
Hades
Sicherlich habt ihr es bemerkt, vor wenigen Wochen hat es der Roguelike-Hit Hades in seiner aktuellsten Version zu einem physischen Release geschafft. Wir haben den Titel noch einmal angespielt und sind nach wie vor Feuer und Flamme. Wer sich bislang für das digitale Spiel entscheiden konnte, bekommt in der physischen Version noch ein Booklet und den Soundtrack dazu.
Wem das noch nicht an Infos reicht, dem hängen wir noch einmal den Trailer hinterher & verweisen natürlich mit besten Empfehlungen auf unsere Review zu Hades für die Nintendo Switch.

Hades
NSW
- Entwickler
- Supergiant Games
- Publisher
- Supergiant Games
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 12
Es scheint die Hochzeit der Roguelikes zu sein. Mit Hades erschien September 2020 ein weiterer Titel dieser Gattung, jedoch vom gefeierten Indie-Studio Supergiant Games. Wie sich ihr erster Roguelike-Titel schlägt, lest ihr in diesem Test.
Die Unterwelt ruft
Das Spiel beginnt, indem wir in die Haut von Zagreus schlüpfen. Dieser ist nichts geringeres als der Sohn des Gottes der Unterwelt Hades. Der Prinz der Unterwelt ist es jedoch leid, sein Dasein in der Hölle zu fristen und möchte aus dieser ausbrechen. Zum Trotze des eigenen Vaters, der die Flucht des Sohnes für unmöglich beurteilt, macht sich Zagreus auf, um Stück für Stück aus den Tiefen der Unterwelt emporzusteigen.
Auf diesem Weg begegnen wir zahlreichen Göttern, die uns unterschiedlich wohlgesonnen sind und uns entsprechend intensiv bei unserem Ausbruchsversuch mit Fähigkeiten unterstützen. Diese können temporär und dauerhaft sein. So treffen wir nach kurzer Zeit auf Aphrodite, Ares, Artemis, Zeus und viele andere, die uns mit ihrem Wissen und der Weisheit zu bereichern versuchen.
Blutige Bemühungen im Roguelike
Während wir unsere Runs durch die Tore der Hölle bestreiten, müssen wir uns von Raum zu Raum kämpfen. Diese sind auf der Map dargestellt und häufig gilt es sich zwischen Optionen zu entscheiden. Nettes Gimmick dabei ist es, dass wir häufig vor Betreten eines Raumes angezeigt bekommen, welche Belohnung auf uns wartet, sofern wir in der Lage sind, die dortigen Ausgeburten der Hölle zu vernichten.
Gerade bei der Charakterdarstellung, seien es die vielen Götter oder die Gegner selbst, hat sich Supergiant Games keinen leichten Job gemacht. Sie brillieren mit einer Reichhaltigkeit an Figuren, die nicht nur schön ausgestaltet und rund wirken, sondern auch mit tollen Animationen daherkommen und in die zufallsbasierten Dungeons eingebettet werden. Hier zeigt sich der Risk & Reward Ansatz von Roguelikes par excellénce.
Die RPG-Mechanik
Hades funktioniert grundlegend durch drei Arten von Attacken. Wir verfügen über eine Hauptattacke, eine Spezialfähigkeit und eine magische Attacke. In der Regel zeigt sich dies durch einen Nah- und einen Fernkampfstil sowie eine Zauberfertigkeit. Diese sind mit der Zeit veränderbar und werden durch die Treffen der Götter beeinflusst, sodass sich Runs in vielfältiger Weise konfigurieren lassen und stets anders und aufregend anfühlen. In den Runs sammeln wir zudem Edelsteine und Juwelen, die uns als Spielwährung dienen. Zusätzliche Belohnungen von einzelnen Räumen können Schlüssel oder andere wertvolle Objekte sein. Diese lassen sich im Hub, welches das Schloss Hades ist, in nützliche Items wie neue Waffen, Upgrades der Fähigkeiten oder andere Aktivierungen eintauschen oder aber verkaufen. Dieses Buy & Sell Prinzip zeigt sich nicht nur außerhalb der Runs, sondern wird auch innerhalb der Dungeons relevant. Denn auch dort können wir an gewissen Stellen entscheiden, ob wir gesammelte Währung direkt in Perks investieren, die uns den Run attraktiver zu gestalten versprechen. Natürlich gibt es hier keine Garantie, denn verbrauchte Ressourcen können sich schon einen Raum später als Fehlinvestition einstellen, wenn sich der nächste Widersacher oder Mobb enthüllt.
Herausforderungen & Hoffnung
Gerade am Anfang des Spiels sterben wir häufig und schnell, ehe wir die ersten Items zusammen haben, die uns die bitter nötigen Upgrades ermöglichen, um taktisch effektiver auf verschiedene Gegnergruppen reagieren zu können. Natürlich brauchen wir auch etwas Zeit, um unseren eigenen Spielstil zu finden. Hier macht es und das Spiel so leicht wie möglich, indem vieles sinnvoll erklärt und eingeführt wird, um die Einstiegsbarrieren auszuhebeln. Insgesamt kommt Hades sehr poliert daher. Trotz dessen der 2D-Roguelike-Titel eine fixierte Kamera besitzt, wirkt diese auf uns zu keiner Zeit als Hindernis. Sie lässt uns zu jeder Zeit optimal das Treiben in der Hölle beobachten, ohne uns in unserer Wirkungskraft zu hemmen. Dies ist auch deshalb wichtig, da gerade Roguelikes auch kleinere Fehler nur wenig verzeihen. Spaß macht die Ansicht zudem, da viele Objekte einen hohen Grad an Zerstörbarkeit aufweisen und sich das Gesamtbild der Dungeons als sehr authentisch gestaltet.
Stimmen aus der Hölle
Das Audio- & Sounddesign ist in Hades besonders gut gelungen. Zu den fantastischen Charakterdesigns und Animationen der Götter und Gegner wurden sämtliche Götter in eigenen Stilen synchronisiert. Dies führt dazu, dass wir uns von Beginn an mal mehr, mal weniger mit Charakteren identifizieren und noch besser deren Position nachempfinden können. Neben der Synchro sind Soundeffekte sehr präzise und der Soundtrack in Summe mehr als vielseitig. Auch hier zeigt sich der große Erfahrungsschatz von Supergiant Games und kommt dem Spieler zugute.
Himmlische Technik in der Unterwelt
Obgleich wir in der düsteren Welt der Hölle unsere Abenteuer bestreiten, ist die technische Performance des Spiels alles andere als unterirdisch. Fast durchgehend bewegt sich Hades in der Reichweite von 60 fps und sieht sowohl im Handheld, als auch im Docked-Modus mehr als prächtig aus. Kleinere Ruckler lassen sich hier gern verzeihen, besonders wenn man die hohe Zahl an Effekten und Akteuren in einzelnen Dungeons bedenkt. Hier hat sich der Entwickler besonders viel Zeit genommen, ein nahtloses Spielerlebnis für alle Spielertypen abzuliefern. Es wurde hinreichend Zeit in die Politur des Spiels gesteckt, welches zuerst auf dem PC landete. Insofern zeigt sich hier besonders, dass mehr Zeit in bestimmten Fällen sehr sinnvoll genutzt werden kann, am Erlebnis zu schrauben.
Der verdiente Aufstieg
Nach etlichen brachialen Erfolgen bei Spielern, Presse & Awards haben sich Supergiant Games und Nintendo entschieden, Hades als physisches Spiel zu rereleasen. Somit kommt das umfassend gereifte Spiel auf Nintendo Switch Karte in der neuesten Update-Version daher. Als nette Zugaben gibt es einen digitalen Soundtrack sowie ein Charakter-Booklet. Denn wie ihr längst wisst, ist eine der vielen großen Stärken von Hades das Charakter-Design und die Artworks. Hätten wir uns nicht bereits für eine Topwertung von 9.5 entschieden, so wäre es spätestens jetzt mit dieser finalen Version zu einem unschlagbar fairen Retailpreis von 29,99 nötig. In diesem Sinne, weiterhin eine volle Empfehlung der Redaktion, Hades auf euren Hybriden anzugehen!
Fazit
Mit Hades beweisen Supergiant Games, dass sie auch Roguelikes können und das mit einem gewaltigen Augenmaß für Spielspaß, Qualität und Suchtpotenzial. Hades zieht euch in die Tiefen der Hölle und lässt euch nicht locker, ehe ihr hunderte Runs bestritten habt, um so manche Waffe und Fähigkeit zu bekommen, die Bosse gefällt und das flüssige Gameplay und prächtige Design im Übermaß genossen habt.
- extrem motivierendes Gameplay-System
- herausfordernd und belohnend zugleich
- vielseitig-präzise in Soundeffekten & Audio
- herausragend poliertes Design
- ausschließlich Singleplayer-Spaß
- kann frustieren
Vielen Dank an die Firma SupergiantGames & Nintendo für die Bereitstellung des Testmus



