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3000th Duel

3000th Duel

Mateusz

Fans von Metroidvania Spielen kommen mit der Nintendo Switch voll auf ihre Kosten. Vor allem aus dem Indiebereich wurde dem geneigten Spieler, die ein oder andere Perle serviert. Mit 3000th Duel präsentiert uns NEOPOPCORN Corp nun den nächsten Vertreter dieses altehrwürdigen Genres und möchte vor allem Castlevania Fans an die guten alten Tage erinnern. Ob das gelungen ist klärt der folgende Test.

3000th Duel

NSW

Entwickler
Neopopcorn
Publisher
Neopopcorn
Konsole
NSW
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 12

Story? Welche Story?

Man lädt das Spiel herunter, macht es sich mit Knabberzeug auf der Couch gemütlich und erwartet gespannt ein opulentes Intro oder zumindest einige Textboxen, die einem das Setting näher bringen sollen. Aber Pustekuchen. Wir starten sofort mit dem Spielen, erfahren gerade noch, dass unser Held wiedergeboren wurde und seine Erinnerungen verloren hat. Das muss reichen. Und tut es auch.

Denn ab der ersten Sekunde zieht einen das Gameplay gepaart mit der unaufdringlichen 2,5D- Optik in seinen Bann. Man merkt auf den ersten Blick, dass es sich hierbei um eine Castlevania Kopie handelt. Das ist aber in diesem Fall nichts Schlechtes. Man fühlt sich spielerisch schnell an das erstklassige Circle of the Moon und optisch an The Dracula X Chronicles erinnert. Und gut kopiert ist meist besser als schlecht selbst gemacht.

Skelette, Ghouls und Fabelwesen

Genretypisch gilt es die große Map zu erkunden, wobei wir zum einen frei wählen können in welche Richtung es gehen soll und zum anderen immer wieder am Weiterkommen gehindert werden, da uns (noch) Fähigkeiten fehlen. Ohne Doppelsprung beispielsweise wird es schwer an höher gelegene Orte zu kommen. Ohne blauen Schlüssel, keine blaue Tür und so weiter. Dabei stellen sich uns die Horden der Unterwelt entgegen und präsentieren eine wirklich mannigfaltige Auswahl an verschiedenen Gegnertypen. Jeder davon benötigt seine eigene Strategie und ist mit der einen oder anderen Waffe oder gar einem Zauberspruch besser zu besiegen. Zwischendurch begegnen uns wohlgesonnene Fabelwesen, die direkt der wundervollen Welt von Narnia entsprungen sein könnten, allerdings nicht viel zum Spielgeschehen beitragen.

Immer wieder erwarten uns herausfordernde Bossfights, die an die Dark Souls Reihe erinnern. Nur wer sich alle Bewegungsmuster genau einprägt und geduldig auf seine Gelegenheit zum Zuschlagen wartet, wird mit dem Weiterkommen belohnt. Allerdings wird selbst die besten Spieler immer wieder der Bildschirmtot ereilen, was aber nie unverdient oder gar unfair ist. Stattdessen sorgt ein kleines, aber feines Feature dafür, dass wir den Controller nur widerwillig aus den Händen legen. Denn jeder Gegner hinterlässt uns Erfahrungspunkte. Diese können wir aber nur an den weit verstreuten Savepoints in Levelaufstiege umwandeln. Stirbt man bevor man es zu einem solchen Savepoint geschafft hat, verliert man alle seine Erfahrungspunkte. Schafft man es allerding im nächsten Versuch wieder an die Stelle seines vorherigen Todes, kann man gegen seine lila Karmakugel kämpfen und wenn man sie zerstört hat man seine EXP wieder.

Fähigkeiten, Waffen und Okkultes

Damit es unterwegs nicht langweilig wird, hält das Spiel drei verschiedene Waffentypen für euch bereit. Das Schwert präsentiert sich als wendiger und schneller Allrounder, während das Breitschwert langsam aber mächtig zuschlägt und die Lanze auf weite Entfernung beste Dienste verrichtet. Eure Waffen, Spezialschläge und Zauber könnt ihr in einem Entwicklungsbaum upgraden, der aber nicht ganz bedürfnisorientiert angeordnet ist. So müsst ihr sehr häufig Skills aufleveln, die euch völlig egal sind, damit ihr schlussendlich (viele hart verdiente Skillpoints später) euer Ziel erreicht.

Dennoch ist die Kombination aus Angriff, Spezialschlägen und vielen verschiedenen Angriffszaubern sehr gelungen und führt zu einem tollen Spielerlebnis. Die Kämpfe machen Spaß, sind teilweise sehr fordernd und benötigen einiges an Geschick und Erinnerungsgabe. Die Sprungpassagen sind mitunter ziemlich knifflig und ein falscher Sprung kann sehr hart bestraft werden, wenn man etwa in ein Stachelbett fällt aus dem es aber, selbst mit voller Energieleiste, kein Entkommen mehr gibt. Wer also meint er könnte den weiten Weg zu seinem Karma-Ball einfach durchrennen, der hat sich gewaltig geschnitten. Konzentration ist die wichtigste Tugend bei diesem Spiel und wird mit langanhaltendem Spielspaß belohnt.

Charmante Gruselatmosphäre und bezaubernde Klänge

Optisch wird einem keine Revolution geboten. Das Spiel ist grafisch überhaupt kein Überflieger, macht aber das was es macht richtig solide. Unser Hauptcharakter sieht düster aber sympathisch aus und kann richtig fett austeilen. Die Hintergründe passen sich optisch sehr gut ins Spielgeschehen ein, auch wenn hier die großen Aha-Effekte fehlen. Schön kommen die Lichteffekte, die immer wieder für melancholische oder düstere Stimmungen sorgen. Mal herbstlich, mal kühl wie der Mondschein und mal tief dunkel, wenn wir uns durch Kellergewölbe schlagen.

Richtig viel Mühe gegeben haben sich die Macher beim Design der Monster. Zwar sind alle gezeigten Monsterarten hinlänglich bekannt – Skelett, Troll, Sensenmann – aber wie sie gezeichnet sind, ist das Besondere. Irgendwo zwischen Terry Pratchett Cover und Harry Potter wirken die Monster auf der einen Seite gruselig und bedrohlich, haben auf der anderen aber auch humoristische oder gar comichafte Züge. Anders sieht das bei den Bossen aus. Die kommen gewaltig und bedrohlich daher. Teilweise riesige Bösewichte stellen sich euch in den Weg und dank der Mischung aus gefährlicher Optik und hohem Schwierigkeitsgrad, laufen euch nicht nur ein mal die Schweißperlen eiskalt übers Gesicht.

Während im TV-Modus solide Kost geboten wird, macht das Ganze im Handheld-Modus schon richtig was her. Keine Einbußen in der Framerate und weiterhin gestochen scharf. Man merkt, dass die Entwickler sich an dem mobilen Gamer orientiert haben und die Entscheidung war goldrichtig.

Akustisch kommt das Spiel ganz hervorragend daher. Die Sounds sind perfekt designed und machen einen großen Aspekt der Motivation aus. Jeder Schlag knallt perfekt, jedes Kettenrasseln lässt die Illusion des Gruselschlosses ein wenig realistischer werden. Selbst das aufheben von Items führt dank der Untermalung zu Glücksgefühlen. Das alles wird noch weiter angetrieben durch die wunderschönen Klavier und Streicherarien, die sich durch das gesamte Game ziehen. Die Musik hält das Gameplay und die Grafik zusammen und sorgt dafür, dass man wirklich tief in diese Fantasywelt eintaucht. Mal verträumt melancholisch und mal treibend und anstachelnd, reißen einen die Melodien immer wieder in den Bann. Hier wurde wirklich ganze Arbeit geleistet.

8.0Wertung

Fazit

Auf den ersten Blick könnte man meinen es bei 3000th Duel mit einem fiesen Castlevania-Rip-Off zu tun zu haben. Und selbst wenn das teilweise stimmt bekommt man hier absolut solide Genrekost geboten, die einige schwächere Castlevania Ableger ausstechen könnte. Das fordernde und anspornende Gameplay mit der wunderschönen akustischen Untermalung sorgt für einen Dauerspaß, den man einem so günstigen Game gar nicht zugetraut hätte. Die 12,49 € sind hier bedenkenfrei gut investiert . Wer kein Fan von Metroidvania Spielen ist, wird auch durch 3000th Duel zu keinem – allen anderen ist diese Indieperle wärmstens empfohlen.

Design
7.0
Sound
9.0
  • Tolles Gameplay
  • Gegnerdesign und fette Bosse
  • Fordernder Schwierigkeitsgrad
  • Musik und Soundeffekte
  • Keine Innovation
  • Hintergründe könnten schöner sein

Vielen Dank an die Firma NEOPOPCORN Corp für die Bereitstellung des Testmusters.

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