
Mega Man Legacy Collection
Mega Man Legacy Collection
3ES
- Genre
- Jump ’n‘ Run
- Serie
- Mega Man
- Entwickler
- Digital Eclipse
- Publisher
- Capcom
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 6
Mit der Mega Man Legacy Collection bringt Capcom eine Compilation der ersten 6 NES-Mega Männer auf die Nintendo Switch, die es schon fast 3 Jahre auf anderen Systemen gibt. In Japan und Nordamerika auch als Teil-Retail-Variante verfügbar, erscheint die Collection in unseren Gefilden ausschließlich als Download. Ob sich die Anschaffung dennoch lohnt, erfahrt ihr in unserem Test.
Wer kennt ihn nicht?! Capcoms blauen Bomber, der seinen ersten Auftritt 1987 auf dem japanischen Famicom hatte, der dort allerdings unter dem Namen Rockman bekannt ist. Um diesen Test nicht überdimensional lang zu gestalten werden wir uns hierin nur die generelle Umsetzung der Sammlung begutachten sowie die Technik und die diversen Bonis unter die Lupe nehmen.
Wer unsere ausführlichen Tests zu Mega Man 1-6 nachlesen möchte, kann dies gern unter den nachfolgenden Links tun.
Das Spiel startet mit dem Hauptmenü, in welchem dem Spieler die Optionen Spiele, Herausforderungen, Musikwiedergabe, Einstellungen und Steuerung sowie amiibo scannen zur Auswahl.
Die Option „Spiele“ bietet die Teile Mega Man 1-6. Hat man sich für einen der sechs Teile entschieden, kann man sich in der Datenbank Mega Man und sämtliche Protagonisten des jeweiligen Ablegers samt Beschreibung anschauen. In den Einstellungen kann man nochmal die Steuerung anpassen, den Border an und ausschalten sowie die Version wählen. Hinter der Auswahl „Museum“ verbergen sich vom jeweils gewählten Spiel zahlreiche Fotos von den Original Verpackungen, der Module, der Anleitung, Werbeprospekte, Charakterdaten sowie Produktions- und Konzeptentwürfe.
Heldenhafte Herausforderung
In den „Herausforderungen“ findet der Spieler 54 Aufgaben die gelöst werden wollen. Diese kann man am ehesten mit der Spielserie NES-Remix vergleichen. Hier gilt es etwa bestimmte Szenen aus den Mega Man Abenteuern nachzuspielen bzw. zu durchlaufen. So gibt es zu jedem der sechs Teile je 2 Remix-Aufgaben, eine Megamix-Herausforderung sowie ein Bosskampf Rush, in dem es darum geht, alle 8 Bossgegner nacheinander zu besiegen. Die diversen Aufgaben sind je in einzelne Abschnitte unterteilt, immer an jenem Punkt wo ein Schnitt stattfindet und zur nächsten Szene wechselt. Die darin aufgesammelten Objekte wie Energie- oder Megatank können aber nur in dem Abschnitt, in dem sie aufgesammelt wurden benutzt werden. Kommt man in den nächsten Abschnitt oder verliert ein Leben, sind diese auch wieder weg. Passiert letzteres, startet das Geschehen vom letzten „Checkpoint“ neu.
Zu weiteren Herausforderungen zählen noch diverse Kämpfe gegen Wilys Roboter, anderen Big-Bossen oder gar Mashups zwischen den verschiedenen Teilen. So durchläuft man etwa bei dem „MM1-4 Mashup“ durcheinander Szenen aus den Mega Man Teilen 1 bis 4. Bei den meisten Aufgaben steht dem blauen Bomber seine volle Waffenpalette zur Wahl – bei einigen steht dem Helden aber nur seine Standard-Wumme zur Verfügung. Besonders die letzten Aufgaben dürften ungeübte Zocker auf Granit beißen lassen, da diese ohne Hilfsmittel und Spezialwaffen nur mit viel Geschick und Übung zu meistern sind. Jede Aufgabe läuft auf Zeit und je nachdem wie schnell man diese gelöst hat, bekommt man ein blaues, silbernes oder goldenes Helm-Icon als Belohnung. Die Länge der Aufgaben ist dabei sehr unterschiedlich – sie kann unter einer Minute liegen, sie kann aber auch deutlich über 5 oder gar 10 Minuten sein. Für jede gibt es allerdings auch eine bestimmte Zeitvorgabe – wird diese überschritten ist die Aufgabe gescheitert. Der Herausforderungs-Modus ist ein wirklich gelungenes Element der Spielsammlung und macht wirklich viel Spaß. Leider kommt es aber auch vor, das sich bestimmte Szenen in den unterschiedlichen Aufgaben wiederholen, was schade ist. Levelelemente gibt es ja schließlich reichlich in den Mega Man Abenteuern. Besitzer eines Mega Man-amiibo können sich über zusätzliche Herausforderungen freuen.

Wie der Name schon sagt, kann man sich in der „Musikwiedergabe“ sämtliche Musikstücke der sechs Mega Man- Abenteuer anhören. Dazu gehören allerdings keine Soundeffekte, was aber auch nicht nötig ist. Schade ist nur, das man die Musiktitel nicht hintereinander ablaufen lassen kann, sondern immer wieder neu anwählen muss um das nächste hören zu wollen. Hier wäre eine Auto-Run-Funktion wünschenswert gewesen.
In „Einstellungen und Steuerung“ besteht die Möglichkeit die Steuerung individuell zu gestalten und diverse Einstellungen vorzunehmen. Hierin merkt man auch die Unterschiede zu den großen Konsolen-Versionen. Die Handheld Variante verzichtet in den Optionen z.B. auf TV Filter und bietet nur eine Bildgröße. Eine Besonderheit der 3DS-Fassung, und für Fans sicherlich ein noch größeres Kaufargument, ist die Möglichkeit zwischen den US-Mega Man- und den japanischen Rockman-Spielen zu wählen. Wer also schon immer mal die original japanischen Fassungen spielen wollte, bekommt mit dieser Collection die Möglichkeit dazu. Eine wirklich tolle Geste von Capcom, diese in der Handheld-Variante mit anzubieten.
Einmal Zurückspulen bitte...
Die Switch-Fassung bringt ein gänzlich neues Feature zur 3 Jahre alten Collection, nämlich eine Rückspul-Funktion. Mit dem L-Button kann man wirklich zu jederzeit das Spielgeschehen zurückspulen was den Vorteil mit sich bringt, dass man erstens nicht so viel speichern muss um einem eventuell eintretenden virtuellen Tod vorzubeugen, sondern diesen auch sogleich rückgängig machen zu können. Fällt der blaue Bomber beispielsweise in einen Abgrund oder weicht einer Attacke zu spät aus und stirbt dadurch, kann man sofort das Geschehen zurückspulen und es sogleich erneut Versuchen und nun besser machen. Dieses Feature macht die Spiele natürlich ungemein leichter, zumindest hilft es, diese einfacher zu meistern. Dadurch geht aber gewiss auch einiges vom gewohnten Flair dieser Spiele verloren, was ja den Reiz der Spiele ausmachte. Hier sollte man wirklich abwägen, ob es Freude bereitet und Sinn macht, dieses Feature ständig zu benutzen.
Technik und Präsentation
Die Präsentation ist sehr schick und im typischen Mega Man Design gehalten, wenn auch im Menü etwas schlicht. Die Aufmachung der Spieleauswahl mit den japanischen original Covern oder deren Namentlich abgeänderte Mega Man-Variante passt sehr gut und macht optisch mehr her als die vor Jahren erschienene Anniversary Collection.
Leider muss man auch kleine technische Mängel anmerken. So laufen die Hintergründe nicht wirklich flüssig, sondern wirken teils etwas abgehackt. Das war auf den NES-Originalen und auch bei den Varianten auf Xbox One und PS4 keinesfalls so. Etwas ärgerlich ist auch die Tatsache, dass es bei der Steuerungseingabe zu Input Lags kommt, wodurch die Reaktion bzw. Ausführung der Aktion etwas verspätet kommt.
musikalischer Genuss
Für seine gelungenen Musikstücke sind die Mega Man-Abenteuer ja hinlänglich bekannt, da muss man nicht mehr viel sagen. Diese sind durchweg sehr gut und bieten teils die mit besten Melodien der NES-Ära. Auch die für das Menü erstellten Remixe passen sehr gut zum Spiel, hätten aber auch etwas abwechslungsreicher ausfallen dürfen.
Fazit
Die Mega Man Legacy Collection bietet eine sehr gute Möglichkeit die ersten 6 Abenteuer des blauen Bombers kennenzulernen und zu genießen. Auch ist es toll, dass man die japanischen Originale mit in die Collection gepackt hat. Dank des Herausforderungs-Modus sowie der vielen Bonis wie das Musik-Menü und dem Museum bietet die Legacy Collection nicht nur Mega Man Fans viel fürs Geld. Wenn man bedenkt, dass normalerweise einzelne NES-Spiele mit je 4.99 Euro zu Buche schlagen, liegt man hier für die 6 NES-Klassiker + Bonus mit 14.99 Euro ziemlich günstig. Dank der Rückspul-Funktion werden wohl nun auch Muffel von schweren Spielen gefallen an Mega Mans Abenteuern finden.
- Rückspul-Funktion
- Herausforderungs-Modus
- zahlreiche Boni
- US- und Japan-Version wählbar
- nur als Download erhältlich
- kleine technische Mängel
Vielen Dank an die Firma Capcom für die Bereitstellung des Testmusters.

