
Tails of Iron

Tails of Iron
NSW
- Genre
- Action-Adventure
- Entwickler
- United Label
- Publisher
- United Label
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 16
Mit Tails of Iron von den Odd Bug Studios erschien vor kurzem ein handgezeichnetes 2D-Action-Adventure für die Nintendo Switch. Es erwarten dich Rollenspielelemente, brutale Kämpfe und eine packende Story, welche vom legendären Doug Cockle erzählt wird. Dieser spricht unter anderem Geralt von Riva in der Witcher-Serie. Wie uns das Spiel gefallen hat, erfahrt ihr in unserem Test.
Ein düsteres Land
Tails of Iron spielt in einem düsteren Land, das vom Krieg geplagt wird. Du spielst den jungen Rattenprinz namens Redgi. König Rattus, sein Vater, hat vor Jahren den Erzfeind, den Frosch-Clan, aus dem Königreich vertrieben. Nun ist er aber alt und die Amphibien unter der Führung des alten Feindes Greenwart stürmen erneut Crimson Keep. Der Retter aus alten Zeiten wird getötet und seine Brüder gefangen genommen. Crimson Keep wird in Trümmern zurückgelassen. Es liegt nun an euch, als Redgi, die Froschgeneräle zu besiegen und das Königreich zu retten.
Dabei erkundet ihr eine charmante Spielewelt, in der ihr den ein oder anderen bunten Begleiter treffen werdet. Diese helfen euch auf eurem Abenteuer und ihr werdet jede Hilfe brauchen. Neben der Hauptstory gibt es zahlreiche Nebenquests, die einen spürbaren Effekt auf die Oberwelt haben. Nach und nach werdet ihr es schaffen euer Land neu aufzubauen. Der verwüstete Innenhof von Crimson Keep wird ein paar Quests später zur Heimat von „Arbeitsratten“ und auch die Musik zieht wieder ins Land ein – was eine deutliche Verbesserung zu den von Leichen übersäten Trümmerfeldern ist. Auch die Händler und Bürger von Long Tail Village kehren zurück und so blüht das Land nach und nach immer mehr auf. Jede Quest, die ihr absolviert, jede Entscheidung, die ihr trefft, hilft, die Welt zum Besseren zu gestalten. Das gibt nicht nur ein befriedigendes Gefühl, sondern es motiviert viel Zeit zu investieren, weil es eben die Welt tatsächlich beeinflusst.

Quests
Die Aufgaben im Spiel sind durchaus vielseitig. Oftmals handelt es sich zwar nur um reine Kamp-Quests, aber ansonsten müsst ihr auch Gegenstände finden oder Rettungsmissionen bestreiten. Gegenstände können helfen, euch den weiteren Verlauf zu erleichtern. So gibt es neue Essensrezepte, Blaupausen zum Schmieden tödlicher Waffen sowie Rüstungen und sogar ein gepanzertes Maulwurfsmobil.
Wie bereits erwähnt, macht den Großteil der Quests das Stürmen fremder Gebiete und das Besiegen aller anwesenden Feinde aus. Zwar kommen diese auf unterschiedlichste Weise ins Spiel, aber der Inhalt ist immer wieder ähnlich. So werden Frösche von Spähern in der Kanalisation gesehen, so dass sich Redgi hineinwagen muss, um alle zu töten. Oder ein lokaler Bauer hat einen Insektenbefall in seinem Keller, Frösche aus der Kanalisation ziehen gefährliche Wildtiere an usw. Also nicht gleich, aber stilistisch sehr ähnlich. Doch vor allem die individuellen Mechaniken jeder Art von Feinden machen die Missionen doch wieder speziell. Odd Bug Studios haben sich richtig Gedanken darüber gemacht, wie sie die Quests in die Geschichte der Welt integrieren können. Sie wirken daher nie deplatziert, fad oder einfach nur der Laune halber – um beispielsweise halt im Keller ein paar Viecher zu töten. Die Story ist packend und die Missionen zum Großteil fesselnd. Selbst die Belohnungen dafür sind meistens nützlich. Auch die Feinde sind sehr vielseitig angesiedelt. So besteht die Armee des Froschkönigs Greenwart aus Zombiefröschen bis hin zu gigantischen Engerlingen. Jeder Feind hat seine eigenen einzigartigen Fähigkeiten und Movesets. Dementsprechend müsst ihr den Gegner beobachten und lernen, um entsprechend reagieren zu können. Zum Glück gibt es eine ganze Reihe von Waffen, die euch dabei helfen: Schwerter, Äxte und Speere. Alle besitzen unterschiedliche Attribute, die aber bereits aus anderen RPGs bekannt sind. So haben Speere die längste Reichweite und sind sehr schnell. Schwerter haben mittlere Attribute in jeglicher Hinsicht und Äxte sind zwar sehr langsam, aber am härtesten.
Kampfsystem
Tails of Iron bietet euch ein Nahkampfsystem, welches sich, wie bereits angedeutet, darauf konzentriert, Angriffsmuster zu erkennen, um im richtigen Moment einen Gegenschlag auszuführen. Defensiv könnt ihr feindliche Schläge abschirmen oder ihnen ausweichen. Jeder Feind hat einzigartige Bewegungen, die gelernt werden müssen und eine Abwehr, die erst einmal durchbrochen werden muss. Es erwarten euch Wellen wie Feuer oder Giftangriffe. Es gibt vier Gegnertypen und hier kann euch schon einmal die richtige Rüstungswahl vor größeren Schäden bewahren. Ihr sollte aber immer das Gewichtsattribut im Auge behalten, denn es beeinflusst, wie schnell der Spieler rennen, angreifen und ausweichen kann. Je leichter eure Ausrüstung ist, desto schneller könnt ihr alle drei Aktionen ausführen.
Bei den Kämpfen selbst kommt die Stein-, Papier-, Scheremechanik ins Spiel. Gelegentlich blinkt bei Feinden eines der drei Symbole über deren Köpfen. Dies signalisiert eine spezielle Art von Angriff, welcher wiederum eine spezielle Verteidigungsaktion mit sich bringt (weglaufen, ausweichen oder kontern). Das macht den Kampf dynamischer und bringt auch etwas Taktik ins Game. So müsst ihr euch stets konzentrieren, denn im Laufe des Abenteuers bekommen die Gegner nicht nur einen Angriff, sondern mehrere Versionen dieser Spezialangriffe spendiert. So wird das Kampfsystem selbst nie lesbar und man muss sich schon anstrengen, um alle Angriffskombinationen im Gedächtnis zu behalten.
Gleich vorweg, der Schwierigkeitsgrad lässt sich nicht wählen. Ihr müsst hier schon Zeit investieren, um die Kämpfe zu lernen. Tails of Iron ist kein Spiel, welches auf Anhieb leicht zugänglich ist – aber es macht Spaß.
Technik
Das gesamte Spiel wird von Doug Cockle gesprochen – in englischer Sprache. Er macht einen großartigen Job und so verleiht seine Stimme der gesamten Story etwas Märchenhaftes. Zwar wurde das Erzählelement wunderbar in Szene gesetzt, dafür bleibt aber die Charakterentwicklung auf der Strecke – wie auch, wenn keiner spricht oder in schriftlichen Dialogen zur Sprache kommt. Im Gegenteil, die Figuren sprechen in Piktogrammen, zeigen aber zumindest Emotionen.
Grafisch präsentiert sich das Spiel in einer wunderbar handgezeichneten Optik. Alle Umgebungen besitzen viel Charme. So fühlt sich Crimson Keep und die dichten Wälder anders an als Long Tail Villagen, sowie der düsteren Metropole Mole City. Überall gibt es jede Menge Details zu entdecken. Sogar die Ladebildschirme wurden künstlerisch verziert und mit jeder Menge an Details gezeichnet. In Tales of Iron werdet ihr übrigens keine Musik finden – außer Redgi befindet sich in der Nähe einer Musikquelle, wie es oft in Städten der Fall ist oder in der Nähe eines reisenden Barden. Musikalische Klänge klingen von der Ferne dumpf und weich, aber wenn man sich ihnen nähert, werden sie lauter und klarer. Das sind zwar nur kleine stilistische Elemente, aber verleihen dem Spiel ein gewisses örtliches Gefühl. Ansonsten klingen verschiedenste Töne, gemischt mit Umgebungsgeräuschen, wie Bauern die arbeiten oder Felsstürze aus den Lautsprechern.
Fazit
Tails of Iron ist ein wunderbarer handgezeichneter Titel, bei dem sich die Entwickler viel Mühe und Gedanken gemacht haben. Das Spiel strotzt nur so vor Details, egal ob es Optik- oder Storyelemente sind. Das Kampfsystem bietet viel Abwechslung und die Story ist packend. Gesprochen wird das Game von Doug Cockle, dem Sprecher von Geralt von Riva (The Witcher) was der gesamten Atmosphäre etwas Märchenhaftes verleiht. Euch erwarten 10 bis 12 Stunden purer Spielespaß, ihr solltet auf alle Fälle ein Auge darauf werfen.
- handgezeichnete Grafik
- viele Details
- tolles Kampfsystem
- ansprechende Atmosphäre
- fehlende Charakterentwicklung
- ähnlich, sich wiederholende Nebencharaktere
Vielen Dank an die Firma United Label Games für die Bereitstellung des Testmusters.

