
Dark Souls: Remastered
Sieben Jahre nachdem Dark Souls auf Plattformen wie der PS3 und Xbox 360 erschien, wurde nun auch die Remastered-Edition für die Switch veröffentlicht. Im Mai konnten Gamer die Version bereits auf PC, PS4 und Xbox One zocken. Nun dürfen sich auch Nintendo-Fans freuen, denn mit Dark Souls inklusive der Erweiterung „Artorias oft the Abyss“ könnt ihr nun auch eines der schwierigsten, aber beliebtesten Spiele unterwegs zocken. Wie sich die Nintendo-Version macht, erfahrt ihr in unserem Test.

DARK SOULS: Remastered
NSW
- Genre
- Action-Adventure
- Entwickler
- Bandai Namco
- Publisher
- Bandai Namco
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1–6 lokal
- Freigabe
USK ab 16
Der Kampf um Seelen
Dark Souls ist eines der beliebtesten Spiele der letzten Jahre und das zu Recht. Trotzdem muss man sagen, dass das Spiel handlungsmäßig eher weniger straff gehalten ist. Es gibt zwar eine kleine Hintergrundgeschichte, in der ihr immer wieder Informationen zur Spielewelt und deren Bewohner erfahrt, aber meistens erfolgt dies durch die Beschreibung von Gegenständen oder in Dialogen mit NPCs. Dennoch kann man sich als Spieler durch Schlussfolgerungen gut in die Welt und deren Charaktere einfühlen.
Der Titel spielt jedenfalls im Königreich Lordran. Dieses wurde vom Fluch der Untoten heimgesucht. Als Spieler selbst steuert man einen dieser Untoten und erwacht in einer Zelle. Euch wird zur Flucht verholfen und eure Aufgabe ist es, die beiden Glocken der Erweckung zu läuten, um mehr über den Fluch dieser Welt zu erfahren.
Bei sogenannten Leuchtfeuern könnt ihr durch den Fluch der Untoten immer wieder neu auferstehen, was euch natürlich zugute kommt. In der Spielewelt wimmelt es nämlich von „Hüllen“. Damit werden Menschen in Lordran genannt, die keine Menschlichkeit mehr in sich tragen und dadurch auch ziemlich aggressiv reagieren. Was es nun mit dem Fluch auf sich hat, müsst ihr natürlich nun selber herausfinden.
Technik von gestern?
Als die Remastered-Edition für PC, PS4 und Xbox One erschien, gab es viele Aufrufe von Fans. Sie erwarteten sich ihr geliebtes Dark Souls in einem optischen neuen Gewand. So, wie es eben der heutigen Technik entsprechen würde. Leider war dem nicht so und der Look ähnelte sehr stark der alten Version, vor allem was Texturen und einige Effekte betrifft. Selbst die bekannten Clipping- und Kollisionsfehler wurden kaum bis gar nicht verbessert. Auf ein Neudesign, wie bei anderen Remakes, wurde wohl bewusst verzichtet. Obwohl die Switch gegenüber den anderen Konsolen technisch sicher das Nachsehen hat, hinterlässt es auf Nintendos-Hybriden einen relativ guten Eindruck.
Natürlich merkt man dem Game das Alter an und es wurde jetzt optisch vielleicht nicht so aufgewertet, wie sich das so manche wünschen würden. Aber es sieht und spielt sich auf der Switch einfach toll. Man muss zwar auf 60fps verzichten und sich mit 30fps in 1080p zufrieden geben, aber wem das egal ist, der hat hier erneut ein echt tolles Spiel in der Hand. Es läuft alles flüssig und ruckelfrei.

Die Steuerung funktioniert super, aber wir legen euch das Spielen mit dem Pro-Controller sehr ans Herz. Nach den ersten Spielstunden und nachdem man seine ersten Ausrüstungsgegenstände erlangt hat, ist einem auch das Gameplay sofort klar und es kann auch schon losgehen. Kommt ihr damit nicht klar, so könnt ihr die Tastenbelegung frei wählen. Mit + könnt ihr jedenfalls Gegenstände anzeigen und auswählen und mit – gelangt ihr ins Gesten-Menü, welche ihr mit Y dann einsetzen könnt. Mit den linken „Steuerkreuz“-Buttons habt ihr Zugriff aufs Schnellmenü, B dient zum interagieren mit Dingen, A zum Ausweichen und per X-Knopf könnt ihr zwischen ein- und zweihändigem Einsatz eurer Waffe wechseln. Diese setzt ihr übrigens mit den R-Schultertasten ein und via L-Buttons könnt ihr gegnerische Angriffe blocken.
amiibo und DLC
Auf der Switch habt ihr ein wesentliches Goodie gegenüber den anderen Versionen – ihr könnt nämlich den exklusiven amiibo „Solaire of Astoria“ einsetzen. Mit diesem bekommt ihr die Geste „Gelobt sei die Sonne“ etwas früher im Spiel. Somit ist die Figur nicht unbedingt erforderlich, aber sie sieht einfach klasse aus. Für Sammler auf alle Fälle ein Auge wert. Außerdem wird euch bei der Switch Version von Dark Souls: Remastered der DLC „Artorias of the Abyss“ sofort mitgeliefert. Dabei handelt es sich um einen weiteren interessanten Erzählstrang, sowie neue Klingen, Zauber, Areale, sowie fünf Endgegner.

Multiplayer
Seid ihr im Besitz von Nintendo Switch Online, könnt ihr mit bis zu sechs Leuten online spielen. Somit hat From Software die Spielerzahl von vier auf sechs erhöht. Ihr könnt eure Freunde einfach über Passwörter finden und auch die Stärke eurer Kontrahenten – sprich die Levelanpassung – wird nun viel besser der euren entsprechen. Sollte ein Kumpel eine viel höhere Stufe und Waffenstärke haben, wie ihr als Host, so werden diese automatisch für diese Zeit abgewertet. Außerdem sind erstmals PVP-Gefechte für drei gegen drei oder freie Deathmatches möglich. Das Online-Spiel ist aber nicht von Beginn an möglich. Erst wenn ihr die „Dried Finger“ erhaltet, könnt ihr ins Multiplayer-Erlebnis eintauchen. Dieses gibt es nun schon viel früher, nämlich in der Burg der Untoten beim ersten Händler.
Einzelspieler
Auch viele Schauplätze in der Einzelspielerkampagne werden euch ins Schwitzen bringen. Doch zu Beginn des Spiels dürft ihr euch einmal einen Charakter erstellen. Der Editor ist jetzt nicht besonders umfangreich, doch jedenfalls könnt ihr Aussehen und Geschlecht etwas anpassen. Außerdem dürft ihr zwischen einiger Charakterklassen auswählen, wie Krieger, Vagabund, Dieb, Ritter, Jäger, Bandit, Pyromant, Zauberer, Kleriker und Bettler. Die Klassen unterscheiden sich durch die Startausrüstung und individueller Talentpunkte. Doch da ihr im Laufe des Spiels letztere selber vergeben könnt, ist es immer noch möglich euren Charakter persönlich nach seinen Bedürfnissen zu gestalten. Zu Beginn dürft ihr euch als besondere Fähigkeit ein „Geschenk“ wählen, wie zB einen Generalschlüssel, mit dem viele Türen im Spiel zu öffnen sind.
Die Welt in Dark Souls ist in offene Areale unterteilt, die teilweise labyrinthartig miteinander verbunden sind. Bei euren Abenteuern habt ihr es natürlich auch mit Gegnern und Bosskämpfen zu tun. Diese hinterlassen nach dem Kampf Seelen, die ihr zum Steigern eurer Talente oder auch als Zahlungsmittel bei Händlern verwenden könnt. Zu euren Feinden gehören schwarze Phantome, die nur erscheinen wenn ihr menschliche Gestalt besitzt. Dann gibt es natürlich noch die Untoten, Hüllen etc. In der Spielewelt entdeckt ihr auch öfters Leuchtfeuer, die eure Energie wieder herstellen und euch als Checkpoint dienen. So könnt ihr euch dort bis zu eurem nächsten Ableben in einen Menschen zurückverwandeln. Nur in menschlicher Form könnt ihr übrigens die Online-Features des Spiels nutzen.
Im Einzelspieler gibt es keine inhaltlichen Neuerungen im Vergleich zu damals, außer vielleicht, dass ihr nun nicht nur bei den entsprechenden NPC, sondern auch direkt bei Leuchtfeuern euren Eid wechseln könnt. Diese Eide haben im späteren Spielverlauf Auswirkungen auf Ziele, Waffen, Beute, Feinde und sogar auf den Multiplayer. Dieser wird je nach Eid eher kooperativ oder kompetitiv interpretiert. Doch gerade anfangs werdet ihr mit Überleben und Erkunden genug zu tun haben. Die Feinheiten entdeckt ihr im Laufe der vielen Spielestunden dann von alleine. Gerade aufgrund der verschiedenen Eide ist der Wiederspielwert sehr groß.
Neu ist auch die Verwaltung von Items. Hat man beispielsweise mehrere Gegenstände einer Art, so können diese nun auf Knopfdruck nacheinander konsumiert werden. Das Spiel ist in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln.
Fazit
Bei Dark Souls: Remastered handelt es sich vielleicht nicht um das erwartete Remake im grandiosen Neudesign, aber dennoch sieht es vor allem auf der Switch toll aus. Ihr müsst euch zwar mit 30fps begnügen, aber das Artdesign in Verbindung mit dem grandiosen Gameplay macht definitiv Lust auf mehr. Vor allem im Multiplayer gibt es etliche Neuerungen, während ihr im Solospiel kaum auf Innovationen stoßt. Immerhin bringt die Switch Version auch gleich die Erweiterung „Artorias of Abyss“ mit. Bei Dark Souls handelt es sich noch immer um ein Meisterwerk, welches ihr nun auch unterwegs genießen könnt.
- Tastenbelegung anpassbar
- Eidsystem
- verbesserter Multiplayer
- bei Leuchtfeuer mehr Möglichkeiten
- alte „Grafikprobleme“ nicht behoben
- nur englische Sprache
Vielen Dank an die Firma Bandai Namco für die Bereitstellung des Testmusters.


