
Rogue Heroes: Ruins of Tasos
Mit Rogue Heroes: Ruins of Tasos erscheint ein Spiel, welches doch sehr an OldSchool Action-Adventure Games à la Zelda erinnert. Dennoch basiert dieses Game auf Teamwork und kombiniert dabei klassische Fantasy-Dungeons und Rogue-Like Elemente. Ob sich ein Kauf lohnt, erfahrt ihr in unserem Test.

Rogue Heroes: Ruins of Tasos
NSW
- Genre
- Action-Adventure
- Entwickler
- Team17
- Publisher
- Team17
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1–4 lokal
- Freigabe
USK ab 12
Erkunde das Land Tasos
Im Spiel müsst ihr das Land Tasos erkunden und vor der Wut der vier Titanen retten. Diese bedrohen den Frieden und den Wohlstand des Landes. Eigentlich wurden die vier Ungetüme vor vielen Jahren von den vier Göttern in Kerkern versiegelt. Doch diese Siegel beginnen gerade zu bröckeln und das Unheil naht.
Es liegt nun an euch – und eventuell euren Freunden – dieses Unheil abzuwenden. Ihr müsst dazu die Dungeons aufsuchen und die Titanen ein für alle Mal besiegen. Dazu darf zu Beginn jeder in einem simplen Editor seinen Helden erstellen. Auf der Reise erwarten euch neue Kleidung, Items, sowie weitere Charakterklassen. Neben traditionellen Optionen wie Magier und Ritter, gibt es auch Klassen, wie beispielsweise Piraten. Diese besitzen zum Beispiel einen Papagei, mit dem ihr zu schwer erreichbaren Orten fliegen könnt. Die Handlung ist sehr einfach aufgebaut, gibt aber genug Input für ein nettes Spielerlebnis.
Egal ob im Einzel- oder Mehrspieler, wenn ihr das erste Mal ins Spiel kommt, könnt ihr mit einem Tutorial beginnen. Selbst im Multiplayer funktioniert das überraschend gut und ermöglicht es euch dieses Trainingslevel gleichzeitig zu beenden. Vieles findet man aber auch einfach durch Herumprobieren im Game selber heraus. Immerhin kann jeder Charakter seinen individuellen Spielstil einfließen lassen.
Zu Beginn bittet euch ein Mann namens Griff um Hilfe. Er braucht Edelsteine, damit er sein Geschäft aufbauen kann. Sobald das erledigt ist, bietet er euch an, weitere Dinge für euren Helden zu bauen, natürlich auch nur gegen Bares. Damit könnt ihr zumindest Upgrades und Boni freischalten. Ihr könnt die Gebäude übrigens dort platzieren, wo ihr sie bauchen möchtet – bis hin zur Gestaltung einer kompletten kleinen „Stadt“, mit vielen netten Bewohnern.
Gameplay
Da wären wir auch schon beim Gameplay. Die Steuerung ist sehr intuitiv und die Tastenbelegung fühlt sich gut an. So kann man sein Schwert schwingen, eine Stoßattacke ausführen und via Schultertaste auch eine Feuerfähigkeit verwenden. Diese verbraucht zwar Magie, die sich aber wieder selbstständig auffüllt. Grundsätzlich läuft alles flüssig, manchmal sogar etwas zu flüssig bzw. empfindlich, was man aber mit der Zeit schnell in den Griff bekommt (außer vielleicht im Multiplayer).
Die Parallelen zu Zelda sind natürlich sehr deutlich und sogleich beginnt man die Büsche mit seinem Schwert zu bearbeiten. Was aber Rogue Heroes: Ruins of Tasos anders macht, ist, dass die Dungeons jedes Mal neu berechnet werden. Sprich, jedes Mal, dass ihr ein Verlies betretet, werdet ihr es völlig anders vorfinden. Das macht es natürlich sehr interessant, wenn man sich von Raum zu Raum bewegt.
Neben den Dungeons gibt es auch ein Mausoleum, in dem ihr eure Fähigkeiten verbessern könnt. Ihr müsst aber dazu gegen Zombies, Spinnen und Skelette kämpfen, um eine Familie von Geistern zu befreien, die dort gefangen sind. Ihr erhaltet auch ein Buch von einem Wissenschaftler, in dem ihr wichtige Informationen über alle Monster festhalten könnt. Nach jedem Dungeon erwacht ihr wieder in eurem Haus, natürlich mit allen Edelsteinen und Goldstücken im Besitz, die ihr während des Abenteuers gesammelt habt. Diese könnt ihr, wie bereits erwähnt, gleich zu Griff bringen, um beispielsweise Fitnesscenter, Schmieden, etc. zu errichten oder eure Fähigkeiten verbessert. Man kann sogar eine eigene Farm bauen, Samen pflanzen und Gemüse ernten. Dieses könnt ihr dann am Marktstand verkaufen. Für ein Low-Budget-Game bietet Rogue Heroes: Ruins of Tasos jede Menge Inhalt und auch eine Vielzahl an Karten und Kreaturen zu entdecken.
Die Grafik und der Retro-Style sind wirklich nett – einfach zeitlos und traditionell für Fans dieser Art von Spielen. Selbst die Musik ist in sich schlüssig und passt perfekt zur gesamten Aufmachung. Sie sorgt definitiv für eine tolle Atmosphäre.
Multiplayer
Rogue Heroes: Ruins of Tasos könnt ihr im Einzelspieler oder mit bis zu drei Freunden im lokalen- oder online-Koop zocken. Das Game passt sich an die Anzahl der Spieler an. Die Dungeons und Rätsel ändern sich – je nach Anzahl der Spieler – sodass man nie vor einer unlösbaren Aufgabe steht (selbst, wenn man alleine spielt). Jeder Spieler hat seine eigenen Edelsteinvorräte, was wiederum bedeutet, dass jeder verschiedene Upgrades auswählen kann. Möchte man Gebäude in seiner Stadt bauen, so muss jeder Teilnehmer wählen, wieviel Geld er beim Bau beitragen möchte. Somit kann man das Handicap bei den Mitspielern etwas steuern. Immerhin könnte man es so machen, dass unerfahrene Spieler beim Aufbau weniger beitragen und dafür ihre Edelsteine in Upgrades stecken. Jedenfalls ist das Game von alt bis jung und für „fast“ jeden Spielertyp geeignet.
Team17 versteht es ein Spiel zu entwickeln, die die Idee schätzen, mit ein paar Freunden – vielleicht bei Pizza und Bier – einen netten Zockerabend zu verbringen. Doch leider funktioniert das nicht so, wie man sich das im Geiste vielleicht vorstellt und wünscht. Natürlich hat sich auch unser Redaktionsteam online getroffen, um einen netten Abend mit Rogue Heroes: Ruins of Tasos zu verbringen. Leider kam es anders als erwartet. Es war schon zu Beginn sehr schwierig eine Session zu starten. So wurden in unserer privaten Lobby Einladungen an alle Spieler versendet, jedoch war es erst nach mehrmaligen Versuchen möglich, dem Spiel beizutreten. Immer wieder kam eine Meldung, dass es nicht möglich ist einzutreten, obwohl es keinen Grund dafür gab. Endlich im Spiel angekommen, musste man sich daran gewöhnen, dass erstmals alles total unübersichtlich war. Durch die bereits erwähnte empfindliche Steuerung wuselt man durch die Areale und sobald jemand einen neuen Kartenabschnitt betritt oder ein anderer Mitspieler sogar in die andere Richtung lenkt, so verliert man schon einmal die Kontrolle über das Geschehen.
Außerdem hatten wir mit enormen Lags zu kämpfen und nach 5 Minuten blieb das Spiel auch schon stecken. Ein Kollege blieb in einem Warp-Portal stecken, während sich ein anderer auf der Karte gar nicht mehr fortbewegen konnten. Die anderen zwei hatten keine Probleme, konnten aber nichts mehr machen, außer einen Neustart des Spiels zu erzwingen. Beim zweiten Versuch ging es nicht besser. Nachdem ein Spieler irgendwie ins Wasser fiel, weil die Steuerung nicht mehr so richtig funktionierte, wurden plötzlich alle Charaktere ins kalte Nass manövriert. Nach kurzer Zeit lagte es erneut und alle Spieler konnten plötzlich wie Jesus über das Wasser laufen. Das Problem: Die Gewässer kann man nur über Stege verlassen und dass nur, wenn man schwimmt. Somit war wieder ein Neustart notwendig.
Wie man sieht hat der Online-Multiplayer mit Schwächen zu kämpfen, die hoffentlich nachgepatcht werden. Im lokalen Koop läuft es da schon etwas flüssiger.
Fazit
Rogue Heroes: Ruins of Tasos ist durchaus ein Titel mit sehr viel Liebe und einer tollen Atmosphäre. Die Steuerung ist intuitiv und für den Preis von 19,99 Euro bekommt man jede Menge von Team17 geliefert. Die Geschichte macht Spaß und wer Spiele wie The Legend of Zelda: A Link To The Past mag, der fühlt sich auch hier wie zuhause. Leider schwächelt der Titel im Online-Multiplayer gewaltig, was hoffentlich mit einem Patch nachgebessert wird. Wer aber auf eine gemütliche Einzelspieler-Session aus ist, der macht bei diesem Titel auf keinem Fall etwas falsch.
- Tolles Retrofeeling
- Unterhaltsam für alle Spielerarten
- Städtebau
- Generierte Dungeons erhöhen den Wiederspielwert
- Online-Multiplayer kaum spielbar
- Steuerung teils zu empfindlich
Vielen Dank an die Firma Team 17 für die Bereitstellung des Testmusters.


