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Batman: The Telltale Series

Batman: The Telltale Series

Tommy

Bisher gab es auf keinem Nintendo System die Spiele von Teltale, welche mitunter sehr beliebt und gut sind. Darunter zählen etwa „The Walking Dead“ oder „The Wolf Among us“. Erst vor kurzem ist mit Minecraft: Story Mode für die Switch das erste Spiel dieser Software-Schmiede für ein Nintendo System erschienen. Mit Batman – The Teltale Series erscheint nun das zweite Spiel und wir verraten euch in unserem Review ob es sich lohnt.

Batman: The Telltale Series

NSW

Serie
Batman
Entwickler
Telltale Games
Konsole
NSW
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 16

Gotham ist in Gefahr

Wir befinden uns in Gotham City. Bruce Wayne kämpft wie jede Nacht gegen das Verbrechen in der Stadt, Korruption und die Fronten der Unterwelt. Und er ahnt noch nicht, das einige seiner Vermeintlichen Freunde viel tiefer in diesem Sumpf mit drin stecken als er es sich vielleicht vorstellen könnte.

Wer Spiele von Teltale kennt weiß wie diese ablaufen. Es gibt Szenen in denen Cutscenes mit eingebundenen Quicktime Events ablaufen. In diesen müssen in einer sehr knapp bemessenen Zeit vorgegebene Tasten oder Kombinationen gedrückt werden um zum Erfolg zu gelangen. Zumeist handelt es sich dabei um Kämpfe die der Rächer der Nacht gewinnen muss. Gelingt es dem Spieler nicht besagte Tasten rechtzeitig zu drücken, kassiert Batman oder sein altes Ego Bruce Wayne schon mal das ein oder andere Veilchen oder Verletzung, die mitunter auch zum Ableben des Helden führen kann. Passiert dies, startet das Geschehen beim letzten Checkpoint, der meist der Beginn jener Cutscene ist. Um einem möglichen Ableben zu entgehen gilt es also schnellstmöglich jene Kombinationen einzugeben um aus einem Kampf siegreich hervorzugehen. Hierbei hätte man die Reaktionszeit auch einen Hauch länger einstellen können. Es gibt zwar auch Szenen in denen das korrekte wählen bzw. eingeben jener geforderten Tasten ohne Probleme machbar ist – jedoch gibt es auch einige Momente in denen das ganze schon recht absurd wirkt, so schnell wie man da reagieren soll.

Neben diesen gibt es Szenen in denen Batman nach Beweisen suchen und diese mitunter auch kombinieren muss, um zu einem schlüssigen Ergebnis zu gelangen. Diese sind recht interessant, können aber nicht davon ablenken, das es die fast einzigen Spielrelevanten Augenblicke sind, in denen man sich mit dem Hauptcharakter frei bewegen kann. Hier darf man behaupten das diese Szenen etwa 8-10% des Spiels entsprechen, der Rest sind Sequenzen mit Quicktime Events oder Entscheidungen die man treffen muss. Das ist sehr schade, denn etwa bei „The Walking Dead“ oder „The Wolf Among us“ waren diese Szenen in denen man sich frei bewegen kann deutlich länger und öfter vertreten.

Der dritte Kernpunkt des Spiels sind die gerade angesprochenen Entscheidungen, die quasi im Minutentakt auf den Spieler treffen. Hierbei steht es dem Helden frei ob er sarkastisch oder ernsthaft antwortet oder aber nichts dazu sagt. Ebenso stehen Entscheidungen an, in denen er sich für seine grundlegenden Grundsätze entscheiden kann oder aber auch kurzzeitige Allianzen mit Kriminellen eingehen um schneller an sein Ziel zu gelangen.

Und hier treffen wir auch schon auf einen weiteren Kritikpunkt, denn für diese steht dem Spieler eine nur recht spärliche Zeitspanne zur Verfügung. Diese 4 Auswahlmöglichkeiten werden noch während des Gespräches des Gegenübers eingeblendet und man wird somit schon dazu gedrängt sich schnellstmöglich für eine Antwort zu entscheiden, obwohl man noch gar nicht komplett weiß was der Gegenüber noch alles sagt. Ist dieser fertig mit reden ist zumeist dann auch die Zeit abgelaufen. Spieler die des englischen nicht mächtig sind werden hier auf größere Probleme stoßen, da sie einerseits die Bildschirmtexte lesen müssen und zeitgleich die Auswahlmöglichkeiten der zur Verfügung stehenden Entscheidungen. Und das wird ganz schnell zu einem Krampf, da man sich weder auf das eine, noch auf das andere richtig konzentrieren kann. Dem hätte man einfach entgegenwirken können, wenn man die Reaktionszeit für die Entscheidungen des Helden etwas verlängert hätte. So steht man des öfteren da und entscheidet sich einfach aus Zeitdruck in letzter Sekunde für eine Variante, nur um etwas gewählt zu haben.

Und hier spielt auch eine weitere Tatsache mit in diesen Punkt, nämlich die Bildschirmtexte. In den Optionen kann man diese zwar zwischen „Klein“, „Mittel“ und „Groß“ umstellen, jedoch sind die Proportionen der Größe eher ungünstig ausgefallen. Die kleinste Schrift ist dabei so klein, das man selbst auf einem 49Zoll LCD nur sehr schwer etwas erkennen kann. Die Mittlere Größe ist zwar etwas größer, allerdings auch noch recht klein, wobei auch die Schriftfarbe ihr übriges tut und eher mit dem Hintergrund zu verschwimmen scheint anstatt hervorzutreten. Wählt man letztendlich die letzte Option, die größte Schrift, ist diese wieder so enorm, das sich diese über zwei Zeilen zieht und vom linken bis zum rechten Bildschirmrand geht. Dies bringt wieder den Nachteil mit sich, das man zum lesen wiederum deutlich mehr Weg mit den Augen zurücklegen muss und somit noch mehr Zeit benötigt als ohnehin schon. Das mag in der Theorie vielleicht albern anmuten, für jene die auf die Bildschirmtexte allerdings angewiesen sind, kann dies überaus frustrierend wirken.

Entscheidungsfreiheit?

In vielen Situationen wird angegeben das sich diverse Personen an eure Entscheidungen erinnern werden. Auch wird am Anfang des Spiels damit geworben das eure Entscheidungen das Spielgeschehen beeinflussen werden was auf einer Art zwar stimmt – spielt man hingegen das Spiel auch ein weiteres Mal durch erkennt man recht schnell, das dies nur bedingt so ist. Um das ganze erklären zu können kommen wir nicht umher etwas zu Spoilern. Daher sollten jene die nichts von der Story vorab erfahren wollen nachfolgenden Abschnitt überspringen.

So gilt es etwa sich in einer Begebenheit zwischen der Rettung von Catwoman oder Harvey zu entscheiden. Egal wie man sich hier entscheidet, die Auswirkung ist letztendlich sie gleiche und Harvey entwickelt sich zu einem Irren, nur hat er das eine Mal Verbrennungen im Gesicht oder eben auch nicht. Auch spielt es keine Rolle ob man sich auf eine heiße Nacht mit Catwoman einlässt oder nicht. Letztendlich schläft er sowieso dort, ob allein oder mit ihr, und wird am nächsten Morgen halbnackt von Harvey erwischt was die gleiche Reaktion von ihm hervorbringt.

Selbstverständlich ist es nur mit viel Zeit und Aufwand möglich derart gravierende Entscheidungen zu implementieren, die zu weiteren Story-Strängen führen. Da diese bei 5 Episoden jedoch so extrem in die Höhe schießen würden ist es prinzipiell verständlich, das sich dies nur schwer verwirklichen ließe. Dann sollte man aber vielleicht weniger damit werben das das Spielgeschehen durch die eigenen Entscheidungen verändert wird, was es letztendlich aber nur bedingt tut.

Hier hätten sich die Entwickler vielleicht an Square Enix und ihrem Spiel "Life is Strange" orientieren sollen, in dem die Entscheidungen des Spielers wirklich spielrelevante Veränderungen mit sich bringen und das über alle Episoden hinweg. Teltale Games täuschen das in Batman eher vor als das hierin Entscheidungen wirklich Einfluss auf das weitere Geschehen haben.

Optisch und Musikalisch gelungen

Optisch kommt Batman - The Teltale Series im Cell Shading-Look daher, was dem Spiel wirklich gut steht. Natürlich gibt es im Vergleich zu den schon länger erschienenen Xbox One und PS4 Pendats grafische Abstriche, die jedoch auch nicht zu extrem ausgefallen sind, wie etwa ein paar Lichteffekte weniger, ein paar fehlende Spiegelungen und auch blassere Texturen. Insgesamt gesehen kann sich die Optik aber dennoch mehr als nur sehen lassen. Charaktere und Umgebungen sind sehr schön gestaltet und lassen wirkliches Batman-Feeling aufkommen.

Auch in Sachen Musik und Soundeffekte kann man nicht meckern, bekommt man doch teils düstere und stimmige Klänge auf die Ohren, die eine wirklich gute Atmosphäre aufkommen lassen. Die Soundeffekte klingen sehr realistisch und wirken zu keiner zeit unpassend oder aufgesetzt. Die englische Sprachausgabe ist zudem sehr gut geworden und versprüht ihre ganz eigenen Charme was der Atmosphäre freilich zugute kommt. Deutsche Sprachausgabe wäre hier sicherlich auch fein gewesen, besonders für jene die dem englischen nicht mächtig sind. Dies hätte durchaus einige Kritikpunkte im Spiel entschärfen können.

7.0Wertung

Fazit

Es ist schwer eine Wertung für dieses 5 Episoden-Spiel abzugeben, besonders weil es doch einem Rückgang entspricht im Vergleich zu bereits erschienenen Spielen von Teltale Games. Das Spiel bietet leider zu wenig Momente in denen man Batman frei steuern kann und stellt sich so eher als eine Art Interaktiver Film in den Vordergrund. Dies ist an sich keineswegs schlecht, denn als solcher ist er wirklich sehr gut gemacht. Allerdings wird durch die zu knapp bemessene Zeit in der man Entscheidungen treffen muss das Gameplay deutlich nach unten gezogen. Zudem sind alle 3 Bildschirmtext-Größen nicht optimal und erschweren das ganze auch noch. Der Umfang ist mit ungefähr 10 Stunden "Spielzeit" Okay, aber auch nicht berauschend, wenn man bedenkt, dass das Spiel 44.99 € kostet. Batman-Fans und Freunde von Interaktiven Filmen können getrost einen Blick wagen. Wer allerdings hofft viel Spiel darin zu finden dürfte aber Enttäuscht werden.

Design
8.0
Sound
8.5
  • Optisch schick
  • Musikalisch sehr gelungen
  • Als Interaktiver Film wirklich gut
  • Spielerische Elemente kaum vorhanden
  • Zeitbemessung zu knapp
  • Größe der Bildschirmtexte nicht optimal
  • Nur englische Sprachausgabe

Vielen Dank an die Firma Telltale für die Bereitstellung des Testmusters.

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