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WRC 8 FIA World Rally Championship

WRC 8 FIA World Rally Championship

Daniel

Mit WRC 8 FIA World Rally Championship bringt uns Big Ben Interactive das Feeling einer Rally direkt auf den heimischen TV. Dabei handelt es sich nicht um irgendein Rally-Spiel, sondern um eine Simulation der Königsklasse dieses Motorsports. Ob sich dieses Spiel ebenfalls in die Königsklasse der Rennspiele für Nintendos Hybriden vorkämpfen kann, haben wir für euch getestet. Wir bitten Sie daher nun anzuschnallen und die Startposition zu gehen.

Vom schnellen Spiel bis zum Karrieremodus – Das Gameplay und das Gamedesign

Startet Ihr das Spiel, werdet Ihr so werdet Ihr gleich vor der Qual der Wahl gestellt. Denn WRC 8 FIA World Rally Championship bietet einiges an Modi, die Ihr spielen könnt. Im Fokus dürfte dabei der Karrieremodus stehen. Bevor Ihr diesen startet, könnt Ihr den Rahmen abstecken und individualisieren. Das umfasst beispielsweise euren Namen, die Nationalität und den allgemeinen Schwierigkeitsgrad. Darüber hinaus gibt es noch eine Art zusätzlichen Schwierigkeitsgrad und dieser betrifft das Schadensmodell des Autos. Ist dieser Grad niedrig angesetzt, so wird selbst ein Crash bei hoher Geschwindigkeit gegen eine Felswand eher großzügig verziehen und geht kaum zu Lasten des Fahrzeuges. Entsprechend umgekehrt verhält es sich bei einem hohen Schadensmodell. Dies steigert den Realismus natürlich enorm. Denn ein Crash verursacht nun einmal naturgemäß Beeinträchtigungen im weiteren Fahrverhalten. Und dies wirkt sich selbstverständlich auch auf die Kosten der Reparatur aus. Die Spitzenklassen dürfte dabei der Perma-Crash sein. Bedeutet: Ist der Schaden so hoch, dass das Fahrzeug nicht mehr weiterfahren kann, dann ist das Rennen für euch gelaufen. Dann bleibt nur die Reparatur, um die Fahrbereitschaft wieder herzustellen. Und auch das hat Auswirkungen auf dem Spiel verlauf. Dazu kommen wir aber gleich.

Als nächsten Step wählt Ihr ein Fahrzeug aus und eine Fertigkeit. Anfänglich stehen nur zwei Fertigkeiten zur Verfügung: Entweder habt Ihr ein Händchen für eure Crew oder für das allgemeine Management. Bei dem einen wird die Arbeitsmoral gesteigert, mehr Erfahrungspunkte und Geld ermöglicht, bei dem anderen das Team professioneller. Der gewählte Vorteil schwindet jedoch im Laufe der Karriere, da Erfahrungspunkte euch weitere Fertigkeitspunkte freischalten, die in einem Fertigkeitsbaum verortet werden. Über kurz oder lang habt Ihr also sowieso alle Vorteile. Dieser Baum wird dann im Laufe des Spiels um zwei weitere Verzweigungen eröffnet, die sich auf die Leistung des Fahrzeugs oder um die allgemeine Verlässlichkeit auswirken.

Habt Ihr nun alle Einstellungen vorgenommen, beginnt Ihr im sogenannten Workshop. Hier findet das Management statt wie beispielsweise die Zuordnung der Fertigkeiten. Hier könnt Ihr auch Personal rekrutieren, eure Woche planen, Ziele mit dem Fahrzeughersteller vereinbaren oder das Auto reparieren lassen. Damit Ihr am Anfang nicht sofort überfordert werdet, könnt Ihr euch von einem Tutorial erklären lassen, was die einzelnen Punkte des Managements bedeuten. Das Tutorial ist dabei recht verständlich und gut erklärt.

Habt Ihr alles verstanden und ist die erste Woche durchgeplant, geht es auch schon ans Eingemachte. Die Punkte in eurem Terminkalender wollen schließlich auch abgearbeitet werden. Während die Woche stets mit dem eigentlichen Rally endet, könnt Ihr die Tage davor Testfahrten, historische Rennen, Fahrten unter Extrembedingungen absolvieren oder Ihr ordnet für die Crew einen Ruhetag an. Hier solltet Ihr gut abwägen. Denn was für das eine gut ist, geht zu Lasten des anderen. Konkret bedeutet das beispielhaft folgendes: Ordnet Ihr einen Ruhetag an, dann steigert das die Moral der Crew. Sie ist ebenfalls erholt und leistet zuverlässige Arbeit. In der Zeit könnt Ihr aber kein Geld durch Fahrten generieren oder keine Erfahrungspunkte. Über kurz oder lang müsst Ihr aber Geld verdienen, da die Crew auch Personalkosten verursacht. Von den Reparaturkosten ganz zu schweigen. Gönnt Ihr der Mannschaft jedoch keine Erholung, so leisten sie schlechtere Arbeit, was sich wiederum auf das Rennergebnis niederschlagen kann. So oder so: Ihr braucht auch abseits des Rennens ein gutes Händchen. Habt Ihr das nicht, sinkt euer Ansehen beim Hersteller. Im Worst-Case wird der Vertrag gekündigt und Ihr dürft erneut anfangen.

Das wöchentliche Hauptrennen besteht aus zwei mal zwei Rennen. Das heißt, Ihr fahrt zunächst zwei Touren. Dann kommt eine Pause, die Ihr nutzen könnt, um Schäden an euren Fahrzeug zu reparieren. Zum Abschluss gibt es wieder zwei Rennen. Gewinner des Wochenendes ist derjenige, der die höchste Gesamtpunktzahl aus allen vier Rennen geholt hat. Dabei Fahrt Ihr nicht gleichzeitig gegen andere, sondern stets einzeln gegen die Zeit. Folglich seid Ihr gezwungen, ordentlich Gas zu geben. Doch hohe Geschwindigkeiten sind nicht immer zielführend. Fahrt Ihr zu schnell in eine Kurve, droht über den Streckenabschnitt hinaus zu schießen. Oder das Heck bricht aus und Ihr verliert die Kontrolle über das Fahrzeug. Vorausschauendes Fahren ist elementar wichtig. Zu diesem Zweck sitzt stets ein Beifahrer mit im Auto, der Euch darüber aufklärt, wann die nächste Kurve kommt, wie diese sich gestaltet und gelegentlich auch einen guten Tipp, zum passenden Fahrverhalten. Für Nichtkenner mögen die prägnanten Hinweise erstmal kryptisch sein; nach und nach erhält man aber ein gutes Verständnis für diese Information. Diese werden zusätzlich dem Spieler auch via Symbole auf dem Bildschirm präsentiert, so dass man nie wirklich davon überrascht wird, was da als nächstes kommt.

Neben dem sehr umfangreichen und detaillierten Karrieremodus, sollen auch die anderen Spieltypen kurz angesprochen werden. Wem der Karrieremodus zu umfangreich ist, der kann auch die Saisonfahrten spielen. Dabei werden ausschließlich die Wochenendfahrten abgeleistet. Das gesamte Management oder andere Fahrten aus der Wochenplanung fallen dabei weg. Wer nur mal eben so fahren möchte, darf sich im schnellen Spiel austoben. Eine Art Onlinemodus gibt es ebenfalls und gestaltet sich so, dass die schnellsten Fahrer in einem Tabellenranking gelistet werden.

Die Technik unter der Motorhaube

Bekannterweise ist die Nintendo Switch nicht die Konsole, die für ihre Pferdestärken unter der Haube berühmt ist. Doch was es bei WRC 8 FIA World Rally Championship an optischen Darstellungen herumkommt, ist tatsächlich toll anzusehen. Egal, ob es der Fahrbelag wie (nasser) Asphalt, Schotter oder Schnee ist oder die Umgebung in Wäldern, Bergen, Rennparcours – allesamt wirkt sehr glaubwürdig. Sehr löblich sind dabei die Lichteffekte, insbesondere dann, wenn die Scheinwerfer in der Dunkelheit geschaltet sind. Gerade wenn auf die Ego-Perspektive geschaltet wird, bekommt man ein sehr gutes Gefühl dafür, wie gefährlich solche Fahrten sein können. Gleichzeitig haben wir hier und da ein paar technisch unsaubere Details. Die meisten davon nimmt man im wahrsten Sinne des Wortes nur am Rande war. Beispielsweise ein Strohballen, gegen welchen man brettert, sollte man die Kurve nicht gekriegt haben. Dann sieht man im Augenblick des Stillstands, dass die Textur nicht so detailliert ist. Auch gelegentliches Kantenflimmern kann man auch erkennen, doch dies ist wirklich marginal. Aber was macht das schon? Ziel ist es, die Strecken perfekt zu meistern und eben nicht irgendwo anzuhalten.

Ein grafisches Manko, welches wirklich auffällt, war beim Fahren durch einen dichten Nadelwald zu entdecken. Hier wurde bei dem einen oder anderen Baum der Level of Detail etwas skurril angesetzt. Jene betroffenen Bäume (wie auch alle anderen Objekte im Spiel) kommen mit einem Fade-In auf die Bühne. Also sie ploppen nicht herein, sondern sie erscheinen nach und nach. Und genau das wirkt unweigerlich komisch aus, da dies (bedingt durch ans Fahrzeug gebundene Kamera) aussieht, als schwingen grüne Pixelflächen mit der Kamera hin und her. Dies passiert hin und nur auf der einen und bekannten Strecke. Sieht man über diesen einen Schnitzer hinweg, bekommt Ich ein wirklich hübsches Leveldesign präsentiert, welches an keiner Stelle unglaubwürdig erscheint. Und da macht wie bereits gesagt, das Spiel eine sehr gute Figur. Im der mobilen Variante der Switch kommt erschwerend hinzu, dass Texte auf dem Bildschirm wirklich sehr klein sind. Und manchmal muss man wissen, was dort geschrieben steht. Nicht, dass aus Versehen eine Zielvereinbarung mit dem Kfz-Hersteller getroffen wird, die man nicht einhalten kann. Aber ein wichtiges Detail fehlt noch, was die optische Präsentation schlussendlich abrundet. Das Spiel läuft flüssig und butterweich. Das steigert jenes Realismusgefühl um einiges. Die wenigen Patzer werden damit allemal ausgebügelt.

Soundtechnisch gibt es ebenfalls eine solide Arbeitsleistung auf die Ohren. Im eigentlichen Spiel erhaltet Ihr passend zur guten Grafik ein auditives Rennerlebnis. Denn Ihr hört lediglich den Motor, das Jubeln der Zuschauer und allen Voran euren Beifahrer. Mag sein kommunikativer Inhalt für viele zunächst ein Buch mit sieben Siegel sein; die Umsetzung ist in einem sauberen Deutsch gehalten.

Betreffend der Steuerung könnt Ihr euch sicher sein, dass diese durch den TÜV kommt. Erwartungsgemäß mit wird dem linken Stick gesteuert, während der rechte für Kameraschwenks dient. Die Perspektive lässt sich via D-Pad einstellen. Ob in Third-Person hinter dem Auto oder Rücksitzbank oder als First-Person hinter dem Lenkrad; “auf” bzw. “vor” der Motorhaube – die Einstellungen bieten für jeden etwas. Bremsen erfolgt mit ZL; das Gasgeben mit ZR. Kurz gesagt: Die Steuer hat man schnell drauf und kann relativ sicher angewendet werden. Es gibt jedoch nur eine Kleinigkeit und diese ist nicht dem Spiel, sondern der Konzeption des Switch-Controllers zu verdanken. Es fehlt die analoge Schultertaste. Das Abstimmen der Geschwindigkeit kann nur durch ein Triggern der ZR-Taste erfolgen. Gerade bei WRC 8 FIA World Rally Championship fällt dies mehr denn je auf. Gleichzeitig ist das nicht problematisch, da diese Art der Geschwindigkeitskontrolle nur eher unschön ist, doch keinesfalls ein Totalausfall. Wie gut oder wie schlecht ein Wagen geführt wird, hängt im Wesentlichen auch von den Einstellungen im Optionsmenü ab. Hier können neben den typischen Tastenbelegungen auch die Analogsticks feinabgestimmt werden. Das Testgelände eignet sich perfekt dazu, die richtige Einstellung zu finden.

Daniel´s Meinung

Ich habe bereits einige Rennsimulationen in meiner Sammlung, wovon viele sehr gut gemacht sind. Doch mit WRC 8 FIA World Rally Championship schafft es Big Ben Interactive, meine persönliche Pole Position einzunehmen. Das Management sorgt für einige Zerstreuung neben den wirklich rasanten Fahrten. Und ich selber habe immer wieder bemerkt, wie hoch konzentriert ich beim Fahren gewesen bin. Auch wenn des Fahrverhalten am Anfang recht gewöhnungbedürftig gewesen ist, so habe ich schnell mein Fahrzeug kennengelernt und weiß es damit immer mehr besser zu handhaben. Das gleiche gilt für meinen Mitfahrer, dessen Streckenbeschreibung ich erst einmal für mich übersetzen musste, um die Information auch zu verstehen. Hat man diese Hürde genommen, fesselt das Spiel sehr an den Controller. Besonders wenn Ihr vom Ehrgeiz besessen seid und eine Strecke erneut fahrt, anstatt sich mit den hinteren Plätzen zufrieden zu geben. Ihr sucht eine wirklich gut gemachte Rennsimulation? Bei WRC 8 FIA World Rally Championship seid Ihr genau richtig!

9.0Wertung
Highlight

Fazit

Big Ben Interactive liefert mit WRC 8 FIA World Rally Championship ein grundsolides Rally-Spiel mit einem sehr hohen Gehalt an Realismus. Dies schlägt sich in nahezu allen Facetten nieder. Ob Crew-Alltag, Fahrverhalten, optische und auditive Präsentation: Die Messlatte der Realitätsnähe wurde sehr hoch angesetzt und das merkt man diesem Spiel auch an. Bedingt durch die technische Limitierung der Nintendo Switch, muss man hier und da kleine, unsaubere Details hinnehmen. Das Gesamtwerk lässt diese jedoch stark in den Hintergrund treten. Wer auch nur ansatzweise eine Affinität zu Rennspielen hat, sollte das Interesse an diesem Spiel stärken und ruhig mal einen Blick riskieren.

Design
9.0
Sound
8.0
  • Beste Rennsimulation auf der Nintendo Switch
  • Sehr umfangreich und detailverliebt
  • Eine wunderschöne Grafik…
  • … mit kleineren Abstrichen im Detail

Vielen Dank an die Firma Nintendofans für die Bereitstellung des Testmusters.

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