
Ponpu
Wer das neueste Game aus dem Hause „Purple Tree“ sieht, bei dem werden Erinnerungen an den Klassiker „Bomberman“ wach. Viele Entwickler haben bereits versucht, die Art von Spielprinzip zu kopieren. Das argentinische Studio wagt nun den nächsten Versuch und entführt euch in eine handgezeichnete Welt aus Dungeons und Enten, die explodierende Eier legen. Wir sagen euch, ob sich ein Blick auf den Mehrspieler-Spaß lohnt.

Ponpu
NSW
- Genre
- Action-Adventure
- Entwickler
- Zordix
- Publisher
- Zordix
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1–4 lokal
- Freigabe
USK ab 12
Enton der Böttergote...
äähm oder so ähnlich. Genau so nebensächlich wie diese Kapitelüberschrift ist wohl auch die Story. Ihr seid Bote des allmächtigen Entengottes. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt alle zwei Milliarden Jahre neu zu erschaffen. Ihr habt als Bote die ehrenvolle Aufgabe, dies der Welt zu verkünden. In Wirklichkeit seid ihr aber Teil der Soldaten die ausgeschickt wurden, um die Welt zu erobern. Ihr schließt euch aber durch eine „mysteriöse Ente“ dem Widerstand an. Somit beginnt der Kampf gegen den Entengott und sein Gefolge.
Diese Story erwartet euch im Abenteuer-Modus. Zu Beginn könnt ihr Ponpu aus verschiedenen Farben wählen (Rot, Blau, Grün und Gelb). Danach heißt es sechs Welten vom Entengott und seinen Schergen zu befreien.
Eierbomben
Das Spielprinzip ist aus Spielen wie Bomberman bekannt. Ihr steuert das Tierchen in der Draufsicht, könnt euch horizontal und vertikal bewegen und legt Eier, die nach kurzer Zeit explodieren. Alles was sich im Radius der Explosion aufhält erleidet natürlich Schaden. Also Bote habt ihr aber so einiges drauf. So steht euch neben einem Schutzschild und einem Sprint noch die Möglichkeit zu, verschiedenste Bomben zu verwenden. Das Gameplay ist dabei sehr intuitiv und geht leicht von der Hand. Bereits im ersten Level werdet ihr an die Hand genommen und es wird alles Stück für Stück erklärt. So legt ihr mit B das „Bombenei“ und via A könnt ihr es wegschupsen, damit ihr nicht in den Explosionsradius geratet. Doch Vorsicht, das Ei prallt an Hindernissen ab und kann durchaus wieder zur Gefahr werden. Mit X könnt ihr den bereits erwähnten Spritg machen, der es euch erlaubt, über Löcher zu springen oder Angriffen auszuweichen. Mit Y könnt ihr die speziellen Eier legen, die ihr euch zu Beginn des Abenteuers aussucht. Im normalen Abenteuer-Modus stehen euch von Beginn an das „Bohr-Ei“ (eine Art Mine) und das „ferngesteuerte Ei“ zur Verfügung.
In den bereits erwähnten sechs Welten erwarten euch jede Menge Level. Ziel ist es immer wieder den Schlüssel zu finden, um den versteckten Ausgang zu öffnen. Ihr bewegt euch dabei von Dungeon zu Dungeon, müsst Hindernissen und Gegnern ausweichen oder mit euren Eiern in die Luft sprengen. Nebenbei gibt es noch bunte Federn zu sammeln, wo uns bis zum Schluss nicht ganz klar war, wofür man diese verwendet. Am Ende der Welten erwarten euch Endbosse, die durchaus sehr tricky sind.
Ihr startet in einem Vorraum und betretet danach das Bossareal. Nachdem Ponpu einen coolen Spruch abgelassen hat, geht es auch schon los. Die Dungeonbosse sind, wie bereits erwähnt oft sehr schwer und man muss öfters den Kampf neu starten. Leider lässt sich die Introsequenz nicht überspringen, was doch sehr am Nervenkostüm zerren kann, vor allem, wenn man es eben immer wieder hören und ansehen muss. Wurde der Boss besiegt, ist nach einem weiteren lustigen Spruch die Welt beendet und ihr erhaltet NICHTS.
Es gibt für erfüllte Aufgaben keine Belohnungen bzw. selbst Ponpu kann man nicht aufleveln, seine Fähigkeiten verändern oder was auch immer. So bleibt das Spiel doch sehr eintönig: Schlüssel finden - Ausgang suchen – Schlüssel finden – Ausgang suchen – Endboss... Da es auch keine sammelbaren Items gibt bleibt es einfach eintönig. Wenn dann noch die Frustmomenten der Endbosse dazukommen, so verliert man durchaus schnell die Motivation. Natürlich kann man dem Spiel zugute halten, dass es zumindest eine Story gibt, was ja bei dieser Art von Spielen nicht der Fall sein muss. Am meisten Spaß machen aber sicher die ...
Multiplayer-Modi
Neben dem Abenteuer-Modus bietet Ponpu drei zusätzliche Multiplayer-Modi. In allen könnt ihr im lokalen Spiel gegen Freunde oder KIs antreten. Auch ein Onlinespiel gegen Gegner aus aller Welt ist möglich. Leider kann man nicht online gegen Freunde antreten. Im Multiplayer erweitert sich die Riege der Spezialeier. So kommt zum „Bohr-Ei“ und dem „ferngesteuerten Ei“, noch das „Gift-Ei“ und das „Eis-Ei“ dazu. Neben einer Giftwolke könnt ihr so auch Gegner kurzzeitig einfrieren. Insgesamt gibt es acht Karten, auf denen ihr euch mit euren Freunden nach Lust und Laune austoben könnt.
Ein Modi heißt „Todeskampf“. Wie der Name schon vermuten lässt geht es hier um Leben und Tod. Durch geschickten Einsatz eurer Eierbomben müsst ihr versuchen die Lebensanzeige der anderen Spieler zu leeren. Ist dies passiert, so verliert dieser Spieler ein Leben. Sind alle drei Leben verloren, so ist für euch diese Runde beendet und ihr müsst warten, bis das Zeitlimit ausgelaufen ist oder ein Spieler gewonnen hat.
Dann gibt es noch den „Münzdiebstahl“. Hier sterbt ihr zwar trotzdem, wenn eure drei Lebensherzen verbraucht sind. Aber ihr könnt danach gleich wieder am Spiel teilnehmen. Das einzig blöde daran ist, dass ihr jedes Mal alle Münzen verliert, die ihr bis dahin gesammelt habt. Das hält aber wiederum den Spannungsfaktor sehr hoch, denn ein gut platziertes Ei zum Schluss kann die Rangfolge gleich einmal durchrütteln.
Zum Schluss gibt es noch das „Mal-Duell“. Irgendwie erinnert das Prinzip dabei an Splatoon. Ihr müsst eure Gegner durch Explosionen besiegen und nebenbei versuchen, die meiste Fläche mit eurer Farbe zu markieren. Das passiert dadurch, dass ihr eure Eier wegschubst und verteilt. Auch hier könnt ihr nach einem Tod immer wieder am Spiel teilnehmen, bis die Zeit aus ist.

Handgezeichnet
Von der technischen Seite her gibt es nicht all zu viel zu sagen. Der handgezeichnete schwarz-weiß-Look a la Sim-City ist Geschmackssache. Auch zur Soundkulisse kann man nicht viele Worte verlieren. Der Elektrobeat ist gut gelungen, aber gleichzeitig sind es monotone Melodien. Wichtig ist, dass alles flüssig läuft, was der Fall ist. Leider funktioniert die Steuerung nicht immer ganz optimal. Manchmal erscheint es, als ob die Eingaben zeitverzögert reagieren, was bei wichtigen Momenten zum Tode führen kann. Ist das bei Bosskämpfen, so ist das noch frustrierender.
Fazit
In die Fußstapfen von Bomberman zu steigen ist sicherlich kein leichtes Unterfangen, es sogar besser zu machen fast unmöglich. Ponpu ist aber dennoch eine nette Hommage und nimmt sich selbst nicht zu ernst. Leider wurde hier trotzdem etwas Potential verschenkt. Das durchaus monotone Spielprinzip und das Fehlen von Anreizen, wie Charakterentwicklung oder irgendwelche Boni, macht vor allem den Abenteuer-Modus nach kurzer Zeit etwas öde. Wer aber einen lustigen Abend mit seinen Freunden auf der Couch verbringen möchte, der kann auf alle Fälle zugreifen.
- drei Multiplayer-Modi
- tolles Artdesign
- hakelige Steuerung
- eintöniges Spielprinzip
Vielen Dank an die Firma Zordix für die Bereitstellung des Testmusters.


