon eher schlicht
  • Preispolitik kann polarisieren
  • Physischer Release nur in Asien

Vielen Dank an die Firma SQUARE ENIX für die Bereitstellung des Testmusters.

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