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Crisis Core - Final Fantasy VII - Reunion

Crisis Core - Final Fantasy VII - Reunion

Mateusz

Crisis Core - Final Fantasy VII - Reunion

NSW

Entwickler
Square Enix
Publisher
Square Enix
Konsole
NSW
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 12

Vermutlich hat zur Zeit kein anderer Publisher eine so prall gefüllte Release-Liste wie Square Enix. Wie unsere Test-Datenbank zeigt, sind dabei ebenso viele Hits wie Mittelklassegames dabei und so ist die Welt gespannt darauf, wie es um das unerwartet angekündigte Crisis Core - Final Fantasy VII - Reunion steht. Vor allem die Info, dass auch die Nintendo Switch mit diesem Hochkaräter bespielt wird, warf Fragen nach der qualitativen Umsetzung auf. Es darf vorweg genommen werden, dass die Switch-Version uns überrascht hat. Aber lest selbst im Nintendofans.de-Test!

Homecoming at it’s best!

Man muss kein Fan japanischer Rollenspiele sein, um schon mal was über Final Fantasy VII gehört zu haben. Es gilt bei vielen als eines der besten jRPGs aller Zeiten, bei diversen schmückt es sogar den ersten Platz. Kein Wunder also, dass Square Enix bemüht war den Fans und der eigenen Geldbörse viel Gutes zu tun, indem man regelmäßig Prequels, Sequels und Remakes auf den Markt brachte. Keins erreichte dabei die außerordentliche Qualität des 1997 erschienenen Originals, aber ein Ableger kam dem doch schon recht nahe. Dabei handelt es sich um einen der absoluten Top-Seller der Playstation Portable. 2007 brachte das Spiel die Gamer ordentlich zum Schwitzen angesichts einer solch gewaltigen Performance zum Mitnehmen. Als Besitzer*in eines Nintendo DS konnte man nur ganz neidisch rüberschielen zum Leistungssieger der Konkurrenz, vor allem in Anbetracht der phänomenalen Reviews der damaligen Zeit.

Auch heute noch hat der Titel nichts von seinem Charme verloren und er belohnt jedes Entstauben der PSP mit einer herrlich guten Spielzeit. Wozu also ein Remake könnte man sich fragen? Die Antwort liegt sicherlich auch irgendwo im Remake des Originals Final Fantasy VII, welches vor einigen Jahren erschien. Es deckt nur einen Teil der Hauptstory ab und die Fans lechzen nach mehr. Löblich ist aber, dass Square Enix nicht einfach nur ein simples Remaster mit leicht verbesserter Optik, sondern ein in allen Belangen verbessertes Game liefert. Grafisch wurde das Spiel generalüberholt und kommt dem erwähnten Remake von FFVII schon sehr nahe, ohne natürlich dessen Perfektion zu erreichen. Alle Umgebungen, Polygone und Zwischensequenzen wurden komplett überarbeitet, während inhaltlich aber alles 1:1 gleich bleibt. Dies ist kein Problem, denn die Story ist ein absolutes Highlight der jRPG-Geschichte und bringt gestandene Gamingveteran*innen hier und da zum Weinen. Vor Glück und Trauer – beide Gefühle geben sich hier gern die Klinke in die Hand. Als Prequel zu FFVII angesiedelt, profitiert das Spiel enorm davon nicht mehr alles minutiös erklären zu müssen, Charaktere einfach auftreten lassen zu können und Fans dennoch die Kinnladen runterklappen zu lassen. Die Hauptfigur Zack trifft dabei auf altbekannte wie neue Figuren, wobei vor allem die Begegnungen mit Sephiroth, dem Bösewicht unter den Gaming-Bösewichten, immer wieder Gänsehautmomente verschaffen. Schön ist zu sehen, wie Zack ehrlich und etwas naiv an seine Karriere bei SOLDAT, der Elite Kampftruppe, der umstrittenen Shinra Corp., herangeht und mit zunehmender Spiellänge immer mehr zu zweifeln beginnt, ob der blinde Gehorsam seinen Idealen entsprechen kann. Somit werden immer wieder Grundsteine für das darauffolgende Epos gelegt, als sei Crisis Core tatsächlich der erste Teil und nicht ein Prequel, welches zehn Jahre später erschien.

Dennoch ist Final Fantasy VII Crisis Core Reunion auch für Final Fantasy Neueinsteiger gut geeignet, die sich eventuell fehlende Zusammenhänge über das Spielen der anderen Teile erarbeiten können. Vor allem das heftige Pacing des Spiels, welches sicher auf seine Handheld-Vergangenheit zurück geht, sorgt dafür, dass kaum ein Auge während der 15-20 Stunden langen Spielzeit trocken bleibt.

Ein technisches Bollwerk

Was war das Internet nervös angesichts einer Nintendo-Switch-Fassung zu diesem aufwendigen Remaster. Die Trailer sahen derart bombastisch aus, dass die Frage erlaubt sein musste, wie die leistungsschwächere Switch dieses Game packen soll. Das Ergebnis kann sich definitiv sehen lassen und hebt den Standard für konsolenübergreifende Releases. Selbstverständlich mussten Abstriche gemacht werden, die vor allem bei schnellen Sequenzen ins Auge fallen. Hier und da wird man ein Slowdown während einer Zwischensequenz erleben und auch die Haaranimationen flirren manchmal, aber in den allermeisten Fällen konnte Square Enix sinnvolle Lösungen für diese Probleme finden, in dem man die Haare bspw. grobschlächtiger und flächiger darstellte. Auch mit den vielen Schattierungen des überaus düster daherkommenden Midgars kommt die Nintendo Switch nur bedingt zu recht. Das war es aber auch schon! Die Switch-Fassung ist dem Original der Playstation Portable in vielen Fassung am nähesten, vor allem wegen der Möglichkeit unterwegs zu zocken. Da man sich aber sehr nah ans Original gehalten hat, inklusive Bewegungsabläufen, Texten und Levelaufbau, kann die Hybridkonsole extrem gut mithalten und man hat nur sehr selten das Gefühl, dass die Konsole einknicken muss. Nur die Gesichtsanimationen beim Sprechen sind, ganz wie im Original, etwas steif. Ein Problem, das allen Versionen innewohnt. Die Kämpfe jedoch sind noch actionreicher und schneller gemacht, in dem die Tastenbelegungsmöglichkeiten eines Pro-Controllers voll ausgenutzt werden. Alle Änderungen spielen dem Game aber mächtig in die Karten, da man sich während eines Kampfes nicht mit lästiger Menuführung auseinandersetzen muss. Zauber legt man vorab auf bestimmte Tasten und kann sich dabei verschiedene Setups vorbereiten, um auf alle Gegnerarten vorbereitet zu sein. Außerdem gibt es eine Nahangriffstaste, ebenso wie eine Block- und eine Ausweichtaste. Das Materia-Crafting-System wird niemanden überfordern und lädt dennoch zu allerhand Experimentierfreudigkeit ein. All das geht so sauber von der Hand, dass sich die Kämpfe zu absoluten Effekt- und Angriffsgewittern entwickeln. Vollends erstaunt wird der Spieler angesichts der völlig neu animierten Beschwörungszauber. Was hier grafisch aus der Nintendo Switch geholt wird, ist einfach phänomenal und stellenweise kaum zu glauben. Beim Griff zum Handheldmodus könnte man anhand dieser Eindrücke skeptisch sein, aber siehe da: es ist natürlich ein Downgrade, aber bei weitem nicht so ein großes, wie bei anderen jRPGs ähnlicher Ausmaße. Da die Herkunft des Spiels die PSP ist, fühlt sich der Handheldmodus sehr authentisch und angenehm an. Das Spiel ist einfach für Unterwegs gemacht!

Zack zack!

Das Spiel und auch die Hauptfigur Zack legen ein unglaubliches Tempo vor. Dies liegt daran, dass man damals Unterwegsspielern ermöglichen wollte schnell mal ein, zwei Missionen zu spielen, ohne gleich stundenlang Sitzfleisch mitbringen zu müssen. Dies ist im Remaster nicht anders. Die ganze Geschichte ist in einzelne Einsätze unterteilt und entgeht deshalb dem Fluch anderer jRPGs, die mit einem zähen Spielanfang daherkommen. Hier geschieht alles Schlag auf Schlag und nur die vielen Nebenmissionen, welche man von Save-Points aus starten kann, bringen eine kleine, wenn auch actionreiche Pause. Am Schönsten ist es, wenn man bekannten Gesichtern über den Weg läuft, allen voran die liebreizende Aerith. Wer Final Fantasy VII gespielt hat, wird nicht anders können, als in tiefgreifende Melancholie zu versinken und jeden Augenblick mit ihr zu genießen.

Gleichzeitig liegt hierin aber auch das einzig nennenswerte Manko des Spiels begraben. Ist man nämlich nicht mit der Welt von FFVII aufgewachsen, können einem die Retro-Charakterdesigns, sowie Charaktereigenschaften und die dazugehörigen Bewegungsabläufe etwas trashig vorkommen. Die Sonnenbrillen, die pseudolässigen Sprüche und diese damals schon unangebrachte Möchtegerncoolness, sind einfach nicht mehr 2022 und passen nicht ganz zu der extrem aufpolierten Optik. Aber dieser Umstand wird niemanden davon abhalten mit dem Spiel Spaß zu haben.

Wo sich die Geister streiten könnten, sind die kleinen und schlauchartigen Level. Fans neuer, opulenter Openworld-Abenteuer könnten sich unterfordert fühlen, denn das Ziel steht stets klar vor Augen und ist niemals weit entfernt. Die Umgebungen wirken zudem etwas karg und zweckmäßig. Andere werden aber genau dies loben, denn das Spiel macht keine Gefangenen und zieht einen stets in Richtung eines imposanten und an Emotionen kaum zu überbietenden Finales. Wer sich auf die Reise einlässt wird es sicherlich nicht bereuhen.

Hört, hört!

Das Spiel wurde komplett synchronisiert, auch die Stellen, die im Orignal stumm geblieben sind. Die Stimmen sind sehr solide, auch wenn sie mit den genreüblichen Schwierigkeiten seltsamer Dialoge zu kämpfen haben. Auch etwas irriterend ist die Übersetzung, welche recht frei zu sein scheint. Zack sagt mehrmals hintereinander euphorisch „yes!“ und dies wird mal als „sauber“, mal als „fabelhaft“ und mal als „genau“ übersetzt. Natürlich kein Problem an sich, aber wenn man gleichzeitig hört und liest, kommt es manchmal zu kleineren Knoten im Kopf. Diese lösen sich jedoch in Windeseile auf, wenn man dem grandiosen, neu aufgelegten Soundtrack lauscht. Der ist absolute Weltklasse und toppt das Original nochmal um Längen. Bretternde E-Gitarren wechseln sich mit intensiven orchestralen Kompositionen ab und liefern das Beste, was man seit sehr langer Zeit im jRPG-Bereich hören durfte. Akustisch ist das Spiel eine bedingungslose 10 von 10.

9.5Wertung
Meisterwerk

Fazit

Crisis Core - Final Fantasy VII - Reunion ist mehr als nur ein Remaster. Es ist in allen Belangen besser als das Original und die definitive Version eines ohnehin schon sensationellen Spiels. Grafisch aufs Maximum hochpoliert, akustisch intelligent und opulent aufgewertet und voll synchronisiert mit deutschen Untertiteln. Die Switch-Version muss natürlich Abstriche gegenüber den anderen Konsolen machen, liefert aber dennoch eine der beeindruckendsten Leistungen ihrer gesamten Lebenszeit. Dies liegt natürlich auch daran, dass die kleinen und schlauchartigen Level und die recht kargen Umgebungen die Rechenleistung verkleinern, aber das Ergebnis kann sich einfach sehen lassen. Allein die heute recht trashig wirkenden Charaktere und Dialoge könnten Neulinge irritieren. Final Fantasy Fans greifen eh zu, aber allen anderen sei hiermit eine absolute Kaufempfehlung ausgesprochen.

Design
9.5
Sound
10.0
  • Eine perfekte Neuauflage
  • Switch wächst über sich hinaus
  • Genialer Soundtrack
  • Dialoge/Charaktere nicht gut gealtert
  • Level recht klein

Vielen Dank an die Firma SQUARE ENIX für die Bereitstellung des Testmusters.

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