
Overcooked 2

Overcooked 2
NSW
- Genre
- Gesellschaftsspiel
- Entwickler
- Team 17
- Publisher
- Team 17
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1–4 lokal
- Freigabe
USK ab 6
Mit Worms haben sich Team 17 in der Sparte Mehrspieler lokal und online fest in die Geschichtsbücher der Videospielgeschichte eingebrannt. Und obwohl diese Serie weiterhin fortgeführt wird, so ruht sich das Team nicht auf den Erfolgen aus, sondern sucht immer nach neue Spielideen. Mit Overcooked haben sie nun eine weitere Marke ins Leben gerufen, die in den letzten Monaten bei keiner Couch-Coop-Session fehlen durfte.
Logisch, dass es da natürlich einen Nachfolger geben musste. Wir haben uns in Overcooked 2 erneut die Schürze angezogen um uns in den Wahnsinn zustürzen der scheinbar in jeder Großküche herrscht. Ob das Rezept gelungen ist, oder das Menü verkocht wurde, erfahrt ihr im Nachfolgenden.
Hilfe, überall Unbrote!
Das Zwiebelkönigreich befindet sich mal wieder in Gefahr. Nachdem das alles verschlingenden Spaghetti-Ungeheuer besiegt wurde, kehrte wieder Ruhe ins Land ein. Allerdings verspricht sich unser leicht schusseliger König bei einem heiklen Rezept etwas und ehe ihr euch versehen könnt wimmelt es im Land von Unbroten. Ja, richtig gelesen untotes Brot terrorisiert das Königreich.
Filmliebhaber werden in dieser Anfangsszene sicherlich die Hommage an Sam Raimis Armee der Finsternis zu schätzen wissen. Wie dem auch sei, die gefräßigen Unbroten müssen in Schach gehalten werden. Hierzu müsst ihr abermals ausziehen um Meister der Kochkünste zu werden.
Handwerk will gelernt sein
Das zu Grunde liegende Spielprinzip ist auch im zweiten Teil des Spiels gleich geblieben. Allerdings gibt es einige Erweiterungen um dem Ganzen noch etwas Würze zu verleihen.
Im Prinzip, sind die einzelnen Tätigkeiten, welche das Spiel von euch verlangt, alles andere als komplex. Ihr bekommt am oberen Bildschirmrand die Bestellungen der Gäste angezeigt und welche Zutaten ihr dafür benötigt.
In der Küche stehen für alle Bestandteile Vorratsbehälter, aus denen ihr die jeweilige Zutat entnehmen könnt. Für gewöhnlich ist der erste Arbeitsschritt, das Gemüse, das Fleisch und andere Dinge klein zu schneiden. Hierzu nehmt ihr die Zutat auf, lauft zu einem Schneidebrett, legt die Zutat ab und beginnt auf Knopfdruck mit dem Zerkleinern. Ein kleiner Statusbalken zeigt euch an wie weit die Arbeit vorangeschritten ist. Während Gemüse nach diesem Arbeitsgang für gewöhnlich fertig ist, muss Fleisch zum Beispiel erst noch angebraten werden. Also packt ihr das Fleisch und bringt es zur Herdplatte, legt es in die Pfanne und wartet bis es durch ist. Danach werden die fertigen Zutaten auf einen Teller gegeben und zur Essensausgabe gebracht.
Neu im zweiten Teil ist die Möglichkeit Zutaten werfen zu können. Dadurch könnt ihr euch im Prinzip Laufwege sparen. Allerdings nur dann, wenn ihr euer Ziel nicht verfehlt. Während also ein eingespieltes Team seine Effizienz dadurch enorm steigern kann, werden Anfänger einfach nur die Küche in einen hygienisch nicht haltbaren Zustand versetzen.
Ebenfalls neu sind Küchengeräte wie zum Beispiel der Mixer. Hier müssen ausgewählte Zutaten vermengt werden bevor sie gekocht oder gedünstet werden können.
Klingt doch trotzdem irgendwie einfach, oder?
Ist es aber nicht, denn es gibt viele Kleinigkeiten die beachtet werden müssen. Eine Pilzsuppe zum Beispiel benötigt drei geschnittene Pilze. Wer jetzt meint, dass er einen nach dem anderen Pilz gemütlich schneidet und in den Kochtop gibt, der irrt sich. Schon während der Zubereitung kann das Essen anbrennen, wenn die nötigen Zutaten nicht zeitnah vermengt werden. Sind alle Bestandteile im Topf, sollten sie ebenfalls nur die vorgegeben Zeit auf dem Herd bleiben sonst verbrennt euer Essen und ist ungenießbar. Selbiges gilt für das Anbraten von Fleisch. Solltet ihr euren Einsatz verpassen, müsst ihr zum Feuerlöscher greifen um den Herd danach wieder nutzen zu können.
Leider besitzt ihr keine Spülmaschine und das macht sich schnell bemerkbar. Zu Beginn habt ihr einige frische Teller in der Küche die ihr nutzen könnt. Doch diese gehen schnell zur Neige. Und ohne Teller können keine neuen Gerichte an die zahlende Kundschaft rausgehen. Also müsste ihr dreckige Teller die retourniert werden abholen, zur Spüle bringen und per Knopfdruck reinigen. Auch dies benötigt wieder Zeit. Wer also einen fertigen Burger auf dem Grill hat, aber keine sauberen Teller, der hat ein Problem. Schnell zum Herd und die Pfanne nebenan abstellen, zur Spüle hasten und einen Teller sauber machen. War da nicht noch was auf dem anderen Herd gestanden? Und wo ist der Salat den der Kunde auf seinem Burger haben wollte? Ihr seht schon, es gehört einige Koordination innerhalb der Küche dazu um die Level mit einer guten Punktzahl abzuschließen. In dem ganze chaotischen Treiben brennt nämlich nicht nur gerne mal etwas an oder wird vergessen, man drückt auch gerne in der Hektik mal die falschen Tasten und der Koch steht er nur in der Gegend herum anstatt Tomaten zu schneiden.
Gerade wenn man alleine spielt hat dies fatale Auswirkungen auf euren Kundenservice und eure Wertung. Denn nach jedem Level wird abgerechnet wie viele Bestellungen ihr pünktlich und richtig liefern konntet. Die erhaltene Punktzahl wird dann in eine Wertung von 1-3 Sterne umgerechnet. Ähnlich wie bei Mario werden diese zum Freischalten weiterer Level benötigt.
Während die ersten Level noch relativ gnädig sind, zieht die Herausforderung stetig an. In Sachen Umfang liegt der zweite Teil im gleichen Rahmen wie der Erstling. Durch gute Leistungen könnt ihr Bonus-Level, genannt Kevin-Level (der Hund des Königs), freischalten. In diesen werden besonders knackige Herausforderungen an euch gestellt.
Die richtige Location
Auf eurer Reise ein guter Koch zu werden, bewegt ihr euch wie in Overcooked über eine Karte welche durch ihre hexförmigen Plättchen ein bisschen Strategiespielfeeling aufkommen lässt. Neu sind Schalter die beim auslösen bislang unzugängliche Gebiete freischalten.
Das Prinzip der Vielfalt wurde auch im zweiten Teil beibehalten. Ob nun Burger oder Sushi, Salate oder Suppen. Gekocht wird zu Boden, Wasser und Luft in absolut abgedrehten Levels und Restaurants.
Die Karten auf denen ihr spielt haben dabei nicht nur einen optischen Zweck. Befindet ihr euch zum Beispiel in eine Straßenküche wieder, so laufen Passanten quer durch eure Küche und blockieren eure Köche. Seid ihr auf hoher See, so kann der Seegang dazu führen, dass sich eure komplette Einrichtung auf einmal verschiebt. Zudem gibt es Portal die verschiedene Levelteile verbinden, Treppen die nur zu bestimmten Zeiten erscheinen oder sich bewegende Plattformen die ihr in eure Planung mit aufnehmen müsst.
So sitzt euch also nicht nur die Zeit und eure Gäste mit Bestellungen im Nacken, auch die Umgebung stellt euch jedes Level vor besondere Herausforderungen.
Jetzt auch online chaotisch
Ihr könnt Overcooked 2 und seine Herausforderungen ganz alleine angehen, aber zum einen ist das ganz schön herausfordernd und zum anderen nicht mal ansatzweise so lustig. Die Zusammenarbeit und Koordination selbst mit den besten Freunden ist alles andere als einfach und so artet das Geschehen gerne mal in ein absolutes Durcheinander und Chaos aus.
Solltet ihr in den heimischen vier Wänden gerade niemanden zur Hand haben mit dem ihr Spielen könnt, so verfügt der zweite Teil des Spiels zum Glück über Online-Funktionen für fast sämtliche Spielmodi. Ob nun Arcade oder gegeneinander, euch stehen zahlreiche Optionen zum mit- bzw. gegeneinander zur Verfügung. Zugegeben alleine schon wegen der Koordination und allem voran dem Spaßfaktor ist das lokale Spiel zur bevorzugen. Aber dennoch ist es schön, dass die Entwickler dem Wunsch der Fans nach Onlineoptionen nachgekommen sind. Im Prinzip könnt ihr mit euren Mitspieler durch Emotes kommunizieren. Allerdings wäre es eher ratsam einen gemeinsamen Sprachchat zu nutzen.
Im Laufe eurer Kochversuche schaltet ihr übrigens auch immer mehr Köche frei. Auch wenn diese sich nur optisch unterscheiden macht es dennoch Spaß, und sorgt für mehr Übersicht im Mehrspielermodus, mit den teils echt witzigen Kreaturen in der Küche umherzuhetzen.
Technik
Während der erste Teil zu Beginn noch Probleme mit der Bildrate hatte, bekommen wir Overcooked 2 sauber serviert
Akustisch heizt euch der Titel durch feurige Rhythmen ein welche das Gefühl von Stress und Hektik noch unterlegen.
Die Steuerung geht, egal für welche Spielweise ihr euch entscheidet, problemlos von der Hand. Auch die Ladezeiten sind angenehm kurz, so dass keine nervig langen Wartephasen entstehen.
Beim Onlinemodus wäre ein Filter für Regionen mehr als sinnvoll gewesen. Spielt ihr mit Zufallsspielern, kann es passieren, dass diese von überall aus der Welt kommen. Dies führt unweigerlich zu Lags und Rucklern, welche bei einem solchen Spiel den Fluss absolut zerstören. Bleibt zu hoffen, dass so etwas noch nachgereicht wird. Ansonsten ist das Spiel mit Freunden zu empfehlen.
Fazit
Overcooked 2 lässt nichts anbrennen. Das Gameplay ist gewohnt chaotisch-genial und ist der Garant für jede Couch-Coop-Party. Man kann den Titel zwar auch alleine spielen, aber dabei geht sehr viel des Flairs verloren. Durch neue Küchengeräte und die Option des Werfens, haben die Entwickler der Spielmechanik kleine aber wirkungsvolle Zusätze verpasst. Durch die nun endlich verfügbaren Onlinefunktionen könnt ihr nun auch mit Freunden die etwas weiter weg sind Kochsessions veranstalten. Wer Overcooked mochte wird Overcooked 2 lieben.
- Partykracher schlechthin
- neue Mechaniken
- Onlinemodi
- keine Online-Regionen
Vielen Dank an die Firma Team 17 für die Bereitstellung des Testmusters.

