
Degrees of Separation

Degrees of Separation
NSW
- Genre
- Puzzlespiel
- Entwickler
- Moondrop
- Publisher
- Moondrop
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1–2 lokal
Degrees of Seperation
Interessante Spiele für die Nintendo Switch müssen nicht zwangsläufig immer aus Japan und den USA kommen. Dass dies so ist, beweist ein kleines Indie-Entwicklerstudio namens Moondrop, welches in Norwegen beheimatet ist. Pünktlich zum Valtinstag wurde durch den Publisher Modus Games das Spiel Degrees of Seperation veröffentlicht, welches ein durchaus sehr interessantes Spielkonzept mit sich bringt. Das Kernelement des Spiels ist der Gegensatz. Sei es Mann oder Frau, Sommer oder Winter, hell oder dunkel – der Gegensatz durchzieht das Spiel wie einen roten Faden.
Mann oder Frau – Die Handlung des Spiels
Ember und Rime – so die Namen unserer beiden Protagonisten – erwachen eines Tages gleichzeitig aus einem Traum und fühlten sich durch einen unbestimmten Drang dazu gezwungen, aufzustehen und in die Welt hinaus zu gehen. Und wie es das Schicksal so will, treffen sich beide auf einer Brücke zusammen. Auf den Weg dorthin hat man zunächst den Eindruck, dass beide sich an zwei grundverschiedenen Orten befinden. Während bei Ember das Setting an einen warmen Sommerabend erinnert, gleicht die Umgebung von Rime eher einem frostigen Spätnachmittag im Dezember. Erst beim Zusammentreffen stellt der Spieler fest, dass sich beide am selben Ort befinden. Dieser wird jedoch durch eine Barriere getrennt. Ember und Rime sind so nah beieinander und dennoch so fern. Denn dieser Barriere kann nicht durchdrungen werden. Als dann plötzlich die Brücke zusammenbricht und beide in die Tiefe stürzen, beginnt das große Abenteuer, um einen Weg zu finden, diese Barriere aufzulösen.
Sommer oder Winter – Das Gameplay
Degrees of Seperation ist ein Plattform-Puzzle-Spiel. Ziel ist es, durch die Levels zu kommen, in dem man diverse Türen öffnet. Für das Öffnen wird jedoch eine bestimmte Anzahl von Schals benötigt. Diese Kleidungsstücke hängen in den einzelnen Abschnitten herum und können durch das Lösen von Rätseln erlangt werden. Dabei kommen die jahreszeitlichen Eigenheiten der Protagonisten zum Tragen. Rime kann durch seine eiskalte Umgebung Wasser gefrieren lassen oder Schneebälle formen, um höhere Plattformen zu erreichen. Ember hingegen darf ins kühle Nass springen und Ebenen unter Wasser reichen oder Feuer entzünden, um damit Schalter für Maschinen zu aktivieren.
Dies erfordert ein geschicktes Führen der Figuren und gutes, taktisches Vorgehen. Denn 50 Prozent des Bildschirms sind stets mit einer entgegengesetzten Jahreszeit gefüllt und haben dem entsprechend eine andere Auswirkung auf die Umgebung. Sind die Rätsel am Anfang noch recht leicht zu durchschauen, so werden diese zunehmend herausfordernder. Hier ist ein sprichwörtliches Weiterdenken erforderlich.
Auch wenn dieses Spiel so wirkt, als wäre es ein linearer 2D-Plattformer, hat man oft die Wahl, einen anderen Weg zu gehen. Man ist nicht dazu gezwungen, alle Schals in einem Abschnitt einzusammeln, um das nächste Level zu erreichen. Dies ermöglicht einen sauberen Spielfluss, ohne dass man an einem Rätsel “hängen bleibt”.
Die Steuerung beider getrennten Hauptfiguren ist leicht zu verstehen und funktioniert gut. Es besteht die Möglichkeit, jederzeit zwischen beiden Figuren zu wechseln, wodurch ein strategisches Aufstellen möglich ist. Manchmal ist es aber auch notwendig, beide gleichzeitig bewegen zu müssen. Durch das Halten der L-Taste steuert der Spieler dann beide Figuren gleichzeitig. So lange man sich in einer Ebene befindet, in der nur Laufen notwendig ist, so lange ist die simultane Steuerung auch sehr praktisch. Spätestens wenn es aber zu Hürden kommt, muss auf den nicht aktiven Charakter umgeschaltet werden, damit dieser durch Eure Hilfe jene Hürde nehmen kann. Das hemmt für einen Augenblick den Spielfluss, ist aber auch nicht weiter tragisch. Das Springen selbst erweckt ein wenig den Eindruck, dass am Handlungsort etwas weniger als die gewohnte Gravitation vorhanden ist. Denn die Steuerung kann hier noch nachgezogen werden, was manchmal hilfreich ist, manchmal aber auch das Ziel verfehlen lässt.
Jedoch bleibt leider ein Manko, das nicht von Hand zu weisen ist. Der Kern des Spiels bleibt im Grunde immer derselbe. Man läuft durch die Welt, um auf mehr oder weniger komplizierte Art und Weise an einen Schal zu gelangen. Darüber hinaus trifft man schon recht früh im Spiel auf einen Drachen, dessen Geheimnis es zu lüften gilt. Mehr passiert im Grunde nicht. Begleitet wird dies durch eine englischsprachige Off-Sprecherin, wodurch der Eindruck entsteht, dass jemand die Geschichte aktiv beobachtet und erzählt. Wer des Englischen nicht so sehr mächtig ist, erhält durch einen deutschsprachigen Untertitel eine Übersetzung und kann somit der Story folgen. Im Gesamten ist das dann doch etwas zu wenig.
Direkte Speicherpunkte gibt es nicht. Eingesammelte Schals werden gespeichert. Unterbrecht Ihr das Spiel, so müsst Ihr bis zu eurer letzten Stelle laufen. Oder aber, Ihr findet und aktiviert einen “Stein”, der wie eine Bahnstation funktioniert. Betretet Ihr ein Level erneut, könnte Ihr in einer Achterbahnmanier bis zu einem bereits aktivierten Haltepunkt schnell durchreisen.
Licht und Schatten – Die technische Umsetzung
Degrees of Seperation ist ein unfassbares hübsches Spiel. Es läuft absolut flüssig. Es ist zu keiner Zeit zu Framedrops gekommen. Dies muss mal ausdrücklich erwähnt werden. Denn zu einem ist dies ein Indie-Titel, zum anderen richten sich die Jahreszeiten axial zu den Protagonisten aus. Dies bedeutet, dass zwei grafische Darstellungen immer gleichzeitig auf den Bildschirm gezaubert werden. Hier wird mal wieder gezeigt, dass 2D-Plattformer auch heute noch sehr gut ankommen können. Auch die Ohren kommen nicht zu kurz. Die Musik passt absolut zum Bild und ist sehr angenehm anzuhören. Moondrops beweist hier großes Geschick und lässt auf künftige faszinierende Titel hoffen.
Daniel´s Meinung
Ach wie schön. Die Technik von Degrees of Seperation lädt zum Verweilen vor dem Bildschirm ein. Dieses Coop-Spiel lässt sich sehr gut spielen und ist als Indie-Game wirklich sehr gut umgesetzt. Man spielt entweder allein beide Protagonisten oder sucht sich einen weiteren Mitstreiter. Die Rätsel strengen stets die grauen Zellen an, ohne sie zu überfordern. Trotz der guten Umsetzung und der begleitenden Off-Stimme, welche die Handlung im Spiel weiterträgt, hat mich das Spiel nie mehrere Stunden am TV gefesselt. Degrees of Seperation ist am ehesten wie ein Märchenbuch zu vergleichen, dass man einem Kind abends vor dem Schlafengehen für eine halbe Stunde vorliest. Man spielt ein Weilchen und hört dann auf. Und am nächsten Tag geht es dann weiter. So erging es mir zu mindestens. Das Spiel ist interessant genug, um es weiterzuspielen, aber zu wenig motivierend, um es in einem Rutsch durchzuspielen. Wer einem interessanten Konzept und dem Rätselspaß nicht abgeneigt ist, der kann sich hier bedenkenlos auf das Spiel einlassen.
Fazit
FazitDegrees of Seperation ist ein Puzzle-Plattformer und grundsätzlich nichts Neues im Genre. Die Idee der Einflussnahme auf die Umwelt, um die Rätsel zu lösen, ist hingegen ein tolles Konzept, was man mal gesehen haben sollte. Grafik und Sound sind harmonisch aufeinander abgestimmt und die begleitende Erzählung bringt die Story ins Spielgeschehen und wird nicht durch Cut-Szenen unterbrochen. Trotz der Jump´n-Run-Elemente bleibt es hier bei einem reinen Puzzle-Spiel. Man spielt es eher kurz denn dauerhaft vorm TV. Mit einem weiteren Mitspieler kann es allerdings eine Spielesession längerfristig binden.
- tolle technische Umsetzung
- interessantes Konzept
- non-linear
- eher kurzweilige Spielesessions
- Abwechslung minimal gehalten
Vielen Dank an die Firma Nintendofans für die Bereitstellung des Testmusters.

