
Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung
Koei Tecmo und Nintendo laden zu einem weiteren „Massengemetzel“ ein. Im Stile gekonnter Musou-Action dürft ihr in „Hyrule Warriors – Zeit der Verheerung“ erneut in die Welt aus Zelda eintauchen. Dieses Mal in Anlehnung an „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“. Wie uns das Spiel gefallen hat, erfahrt ihr in unserem Test.

Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung
NSW
- Genre
- Action-Adventure
- Entwickler
- Koei Tecmo
- Publisher
- Koei Tecmo
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1–2 lokal
- Freigabe
USK ab 12
Die Zeit vor „Breath of the Wild“!
„Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung“ spielt hunderte Jahre vor den Geschehnissen in „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“. Ähnlich wie das Aufbegehren von Sauron in Herr der Ringe, rückt auch die Verheerung Ganon dem Königslande von Hyrule immer näher.
Statt der Orks sind es Monsterhorden, Bokblins, Echsalfose etc. welche die Streitkräfte von König Rhoam in Atem halten. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf. Ein Miniatur-Wächter aus der düsteren Zukunft springt in die Vergangenheit, damit das Schicksal doch einen anderen Lauf nehmen könnte. Mit dem Erscheinen des kleinen Robo-Wächters erwachen auch der Shiekah-Stein und viele andere verborgene Relikte zum Leben.
Link ist ein Soldat in König Rhoams Streitmacht und macht sich gleich zu Beginn einen guten Ruf durch seinen Heldenmut. So stürzt ihr euch nun in eine Schlacht nach der anderen, um Hyrule zu helfen.
Neben Link könnt ihr auch noch in die Rollen einiger anderer Charaktere schlüpfen. Das wären Hofberaterin Impa, Prinzessin Zelda und die Recken Gorone Daruk, Orni Revali, Zora Mipha und Gerudo-Königin Urbosa. Daneben gibt es noch eine Hand voll weiterer Charaktere. Alle haben ihren individuellen Kampfstil, Waffen und Fertigkeiten.
Im Gefecht!
Wer den vorherigen Teil von Hyrule Warriors gespielt hat, der wird sich auch in „Zeit der Verheerung“ sofort zuhause fühlen. Grundsätzlich wird es hauptsächlich in Button-Mashing ausarten, aber nichts desto trotz könnt ihr Buttons kombinieren um Kombos auszuführen. Außerdem sammelt ihr auch wieder Energie, um Spezialangriffe ausführen zu können. Via R könnt ihr euren Shiekah-Stein einsetzen, sprich die bekannten Module aus „Breath of the Wild“ nutzen. So sind beispielsweise Bombenangriffe und das Verwenden des Cryomoduls möglich. Die Verwendung der Module ist aber nicht immer möglich. Nach Verwendung füllt sich ein Kreis wieder langsam auf und erst dann könnt ihr ein neuerliches Manöver starten.
Neben den Angriffen ist natürlich die Defensive eine wertvolle Komponente im Kamp. So könnt ihr Schlägen ausweichen, Attacken kontern und im besten Fall mit einem finalen Spezialschlag die Sache beenden. Ein cooles Feature ist, dass ihr auch die Fähigkeiten aus „Breath of the Wild“ nutzen könnt. So sind Sprints, Wandsprünge und Gleitflüge mit eurem Parasegel möglich. Somit sind auch Attacken aus der Luft möglich - vor allem wenn man wieder die Aufwinde nutzt. Im Laufe des Spiels kommen noch begrenzt verfügbare Zauber hinzu. So könnt ihr beispielsweise nasse Flächen mit Blitzen unter Strom setzen oder trockene Oberflächen mit Feuer entzünden. Einen Eiszauber gibt es auch noch.
Die übliche Map sorgt für den nötigen Überblick. So ist immer euer nächstes Missionsziel gekennzeichnet und außerdem seht ihr genau, wo sich Monsterhorden aufhalten. Die Map ist übrigens zoombar.
Überall in Hyrule sind Truhen versteckt, aber auch besiegte Gegner lassen bekannte Materialien zurück. Zum Auffüllen eurer Herzleiste werden Äpfel benötigt, die ihr via Steuerkreuz einsetzen könnt. Truhen hinterlassen Waffen oder andere nützliche Items zur Herstellung. Gerade bei Schatzkisten kommt euch hin- und wieder das Magnetmodul sehr zu Gute. Vielleicht findet der ein oder andere von euch auch getarnte Waldgeister, die ebenfalls Belohnungen hinterlassen.
Selbst das Kochen hat es ins Spiel geschafft. Wer möchte, kann sich vor schwierigen Einsätzen ein gediegenes Menü zubereiten. Dazu benötigt ihr die passenden Zutaten und Rezepte. Die Suche nach diesen Zutaten oder anderen Materialien gestaltet sich durch die Markierung auf dem Beuteradar um vieles einfacher.

Marschbefehle
Eine tolle Neuerung sind die Marschbefehle. Befinden sich mehrere Helden im Einsatz so könnt ihr per Knopfdruck zwischen diesen hin- und herschalten. Das kennen wir ja schon aus dem anderen Hyrule Warriors-Teil. Nun habt ihr aber auch die Möglichkeit, ihnen Truppenbefehle zu geben, wie Zielorte anzusteuern, Vorposten zu erobern oder einfach, um taktisch Monsterhorden einzukesseln. Manche Aktionen im Spiel verlangen es außerdem, gewisse Vorrichtungen zu aktivieren oder Leute aus der Gefahrenzone zu eskortieren.
Immer wieder gibt es besondere Gegner die auf euch warten. Manche kleinen Bosse tauchen innerhalb größerer Missionen auf, andere bekommen überhaupt eine eigene Aufgabe spendiert. So kann es schon einmal vorkommen, dass ihr die bekannten Titanen besteigen müsst und mit ihnen ganze Heerschaaren, samt Endboss niedermetzeln dürft. Das bringt durchaus etwas Abwechslung ins Spiel, wo doch, genauso wie im Vorgänger, das Spielprinzip etwas monoton ist.
Und weil wir schon bei den Missionen sind... Neben durchaus gut gelungenen und zeitaufwändigen Storyeinsätzen, warten auch jede Menge Nebenaufgaben und Herausforderungen auf euch. Für alle die es möchten, bietet „Hyrule Warriors – Zeit der Verheerung“ einen enormen Umfang. Man kann sich hier wirklich die Zeit nehmen, diese wunderbare Welt zu erkunden. Und da ist es egal, ob man sich zuerst auf die Story konzentriert und alles nachholt oder gleich die Dinge mitnimmt. Mit jeder Mission erweitert sich eure Weltkarte und natürlich gibt es Belohnungen, mit denen ihr eure Ausrüstung und Fertigkeiten verbessern könnt.
Items gibt es wie Sand am Meer und so kommt man, trotz Upgrademöglichkeit, oft an seine Grenzen im Itemmenü.
Ein weiterer Vorteil für die Erfüllung vieler Aufgaben ist, dass nach jedem Missionsabschluss auch Bevölkerung im entsprechenden Gebiet entsprechend reagiert – glücklicher wird. Im besten Fall erhaltet ihr von ihnen Verbesserungen für die Lebensenergie oder diverser Kombos. Hin- und wieder erhaltet ihr auch „besondere“ Geschenke von den Dorfbewohnern.
Das Spiel bietet vier Schwierigkeitsstufen, die sich jederzeit ändern lassen.

Da wäre mehr drinnen!
Technisch gesehen macht Hyrule Warriors vieles richtig, aber auch einiges falsch. Die Storysequenzen sind richtig filmreif und der Artstlye großartig. Man möchte da einfach nur mehr sehen. Es gibt eine deutsche Synchronisierung, nur Link ist und bleibt noch immer stumm. Die Aufgaben sind abwechslungsreich und der Gesamteindruck ist durchaus positiv.
Leider hat Koei Tecmo die technische Seite nicht in den Griff bekommen. Das Spiel leidet an Framedrops und teilweise verwaschenen Effekten. Irgendwie hat man das Gefühl, dass hier die Switch an ihre Grenzen stößt. Das Hakeln und Ruckeln sorgte dafür, dass einfach kein flüssiges Spiel möglich ist. Da kann man nur hoffen, dass alles mit einem Patch nachgebessert wird.
Etwas besser sieht es im Handheld-Modus aus, wo alles durchwegs etwas besser läuft. Hier wäre vielleicht ein kleiner Kritikpunkt, dass bei gewissen Optionen eine Touchscreenunterstützung wünschenswert gewesen wäre. Auch die Schrift hätte hier und da an manchen Stellen etwas größer ausfallen können.
Wer übrigens die Demo gespielt hat, der kann seinen Spielstand mitnehmen. Seit ihr in Besitz von amiibo-Figuren, so könnt ihr zusätzliche Waffen, Materialen und Rubine abstauben. Habt ihr außerdem noch einen Spielstand von „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ auf eurer Konsole, so erhaltet ihr als Geschenk „Links Übungsschwert“.
Zum Schluss ist noch die Mehrspielervariante zu erwähnen. So könnt ihr mit einem Freund/einer Freundin im lokalen Splitscreen die Welt erkunden. Was schon beim Vorgänger richtig klasse war, macht auch hier enorm viel Freude. Das Spielen zu zweit treibt den Spaßfaktor massiv in die Höhe. Man muss dann zwar leider mit ein paar technischen Abstrichen im Sinne der Grafikqualität leben, aber dennoch motiviert das Teamspiel enorm.
Fazit
„Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung“ ist ein wunderbares Actionspektakel im tollen „Breath of the Wild“-Artstyle. Das Gameplay ist einfach und es macht so richtig viel Freude Monsterhorden in Massen niederzumetzeln. Buttonmashing kommt dabei oft nicht zu kurz, wobei das Spiel durchaus einige taktische Elemente bietet. Die Story wird in wunderschönen, teils witzigen Animationen erzählt und macht richtig Lust auf mehr. Der generelle Zelda-Charme wurde erneut perfekt eingefangen und viele Features aus dem „Hauptspiel“ haben es auch hierher geschafft, wie beispielsweise das Kochen, Module, Parasegler etc. Einzig die Technik verdirbt den Spielgenuss etwas. Framedrops mindern ein flüssiges Spielen, was bei dieser Art von Games doch sehr wichtig ist. Auch die Optik mag mancherorts nicht wirklich überzeugen. „Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung“ bietet enorm viel Umfang und ist ein wunderbares Spiel. Ein Patch um die Schwächen auszugleichen wäre aber wünschenswert.
- deutsche Synchro
- toller Artstyle
- gute Story
- perfekter Zelda-Flair
- viel Umfang
- Performanceprobleme (zB Framedrops)
- Gameplay tlw. etwas monoton
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


