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Mutant Year Zero: Road to Eden

Mutant Year Zero: Road to Eden

Daniel

Mutant Year Zero: Road to Eden

NSW

Entwickler
Funcom
Publisher
Funcom
Konsole
NSW
Spieler
1 lokal

Mutant Year Zero: Road to Eden

Der skandinavische Publisher Funcom Oslo AS ist seit mehr als ein viertel Jahrhundert im Bereich der Videospiele unterwegs und hat jüngst für die Nintendo Switch das RPG Mutant Year Zero: Road to Eden – Deluxe Edition veröffentlicht. In einer postapokalyptischen Welt steuert Ihr ein Team aus Mutanten, die der letzten menschlichen Enklave – genannt “Die Arche” - unterstützend Hilfe leisten, um das Überleben der menschlichen Zivilisation zu sichern. Bereits recht früh ist erkennbar, dass hier offenbar so einige Spiele bzw. Filme als Vorbild dienten. Das Erkunden der Welt erinnert irgendwie an Diablo 3, das Kämpfen an Fire Emblem oder Final Fantasy Tactics – und das Setting generell an The Walking Dead oder allen anderen Endzeit-Vertretern. Ob dieser Mix überzeugen kann, wird unsere Review zu Mutant Year Zero: Road to Eden klären.

Das Jahr Null

Das Year Zero im Titel kommt nicht von ungefähr, sondern hat einen ernsten Hintergrund. Denn die Menschheit hat bewiesen, dass sie mit der Radioaktivität nicht sonderlich gut umgehen kann. Neben einer zerstörten Umwelt gibt es nun auch humanoid-ähnliche Wesen, welche der Form halber die Mutanten genannt werden. Mutanten wirken wie Menschen, sehen aber nicht wie welche aus. Zwei von denen sind Dux und Bormin. Während der Erstere aussieht wie eine Ente, ist Bormin eine Mischung aus Mensch und Eber. Diese beiden Sympathieträger stellen zu Beginn an eure Party dar und wird alsbald darauf durch Selma ergänzt. Alle drei üben den Job eines Stalkers aus. Stalker begeben sich außerhalb der sicheren Zone der Arche und erkunden das Gebiet.

Neben allerlei zu findenden Schrott und defekten Waffenteilen, gibt es Ausrüstungen und Informationen zu finden. Die Aufträge werden von dem Ältesten der Enklave erteilt. So kann es vorkommen, dass die Drei auf eine Suche-Und-Finde-Mission geschickt werden, um Informationen oder Techniken zum Überleben zu finden. Dies ist auch dringend notwendig, da die Enklave von einer nicht freundlich gesinnten Truppe bedroht werden. Diese Wesen werden Ghouls genannt und scheinen die bedauernswerten Opfer der nuklearen Katastrophe zu sein. Die Ghouls und andere Gestalten sind somit in diesem Spiel eure Gegner.

Das Gameplay und das Gamedesign

Ihr bewegt eure Party in Echtzeit durch ein mehr oder weniger offenes Terrain. Beim Erkunden des Gebietes gibt sehr häufig Schrott zu finden. Diesen Schrott solltet Ihr unbedingt einsammeln, da dieser in der Arche gegen Items wie Granaten oder Medi-Packs eingetauscht werden kann. Hier und da liegen auf defekte Waffenteile herum. Glücklicherweise gibt es auch hier in der Arche einen Fachmann dafür, welcher die Teile dafür nutzen kann, um eure Waffen ein Upgrade zu verpassen.

Erkundet Ihr die Welt, so ist Euch eine Taschenlampe stets zu Diensten, um auch die dunkelsten Ecken auszuleuchten. Solange diese eingeschaltet ist, bewegt Ihr euch auch aufrecht und lauft schneller durch die Gegend. Zum Nachteil gereicht diese jedoch dann, wenn Ihr euch Gegnern nähert. Denn um jeden Gegner gibt es einen roten Kreis, den Ihr nach Möglichkeit nicht betreten solltet. Macht Ihr es doch, entdeckt euch eurer Feind und es kommt zu Kampf. Dieser Kreis ist mit eingeschalteter Taschenlampe größer. Somit gewöhnt Ihr euch recht schnell daran, die Lampe auszuschalten und im Schleichmodus den Gegner zu nähern.

Und dieser Vorgang ist auch absolut zu empfehlen. Denn nun gilt es erst einmal in Erfahrung zu bringen, wie viele Gegner vor eurer Nase (oder Schnabel) sind, wie stark sie sind und welche Kämpfertypen da herumtummeln. An dieser Stelle sei schon einmal gesagt: Hat der Gegner ein Symbol in Form eines roten Schädels neben seiner Energieleiste, dann ist es sehr ratsam, diesen zu umgehen. Dieses Symbol sagt Euch schon vor einem Kampf, dass Ihr diesen verlieren werdet, sollte es dazu kommen.

Ist die Gegnerschar überschaubar und die Typengattungen der Kämpfer bekannt, dann gilt es abzuwägen, ob man diese Gruppe angreift. Bereits vor einem Kampf muss man sich Gedanken machen, wie die Mitglieder der Party positioniert werden. Es ist auch sinnvoll, das erste Ziel auszumachen. Denn jeder Gegner ist mit einer Gattung gekennzeichnet. Ein Schamane ist beispielsweise dazu in der Lage, weitere Gegner herbeizurufen. Diese sind zwar nicht sonderlich stark. Aber drei neue Gegner wollen dann auch bekämpft werden. Die Gattung Pyro kann euch mit Molotow-Cocktails bewerfen. Solange Ihr in Flammen steht, verliert Ihr kontinuierlich etwas Energie. Auch ein Medi-Bot kann sehr lästig sein. Solch ein Roboter kämpft zwar nicht, hat aber eine starke Panzerung und kann gefallene Gegner heilen. Ist Eure Taktik klar zur Umsetzung, geht es in den Kampf.

Auf in den Kampf!

Solange Ihr nicht von einem Gegner entdeckt werdet, habt Ihr die Initiative für den ersten Zug. Dabei habt Ihr pro Spielfigur zwei Spielzüge. Es sei denn, Ihr setzt eine Waffe ein, dann ist bereits nach dem ersten Spielzug Schluss. Solltet Ihr nicht gleich einen Waffeneinsatz durchführen, könnt Ihr Euch beispielsweise in einem bestimmten Radius bewegen und eine bessere Stellung zum Schutz aufsuchen. Anschließend könnt Ihr noch weiterlaufen, eure Waffe einsetzen oder nachladen. Alternativ könnt Ihr euch auch verstecken oder die Gegner beobachten. Letzteres führt dazu, dass Eure Spielfigur automatisch den Gegner angreift, sobald dieser die Schusslinie des Beobachters kreuzt. Da dies ein rundenbasiertes Kampfsystem ist, müsst Ihr jeden Move eures Gegners über Euch ergehen lassen. Habt Ihr die Runde heil überstanden, seid Ihr wieder am Zug.

Die Kämpfe machen unglaublich viel Spaß. Und sollte man scheitern, dann muss ernsthaft darüber nachgedacht werden, ob die gewählte Vorgehensweise auch die richtige war. Möglicherweise heißt es auch dann, dass man zurück in die Arche sollte, um seine Waffen ein Upgrade zu verpassen oder ein paar Items nachzukaufen. Wenn der Kampf erfolgreich war, dann könnt Ihr das Lager näher erkunden und nicht selten auch Ausrüstungen wie Schutzwesten.

Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad gibt es auch Erfahrungspunkte, mit denen Ihr eure Protagonisten aufleveln könnt. Ob sie dann eine spezielle Mutantenfähigkeit oder mehr Lebensenergie erhalten sollen, bleibt in eurem Ermessen. Es gibt in diesem Spiel nicht “den einen Weg”. Mutant Year Zero: Road to Eden lässt erstaunlich viele Freiheiten bei der Gestaltung des eigenen Vorgehens. Gerade hierbei hat man es mit der Stärke schlechthin in diesem Spiel zu tun.

Die technische Umsetzung

Die Steuerung des Spiels mittels Controllers ist frei von jedem Tadel. Das Spiel führt mittels weniger Erklärung in das Spiel ein, wovon auch die Steuerung betroffen ist. Diese geht aber sehr schnell in Fleisch und Blut über, sodass nicht lange überlegt werden muss, wie mit welchem Button eine gewisse Aktion durchzuführen ist. Das einzige, was man sich noch wünscht, ist ein Button, mit dem man schneller laufen kann. Da aber erschlossene Gebiete via Schnellreise fix erreicht sind, fällt das dann auch nicht mehr ins Gewicht.

Die Soundkulisse passt recht gut zum postapokalyptischen Setting. Musik gibt es jedoch kaum im Spiel. Das ist jedoch nicht schlimm. Denn nicht selten muss man sich in einem Stealth-Modus begeben und an Gegner heranschleichen. Da ist das Ruhige treffender als Begleitmusik. Die englische Sprachausgabe wirkt recht professionell und überzeugend

All das wäre nahezu perfekt, wenn da nicht noch die Grafik wäre. Zunächst sei gesagt, dass der comichafte Stil via Docking-Station auf dem TV recht sauber aussieht. Der Level of Detail ist nicht sonderlich großzügig, sodass Objekte wie Büsche in der Ferne gerne mal bemerkbar aufploppen. Während dies noch erträglich ist, muss man beim Spielen in der mobilen Variante eine unschönere Grafik hinnehmen.

Die Vermutung liegt nahe, dass die Grafik in der mobilen Spielsession heruntergeschraubt wurde, um eine konstante Framerate aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig wirkt die Darstellung von Mutant Year Zero: Road to Eden “matschiger”. Zu allem Überfluss kommen auch teilweise recht kleine Bildschirmtexte hinzu. Findet Ihr eine Notiz oder eine Information, dann ist diese im Handheldmodus schon recht schwer zu lesen. Immer hin lässt sich der optionale deutsche Untertitel zu Sprachausgabe in seiner Schriftgröße variieren.

Daniels Meinung

Wer meine Reviews kennt, der weiß, dass ich gerne auch mal meine subjektive Meinung zum Besten geben möchte, um auch die eigene Spielerfahrung mitzuteilen. Und noch nie war es mir wichtiger, dies zu tun als bei Mutant Year Zero: Road to Eden. Dieses Spiel ist für verschiedene Plattformen erschienen, jedoch nur auf der Nintendo Switch wirklich mobil spielbar. Die Grafikeinbußen im Handheldmodus könnten einige abschrecken. Wenn ich mobil spiele, dann meistens auf den Weg zur Arbeit oder ein wenig zum langweiligen TV-Programm. Ja, die Grafik ist im Gegensatz zum Dock-Modus unschöner. Aber ehrlich gesagt, hat mich das noch nicht einmal gestört. Ich bin viel zu sehr darauf fixiert, eine sinnvolle Taktik für das Hochnehmens eines Gegner-Camps zu finden, anstatt mich über “Pixelbrei” aufzuregen. Und ehrlich gesagt, ist dieser Umstand jetzt auch nicht so schlimm, dass wir es mit einem Totalausfall zu tun haben. Die Grafik ist in der mobilen Variante nicht schön, aber zweckmäßig. Ich kann nur raten, sich davon nicht abschrecken zu lassen. Denn Mutant Year Zero: Road to Eden ist ein echter Geheimtipp mit hohen Suchtfaktor. Gebt dem Spiel eine Chance. Wer unentschlossen ist, der soll es zuvor bei einem Freund zur Probe spielen oder auf einen Deal warten.

8.0Wertung

Fazit

Fazit

Mit Mutant Year Zero: Road to Eden – Deluxe Edition hat Funcom Oslo AS einen heißen Anwärter auf viele Spielstunden herausgebracht. Das postapokalyptische Thema wurde mit einer comic-ähnlichen Grafik versehen und die Protagonisten kommen sehr sympathisch herüber. Das Erkunden der Welt auf der Suche nach Schrott und Waffenteile bringt ein wenig Zerstreuung abseits der Kämpfe her. Diese ist auch mal notwendig, da die rundenbasierten Kämpfe sehr wohl überlegt sein müssen. Die Abfolge der zu bekämpfenden Gegner, eigene Positionen, die Wahl der Waffen – alles muss in die Entscheidung einfließen und könnten das Zünglein an der Waage sein. Die Steuerung ist intuitiv und der Sound passend. Während die grafische Aufmachung im Dock-Modus recht sauber dargestellt wird, muss die mobile Variante erhebliche Abstriche machen. Davon abgesehen eignet sich Mutant Year Zero: Road to Eden für die bald anstehenden dunklen Herbststunden und ist ein echter Geheimtipp für die Nintendo Switch.

Design
6.5
Sound
7.0
  • Tolles Kampfsystem
  • Individuelles Upgraden von Waffen / Charaktere
  • Viel Freiraum beim Spielen
  • Hoher Suchtfaktor
  • Mobile Version mit grafischen Abstrichen
  • Sehr kleine Texte in Mobilversion

Vielen Dank an die Firma FUNCOM für die Bereitstellung des Testmusters.

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