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NEO: The World Ends with You

NEO: The World Ends with You

Ulrich

2008 erschien „The World Ends With You“ für den Nintendo DS. Es war das erste Game von Square Enix, dass komplett für den Handheld entworfen wurde. Nach einer Überarbeitung wurde das Spiel 2018 auf der Switch veröffentlicht. Nun erscheint mit „NEO: The World Ends With You“ die Fortsetzung. Wie uns diese gefallen hat, erfahrt ihr in unserem Test.

NEO: The World Ends with You

NSW

Entwickler
Square Enix
Publisher
Square Enix
Konsole
NSW
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 12

Spiel der Reaper

Das Spiel startet an einem ganz normalen Tag in Shibuya. Ihr schlüpft in die Rolle von Rindo Kanade der durch einen Freund in den Besitz eines mysteriösen Pins gelangt. Dadurch werden die beiden völlig unerwartet in das sogenannte „Spiel der Reaper“ verwickelt und ein Abenteuer beginnt. Gemeinsam mit seinem Klassenkameraden Tosai Furesawa und dem Studenten Nagi Usui gründen sie ein Team, um der Auslöschung zu entgehen und die Stadt vor angreifenden Monstern zu bewahren.

„NEO: The World Ends With You“ macht vieles anders und doch nicht völlig neu. So findet ihr ein neues Kampfsystem, neue Gameplay-Mechaniken, aber am grundlegenden Spielprinzip hat sich nichts geändert. Es handelt sich größtenteils noch immer um eine wunderbare Visual Novel, welche durch Gameplay-Phasen unterbrochen wird. Es gibt kurze Videosequenzen, aber auch viel Dialog, um die Geschichte voranzutreiben. Auch zwischen den Teammitgliedern bzw. den Charakteren gibt es immer wieder viel zu lesen, wodurch ein gewisser Background und eine gewisse Tiefe vermittelt wird. Der Titel bietet jedenfalls einzigartige Charaktere mit Witz und eine richtig packende Story mit einigen Twists.

Die Stadt Shibuya wurde dabei wieder in kleine Bereiche aufgeteilt, die eben die Gegenden der City darstellen. Richtig toll ist, dass es dieses Mal neben der Mini-Map am Bildschirm, auch eine vollständige Karte in den Menüs gibt. Im Zuge der Story müsst ihr immer wieder zwischen den verschiedensten Vierteln hin- und herlaufen, viele Leute treffen und Kleider-, sowie Lebensmittelläden finden. Der Wechsel wird oftmals von Ladezeiten begleitet, die zwar nerven können, aber jetzt nicht grundsätzlich den Spielfluss stören. Die einzelnen Bereiche sind relativ klein. Hier wäre sicherlich noch etwas Potenzial gewesen. Jedenfalls werdet ihr im Großteil der Fälle in ein neues Areal geschickt, wo meistens bereits Monster oder gegnerische Teams auf euch warten. Davor kann es aber noch sein, dass ihr simple Such- oder Rätselaufgaben machen müsst, bevor es so richtig losgeht.

Das Kampfsystem erschließt sich in offenen Runden. Jedem Kämpfer/Charakter ist ein eigener Button zugewiesen, die ihr nacheinander klicken könnt. Grundsätzlich muss man keine großen Kenntnisse haben und alles funktioniert sehr intuitiv. So mashed ihr den X-Button um Angriffe mit Rindo durchzuführen, wechselt im perfekten Augenblick auf Y um mit eurem Teamkamerad eine Kombo auszulösen. Selbst die Schultertasten können hier zum Einsatz kommen, wenn weitere Freunde euch unterstützen. Jeder Charakter besitzt seine eigenen „Kräfte“. Die können aber nicht immer ausgelöst werden, sondern dann, wenn es die Geschichte verlangt. Jede Tastenkombination kann nur einmal dem Team zugewiesen werden und hier kommt es eben darauf an, welcher Charakter mit welchem Pin ausgerüstet ist. Insgesamt können 3 bis 4 Leute eure Gruppe unterstützen.

Die Pins

Wenn ihr „NEO: The World Ends With You“ spielt, werdet ihr entdecken, dass es jede Menge Pins gibt, die ihr ausrüsten könnt. Mit jedem Kampf erhöht sich auch die Stufe dieser individuellen Fähigkeiten – aber nur derer, die eingesetzt wurden. Hier kommt ein kleines taktisches Element ins Spiel, denn ihr könnt die erhaltenen Pins nach eurem Spielstil – nach euren Fähigkeiten – einsetzen. Insgesamt gibt es über 300 dieser von Gegner fallengelassenen Pins, welche verschiedene Angriffe und Effekte mit sich bringen.

Weiters ist es wichtig eure „Sozialen Kontakte“ zu pflegen, indem man zweitrangigen Aufgabe erfüllt. So könnt ihr nämlich Freundschaften mit einigen Leuten verbessern. Außerdem erhaltet ihr Punkte, die ihr gegen diverse Dinge einlösen könnt, zum Beispiel um den schwierigen Modus oder neue Funktionen freizuschalten. Wenn ihr Glück habt, erhaltet ihr außerdem einen einzigartigen Pin.

Essen und Kleidung

Wie es in vielen japanischen RPGs üblich ist, spielen auch Essen und Kleidung wieder eine wichtige Rolle. So könnt ihr durch das Konsumieren von Speisen in Snackläden eure Statuswerte erhöhen. Es kann aber nicht unbegrenzt aufgelevelt werden, sondern hier ist toll, dass jeder nur eine gewissen Menge verspeisen kann, deren Kalorien dann durch Kämpfe wieder verbrannt werden müssen.

Tragt ihr noch dazu das passende Outfit, so könnt ihr Style-Punkte abstauben welche euch Boosts in den Kämpfen verleihen. Jedoch funktionieren nicht alle Effekte bei jedem Charakter. Außerdem könnt ihr eure Ausrüstung nur im Outfit-System und nicht im Spiel selber betrachten, was unserer Meinung nach ein kleines Manko darstellt.

Technisch gut umgesetzt

Um „NEO: The World Ends With You“ spielen zu können, muss euch die Handlung aus dem ersten Teil nicht unbedingt bekannt vorkommen. Dennoch werden in den ca. 60 Stunden Spielzeit einige Handlungsstränge vollendet, die der Vorgänger noch offenließ. Wem das nicht genug ist, den erwarten dutzende NPCs und zahlreiche Nebenaufgaben.

Der Titel bleibt grafisch seinem Stil treu und sieht auch in 3D verdammt gut aus. Euch erwarten Anime-Szenen mit dem, wie bereits erwähnten, Visual-Novel-Einschlag. Die Framerate scheint recht konstant mit 30fps zu laufen. Hin- und wieder ist etwas Aliasing zu erkennen, vor allem wenn man die Konturen der Charaktere etwas genauer betrachtet. Ansonsten ist das Design, vor allem jenes der Figuren, einfach wunderbar. Es ist meistens ein Vergnügen in Shibuya herumzulaufen.

Musikalisch wird euch so manches um die Ohren geschmissen. So gibt es Neuinterpretationen von einigen Songs aus dem ersten Teil, aber auch jede Menge neue Titel. Diese reichen von fetzigen Rock-Songs über Elektro-Beats, hin zu ruhigen Hintergrundklängen. Leider kommt man nicht immer in den vollen Geschmack dieser Stücke, denn wenn man ein Areal wechselt, so fängt der Song entweder von neuem an oder es wird ein anderer Track eingespielt.

9.0Wertung
Highlight

Fazit

„NEO: The World Ends With You“ ist ein würdiger Nachfolger des ursprünglichen Nintendo DS-Titels. Die Charaktere und Areale sind cool designed und farbenfroh – das Visual-Novel Element wird gut fortgesetzt. Beim Gameplay wurden Fehler des Vorgängers korrigiert und es bietet dennoch viele Neuheiten. Hier seien besonders die über 300 sammelbaren Pins erwähnt, die einzigartige Fähigkeiten verleihen. Nichtsdestotrotz wurde in manchen Punkte auf Altbewährtes gesetzt, wie beispielsweise beim tollen Skill-System und dem durchgeknallten, frischen Konzept. Wer JRPGs liebt und nicht allergisch gegen viel Text ist, dem sei „NEO: The World Ends With You“ wärmstens ans Herz gelegt.

Design
9.0
Sound
9.0
  • tolles Artdesign
  • begegne Charakteren aus dem Vorgänger
  • genialer Soundtrack
  • spannende Story mit über 300 Pins
  • kleine Areale
  • Ladezeiten beim Wechsel der Viertel
  • sehr textlastig

Vielen Dank an die Firma Square Enix für die Bereitstellung des Testmusters.

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