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The Knight Witch

The Knight Witch

Mateusz

Team 17 liefert regelmäßig Spiele ab mit denen keiner gerechnet hat und die dank intelligenter Ideen und der Kombination von altbekanntem geniale Werke ergeben. Ob Worms, Overcooked oder Monster Sanctuary, die Entwickler heimsen auch auf Nintendofans.de immer wieder satte Bestnoten ein. The Knight Witch soll sich in dieser Reihe einordnen und macht es dem geneigten Spieler auf dem Papier gar nicht mal so einfach: Metroidvania, Shoot’m’up und Kartenspiel in einem? Warum diese Kombi dennoch gut funktioniert und wo das Lob seine Grenzen hat, klärt der nun folgende Test!

The Knight Witch

NSW

Entwickler
Team17
Publisher
Team17
Konsole
NSW
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 6

Am Zahn der Zeit

Die Story in Shoot’m’up Games ist in der Regel zu vernachlässigen. Weiß jemand worum es in R-Type ging, in Border Down oder in Raiden? Eben. The Knight Witch geht hier ganz andere Wege und liefert eine Geschichte, die einen zum Grübeln bringen kann. Das Spiel startet direkt mit einer Bossfight-Sequenz in der eine von vier Knight Witches gegen einen fiesen Politiker und Umweltsünder kämpft. Die Knight Witches sind Hexen mit übernatürlichen Fähigkeiten, die ihre Kraft aus dem Glauben der Bevölkerung ziehen. Da die Welt auf Grund der selbstgemachten Umweltkatastrophe zu zerbrechen droht, die reiche Obrigkeit aber nicht gewillt ist auf Privilegien zu Gunsten des Klimas zu verzichten, vereinen sich die Gedanken fast der gesamten Weltbevölkerung. Dies gibt der berühmtesten Knight Witch die Power, die sie braucht um den finalen Kampf zu bestreiten. Ab hier übernimmt der Gamer und macht sich mit den grundlegenden Gameplayfeatures vertraut – da das Tutorial aber erst später folgt, ist man schnell hellauf überfordert. Zum Glück ist Robyn ein extrem überpowerte Hexe und so gewinnt sie den Kampf. Der Boss zündet mit letzter Kraft aber eine riesige Bombe und so wird die Erdoberfläche doch noch unbewohnbar.

Die Bevölkerung flieht in den Untergrund wo sich bislang geheime, verlassene Städte befinden. Ab hier übernimmt der Spieler die Kontrolle über eine Knight Witch in spe, die beim gerade beschriebenen Fight vor zehn Jahren noch nicht voll ausgebildet war und so zwar über gewisse Skills verfügt, aber noch definitiv Platz nach oben hat. Wäre in einem Metroidvania ja sonst auch langweilig. Allerdings greifen plötzlich ohne Vorwarnung wieder Mecha-Golems an und keiner weiß woher sie kommen. Hier kommt der Unique-Sellingpoint von The Knight Witch ins Spiel…

Ein wilder Genre-Mix

Der Anfang des Spiels macht unmissverständlich klar: In diesem Spiel wird geballert und zwar aus allen Rohren. Ein sogenanntes Bullethell-Spiel, in dem es manchmal nicht wirklich viele projektilfreie Stellen auf dem Bildschirm gibt. Abseits der heftigen Shoot’m’Up Sequenzen zeigt sich aber ein ganz anderes Bild. Die Hexe kann fliegen und somit den gesamten Bildschirm erkunden. Dies ist in sofern wichtig, da man eine riesige Map vor sich hat, die es zu erkunden gilt. Viele Abschnitte kann man erst nach und nach mit steigendem Skill öffnen. Dies erinnert an neuere Vertreter des Metroidvania-Genres. Aber damit nicht genug! In den Kämpfen wird die Knight Witch nämlich nur erfolgreich sein, wenn sie den Einsatz ihres Kartendecks perfektioniert. Es gibt nämlich eine vielzahl von Karten, die es zu ergattern gilt und die unterschiedliche Effekte haben. Die einen beschützen die Hexe, die anderen verändern ihre Waffe und wieder andere verursachen heftigen Zusatzschaden. Um sie einzusetzen gilt es Manapunkte zu sammeln, die man durch erfolgreiche Angriffe erhält. Alles in allem ist der Kartenaspekt das wohl am randständigsten behandelte Genre in diesem interessanten Mix. Das Spiel geht aber auch ansonsten neue Pfade. Anstatt die Hexe durch besiegte Gegner Erfahrung gewinnen zu lassen, passiert dies in The Knight Witch durch Verbindungen, so genannte Links, zu den Bewohner der Welt. Rettet man beispielsweise Ritter in Not steigt unser Link-Meter und kann zu neuen Leveln und neuen Skills führen. Man kann sich zudem aber auch entscheiden, ob man eine gute oder schlechte Hexe sein möchte. Bei regelmäßigen Interviews zum Beispiel kann man frech lügen und mehr Erfahrungspunkte kassieren oder aber bei der Wahrheit bleiben und reinen Gewissens voranschreiten. Alles in allem funktionert der krude Mix unterschiedlichster Genres erstaunlich gut und vor allem die freien Entscheidungsmöglichkeiten geben dem Spielenden ein extrem selbstbestimmtes Spielgefühl. Es gibt einen Haufen optionaler Bosse, Wege, Geheimnisse, Begegnungsmöglichkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten und das Ganze wird stets mit einer ordentlichen Prise Action garniert. Diese ist aber nicht immer ganz einfach.

So viel los!

Die Mischung so verschiedener Spiel-Stile bringt, wie bereits erwähnt, einiges an Frische mit, allerdings wirkt es hier und da auch ein wenig überfrachtet. Für ein klassisches Metroidvania ist der Fokus aufs Ballern und das auch noch in Form eines Bullethells zumindest gewöhnungsbedürftig, wenn beispielsweise erst ein Haufen Gegner, unter Einsatz des gesamten Könnens der Knight Witch besiegt werden müssen, bevor man sich dem Explorieren widmen kann. Zudem ist die Steuerung zwar extrem gut durchdacht, aber dennoch nicht gerade simpel. Möchte man seine Gegner mit voller Power über den Jordan bringen soll man zusätzlich zum Schuss-Knopf den rechten Analogstick in die exakt richtige Richtung bewegen. Mit dem linken Stick steuert man währenddessen die Hexe, um den tausenden Projektilen aus dem Weg zu gehen. Klingt anstrengend? Ist es auch. Zum Glück gibt es die Möglichkeit automatisch zielen zu lassen, das ist aber wesentlich schwächer und nicht immer wird auch der Gegner getroffen, der einen gerade am meisten stört. Also gilt es die Mana-Anzeige im Blick zu behalten, damit man eine der drei aktiven Karten mit entweder Y, X oder A aktivieren kann. Aber Achtung: ist eine Karte benutzt, wird sie durch eine andere ersetzt. Zwar können sie einem nicht ausgehen, denn sie werden immer wieder nachgeliefert, aber da den Überblick zu behalten ist kein Kinderspiel. So kompliziert das alles klingt, es macht wirklich Spaß und auch obwohl man häufig sterben wird bleibt die Motivation stets oben, denn gewonnene Kämpfe geben dem Spieler ein herrliches Gefühl. Das einzige was den Spielspaß ein wenig trüben kann sind die teils weit entfernten Save-Points an denen man respawnt im Falle eines Ablebens. Es kann manchmal sein, dass man in einen echt fiesen Hinterhalt gerät, der letzte Save-Point aber einige auch nicht so einfache Bildschirme weiter hinten liegt. Mit der Zeit lernt man aber eine sichere Form der Fortbewegung und ackert sich von Chechkpoint zu Checkpoint.

Wunderschöne Bilder!

Auf welcher Ebene das Game so richtig brilliert ist die Optik und der Sound. Die Grafik siedelt sich irgendwo zwischen Legend of Mana und Metalslug ein und ist dabei doch ganz eigen. Die Charaktere sind mit viel Liebe gezeichnet und ihre Schicksale gehen uns somit noch ein bisschen näher als eh schon. Das Spiel sieht im Docked, wie auch im Handheld Modus top aus und liefert stabile Bilderraten, was bei einem Bullethell auch dringen notwendig ist. Die Bossgegner machen richtig was her und füllen teilweise komplette Bildschirme und mehrere Etagen. Garniert wird das alles mit einem herrlichen Soundtrack, der Melancholie und Action gut zu verbinden weiß. Die hochaktuellen Themen des Klimawandels und der eigenen und gesellschaftlichen Verantwortung dabei werden in diesem Spiel auf eine tolle Weise erzählt und rütteln den Spieler regelrecht auf. Etwas, was man von einem Game aus diesem Genre jetzt nicht zwingend erwarten würde.

7.5Wertung

Fazit

The Knight Witch ist ein packender Genremix aus Shoot’m’Up, Metroidvania und Kartenspiel. Jedoch muss man jedes dieser Genres wirklich lieben um mit dem recht knackigen Schwierigkeitsgrad und der anspruchsvollen Steuerung des Games klarzukommen. Optisch und akustisch überzeugt das Spiel in jedem Fall. Die Charaktere, die Hintergründe und die Bosse sind unglaublich schön gezeichnet und die Vertonung steht dem in nichts nach. The Knight Witch ist sicher nicht für jeden was, aber mit 20€ machen Genrefans sicherlich nichts verkehrt.

Design
9.0
Sound
8.0
  • Wunderschöne Zeichnungen
  • Aufrüttelnde Umwelt-Story
  • Krasser Genre-Mix
  • Steuerung ist nicht ohne
  • Genre-Mix kann auch überfordern
  • Checkpoints manchmal weit auseinander

Vielen Dank an die Firma Team17 für die Bereitstellung des Testmusters.

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