
Overwatch

Overwatch
NSW
- Genre
- Shoot ‘em Up
- Entwickler
- Blizzard
- Publisher
- Blizzard
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 12 lokal
- Freigabe
USK ab 16
Blizzard ist nicht gerade dafür bekannt viele Spiele zu veröffentlichen oder auf kurzlebige Hypes aufzuspringen. Vielmehr schafft es das Studio immer wieder Genres neu zu definieren oder sogar mit zu erschaffen. Sei es Warcraft, Diablo oder Hearthstone, die Spiele von Blizzard sind grundsolide und darauf ausgelegt ein großes Publikum über einen sehr langen Zeitraum anzusprechen und Spieler zu binden. Und dieser Kunstgriff gelang den Entwicklern immer wieder. Mit Overwatch sicherte sich die Branchengröße auch im Bereich der Teamshooter einen festen Platz in der Gaming-Community. Anfangs von vielen, vor allem wegen seines Comic-Looks und der leicht infantilen Art, belächelt mauserte sich auch dieser Titel zu einer echten Erfolgsgeschichte. Dabei versuchte Blizzard in diesem Fall das Rad gar nicht neu zu erfinden sondern sich durch ein gelungenes Art-Konzept im sonst eher brachial-militanten Genre zu etablieren. Nachdem das Spiel bereits für PC, PlayStation 4 und Xbox One veröffentlicht wurde, können Fans den Team-Shooter nun auch endlich mobil auf der Nintendo Switch genießen. Ob und wie die Umsetzung auf den Hybriden gelungen ist, erfahrt ihr in unserem Test.
Overwatch zur Stelle
Auch wenn das Spiel an sich keine wirkliche Handlung hat, gibt es natürlich, wie kann man es anders von Blizzard erwarten, eine komplette Welt in der Overwatch angesiedelt ist. Schauplatz ist eine technologisch fortgeschrittene Erde in der Zukunft nach den sogenannten Omnic-Kriegen.
In diesen kämpften die Menschen vereint gegen Roboter die von ihrem Weg die Menschen zu beschützen und ihnen zu helfen abgekommen waren. Um sich diesen sogenannten Omnics zu verteidigen, gründeten die Vereinigten Nationen eine Gruppe mit den Namen Overwatch. Diese vereinte Helden verschiedenster Herkunft, um gemeinsam gegen die aufbegehrenden Maschinen zu kämpfen. Durch interne Streitigkeiten und eine Abspaltung einer radikalen Splittergruppe wurde Overwatch schließlich aufgelöst und deren Aktivität unter Strafe gestellt. Als allerdings der Anführer der gemäßigten Omnic-Fraktion einem Attentat zum Opfer fällt und der Konflikt erneut zu entfachen droht, wird es Zeit für die Helden von Overwatch wieder in Aktion zu treten.
Wer sich mehr für die Geschichte und die einzelnen Helden interessiert findet hierzu auf den bekannten Videoplattformen Filmchen die euch weitere Einblicke in das Universum von Overwatch geben.
Wählt eure Rolle
Die Nintendo Switch Fassung von Overwatch bietet euch das komplette Roster an Helden. Somit könnt ihr auf stolze Recken zurückgreifen um euch ins Getümmel zu werfen. Natürlich hat jeder dieser Charaktere seine Stärken und Schwächen so wie besondere Fähigkeiten. Grundsätzlich lassen sie sich allerdings alle in eine von drei Kategorien einordnen.
Schaden: Der Name ist hier Programm. Es geht darum möglichst viel, am besten gezielten, Schaden im gegnerischen Team anzurichten. Diese Helden können zwar mächtig austeilen, allerdings meist relativ wenig einstecken und bedürfen Heilung oder Schutz.
Tank: Wie auch in Rollenspielen ist der Tank in Overwatch der Schild seines Teams und die Brechstange wenn es mal hart zur Sache geht. Der Schaden der ausgeteilt werden kann hält sich dabei in Grenzen. Hier geht es um Einstecken können und das Schild vor Schaden abzuschirmen.
Unterstützung:Unerlässlich in jedem Teamkampf ist natürlich der Heiler. Ohne ihn fällt selbst der stärkste Tank im Geschosshagel und auch der findigste Angriffs-Held bedarf ab und zu einer heilenden Hand. Zusammen mit dem Tank halten sie das Team zusammen und sind somit unerlässlich in jeder ausgewogenen Kombo.
Unabhängig eurer Präferenzen für eine der drei Klassen solltet ihr euch nicht zu sehr auf einen Typ Helden oder gar einen einzelnen Charakter spezialisieren. Es gibt immer wieder Matches in denen ihr wechseln solltet um euch dem gegnerischen Team anzupassen oder um euch innerhalb des Teams gut auf eure Aufgabe abzustimmen. Wer hier als 1-Trick-Pony unterwegs ist, wird auf Dauer wenig Spaß in seinen Teams haben. Und ohne Teamplay geht in Overwatch gar nichts.
Die Fähigkeiten eurer Helden spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt, da es euch oftmals einen enormen Vorteil bringt, wenn ihr die Fähigkeiten verschiedener Helden kombiniert. Neben aktiven und passiven Fähigkeiten, die einen gewöhnlichen Cooldown haben, gibt es noch die sogenannten Ultimates. Hier sich über die Zeit eine Leiste auf bis dieser eingesetzt werden kann. Da es sich hierbei um besonders mächtige Fähigkeiten handelt, dauert es einige Zeit bis dieser voll ist. Die Aufladung geht allerdings deutlich schnell vonstatten wenn ihr euch im Kampf gut schlagt. Solltet ihr also zum Beispiel mit euren Schüssen stets in schwarze Treffen erhaltet ihr einen Boost auf die Aufladung.
Manchmal ist es ebenfalls wichtig seinen Ultimate nicht direkt einzusetzen sondern zu warten bis man dadurch evtl. eine Niederlage noch abwenden, oder den Sieg erzwingen kann.
Schauplätze und Spielvarianten
Eure Kämpfe in Overwatch tragt ihr in verschiedenen Ländern der Welt an fiktiven Schauplätzen aus. Dabei ist Deutschland ebenso vertreten wie Nepal, China, Mexiko und viele mehr. Gespielt wird im Standard 6 v 6 in vier verschiedenen Modi, welche jeweils fest an eine Karte gekoppelt sind.
Angriff:
In diesem Modus befinden sich auf der Karte jeweils zwei Punkte die vom angreifenden Team eingenommen werden müssen. Hierzu muss mindestens ein Held des angreifenden Teams auf dem Punkt sein, ohne das sich ein Verteidiger dort befindet. Der Fortschritt der Einnahme ist in drei kleinere in einem Kreis angeordnete Abschnitte unterteilt. Sobald einer dieser Etappen erreicht ist, wird dieser Stand gespeichert, auch wenn die Verteidiger den Punkt zwischenzeitlich zurückerobern konnten. Sobald alle drei Abschnitte des ersten Punkt eingenommen wurden, muss selbiges am zweitem Punkt wiederholt werden. Die Angreifer gewinnen wenn sie dieses Ziel in der vorgegebenen Zeit schaffen. Die Verteidiger wenn sie das andere Team davon abhalten konnten.
Eskorte:
Auf diesen Karten begleitet das angreifende Team eine Fracht bis zu einem bestimmten Zielpunkt. Der Weg der Fracht ist hierbei fest vorgegeben und kann nicht beeinflusst werden. Auch hier gibt es zwei feste Checkpoints, die den Fortschritt sichern. Wie auch bei den Kontrollpunkten darf kein Held des gegnerischen Team in unmittelbarer Nähe sein, um die Fracht zu bewegen. Während die Angreifer es in Richtung Zielpunkt schieben, können die Verteidiger es zurück schieben, zumindest bis zum letzten aktivierten Checkpoint.
Kontrolle: Diese Spielart wird im Best of Three ausgetragen. Pro Karte gilt es einen Punkt zu halten bis man 100% Fortschritt in der Zielsicherung erreicht hat. Hierbei gibt es kein Zeitlimit. Ziel ist es das gegnerische Team von der Einnahme abzuhalten und selbst den Punkt zu halten um die 100% zu erreichen. Sobald ein oder mehrere Helden eines Team ohne Feind auf dem Punkt sind beginnt die Einnahme die einige Sekunden dauert. Danach steigt der Fortschritt der Einnahme. Dies kann nur durch die Übernahme durch das andere Team gestoppt werden.
Angriff+Eskorte:
Wie der Name schon vermuten lässt handelt es sich hierbei um eine Mischung aus zwei Modi.
Zunächst müssen die Angreifer einen Punkt einnehmen auf dem eine Fracht steht, diese muss, sobald der Punkt erobert werden konnte, zu einem Zielpunkt gebracht werden. Das verteidigende Team versucht natürlich zunächst die Einnahme des Zielpunkt zu verhindern. Sollte diese nicht gelingen ist die Aufgabe die Fracht aufzuhalten bevor sie den Endpunkt erreichen kann.
Zudem gibt es weitere spezielle Karten die in den Spielmodi 3-gegen-3 und im direkten Duell 1-gegen-1 genutzt werden.
Mehr Abwechslung gefällig?
Wer sich noch nicht so gut in Overwatch zurecht findet, der im Bereich Training entweder das Tutorial durchlaufen, gezielt im Trainingsbereich bestimmte Helden und deren Fähigkeiten über, oder gegen die KI im Trainingsgefecht antreten.
Wenn ihr euch fit genug fühlt könnt ihr entweder über die Schnellsuche mit und gegen andere Spieler ohne große Einstellungen loslegen. Legt fest in welcher Klasse ihr antreten wollt, und schon wird euch ein passendes Spiel zu gewiesen. Zunächst werdet ihr in ein Übungsgefecht gesteckt um die Zeit zu überbrücken bis ein ausgewogenes Match erstellt werden kann. Das gibt nicht nur Zeit um sich einzuspielen, es erspart einem auch langweilige Wartezeiten während des Matchmakings.
Im Arcade Bereich von Overwatch findet ihr allerlei abweichende Spielarten. So gibt es jeden gegen jeden, 3v3, oder aber Modifikatoren wie geringere Schwerkraft. Hier könnt ihr euch nicht nur Lootboxen durch wöchentliche Herausforderungen erspielen, sondern auch mal abseits des normalen Spiels richtig Spaß haben.
Wer es gerne etwas ernster hat, der kann in Ranglisten-Matches antreten. Hier geht es schon bei der Teamauswahl geordneter zu, und es wird um Punkte gespielt. Hier werden sich vor allem die kompetitiven Spieler gleich zu Hause fühlen.
Für Individualisten gibt es noch den Spielbrowser in dem ihr gezielt nach Settings die euch zusagen suchen könnt.
In der Option Freunde & Gruppen könnt ihr die Daten eurer Freunde einsehen, oder aber mit wem ihr zuletzt gespielt habt. So könnt ihr diese in Gruppen einladen, ihre Infos sehen, oder sie als Teammitglied meiden.
Um das Spiel optisch noch etwas aufzupeppen gibt es für jeden Helden zusätzliche Skins, Emotes, Siegerposen, Sprüche, Sprays, Highlight-Intros und Waffen. Diese findet ihr entweder in Lootboxen, oder teilweise zu speziellen Events. Im Shop könnt ihr Lootboxen für Echtgeld kaufen. Nötig ist dies für gewöhnlich allerdings nicht, da man durch Stufenanstiege und Events ziemlich Boxen Boxen umsonst erhält.
Technik
Auch wenn Overwatch schon einiges Jahre auf dem Markt ist, fordert es die Hardware dennoch immer noch heraus. Dementsprechend muss man, wie fast schon gewohnt, auf der Switch Abstriche in Kauf nehmen. Zum einen läuft das Spiel nun mit 30 FPS, dafür allerdings sehr konstant. Zum anderen sind die Texturen ziemlich heruntergeschraubt und wer die anderen Fassungen kennt, dem wird dies auch direkt ins Auge stechen. Trotz dem ist die Umsetzung Alles in Allem sehr gelungen und Blizzard hat es geschafft das Spiel, trotz optischer Abstriche, sauber zu Portieren.
Im Gegensatz zu den anderen Fassungen verfügt die Switch Version über eine Bewegungsteuerung die es euch erlaubt per Bewegung zu Zielen. Allerdings funktioniert dies nur bedingt und eine Steuerung mit einem Pro Controller sei euch hier ans Herz gelegt.
Der Sound spielt bei Overwatch nicht nur eine begleitende Rolle. Vielmehr ist es wichtig, dass ihr auf die Umgebungsgeräusche achtet. So könnt ihr schon vorab hören ob ein sich ein gegnerischer Held nähert, oder gar ein Ultimate in eurer Nähe ausgelöst wurde. Dies funktioniert auch auf der Switch tadellos.
Online-Matches wurden schnell gefunden und die Partien waren auch stabil. Da Overwatch ein reiner Online-Multiplayer-Titel ist, benötigt ihr einen Online-Zugang. Beim Spiel selbst liegen schon mal drei Monate bei, so dass ihr auf jeden Fall ohne Extrakosten testen könnt ob es sich für euch auch lohnt.
Leider gibt es keine Crosslink-Funktion. Sprich obwohl Overwatch auf der Switch über sämtliche Inhalte verfügt ist es nicht möglich einen Account zu nutzen. Wer also schon auf einem anderen System zahlreiche Stunden in Skins oder Emotes gesteckt hat, wird diese nicht auf die Switch transferieren können und andersherum geht es natürlich dann auch nicht. Das ist sehr Schade, da dies bei manchen Spielern sicherlich ein zusätzlicher Anreiz gewesen wäre.
Zum Glück ist Overwatch kein Pay-to-Win, sprich alles was ihr zusätzlich in Lootboxen erhaltet ist rein kosmetischer Natur und alle haben von Beginn an alle Helden und Fähigkeiten.
Wer die Sprachausgabe des Spiels lieber in Deutsch oder einer anderen Sprache hätte, kann diese als Pakt kostenlos herunterladen.
Fazit
Auch wenn die Wartezeit lang war, hat es Overwatch endlich auf die Nintendo Switch geschafft. Klar muss man bei den Texturen Abstriche machen und sich mit 30 FPS zufriedengeben, dafür läuft das Spiel allerdings tadellos und bietet alle Inhalte und Optionen der anderen Versionen. Somit steht dem mobilen Spielspaß nichts im Wege. Schade nur, dass es kein Crosslink gibt, um Erfolge aus anderen Versionen zu übernehmen. Wer auf der Suche nach einem guten Teamshooter mit stetig neuen Inhalten ist, der kommt an Overwatch auf keinen Fall vorbei.
- tolles Teamshooter
- sehr gut balanciert
- ausgeklügelte Spielmechanik
- kein Pay-to-Win-Modell
- niedrige Texturen
- 30 FPS
- kein Crosslink
Vielen Dank an die Firma Blizzard für die Bereitstellung des Testmusters.

