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Jars

Jars

Mateusz

Jars

NSW

Konsole
NSW
Spieler
1 lokal

Von polnischen Spielen hört man zwar selten, aber wenn dann können diese sich meist sehen lassen. Allen voran stehen natürlich die Witcher Spiele. Das vorliegende Jars aus der Entwicklerschmiede von Mousetrap Games wird zwar garantiert nicht halb so viel Aufmerksamkeit bekommen wie Gerald und co., kann aber für Freunde von Tower-Defense Spielen einen Blick wert sein. Vor allem wenn Daedalic Entertainment als Publisher auftritt, muss sich der Kauf doch lohnen, oder? Lest den Test und erfahrt, was es mit Victors Keller auf sich hat.

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Burton lässt grüßen!

Man braucht nur einen Blick auf das Titelbild werfen, um zu sehen, dass für das ganze Design des Spiels Tim Burton als Inspirationsquelle diente - im optischen, wie auch im Soundbereich. Das ist alles andere als schlecht, denn echte Tim Burton Games sucht man leider vergebens und die hier vorliegende Reminiszenz ist derart liebevoll ausgefallen, dass man sich gerne darauf einlassen mag. Unser Protagonist heißt Viktor - ebenso wie in Burtons Frankenweenie - und begibt sich in seinen düsteren Keller und muss sich hier dem ein oder anderen fiesen Geschöpf und seltsamen Zeitgenossen stellen. Das alles passiert nicht etwa in einem thirdperson Abenteuer, sondern in einem Setting, dass viel mehr an ein Handygame in der Art von Plants VS. Zombies erinnert. Nur eine ganze Prise düsterer.

Die Kellertreppe als Lernkurve

Zunächst steht dem geneigten Spieler nur ein Modus zur Verfügung. In der Kampagne lernt man Level für Level worauf es in diesem Spiel ankommt. Die Kellertreppe als erstes Level ist also eine Ansammlung von Tutorials, wobei auch im späteren Verlauf immer neue Mechaniken und Kniffe vorgestellt werden. Storytechnisch wird man, im wahrsten Sinne des Wortes, im Dunkeln gehalten. Bei einem Experiment mit einer Fledermaus verliert Viktors Vater den Verstand und verschwindet irgendwo in der Dunkelheit. Viktors Mutter, Pädagogin durch und durch, sperrt ihren Jungen wegen eines Missgeschicks in den Keller und dort trifft er auf Ungeziefer der scheußlichsten Art, ebenso wie auf einen seltsamen Shop-Verkäufer und all das bildet irgendwie die Brücke zum Verschwinden des Vaters. So richtig schlau wird man daraus nicht, denn das Spiel bietet nur einige animierte Zwischensequenzen, wie auch Comicstrips, um dem Spieler zu erklären, was hier eigentlich los ist. Von Sprachausgabe oder textlicher Untermalung keine Spur. Immerhin sind die Tutorials gut erklärt und die Spielmechaniken damit um einiges eindrucksvoller als die Story. Das Spiel nimmt einen dabei gut an die Hand und führt pro Level maximal ein neues Feature ein. Das Prinzip scheint dabei zunächst erschreckend simpel. Die Schatztruhen mit den Fledermäusen drin müssen beschützt werden. Die titelgebenden Einmachgläser zerschlägt der Spieler mit einem Klick und voller Ungewissheit, was das Glas zu verbergen vermag. Denn neben eindeutigen Power-Up- und Gegnergläsern gibt es einige Unbeschriftete, in denen so ziemlich alles auf einen warten kann. Als Beispiel: Direkt neben der zu beschützenden Kiste steht ein Einmachglas. In der Hoffnung eine unterstützende Kreatur zu erhalten zerschlägt man es und kommt augenblicklich ins Schwitzen, als man erkennt, dass eine fiese Ratte hervorkriecht und sofort damit beginnt die Schatztruhe anzugreifen. Das erfordert eine blitzschnelle Reaktion - entweder mit einer eigenen Kreatur, einem Pfeil, dem Kleber oder oder oder. Es gibt für jedes Szenario viele mögliche Lösungen und selbst beim Wiederholen eines Levels muss man sich eine Neusortierung der Gläser einstellen. Die Levels entstehen weitestgehend zufallsgeneriert, so dass nur das Ziel das Gleiche bleibt. Schütze die Kiste, eskortiere Wesen XY, besiege alle Gegner oder öffne alle Gläser. Das Prinzip ist schnell erlernt und kommt deshalb auch schnell mit Variationen daher. Denn nach einigen Levels bekommt man neue Kreaturen und muss entscheiden, welche man mitnehmen möchte, zusätzlich kann man sie mit Power Ups ausstatten und mit ein bisschen Verstand somit einiges an Individualisierung generieren. Das ist alles sehr spaßig, aber über den Spaßfaktor eines guten Mobilegames kommt das alles nicht wirklich hinaus.

Heldenmodus

Mit der Zeit spielt man den zweiten Modus frei, der aber mit dem Kampagnenmodus verbunden ist. Denn wer im Heldenmodus richtig abräumt, bekommt Lebensenergie, also harte Währung für den Shop, in der Kampagne. Im Heldenmodus steuert man eine von vier freispielbaren Heldenkreaturen und kann, anders als zuvor, seine Route frei steuern, sodass man wesentlich zielgenauer unterwegs ist. Die Levelziele bleiben dabei die gleichen wie zuvor, aber das Ganze kommt ein wenig actionreicher daher. So müsst ihr die Helferkreaturen nicht mehr punktgenau platzieren, sondern diese kommen aus zerbrochenen Gläsern hervor und beginnen sofort ihr hilfreiches Werk auszuführen. Den Dauerspaß erhöhen dabei die vielen Boni, die man erhalten kann und das damit verbundene Aufpowern der Helden. Hinzu kommt eine angenehme Prise Zockerei - nach dem Abschluss eines Levels könnt ihr beispielweise entscheiden auf welche Art es schwerer werden soll. Das eine Mal wählt man zwischen zwei Gegnertypen, das andere mal, ob die Gegner besonders stark in der Defensive oder Offensive sein soll. Und das immer so weiter. Wer sich entscheidet vor dem nächsten Level aufzuhören, streicht die bereits gewonnene Lebensenergie ein, wer weitermacht, riskiert einen großen Teil seines Gewinns, wenn er scheitern sollte. Selbstredend erhöht sich der Gewinn aber entsprechend, wenn man die Herausforderung meistert.

Düster aber schön!

Bei der Präsentation gibt es prinzipiell nicht viel zu meckern - wenn man bedenkt, dass man es hier mit einem simplen, aber fordernden Tower Defense Spiel zu tun hat. Die Burton Optik, sowie der entsprechende Sound bringen den Spieler in eine angenehm morbide Stimmung und tatsächlich glaubt man die ein oder andere Melodie schon mal in Danny Elfmans Kompositionen gehört zu haben. Ein Déjà-vu der gerngesehenen und gehörten Sorte. Ebenso schön ist die richtige Nutzung der Nintendo Switch, denn wie es sich für ein Spiel dieser Sorte gehört, kann man auch gänzlich auf den Einsatz von Controllern verzichten und nur über das Touchdisplay spielen. Man kann diese Art des Spielens durchaus als die intuitivste bezeichnen und so ist für jeden Spieletyp was dabei. Allein eine Sprachausgabe wäre super gewesen, denn damit hätte man die Story um einiges prägnanter darbieten können. Bei 14,99€ sollte man seine Ansprüche aber auch nicht zu hoch ansetzen und so bleibt es für Genrefreunde ein ganz brauchbarer Titel, der einen für viele Stunden die Welt außerhalb des Kellers vergessen lässt.

6.5Wertung

Fazit

Ein morbide angehauchtes Tower-Defense Game im Tim Burton Stil, dass sich zwar kaum durch Innovation, aber doch mit Spielspaß und Einfallsreichtum hervortut. Das Gameplay ist reduziert und dennoch fesselnd, denn es gibt viele kleine Individualisierungsmöglichkeiten. Besonders im Handheldmodus spielt das Spiel seine Stärken voll aus, kommt dabei aber nicht über den Anspruch eines guten Mobilegames hinaus. Wer keine zu hohen Ansprüche hat darf gerne einen Blick in Viktors Keller werfen.

Design
7.0
Sound
7.0
  • Charmant morbide Optik
  • Reduziertes aber fesselndes Gameplay
  • Starker Heldenmodus
  • Kaum besser als ein Mobilegame
  • Story wird auf sehr reduzierte Weise dargstellt

Vielen Dank an die Firma Daedalic Entertainment für die Bereitstellung des Testmusters.

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