
Lost Ember
Da kommt ein deutsches Indie Entwicklerteam namens Mooneye Studios daher und möchte als Erstlingswerk mit einem Spiel wie dem legendären Journey in Konkurrenz treten. Das kann man schon ambitioniert nennen.

Lost Ember
NSW
- Genre
- Adventure
- Entwickler
- Mooneye Studios
- Publisher
- Mooneye Studios
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 6
Fast ein Jahr nach der Erstveröffentlichung findet Lost Ember nun auch den weg auf die Switch und lässt euch in die haut verschiedener Tiere schlüpfen.
Lassen wir uns darauf ein!
Schon im Titelscreen ist vollkommen klar, hier geht es nicht um Aktion hier geht es um Emotion. Das animierte Bild von dem Wolf mit dem Ihr euch auf die Reise begebt in Verbindung mit der Musik hat beinahe eine hypnotische Wirkung. Man möchte am liebsten direkt in die Geschichte abtauchen. Wenn man sich allerdings die Zeit nimmt erstmal in die Menüs zu schauen, findet man weitere positive Aspekte, wie beispielsweise diverse Optionen zur Barrierefreiheit oder aber den Punkt gefallene Helden. Unter diesem finden sich Namen der zahlreichen Unterstützer auf Kickstarter, die sich auf diese Weise in das Spiel integrieren können und Ihren Namen auf einen Grabstein schreiben.
Aber erinnern wir uns an die Stimmung des Titelscreens und starten die Reise. Auch hier führt uns die Musik direkt auf einen angenehmen emotionalen Weg, während im Intro unaufdringlich die Anfangs-Credits an uns vorbei ziehen. So findet Ihr euch als Wolf wieder der einem fliegenden Licht folgt das, je nach Spielmodi, mit euch redet oder eben nicht. Schaltet Ihr in den Minimalisten-Modus so wird euch weniger erzählt und Ihr müsst die Geschichte hauptsächlich aus den Bildern begreifen. Das ist sicherlich stimmungsvoller aber vermutlich wird euch dann auch einiges entgehen. Ihr seid eine wandernde Seele und könnt neben dem Wolf Kalani auch in die Haut anderer Tiere schlüpfen. So könnt Ihr als Wombat durch Höhlen streifen, euch als Maulwurf in die Erde graben oder Ihr fliegt als Vogel durch die Luft und geht dann, fließend, in den Körper eines Fisches über, um in einen Fluss oder See zu tauchen. Waehrendessen wird euch die, hoch emotionale aber niemals kitschige, Geschichte in Erinnerungen erzählt.
Spielt sich das auch gut?
Wenn ein kleines Indi-Studio ein so gro?es ambitioniertes Projekt angeht muss man doch sicher mit Abstrichen rechnen, oder? Ja, leider hat Lost Ember technisch die ein oder andere Schwäche. Die Steuerung ist hier und da etwas hakelig und auch das gilt ebenfalls für die Kamera. Auch gibt es immer wieder störende Ladenzeiten wenn Ihr die halboffene Welt durchstreift. Auf der Suche nach euren Erinnerungen, die euch durch Rauchwolken auf sich aufmerksam machen, hält euch eine Barriere so lange in einem Gebiet, bis Ihr die ma?geblichen Erinnerungen gefunden habt. Das ist zwar keine elegante Lösung aber sie wird durch die Geschichte gut erklärt und somit stört das nicht weiter. Störend hingegen ist, dass man teils nicht weiß, ob man eine Stufe herunterspringen kann oder automatisch zurück gesetzt wird weil diese zu hoch war. Dabei ist der R?cksetzpunkt oft so ung?nstig gew?hlt das man öfter direkt wieder abstürzt. Alles in allem steht das ganze der Spielbarkeit aber nicht im Weg. Um die, etwas zu leere, Welt zu füllen wurde allerhand Sammelkram versteckt. Relikte, bei denen auch mal die ein oder andere Anspielung auf die Nerdkultur dabei sein kann, und diverse Pilze warten darauf von euch entdeckt zu werden. Da dies aber keinen Einfluss auf euer Spiel hat ist dies aber wohl nur etwas für Komplettisten. Ander Dinge fallen vermutlich unter den Begriff: Geschmackssache. So kommen an wenigen Stellen Quicktime-Events vor die vielleicht nicht in die Stimmung des Spiels passen. Diese können aber auch in den Optionen ausgeschaltet werden. Die verschiedenen Tiere machen es euch möglich, Rätsel und Aufgaben zu lösen. Leider wiederholen sich diese und das Potential wird nicht ausgeschöpft. So bleibt spielerisch eine Welt, die euch nicht zu sehr fordert und euch nicht mit einem Game Over droht. Ihr sollt die Geschichte spielerisch erleben und an den Emotionen gegriffen werden.
Das muss aber dann auch sch?n sein!
Der stark reduziert Grafikstil ist passend und sieht durchaus schön aus. Besonders wenn ihr ein Feld von Pusteblumen aufwühlt, sorgt das für ein wohliges Gefühl im Bauch. Um so unschöner ist es, wenn dann eine der erwähnten Ladezeiten so einen Moment stört. Die Spielwelt ist schön gestaltet und abwechslungsreich. Auch die Tiere sind wirklich gut gelungen. Wenn nun dazu die Musik aufspielt fühlt man sich hier und dort schon mal in eine Traumwelt versetzt. Ist dies in der ersten Hälfte des Spiels noch recht zurückhaltend, so greift einen die Musik im weiteren Verlauf doch gerne mal am Emotionszentrum. So soll es in einem solchen Spiel auch sein. Der Soundtrack ist über jeden Zweifel erhaben.
Fazit
Wenn man bedenkt, dass Lost Ember ein Erstlingswerk ist, dann ist das durchaus beeindruckend. Lässt man dies weg, so ist es ein Spiel mit einigen technischen Schwächen. Wenn man sich aber darauf einlässt, bleibt einem eine tolle emotionale Reise, die mit den fließenden Wechseln zwischen den Tieren zwar hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt, dem Spieler aber trotzdem ein tolles Erlebnis bietet
- Tolle Geschichte
- Gute Inszenierung
- Grossartige Musik
- Unverbrauchtes Setting
- Technische Schwaechen
- Teils unuebersichtlich
- Ladezeiten
Vielen Dank an die Firma Mooneye Studios f?r die Bereitstellung des Testmusters.


