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Boomerang Fu

Boomerang Fu

Maik

Boomerang Fu

NSW

Konsole
NSW
Spieler
1–6 lokal
Freigabe
USK ab 6

Im Jahre 2020 könnten Battle Royale Spiele nicht beliebter sein: Da waren Fortnite, Apex Legends und Call of Duty Warzone. Jedes dieser Spiele erweiterte den Umfang an Mitspielern und definierte das Genre „Multiplayer“ ganz neu. Ohne wesentliche Fähigkeiten oder Ausrüstung begeben wir uns in ein Spiel und versuchen von dortan immer stärker zu werden, uns auszurüsten und die Gegner auszuschalten. Dass dieses Spielprinzip nicht nur auf den großen Konsolen gut funktioniert, hat sich längst auf der Nintendo Switch mit Fortnite gezeigt und auch Apex Legends ist bereits auf dem Weg. Nun hat das Indie-Studio aus Australien Cranky Watermelon sich das Spielprinzip ebenfalls zu Nutze gemacht, wenn auch in etwas reduzierter Version. Wie sich das kuriose Multiplayer-Abenteuer Boomerang Fu schlägt, lest ihr in unserem Test.

Lebensmittel oder Getränke?

In Boomerang Fu können wir zwischen 12 verschiedenen Charakteren wählen. Dabei ist jeder einzelne von ihnen mit größter Liebe designt. So können wir eine charmante Avocado spielen, die im Todesfall unter anderem ihren Kern verliert oder einen Milchkarton. Für die Liebhaber von Süßigkeiten lässt sich der Donut wählen oder das Toast. Die Gesunden unter uns wählen womöglich die Karotte, die Burger-Freunde den kross gebratenen Bacon. Natürlich gibt es auch Sushi im Angebot oder eine Teetasse.

Lasset die Spiele beginnen

Das besondere Spielprinzip von Boomerang Fu ist einfach wie genial zugleich. Wir sind lediglich mit dem titelgebenden Bumerang ausgestattet und starten mit bis zu 5 weiteren Spielern oder computergesteuerten Bots in das Spiel. Es gilt darum, in unterschiedlichen Modi die Gegenspieler möglichst schnell zu schlagen, indem sie mit dem Bumerang getroffen werden. Dies ist auf verschiedene Weisen möglich. Einerseits durch das Werfen des eigenen Bumerangs, sodass der Gegner beim Treffer zerschnitten und besiegt ist, durch einen Nahkampfhieb mit unserem Bumerang, der ebenso scharf schneidet. Alternativ stehen uns noch diverse Power-Ups zur Verfügung, die unterschiedlich wirken, um dem Spiel eine taktische Dimension zu verleihen. Während des Spiels lässt sich der Umgang mit dem Bumerang Stück für Stück verbessern. Wir lernen Angriffe abzuwehren oder zurückzuschicken, den Bumerang um Kurven zu lenken, Fallen für unsere Zwecke zu nutzen oder mittels Teleportern unsere Ziele zu erreichen.

Power-Ups in Arenen

In insgesamt 30 unterschiedlichen Arenen lassen sich die Matches austragen, die es in Boomerang Fu zu gewinnen gilt. Diese sind zumeist vom Action-Kino Hong Kongs inspiriert und zeigen Szenarien wie ruhige Gärten, Badehäuser oder beeindruckende Tempel. Manche dieser Arenen sind mit tödlichen Fallen gespickt, etwa mit zerschmetternden Steinwänden oder Stachelfallen. Diese Herausforderungen werden mit bis zu 12 Power-Ups erweitert. In jedem Match erscheint ein leuchtendes Power-Up, das es schnellstmöglich einzusammeln gilt. Nur der erste Spieler, der dieses erreicht, kann sich über eine zufällige Fähigkeit freuen. Plötzlich können Bumerangs brennen oder explodieren, wir kommen in den Besitz mehrerer Bumerangs, beherrschen Telekinese, können uns zu anderen Orten auf der Map teleportieren oder uns neben Objekte stellen und zu diesen werden. Wo erst 3 Vasen standen, sind dann plötzlich 4 und Schwups zerteilt die Vase, die eigentlich ein Toast ist, die Karotte. Da die Power-Ups über Spiele mit mehreren Runden nicht verloren gehen, sind diese sogar stapelbar, was die Möglichkeiten der Zerstörung in jedem Spiel mannigfaltig verändert.

Multiplayer geht auch nur LOKAL

Das Besondere bei Boomernag Fu ist es, dass es keine Singleplayer-Erfahrung gibt und ebenso keine, die auf den anonymen, bei Battle-Royale-Spielen bekannten Online-Multiplayer setzt. Entweder wir spielen Matches allein mit bis zu 5 Bots, deren Künstliche Intelligenz wir von leicht bis schwer einstellen können oder wir holen uns bis zu 5 Freunde auf die heimische Couch. Das ist nicht nur extrem spaßig und unterhaltsam, sondern vor allem eines: persönlich, freundschaftlich und charmant. Das Spiel setzt bewusst auf eine Reduktion an Features und setzt die gewählten dafür umso klarer und konsequent um. Wir können zwischen 3 Modi wählen. Entweder wir bilden Teams, etwa 3 vs. 3 und spielen in mehreren Runden, um den Team Sieg oder wir spielen „Jeder gegen Jeden“, sodass niemand vor den anderen Bumerangs sicher ist, denn beim Team-Deathmatch lässt sich Friendly Fire ausstellen. Der dritte Spielmodus ist der des goldenen Bumerangs. Hier gilt es, ähnlich dem Power-Up, einen goldenen Bumerang aufzusammeln und solang in Besitz zu behalten, bis ein runder Timer, der sich um das Spielicon herumbewegt, voll aufgeladen hat und uns so zum Gewinner der Runde kürt. Um dies zu erleichtern, können wir nach Inbesitznahme des goldenen Bumerangs defensiv spielen und z.B. die Barrieren und Mauern nutzen, oder etwaige Tarneffekte für uns nutzen. Gehen wir doch einmal zu Grunde und werden in Stücke geteilt, dann läuft der Timer beim nächsten Aufnehmen des Bumerangs in derselben Runde beim vorherigen Stand weiter. Auf diese Weise wird der Rundensieg so manches Mal zu einem Kopf-an-Kopfrennen. Alle 3 Spielmodi lassen sich vor Spielstart bearbeiten. Wir können entscheiden, ob Bumerangs zu uns zurückfliegen oder nach Abwerfen selbst eingesammelt werden müssen. Ist Friendly Fire zugelassen, können uns die eigenen Teammitglieder also versehentlich um die Ecke bringen oder sollen einzelne Power-Ups wie der Negativeffekt „Verwirrung“ ausgestellt werden? Ebenfalls lässt sich die Rundenanzahl und -länge bestimmen.

Sound & Design

Durch das gesamte Spiel hinweg präsentiert sich Boomerang Fu durch einen sehr charmanten, asiatisch angehauchten Comic-Stil und nimmt sich dabei nie zu ernst. Wer denkt, dass das Zerteilen von bunten Lebensmitteln witzig ist, hat die ganze Grausamkeit von Freundschaften auf einer Couch noch nicht zur Genüge erlebt. Obwohl das Spiel optisch vermeintlich harmlos daherkommt und der Sound durchgängig chillig und entspannt ist, sind die Tode brachial, ärgerlich und schmerzhaft. Dabei werden wir mal mehr, mal weniger hart vom Spiel auf unser Versagen hinwiesen. Doch natürlich ist ein Ableben durch eine Explosion etwas Aufmerksamkeit erregender als der Stille Bumerang-Tod. Insgesamt schafft es das Spiel die Mechaniken des Kampfes hervorragend durch das Sound- und Grafik-Design zu tragen. Nettes Gimmick ist nebenbei, dass zum Ende jeder Runde jeder Spieler Attribute erhält, die auf die verschiedensten Parameter zurückzuführen. So kann sich auch der vermeintlich schwächste Krieger über die Auszeichnung als Bumerang-Experte, Wasserfester oder Power-Up-Sammler freuen. Leider erhalten wir im Spiel kein Interface, das all unsere „Erfolge“ sammeln oder aufzeichnen würde, aber wer weiß, ob das nicht noch nachgeliefert wird.

Was hätte sein können …

So mancher Spieler könnte sich nun Fragen, was zusätzlich hätte implementiert werden können – Online-Multiplayerpartien, Interfaces und Statistiken, mehr Spielmodi, zusätzliche Stimmen der Charaktere? Doch auf all dies verzichten Cranky Watermelon bewusst. Sie schaffen dadurch ein flüssiges und nahezu störungsfreies Abenteuer, dass sich sowohl im Handheld, als auch im Docked-Modus allein und vor allem mit Freunden genießen lässt. Es zeigt sich in bezaubernder Optik und wortwörtlich scharfem Gameplay. Die Mechaniken sind durchdacht und stimmungsvoll und bieten genügend Spielspaß. Es zeigt sich auch, dass ein Spiel nicht nur dann gut ist, wenn es viel freizuschalten gibt, sondern auch dann, wenn es einfach nur konzeptionell und spielerisch auf ganzer Linie überzeugt. Genau das tut Boomerang Fu.

9.0Wertung
Highlight

Fazit

Boomerang Fu ist ein Multiplayer-Titel, der komplett auf lokalen Spielspaß setzt. Mit herzallerliebsten Designs und Animationen, hart umkämpften Matches und gut dosierten Mechaniken ist in Boomerang Fu der Kampf der Lebensmittel einer derer, den man ganz sicher nicht verpassen sollte.

Design
9.0
Sound
8.5
Online Multiplayer
9.0
  • Wunderschönes Gamedesign
  • Stimmige Spielmechaniken
  • Geringe Einstiegsbarriere für jedermann
  • z.T. etwas kleine Arena- und Charakterdarstellung

Vielen Dank an die Firma Cranky Watermelon für die Bereitstellung des Testmusters.

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