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Nintendo Labo Fahrzeug-Set

Nintendo Labo Fahrzeug-Set

David
NLF

Nintendo Labo Fahrzeug-Set

NSW

Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
NSW
Spieler
1–2 lokal
Freigabe
USK ab 6

Mit Nintendo Labo hat der japanische Konzern mal wieder ganz neue und unkonventionelle Wege im Bereich der Videospiele beschritten. Dennoch ist es nicht wirklich ersichtlich ob und wie erfolgreich die Bastelei für die Nintendo Switch ist. Das Konzept hinter Labo wurde durchwegs gelobt und auch das eigentliche Produkt gut bewertet. Was den tatsächlichen Einsatz der Modelle anging, stand der das Pappspielzeug in der Kritik. Das Toy-Con 03 Fahrzeug-Set zeigt, dass Nintendo weiter an dem Produkt festhält. Ob durch die Kritik an den Vorgängern Änderungen durchgeführt wurden, erfahrt in unserer Review.

Labo - was ist das eigentlich?

Im Wesentlichen besteht Nintendo Labo aus zwei Komponenten. Zum einen hätten wir da die vorperforierten Pappbögen und weitere kleine Zubehörteile wie Ösen und Schnüren. Zum anderen noch die eigentliche Software. Letztere dient sowohl als interaktive Bedienungs- und Bastelanleitung und beinhaltet ebenfalls die passende Spielesoftware. Anders als bei herkömmlicher Software, kann man also nicht gleich los spielen, sondern muss erst mal Hand anlegen. So veranschlagt Nintendo für den Schlüssel 15-30 Minuten, für das Gaspedal 60-90 Minuten, das Cockpit 150-210 Minuten, das U-Boot 60-120 Minuten und das Flugzeug 30-60 Minuten Bauzeit. So kommen schnell einige Stunden Aufwand zusammen. Vor allem wenn man mit Kindern bastelt sollte man nicht vergessen, dass deren Geduld meist nicht die größte ist. Vor allem da man wirklich erst damit spielen kann wenn eines der Modelle fertig ist. Allerdings bietet das Konzept von Labo hier einen Vorteil im Gegensatz zu herkömmlichen Bastelorgien: Man kommt ganz ohne Schere, Kleber oder sonstige Utensilien aus. Nur die zuvor erwähnte Geduld muss man mitbringen bis die Sets dann fertig gestellt sind. Zum Glück werden die einzelnen Modelle nochmals in einzelne Schritte unterteilt, so dass man schön in Etappen bauen kann und auch immer ein kleines Erfolgserlebnis hat. Auch hier merkt man wieder, dass Nintendo durchaus weiß, was für Eltern/Kinder wichtig ist.

Bastelst du noch oder spielst du schon

Nintendo hat schon immer sehr großen Wert darauf gelegt, dass ihre Produkte jedem zugänglich sind. Labo macht hierbei natürlich keine Ausnahme. Vielmehr ist es auf die Spitze getrieben. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie viele Anpassungen vorgenommen wurden bis die Software einem breiterem Publikum vorgestellt wurde. Schließlich sind Japaner nicht umsonst als sehr akribisch bekannt. Wirklich jeder einzelne Schritt – und sei er noch so klein – wird von der interaktiven Bauanleitung bis ins Detail aufgezeigt. Um auch wirklich alles zeigen zu können kann nach belieben gedreht, gezoomt und geschwenkt werden. Auch das Vor und Zurückspulen in verschiedenen Geschwindigkeiten trägt dazu bei, dass jeder in seinem Tempo basteln kann. Sollte es mal etwas anspruchsvollere Passagen geben, werden diese mit Detailbeschreibungen und Markierung erklärt. Einen Nachteil hat das ganze allerdings. Es können keine Schritte übersprungen werden. Bei Bauanleitungen bekannter Spielzeughersteller und Möbelhäuser steht für gewöhnlich einfach ein Faktor neben einem Teil welches mehrfach benötigt wird. Bei Labo wird der Aufbau jedes einzelnen Teils nacheinander beschrieben. Und wenn es 10 mal ist. Hier wäre es wirklich mehr als sinnvoll gewesen wenn man Schritte auf eigenen Wunsch überspringen kann

Wie funktioniert Labo eigentlich

Es ist schon wirklich faszinierend ein fertiges Set in Aktion zu sehen. Schließlich sieht man bis auf die JoyCon keine wirklich moderne Technik. Und trotzdem kann man damit erstaunliche Dinge vollbringen. Im Menüpunkt Entdecken des Toy-Con-Sets erfahrt ihr hierzu mehr. Neben tieferen Einblicke in die Funktionsweise von Labo, findet man hier außerdem Anleitungen zur Dekoration und Reparatur eures Sets. Was genau machen die JoyCon? Wie werden die verwendeten Reflektoren erkannt? Was passiert wenn ihr einen Knopf betätigt oder einen Hebel umlegt? All das und vieles mehr erfahrt ihr in diesem Bereich.
Wer mit den vorgefertigten Sets nichts (mehr) anfangen kann und sich weiter mit Labo beschäftigen möchte, der ist in der Toy-Con-Werkstatt bestens aufgehoben. Dort kann man sich nämlich selbst austoben und verwirklichen. Durch den um einen vereinfachten Zugang auf die Programmierung der JoyCon und der Switch könnt ihr eigene Kreationen erschaffen. So werden durch die Festlegung von Eingabe, Mittel und Ausgabe einfache Programme selbst erstellt werden. Sprich ihr definiert welches Eingangssignal mit welcher Verknüpfung welche Reaktion hervorruft. Drückt ihr also zum Beispiel A vibriert der linke JoyCon für 5 Sekunden. Oder aber wenn der Bewegungssensor eine gewisse Position erreicht hat und der Infrarotsensor dort ein Signal erhält, dann spiele den Sound eines Lasers ab. Um einen besseren Zugang zu erhalten liefert Nintendo direkt Beispiel, zum Beispiel eine Gitarre, mit. Nintendo selbst hat zu diesem Bereich kürzlich erst selbst einen Kreativwettbewerb veranstaltet und es war wirklich erstaunlich was damit alles umgesetzt werden kann. Kleine und große Tüftler werden in diesem Bereich von Labo sicherlich auf ihre Kosten kommen.

Was erwartet euch in diesem Set?

Wie bereits Eingangs erwähnt, war einer der größten Kritikpunkte an den bisherigen Labo-Sets. Dass es nach dem Basteln einfach zu wenig gab, dass man mit den Sets anstellen konnte. Das Multi-Set hatte sich zu sehr darauf spezialisiert die verschiedenen Funktionen von Labo darzustellen und der Roboter darauf, dass es faszinierte mit Pappe einen Giganten zu bewegen. Aber unterm Strich blieb der eigentlichen Spielspaß mit den mühsam erstellten Sets einfach zu schnell auf der Strecke. Hier stellt sich die Frage ob Nintendo dazu gelernt hat. Doch bevor wir diese Frage beantworten, werfen wir einen kurzen Blick auf den Inhalt des Sets.
Wie unschwer zu erkennen ist, liegt der Fokus des Fahrzeug-Set ganz klar auf Mobilität. Und so könnt ihr im ToyCon 03 Set neben einem Gaspedal, ein Art Cockpit für Fahrzeuge, einen Joystick für Flieger und eine Steuereinheit für U-Boote bauen. Die Bauzeit der einzelnen Modelle variiert dabei extrem. So sind der Joystick und auch die Steuereinheit für das U-Boot recht rasch zusammengefaltet. Für das Cockpit samt Gaspedal solltet ihr allerdings wirklich mehrere Stunden an Bastelarbeit einplanen. Durch die sinnvolle Unterteilung ist es aber kein Problem sich schön schrittweise voran zu arbeiten.

Nach all euren Mühen wollt ihr natürlich auch Spaß mit euren Modellen haben. Beim Toy-Con 03 Fahrzeug-Set hat Nintendo zumindest ein Stück weit dazu gelernt. So setzt man auf eine Art Open World Konzept in dem ihr eure Modelle zum Einsatz bringen könnt. Das Ganze ist aber sehr einfach und kindgerecht gehalten. So könnt ihr nach dem Aufbau eine in Hexfelder eingeteilte Umgebung frei erkunden. Auf jedem Kartenteil gibt es hierbei viele kleinere Aufgaben zu erledigen und einiges zu entdecken. Einige von den Aufgaben können jeweils nur als Auto, Flugzeug oder U-Boot erledigt werden. Durch den Wechsel des „“Schlüssels“ in das jeweilige Modell Transformiert sich euer Buggy in ein Untersee-taugliches Gefährt oder eben in ein fliegendes Vehikel. In den meisten Fällen handelt es sich um einfach Bring,- oder Suchmissionen. Habt ihr genügend JoyCon zur Hand könnt ihr die Welt auch im Beifahrermodus zu zweit erkunden. Der zweite Spieler ist dann eine Art Schütze im Heck des Fahrzeugs.
Neben dem Abenteuermodus bietet das neue Set auch noch ein paar Minispiele in denen die Modelle zum Einsatz kommen. So gibt es zum Beispiel noch eine Rally, ein Slotcarrennen, eine Rennstrecke und den Kampfmodus. Alles in allem aber eher ein kurzer Zeitvertreib der an die zu knapp ausgefallenen Spiele der anderen beiden Sets erinnert. Somit bietet das Fahrzeug-Set einigen Spielspaß mehr als seine Vorgänger. Dieser ist allerdings unterm Strich auch recht schlicht und dürfte wirklich nur bei jüngeren Spielern gut ankommen.

7.5Wertung

Fazit

Mit dem Toy-Con 03 Fahrzeug-Set liefert Nintendo solide Bastelkost ab. Der spielerische Wert ist durch das Open World Konzept im Vergleich zu den Vorgängern deutlich gestiegen. Dennoch bleibt die Langzeitmotivation der Knackpunkt des Konzepts. Sollte ein weiteres Set kommen, sollte sich Nintendo hier wirklich etwas einfallen lassen. Die Modelle an sich lassen sich einfach basteln und funktionieren hervorragend.

Design
6.0
Sound
6.0
Online Multiplayer
7.0
  • toller Bastelspaß
  • gelungene Modelle
  • Kreativspaß
  • schlichte Optik
  • Langzeitspielwert gering

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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