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Silence

Silence

Ulrich

Vor kurzem erschien Silence für die Nintendo Switch. Dabei handelt es sich um den Nachfolger zu „The Whispered World“ Ein Spiel, welches euch in eine völlig neue Welt entführt, auf der Suche nach Noahs Schwester, die plötzlich nach einem Bombenangriff spurlos verschwand. Ob sich der Ausflug in die Fantasywelt von Silence lohnt, erfahrt ihr in unserem Test.

Silence

NSW

Konsole
NSW
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 12

Der Schrecken des Krieges

Die Geschichte beginnt in einer Welt, in der Kinder den Schrecken des Krieges hautnah miterleben. Ein Luftangriff zeigt das Grauen dieser Zeit und der 16-jährige Noah flüchtet mit seiner Schwester Renie in einen Luftschutzbunker. Um ihr die Angst zu nehmen und den Lärm von außen zu übertönen, versucht er sie mit allerlei Dingen abzulenken. Nichts hilft so richtig, bis er sie mit einer Geschichte in die magische Welt von Silence „entführt“. Dabei handelt es sich um eine Art Traumwelt, eine Welt zwischen Leben und Tod. Renie lässt sich durch die Erzählung beruhigen, also plötzlich eine Bombe detoniert und der Bunker in Schutt und Asche liegt. Auch Renie ist plötzlich verschwunden und eure Reise nach Silence beginnt. Noah entdeckt dabei, dass er selbst einst gefangen in der Traumwelt war. Unter dem Namen Sadwick war er dort als Hofnarr bekannt. Eine magische Geschichte beginnt...

Die Welt von Silence

Silence ist ein starker Kontrast zum Kriegsschauplatz in der realen Welt. Bunte Pflanzen, Sonnenschein und eine fantastische Atmosphäre. Doch nicht alles ist eitle Wonne und auch Gefahren warten auf unsere Freunde. Silence wird von einer falschen Königin regiert, die unheimliche Gestalten, die Sucher, durch die Lande schickt und die für allerlei Schrecken sorgen. Es gibt aber eine Gruppe, welche gegen die Königin rebelliert und mit dieser macht ihr gleich zu Beginn des Spiels Bekanntschaft. Gemeinsam brecht ihr auf, um einen magischen Splitter zu suchen, damit ihr der Königin das Handwerk legen könnt und den Weg nachhause findet. Dabei warten allerlei witzige, seltsame und unheimliche Begegnungen auf euch.

Die Story selbst hat zwar jetzt nicht eine unheimliche Tiefe, wird aber packend in tollen Sequenzen erzählt. Die Geschichte weiß zu unterhalten und man möchte immer wissen wie es weitergeht. Vor allem zu den Charakteren baut man sehr leicht eine Bindung auf und eine emotionale Erzählweise lässt euch tief in Silence eintauchen. Der Erzählstrang ist sehr linear und es wird immer zwischen Story- und Gameplayteilen abgewechselt. Ihr spielt also quasi immer Teile der Geschichte, bevor es in der Erzählung weitergeht. Teilweise könnt ihr sogar Dialoge mitbestimmen, was wiederum etwas das Gefühl vermittelt, die Reise etwas mitbestimmen zu können – auch wenn die Entscheidungen nicht wirklichen Einfluss auf den Verlauf haben (bis auf wenige Ausnahmen).

In den Gameplaysequenzen bewegt ihr euch mit dem Analogstick durch vorgegebene Areale und untersucht alles bis auf den letzten Stein. Ihr durchstöbert in klassischer Point-and-Click Manier die Umgebung, interagiert mit Personen und/oder Gegenständen, um den Storyverlauf voranzutreiben. Mittels LR könnt ihr euch als kleine Hilfe all jene Dinge anzeigen lassen, mit denen ihr in Interaktion treten könnt. Im Unterschied zu anderen Spielen dieser Art gibt es aber keine Itemtasche. Sprich alle Dinge sind im selbigen Areal einzusetzen (zB ein Rüstungsteil, welches man bei einer Feuerstelle als Pfanne nutzt) und somit müsst ihr auch keine Items kombinieren um etwas Neues zu bauen. Gegenstände werden automatisch benutzt, sobald ihr an der richtigen Stelle seid. Der Touchscreen wird leider nicht unterstützt und so müsst ihr – egal in welchem Modus- immer mit den Sticks und Buttons arbeiten. Mit dem rechten Stick könnt ihr die verschiedenen Punkten in der Umgebung auswählen, was nicht immer ganz einwandfrei funktioniert. Oftmals erwischt man vorher ein paar Mal andere Interaktionspunkte, bis man den gewünschten erreicht. Dabei handelt es sich zwar nicht um eine große Sache, aber soll an dieser Stelle erwähnt werden.

Insgesamt gibt es drei spielbare Charaktere. Natürlich als ersteren Noah, aber auch übernehmt ihr die Rollen von Renie und Spot. In manchen Arealen müsst ihr sogar immer wieder zwischen den Charakteren hin- und herswitchen. Einen Mehrspielermodus gibt es leider nicht.

Die Raupe Spot

Hervorzuheben ist natürlich Spot! Spot ist eine Art Raupe mit besonderen Fähigkeiten. Ihr könnt immer zwischen dem gerade aktiven Charakter und Spot wechseln. Voraussetzung ist natürlich, dass er bei euch in der Nähe ist. Gerade die Fähigkeiten von Spot bringen sehr viel Abwechslung ins Gameplay. Er passt durch kleine Löcher, kann seine Form verändern in dem er sich komplett platt macht oder aufbläht. So kann er beispielsweise unter Steine kriechen und wenn er sich aufbläht so diesen in Bewegung setzen. Auch kann er sich über Abgründe legen und als Brücke dienen. Er kann Flüssigkeiten einsaugen, sich in viele kleine Mini-Spots zerteilen, unbeschadet Feuer fangen etc. Es liegt aber an euch herauszufinden wo und wann ihr welche Funktion einsetzt.

Doch die Rätsel sind nicht all zu schwer. Beim Spielen kommt eher das Gefühl eines interaktiven animierten Films auf. Es kommt so gut wie nie Frust durch Tüfteleien auf, was einen angenehmen Flow erzeugt, mit dem ihr dem Storyverlauf folgen könnt. Es wird im Prinzip nie langweilig - dafür sorgen auch eine winzige Anzahl an Minispielen.

Die Technik

Silence ist sehr stimmig, wunderschön und sprüht nur so vor Atmosphäre – perfekt für ein Fantasyspiel dieser Art. Etwas störend sind aber die doch längeren Ladezeiten. Vor allem wenn man oft Gebiete wechseln muss kann schon etwas Spielspaß durch die Wartezeit verlorengehen. Teilweise tauchen auch leichte Ruckler auf, die den Spielfluss etwas ins Stottern bringen – dennoch aber zu verschmerzen sind, da das Spiel nicht auf Geschwindigkeit aus ist. Die 2D Umgebung und Hintergründe sind wunderbar designt und das Projection-Mapping kommt hier voll und ganz auf seine Kosten. Es entführt euch in eine Art räumliches Gemälde. Auch die Charaktere sind sehr liebevoll – auch wenn sie nicht ganz mit dem Setting mithalten können. Das Spiel wurde komplett deutsch synchronisiert und das noch dazu sehr hervorragend. Die wundervollen orchestralen Klänge sind absolut ein Ohrenschmaus, welche zu einem beinahe perfekten Spielerlebnis betragen.

8.0Wertung

Fazit

Wir können einen Ausflug in die Welt von Silence nur absolut empfehlen. Des Öfteren werdet ihr euch beobachten, wie ihr Screenshots von den malerischen Motiven macht. Das Game sprüht nur voll Liebe zum Detail, auch wenn das Gameplay nicht immer ganz flüssig läuft. Die Story bietet witzige, aber auch zauberhafte, bis teils sehr bewegende Momente. Silence spielt sich wie ein interaktiver Film, bei dem ihr in Point-and-Click Manier den Spielverlauf vorantreiben müsst. Die Rätsel sind zwar nicht wirklich fordernd, aber vor allem aufgrund der Raupe Spot kommt sehr viel Abwechslung ins Spiel. Eine Reise in die Welt von Silence lohnt sich auf alle Fälle!

Design
7.5
Sound
9.5
  • tolle Story
  • zauberhafte Fantasy-Welt
  • Raupe Spot
  • tolle Vertonung und emotionaler Soundtrack
  • teils lange Ladezeiten
  • kaum anspruchsvolle Rätsel
  • keine Touchscreen-Steuerung

Vielen Dank an die Firma Daedalic GmbH für die Bereitstellung des Testmusters.

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