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Ni No Kuni II: Revenant Kingdom: Princes Edition

Ni No Kuni II: Revenant Kingdom: Princes Edition

Tril

Mit Ni no Kuni II: Revenant Kingdom: Princes Edition hält endlich auch der zweite Teil des märchenhaften Meisterwerks von Level-5 auf der Nintendo Switch Einzug. Wie es die Einleitung verrät, hat uns der Ausflug in diese farbenfrohe Welt sehr gefallen. Warum das so ist, erfahrt ihr, wenn ihr unser digitales Märchenbuch aufschlagt. 

Ni no Kuni II: Revenant Kingdom: Princes Edition

NSW

Entwickler
Level-5
Publisher
Level-5
Konsole
NSW
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 12

Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs ist vor kurzem in der Prince's Edition für die Switch erschienen. Mit dem Nachfolger zu Ni no Kuni: Der Fluch der Weißen Königin, hat Level-5 wieder ein grandioses Meisterwerk abgeliefert. Wie der Titel im Detail einzuordnen ist, lest ihr in unserer ausführlichen Nintendo Switch Review.

Spielerinnen und Spieler folgen der Geschichte von Evan Pettiwhisker

In Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs geht es um einen Jungen, der seinen, ihm versprochenen Thron im Königreich Katzbuckel verloren hat und sich auf die Suche nach einem neuen Königreich macht, um seine Welt mit Hilfe der Freunde, die er auf seiner Reise findet, unter einer Herrschaft des Glücks und der Freiheit zu vereinen. Dabei könnt ihr in der nun verfügbaren Complete Edition, der sogenannten PRINCE'S EDITION sämtliche DLCs spielen, die auch auf den großen Konsolen erschienen sind: Beim Adventure Pack warten neue Outfits und Gegenstände sowie das Zufallsdungeon Fernwehraum, aber auch neue Bedrohungen für Evans Königreich auf euch. Beim Labyrinth des Geisterkönigs begibt sich Evan auf eine neue außergewöhnliche Quest, bei dem der Name des DLCs Programm ist. In Magische Erinnerungen trifft Evan während eines Traums einen hasenköpfigen Mann, der sich Dirigent nennt. Hier gibt es einiges zu erforschen. Zudem gibt es mit dem Kolosseum einen neuen Ort für euch.

Technisch auf Hochglanz poliert

Technisch scheint es so, als ob Level-5 gelernt hätte, die Switch besser auszureizen. Denn der zweite Teil macht grafisch eine sichtbar bessere Performance auf der Switch, als sein Vorgänger. Das Ni No Kuni Fan-Herz fängt bereits bei der Intro-Sequenz an vor Freude zu hüpfen, wenn es die wunderschöne, von Studio Ghibli inspirierte Grafik bewundern kann. Etwas wehmütig trauern wir aber den cinematischen Zwischensequenzen nach, denn der zweite Teil hat ausschließlich gerenderte Zwischensequenzen. Das tut der einzigartigen Grafik aber keinen Abbruch. Auch wenn Studio Ghibli nicht mehr offiziell an dem zweiten Teil involviert ist, ist Yoshiyuki Momose, der bereits als Animation Director und Character Designer am ersten Teil beteiligt war, auch im zweiten Teil wieder mit von der Partie.

Die Optik kommt dank höherer Auflösung besser zur Geltung, als noch beim Vorgänger. Dies macht sich in zweierlei Hinsicht bemerkbar. Einerseits sehen wir deutlich weniger Fragmente, vor allem die Objektränder sind jetzt deutlich glatter. Trotzdem kann man die Kämpfe mit gefühlt stabilen 30 FPS genießen. Doch spätestens beim ersten Besuch der Weltkarte fällt auf, dass Level-5 doch ein paar Kompromisse eingehen musste. Hier müssen wir uns mit ca. 20~25 FPS zufriedengeben, doch im Gegenzug bekommen wir auch eine merklich höhere Sichtweite und Detailgrad, als noch im Vorgängerteil. Immerhin geht es auf der Weltkarte ohnehin eher gediegen zu, deshalb können wir mit diesem Kompromiss sehr gut leben. In diesen Genuss kommen wir aber leider nur im Docked-Modus. Im Handheld-Modus macht sich nicht nur die geringere Auflösung bemerkbar, auch kämpft das Spiel mit einer stabilen Frame-Rate. Gerade wenn man in den detaillierten und schön gestalteten Stadtgebieten unterwegs ist, merkt man das leider regelmäßig, beim Umherlaufen fallen regelmäßige Frame-Drops auf. Immerhin hat Level-5 darauf geachtet, dass die Abenteuer-Gebiete und Kämpfe auch unterwegs weitestgehend flüssig laufen. Alles in allem stören uns die Ruckler aber wenig, denn an den Stellen wo es drauf ankommt, läuft das Spiel nahezu durchgängig flüssig. In Anbetracht der wunderschönen Grafik können wir diese kleinen Abstriche durchaus verkraften.

Zu guter Letzt haben uns die kurzen Ladezeiten sehr erfreut. Generell ist der zweite Teil etwas Open-World-iger aufgebaut, wodurch ohnehin viel auf Ladezeiten verzichtet werden kann. Aber selbst wenn ein neues Gebiet oder die Weltkarte geladen werden muss, sind die Ladezeiten angenehm kurz - in der Regel warten wir nur 5 bis 10 Sekunden.

Alte Spielwelt, neues Gameplay

Die Spielwelt hat sich im Kern nicht verändert. Die Geschehnisse spielen wieder in einer Parallelwelt zu der unsrigen statt, nur zu einem späteren Zeitpunkt als noch im ersten Teil. Dies macht sich sofort in der Intro-Sequenz bemerkbar, die uns eine deutlich moderne Version unserer eigenen Welt zeigt, als noch im Vorgänger. Wir möchten an der Stelle nicht zu viel verraten, um euch nicht zu spoilern.

Beim Gameplay muss sich der eingefleischte Ni No Kuni Fan allerdings umgewöhnen. Nicht nur, dass Städteaufbau und strategische Kriegsführung als Gameplay Elemente hinzugefügt wurden, es wurde auch das Kampfsystem überarbeitet. Im zweiten Teil hat Bandai Namco wohl ein wenig seine Finger im Spiel gehabt, denn das neue Kampfsystem fühlt sich ein wenig wie aus einem Tales of-Ableger an. Wer beispielsweise Tales of Vesperia auf der Switch gespielt hat, kann sich in etwa vorstellen, wie sich das neue Kampfsystem anfühlt. Als Spieler hat man die volle Kontrolle über den Charakter; Angreifen, Fähigkeiten einsetzen, Verteidigen, Ausweichen, als dies machen wir jetzt über Tastenkombinationen, anstatt die Aktionen aus einem Menü auszuwählen. Dabei fühlen sich die Kämpfe unglaublich schnell und befriedigend an, ohne aber zu sehr an taktischer Raffinesse zu verlieren. Uns hat diese Weiterentwicklung sehr gefallen, können uns aber vorstellen, dass diese Entwicklung nicht jedem Ni No Kuni Fan schmeckt. Immerhin verliert der zweite Teil durch diese Änderung ein wenig seiner eigenen DNS.

Spaßiger Genre Mix

Wie bereits erwähnt sind Städtebau und strategische Kriegsführung als zentrale Gameplay Elemente hinzugefügt worden. Genau genommen steht der Aufbau eines eigenen Königreichs im Mittelpunkt, die Story und andere Elemente wurden um dieses Thema herum aufgebaut. Während wir unser Königreich im Stile eines Mobile-Aufbauspiels aufbauen (dies ist keineswegs abwertend gemeint), bringen uns die ganzen Nebenquests im Kleinen weiter, während uns die Hauptstory Meilenstein für Meilenstein weiter bringt. So konnte uns das Erledigen von Nebenquests und damit auch der Ausbau unseres Königreichs mehrere Stunden fesseln. Das Kernziel der Nebenquests ist das Anwerben von "Talenten" (Bürger in unserem Königreich). Die Talente können wir einsetzen, um Forschung zu betreiben oder Ressourcen für uns zu farmen. Manche Nebenquest ist auch für den Ausbau des Königreichs erforderlich, so können wir bspw. das Hotel erst nach Erledigung einer spezifischen Quest erbauen.

Um unser Königreich auszubauen, benötigen wir unter anderem Kronen, die Währung zum Bauen, die wir aber automatisch im Laufe der Zeit durch unsere Bürger farmen. An der Stelle fühlt sich das Spiel tatsächlich wie ein Mobile-Aufbauspiel an, denn die Zeit zum farmen von Kronen und Ressourcen und auch die Forschung läuft in Echtzeit ab! Zumindest so lange das Spiel im Standby Modus weiter läuft. Dies hat am Anfang für etwas Verwirrung bei uns gesorgt, denn ein solches Verhalten kennen wir zwar von Mobile-Spielen, aber eben nicht von Switch-Spielen. Unterm Strich macht dieses Verhalten in unseren Augen aber durchaus Sinn. Ansonsten wäre der Aufbau viel zu zähflüssig oder man müsste das Spiel die ganze Zeit "im Leerlauf" laufen lassen, damit unsere Ressourcen gefarmt und Forschungen abgeschlossen werden. Das sorgt natürlich auch dafür, dass wir die Konsole jede Stunde anschalten, um unsere Ressourcen abzuholen. Denn unsere Königskasse und unser Lager haben natürlich nur eine begrenze Kapazität - immerhin können diese im Laufe der Zeit vergrößert werden. Außerdem gibt es gegenüber Mobilen-Spielen keine Microtransactions, um die Wartezeit zu überbrücken - dies kann man durch Spielen der Story erreichen. Hinzu kommt noch, dass wir in Gefechten unsere Armee in die Schlacht führen. Hier ist strategisches Kampfgeschick gefragt. Wobei man keine Angst davor haben muss, dass man hier in einem umfangreichen Strategiespiel gelandet wäre.

Wir steuern unseren König übers Schlachtfeld, der von bis zu vier seiner Arme- Truppen umringt ist. Jede Truppe hat einen Waffentyp (Schwert, Hammer, Speer, Fernkampf, Magie), eine passive Fähigkeit und eine aktive Fähigkeit. Wichtig ist, dass wir die jeweils vorteilhafte Einheit an die Front drehen und sie durch die anderen Einheiten sinnvoll unterstützen. Die aktiven Fähigkeiten geben uns entscheidende Vorteile im Kampf, die taktisch klug eingesetzt werden sollten. Dabei wird jeder Trupp von einem Talent (Bürger) angeführt. Das Level des Talents entspricht dem Level des Trupps, dieser kann durch Training im Königreich oder durch Teilnahme an Einsätzen erhöht werden. Dadurch das man zwischen Aufbau, Kriegsführung und der Story immer wieder wechselt, kommt auch kaum Langeweile auf. Uns hat das Gesamtkonzept überzeugen können und macht jede Menge Spaß.

Trotz allem immer noch ein Rollenspiel

Ni No Kuni 2 überzeugt wie schon sein Vorgänger mit einer wunderschön erzählten Story. Im zweiten Teil bekommen aber auch die Nebenquests eine viel größere Bedeutung. Es gibt zwar weiterhin den Auftrags-Express, mit generischen Aufträgen, aber es wurden auch zahlreiche schön erzählte Nebenquests hinzugefügt, die teils mehr, teils weniger in die Hauptstory eingewebt wurden. Das Erfüllen dieser Nebenquests ist essenziell, um beim Aufbau des Königreichs voranzukommen und macht jede Menge Spaß. Wir begegnen wieder zahlreichen, unterschiedlichen Persönlichkeiten, die alle auf ihre Art und Weise charmant und einzigartig sind. Wir möchten nicht zu viel spoilern, aber Ni No Kuni typisch kann der Spieler sich auf eine schön erzählte Story mit zahlreichen Überraschungen freuen.

9.0Wertung
Highlight

Fazit

Ni No Kuni 2 ist ein wunderschönes Rollenspiel, in das Stadtaufbau und Strategie hineingemischt wurden. Uns hat der Mix überzeugt und ist auch leicht verdaulich, selbst wenn Aufbau und Strategie nicht die bevorzugten Genres sind. Kleinere Abstiche im Handheld-Modus führen zu Abzügen in der B-Note, jedoch der Stil und der schiere Umfang können nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Ni No Kuni 2 ein erzählerisches Meisterwerk ist.

Design
9.0
Sound
9.0
  • Gut gelungener Mix aus Rollenspiel, Aufbau und Strategie
  • Aktion reiches, direktes Kampfsystem mit intuitiver Steuerung
  • Wunderschöne Grafik mit wenig Abzügen, zumindest im Docked-Modus
  • Schön erzählte Story, mit zahlreichen individuellen Nebenquests
  • Im Handheld Modus merkt man die technischen Beschränkungen
  • Farmen von Kronen und Ressourcen kann zeitraubend sein

Vielen Dank an die Firma Bandai Namco Entertainment für die Bereitstellung des Testmusters.

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