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Pokémon: Lets Go, Pikachu!

Pokémon: Lets Go, Pikachu!

Ulrich

Noch bevor 2019 ein neuer Pokémon-Teil für die Switch erscheint, könnt ihr mit dem Remake der gelben Edition - Pokémon: Let’s Go Pikachu!/Evoli! bereits erste Luft schnuppern und erfahren, wie sich so ein Titel auf einer „großen“ Konsole – der Switch - macht. Wie unser Eindruck ist, erfahrt ihr im folgenden Test.

Schnapp sie dir!

Nachdem ihr euch in einem kleinen Editor euren Trainer oder eure Trainerin erstellt habt, kann es auch schon losgehen. Ihr müsst wieder einmal die Region Kanto erkunden und den Pokédex füllen. Diesen erhaltet ihr, wie gewohnt, zu Beginn des Spiels bei Professor Eich. Ebenfalls am Anfang dürft ihr wieder euer Pokémon wählen, wobei dies, je nachdem welche Edition ihr habt, von alleine passiert und ihr entweder Pikachu oder Evoli als neues Teammitglied begrüßen dürft. So beginnst du deine Reise als frischgebackener Pokémon-Trainer. Kenner der alten Version wird die Geschichte rund um Team Rocket bereits kennen.

Gleich vorweg, das neuste Pokémon spielt sich sehr erfrischend und es macht einfach sehr große Freude auf Pokéjagd zu gehen. Optisch ist das Spiel sehr gelungen und obwohl der Titel eigentlich bekannt ist, fühlt er sich dennoch anders an. So gibt es keine Zufallskämpfe mehr und wenn wir ehrlich sind, dann haben selbige auch ziemlich genervt. Jetzt tauchen die Monsterchen am Bildschirm auf und ihr habt nun die Möglichkeit diese zu umgehen oder genau jenes zu fangen, welches euer Interesse weckt. Außerdem trägt es sehr zur Atmosphäre bei, wenn die Pokémon einem ständig in der Spielewelt umgeben.

Doch auch im Kampf mit den Taschenmonstern hat sich so einiges getan. Vielen zum Trotz gibt es nämlich keine Duelle mehr, zumindest nicht gegen die Pokémon alleine im 1 vs. 1. Manche wird das vielleicht enttäuschen und vor allem stellt sich die Frage, wie levelt man denn nun im Spiel?

Ganz einfach, in erster Linie dann, wenn ihr die Pokémon einfängt. Nur bei besonderen Tierchen, wie Relaxo, kommt es zum Fight. Ansonsten genügt wie im Smartphone-Pendant das reine Einfangen. Dennoch könnt ihr hier Extrapunkte abstauben, indem ihr im Fangrating ein „Fabelhaft“ erreicht.

Ihr könnt Pokémon fangen, indem ihr die Bewegungssteuerung eurer Controller verwendet. Das gelingt mal mehr, mal weniger präzise, aber grundsätzlich funktioniert es klasse. Je aufrechter ihr sitzt, desto genauer klappt es auch mit der Wurfrichtung. Im Liegen hatte der Pokéball nur selten jene gewünschte Stärke oder Flugrichtung. Alleine im Handheld-Modus könnt ihr die Bewegungssteuerung umgehen und via Knopfdruck Bälle werfen. Der Pro-Controller wird bis jetzt noch nicht unterstützt. Entweder im Bundle oder als Extrakauf gibt es noch die Möglichkeit euren Charakter und das Werfen der Pokébälle mit dem Pokéball Plus zu steuern. Obwohl man eine Kugel in der Hand hält, ist die Steuerung sehr durchdacht und es macht großen Spaß damit ein paar Pokémon zu fangen. Sound- und Lichteffekte des Balles motivieren sehr und es ist schon ein verdammt cooles Gefühl wenn man anfangs Pikachu einfängt und ein „Pika Pika“ aus der Kugel ertönt. Das ist einmal etwas ganz anderes.

Die Steuerung ist aufgrund der Möglichkeit, einen Pokéball Plus einzusetzen, sehr reduziert. Wenn man diesen hernimmt, so könnt ihr per Druck auf den Stick mit Leuten und Gegenständen interagieren und ein Knopf auf der Vorderseite des Balles lässt euch ins Menü springen. Das war es dann auch schon.

Jetzt nochmals zurück zum „fabelhaften“ Rating. Um besonders viele Erfahrungspunkte einzusammeln, muss der Ring, welcher sich um das Pokémon bewegt, die Größe des geworfenen Pokéballs, erreichen. Die Wurfgenauigkeit wird wieder mit großartig etc. angeben. Außerdem erhaltet ihr Multiplikatoren dafür, wie schnell ihr das Wesen gefangen habt und wie neu das Pokémon war. Seid ihr da fabelhaft drauf, so könnt ihr viele Erfahrungspunkte sammeln.

Der beste Partner

Auf der Map bewegt sich Pikachu immer mit euch – außerhalb des Pokéballs. Ihr könnt auch noch ein weiteres Pokémon aussuchen, welches sich euch ebenfalls als Weggefährte anschließen darf. Seid ihr im Besitz eines reitbaren Pokémons, so könnt ihr euch auf dessen Rücken schwingen und die Wege unsicher machen. So wachsen diese Tierchen und lernen mit dir. Je mehr Zeit ihr euren Pokémon widmet, desto stärker wird deren Zuneigung. Es gibt im Menü sogar einen extra Pikachu/Evoli-Punkt, in dem ihr euer Pokémon füttern, streicheln, kitzeln oder mit diversen Kostümen, Accessoires und Frisuren ausstatten könnt. Eure wachsende Beziehung kann euch sehr zugute kommen. In Pokémon Let’s Go erlernt euer Partnerpokémon auch die so genannten Geheimtechniken, wie „Spaltschnitt“ (Zerschneider), „Himmelsritt“ (Fliegen) oder „Wellenspurt (Surfer). Ihr fragt euch wie das gehen soll? Ganz einfach, beim Fliegen werdet ihr von einem mit Luftballon betriebenen Fahrrad abgeholt und beim Surfen dient euch ein Surfbrett als Hilfe.

Natürlich trefft ihr, wie gewohnt, sehr viele Figuren, die euch im Spiel mit Tipps oder Items versorgen und gegen die ihr in klassischen Kämpfen antreten dürft. Auch begegnet ihr einigen Trainern, die euch mit Pokémon belohnen, wenn ihr ihnen 20, 30 oder 50 Einträge im Pokédex zeigt. Das motiviert natürlich zusätzlich euren Index voll zu bekommen.

Der Schwierigkeitsgrad ist recht knackig. Anfangs stellt er zum Eingewöhnen kein Problem dar, aber danach sollte man schon gut trainierte Pokémon bei sich haben. Hier hat man mit dem Pokéball Plus einen tollen Vorteil. Ihr könnt nämlich ein Pokémon quasi offline „einsperren“ und auf eure täglichen Routinen mitnehmen. Der Pokéball fungiert dann als Schrittzähler und außerdem könnt ihr durch einen Druck auf den Analogstick mit dem Pokémon im Inneren interagieren. Je mehr Zeit ihr mit dem Ball verbringt, desto mehr Erfahrung sammelt das Tierchen im Inneren. So kann es beim Befreien schon mal vorkommen, dass es gleich mal einige Levelstufen auf einmal nimmt. Natürlich gibt es auch wieder Bonbons, welche die Statuswerte eurer Monsterchen zusätzlich verbessern.

So setzen sämtliche Trainer sinnvolle Attacken ein und nützen nicht nur Verstärkungen, sondern versuchen wirklich euch das Leben schwer zu machen. Außerdem findet ihr immer wieder besonders starke Gegner, die einen vorher extra fragen, ob ihr wirklich gegen sie antreten wollt.

Habt ihr alle Arenen gemeistert, die Top Vier und den Champ besiegt, so erscheinen so genannte Meister-Trainer, die ein hohes Level von mindestens 65 besitzen und sich auf das Training eines speziellen Pokémon fokussiert haben. Gegen die könnt ihr nur antreten, wenn ihr selber im Besitz dieses speziellen Tierchen seid. So könnt ihr euch zum Schluss auch noch den „Meistertitel“ erkämpfen.

Spiel mit Freunden

Eine richtige Online-Lobby hat es leider nicht ins Spiel geschafft. Allerdings könnt ihr immerhin mit euren Freunden lokal oder online Pokémon tauschen und Einzel- als auch Gruppenkämpfe austragen. Kennt ihr keinen mit dem Spiel persönlich, so könnt ihr Leute im Internet finden und Raumcodes austauschen. Allerdings wurde dies, warum auch immer, wieder an diesen nervigen Freundescode gebunden.

Gerade für Einsteiger und kleine Kinder ist vielleicht jene Funktion interessant, die es euch erlaubt einen weiteren Spieler ins Game zu rufen. Durch das Schütteln des zweiten Joy-Cons kann ein zweiter lokaler Koop-Spieler gerufen werden. Die Kontrolle hat zwar immer noch der Hauptcharakter, aber man kann in der Welt zusammen herumlaufen, Pokémon fangen und Kämpfe austragen. Das erleichtert die Sache natürlich ungemein, da man beispielsweise in Kämpfen mit zwei Viechern antritt. Es ist so auch leichter zufälligen Trainern auszuweichen und beim Fangen gibt es die Möglichkeit die Fangwahrscheinlichkeit zu erhöhen. Werft ihr nämlich gleichzeitig die Bälle, so kann es passieren, dass beide Bälle zu einen besonders starken zusammenwachsen.

Pokémon Go

Seid ihr im Besitz von Pokémon Go auf eurem Smartphone, so könnt ihr nun die Wesen aus dem Handyspiel auf eure Switch übertragen. Zwar gibt es diese Funktion erst etwas später im Spiel, nämlich dann, wenn ihr Fuchsania-City erreicht. Dort gibt es den GO-Park, wo ihr eure Tierchen sammeln könnt. So dürftt ihr die Pokémon in diesen Park übertragen und müsst sie dann dort erneut fangen, damit sie in euer Team gelangen. Aber Vorsicht, ein Tausch ist nur vom Handy auf die Switch, aber nicht mehr umgekehrt möglich. Besitzt ihr 25mal dasselbe Pokémon, könnt ihr ein Fangminispiel starten. Dort müsst ihr es dann schaffen, alle Wesen innerhalb von drei Minuten ins Ziel zu bringen. Als Belohnung könnt ihr dann Bonbons ergattern.

Die Pokémon-Region

Pokémon Let’s Go sieht einfach umwerfend aus, vor allem, wenn man die Spiele bisher nur vom Handheld kennt. Die Grafik ist wunderbar und die Effekte sind toll. Selbst das Streicheln der Pokémon sieht verdammt niedlich aus. Alles läuft flüssig und das Erkunden der Region hat noch nie so viel Spaß gemacht. Musikalisch gibt es die klassischen Poké-Klänge, die wie gewohnt einfach stimmig sind.

Was ist der Unterschied zwischen den Editionen?

In erster Linie unterscheiden sich die Editionen im Partnerpokémon, welches ihr als Trainer mitnehmt. Dieses bleibt auch das ganze Spiel über in seiner Basisform. Weiterentwicklungen könnt ihr aber beispielsweise aus dem mobilen Game Pokémon GO transferieren. Ansonsten unterscheiden sich Pikachu und Evoli nur aufgrund ihrer Attacken.

Edition Pikachu

exklusive Attacken:
“Pika-Flash” (Elektro) und der “Plätschersurfer” (Wasser)

geheime Techniken:
diese ersetzen die VMs und hier wäre es "Wellenspurt", mit dem ihr über das Wasser reiten könnt.

Attacken durch Levelaufstieg:
- Donnerschock
- Heuler
- Rutenschlag
- Ruckzuckhieb
- Doppelkick
- Doppelteam
- Donnerwelle
- Lichtschild
- Donnerblitz
- Slam
- Agilität
- Donner

Pokémon, die es nur in der Pikachu-Edition gibt:
- Sandan
- Alola-Sandan
- Sandamer
- Alola-Sandamer
- Myrapla
- Duflor
- Giflor
- Menki
- Rasaff
- Fukano
- Arkani
- Sleima
- Alola-Sleima
- Sleimok
- Alola-Sleimok
- Sichlor

Edition Evoli

exklusive Attacken:
“Evo-Crash” (Normal), “Flackerbrand” (Feuer), “Blubbsauger” (Wasser) und “Knisterladung” (Elektro)

geheime Techniken:
diese ersetzen die VMs und hier wäre es "Spaltschnitt", welcher euch den Weg ebnet und "Himmelsritt", mit der ihr neue Orte im Flug erreichen könnt.

Attacken durch Levelaufstieg:
- Tackle
- Heuler
- Rutenschlag
- Ruckzuckhieb
- Doppelkick
- Sandwirbel
- Biss
- Sternschauer
- Bodycheck
- Risikotackle
- Rechte Hand

Pokémon, die es nur in der Evoli-Edition gibt:
- Rettan
- Arbok
- Vulpix
- Alola-Vulpix
- Vulnona
- Alola-Vulnona
- Mauzi
- Alola-Mauzi
- Snobilikat
- Alola-Snobilikat
- Knofensa
- Ultrigaria
- Sarzenia
- Smogon
- Smogmog
- Pinsir

9.0Wertung
Highlight

Fazit

Pokémon: Let’s Go Pikachu!/Evoli! ist ein sehr gelungenes Remake der gelben Edition. Mit viel Liebe zum Detail hat es GameFreak geschafft ein unglaublich gutes Game abzuliefern. Ihr werdet nostalgische Momente entdecken, aber zahlreiche Neuerungen sorgen dennoch für ein frisches Spielerlebnis. Vor allem den Einsatz des Pokéball Plus können wir euch sehr ans Herz liegen. Irgendwie versprüht er dieses: „Mittendrinn, statt nur dabei!“-Gefühl. Das Spielprinzip ist sehr motivierend und es gibt immer und überall etwas zu tun und zu entdecken. Zwar gehören 1vs.1-Kämpfe gegen andere Pokémon teilweise der Vergangenheit an, dafür hat man sich die Zufallskämpfe zur Brust genommen und die Spielewelt dementsprechend verfeinert. Pokémon Let’s Go ist ein richtiger Anheizer für das neueste Pokémon, welches 2019 erscheinen soll.

Design
9.0
Sound
8.5
Online Multiplayer
8.0
  • tolles Design
  • Pokéball Plus
  • viele Neuerungen
  • fordernd
  • Wurfmechanik nicht immer präzise
  • Online-Kämpfe nur mit Freunden

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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