
Mega Man 11
Lange ist es her, seitdem der Blaue Bomber das letzte mal mit einem Abenteuer über den Bildschirm hüpfte. Um genau zu sein war dies 2010 mit seinem zehnten Classic Abenteuer im Kampf gegen seinen Erzschurken Dr. Wily, der noch im 8Bit Retro-Look daherkam.

Mega Man 11
NSW
- Genre
- Shoot ‘em Up
- Serie
- Mega Man
- Entwickler
- Capcom
- Publisher
- Capcom
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 6
Acht Jahre später sieht das ganze mit seinem elften Abenteuer schon ganz anders aus. Nicht nur an der Optik hat sich einiges verändert sondern auch in Sachen Neuerungen.
Gib auf Dr. Wily!
Wir haben uns vor der Release von Mega Man 11 explizit damit zurückgehalten, Trailer vom Spiel anzuschauen damit wir nicht schon alles kennen wenn wir es endlich spielen können. Und das war keineswegs eine schlechte Entscheidung, denn so waren wir (fast) vollkommen erwartungsfrei in Hinsicht des neuen Abenteuers mit dem Blauen Bomber.
Das Spiel beginnt mit der Story in der Studentenzeit von Dr. Light und seinem Kollegen Dr. Wily. Da letzterer aber immer negativer auffällt beschließt das Gremium letztendlich Dr. Wily vor die Tür zu setzen. Was diesem überhaupt nicht passt und er den Prototyp seiner neuesten Erfindung, den "Double Gear-System", zu Boden wirft. Viele Jahre sind seitdem vergangen und Dr. Light ist gerade dabei seine letzten 8 Roboter zu checken als, wie sollte es anders sein, Dr. Wily auftaucht und diese mit dem zu Ende entwickelten Double Gear-System für sich vereinnahmt und verschwindet. Völlig überrascht davon macht sich Dr. Light daran den Prototyp des Double Gear-System in Mega Mans Schaltkreise zu verbauen um ihn mit neuen Fähigkeiten auszustatten.
Auf zu neuen Abenteuern
Das Spiel startet wie auch schon die Vorgänger Mega Man 9 und 10 direkt mit dem Auswahlbildschirm der 8 Robo-Meister, die es zu besiegen gilt. Auf diesem steht euch zudem die Möglichkeit zur Wahl via separatem Bildschirm das Spiel zu speichern oder zu Dr. Lights Labor zu gelangen, in dem ihr zahlreiche nützliche Items erwerben könnt. Hierzu zählen etwa Energietanks, Leben oder besondere Module, die des Heldens Abenteuer deutlich erleichtern können, wenn er diese in seinem System aktiviert.
Nun geht es also darum sich für einen der 8 Bossgegner zu entscheiden von dem man glaubt das dieser am einfachsten zu besiegen ist. Wer Mega Man Spiele kennt weiß wie der Spielverlauf abläuft. Hat man sich für eines der 8 Level entschieden durchläuft man jenes um am Ende auf den Robo-Meister zu treffen den es nun zu besiegen gilt. Ist das gelungen, erhaltet ihr dessen Waffe als spezielle Fähigkeit, die euch von nun an zur Verfügung steht und gegen die ein anderer Robo-Meister sehr anfällig ist. Dieses Mal hat Mega Man jedoch sein Double Gear-System parat mit dem er entweder die Zeit verlangsamen oder seine Schusskraft verstärken kann. Das hat auch den positiven Effekt das des Helden Spezialwaffen eine deutlich enormere Wirkung haben, nicht nur in Sachen Optik.

Die einzelnen Level sind sehr abwechslungsreich und überaus gelungen designt, was allerdings nicht auf jeden Abschnitt zutrifft. Das sehr erfreuliche ist aber, dass die Level im Vergleich zu den vergangenen Abenteuern deutlich umfangreicher geworden sind - geschätzterweise auf 100% bis 200% mehr des Umfangs vergangener Ableger. Das Ganze ist etwas ungewohnt aber überaus positiv anzusehen. Leider sind nicht alle Level auf hohem oder sehr hohem Niveau. Besonders jene von Acid Man und Bounce Man fallen da sehr stark ab. Besonders hervorzuheben sind die Ebenen von Block Man, Fuse Man, Tundra Man und Torch Man. Besonders bei letzterem gibt es Abschnitte in der eine Feuerwalze auf unseren Helden zusteuert und dieser versuchen muss sich durch die Gegner zu schießen um ans rettende "Ufer" zu gelangen. Diese Momente dürften besonders für ungeübte Spieler nicht ganz ohne sein. Und auch sonst ist jedes Level gespickt mit Abgründen, tödlichen Spikes oder Gegnern die unserem Helden das Leben schwer machen.
Gehen die "Wasserwelten" von Acid Man noch als durchaus Okay durch, so sind jene der Bounce Man-Stage schon eher nervig und abschreckend. Hierin hüpft man nämlich zum Großteil auf eine Art Gummibällen herum, wie man es etwa aus der Spring Man Stage von Mega Man 7 kennt, dort eben nur via Sprungfedern. Leider wirkt das ganze überladen und langweilig. Teils kann es auch frustrierend sein, weil die Kollisionsabfrage nicht so akkurat ist. Versucht man etwa an so einer Wand dieser Bälle mit einem gefühlten Abstand von einem Zentimeter vorbeizuspringen, so wird man davonkatapultiert weil man angeblich schon an diesen angestoßen ist. Das kann einem schon den Nerv rauben. Zum Glück ist dies aber das einzige Level was in unserer Erinnerung aber das schlechteste aller bisherigen Mega Man-Ableger ist.
Neue Bosse braucht das Land
Die 8 Obermotze sind im großen und ganzen sehr gelungen, sowohl optisch als auch von den Kämpfen selbt. Einzig Acid Man fällt hier wieder ziemlich ab. Bei den Taktiken der Schurken scheint man sich ein Beispiel an Mega Man X8 genommen zu haben, denn diese haben erstmals mehrere Phasen in denen sie manchmal auch unverwundbar sind. Das erfordert zum einen mehr Strategie und Denken vom Spieler und macht diese Fights damit auch länger und schwieriger. Hat man natürlich die passende Waffe, kann alles recht schnell gehen.
Hat man die 8 Robo-Meister besiegt kommt die obligatorische finale Stage zu Dr. Wily, die wieder aus 4 separaten Ebenen besteht. Und auch hier trifft man auf zahlreiche Hindernisse bis man am Ende auf, unter anderem bekannte, Bossgegner trifft. Bevor es aber zum finalen Showdown mit Wily kommt gilt es nocheinmal alle Bosse aus der Vorrunde zu eliminieren. Die Kampfarenen in denen dies noch einmal stattfindet sind sehr schick designt, der Raum in denen sich der Zutritt zu diesen 8 Bossen befindet, ist aber leider recht trist und lieblos designt.
Nach einem interessanten aber nicht überaus spektakulären Endkampf gegen Dr. Wily hat unser Blauer Bomber aber letztendlich die Welt wieder einmal gerettet.
Schade ist, das es die allseits beliebten oder auch gehassten wiederkehrenden Blöcke nur zu einem einzigen Auftritt im gesamten Spiel geschafft haben, da diese doch immer etwas Geschick und Aufmerksamkeit gefordert haben.
Challenges, Extras etc...
Wie schon aus den Legacy Collections bekannt, gibt es einen Challenge-Modus in denen es darum geht gewisse Abschnitte bzw. Momente des Spiels in einem bestimmten Zeitramen zu bewältigen. Diese sind überaus nett, kommen aber nicht ganz an jene der Collections heran. Dazu gibt es noch die dazugehörigen Ranglisten und die Option seine besten Versuche als Auto-Upload online zu stellen. Als kleines Extra gibt es noch eine Galerie die alle im Spiel vorkommenden Gegner aufzeigt, die man sich aus jedem erdenklichen Blickwinkel anschauen kann. Dabei sieht nan auch wie schön diese Gegner und Bosse designt sind. Schade ist nur, das es im Hauptspiel keine versteckten Räume, Items oder alternativen Routen zu finden gibt, wie es Beispielsweise in Mega Man 5, 6 oder 7 der Fall war. Dies hätte dem neuesten Ableger keineswegs geschadet.
Technische Präsentation, Optik und Sound
Optisch sieht der Elfer mit seinen Handgezeichneten Hintergründen zum Großteil natürlich überaus schick aus. Es gibt aber auch einige Stellen bzw. Abschnitte wo man sich mehr Abwechslung, Farbe oder Leben darin gewünscht hätte. Allerdings dürfte dies nicht jedermanns Geschmack treffen, denn viele beharren immer noch auf einen 8Bit Retro-Style. Allerdings finden wir, das die Zeit nach Mega Man 9 und 10 definitiv reif war für eine optische Veränderung.
Leider gibt es aber auch ein paar Kleinigkeiten die nicht so recht passen oder gelungen sind. Zum einen ist da die bereits erwähnte Kollisionsabfrage was auch beim Klettern an Leitern spürbar wird. Steuert man nämlich via Steuerkreuz, kann es passieren das unser Held einfach an der Leiter hängen bleibt und sich nicht weiter bewegt. In einigen brenzligen Situationen hat uns das schon Mal einige virtuelle Leben gekostet. Zum anderen sind es die Animationen bzw. der Bewegungsablauf wenn Mega Man an einer Leiter klettert. Diese sehen nicht nur unbeholfen und abgehackt aus, nein sie wirken auch noch völlig entfernt mit einem Einklang zum restlichen Spiel. Das ist überaus schade, denn wirklich rund wirkt das ganze nicht.
Auch Musikalisch ist der Elfte Ableger so eine Sache. Sprachausgabe und Soundeffekte sind sehr passend und gelungen nur bei der Hindergrundmusik dürfte es einige Leute geben die sich daran stören könnten. Es gibt zwar den ein oder anderen wirklich guten Track - der Großteil dudelt allerdings so vor sich hin und wirkliche Ohrwürmer sucht man vergebens. Diese kann man in etwa mit den Musikstücken von Mega Man 10 vergleichen, die auch schon nicht das große Highlight waren. Nicht wirklich schlecht, aber auch weg von der Klasse anderer Serienableger. Und das ist wirklich schade, war diese doch immer das Augenmerk der Spiele mit dem blauen Bomber.
Mir persönlich missfällt auch die Tatsache, das man wieder serientypische Jingels benutzt hat wie etwa jene nach dem Sieg eines Bosses oder gar nach der Auswahl des Robo-Meisters. Natürlich weisen diese einen gewissen Nostalgiefaktor auf und gehören irgendwie auch zur Serie dazu. Auf der anderen Seite wünscht man sich dann auch mal etwas Neues, denn immer das gleiche vom Alten ist auf Dauer auch nicht das optimale und geht mir persönlich für eine Wiederbelebung einer Serie gegen den Strich.
Fazit
Mega Man 11 ist eine gelungene Fortsetzung der Classic Serie rund um Dr. Wily. Trotz alter Bekannter wie Rush und eingängigem Gameplay hätten wir uns mehr Mut zu Neuem von den Entwicklern gewünscht. Sowohl vom Level-Design als auch im Bezug auf Story und Soundtrack. Es fehlt einfach das gewisse etwas auch wenn das Double Gear-System eine wirklich gute Sache ist. Letztendlich hatte ich zuletzt mit Mega Man X8 auf der Mega Man X Legacy Collection 2 deutlich mehr Freude. Dennoch ist der Elfte Ableger sehr empfehlenswert und Fans des Blauen Bombers werden sowieso ihre Freude daran finden.
- Endlich wieder ein neues Mega Man
- lange Level
- schicke Optik
- teils gelungenes Level Design
- Soundtrack nicht das Highlight
- zu wenig Mut für Neues
- Kolisionsabfrage nicht immer optimal
- Bounce Man-Stage
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


