
Resident Evil Revelations

Resident Evil Revelations
3DS
- Genre
- Action-Adventure
- Serie
- Resident Evil
- Entwickler
- Capcom
- Publisher
- Capcom
- Spieler
- 1–2 lokal
- Freigabe
USK ab 16
Obwohl Resident Evil Revelations noch gar nicht so alt ist, hat der Titel mittlerweile schon einige Veröffentlichungen hinter sich. Ursprünglich erschien das Horrorspiel 2012 für den Nintendo 3DS. 2013 folgte Fassungen für Heimkonsolen, unter anderem die Wii U. Gute fünf Jahre später nun bringt Capcom Revelations auf die aktuellen Konsolen und schlussendlich auch auf die Nintendo Switch. Somit schließt der Kreis sich wieder. Ob das Spiel auch heute noch punkten kann, oder man sich die Portierung hätte sparen können, erfahrt ihr in unserer Review. Hierbei werden wir hauptsächlich den Augenmerk auf Unterschiede legen. Denn die eigentliche Geschichte und das Gameplay haben sich nicht verändert. Wer das Spiel also bereits kennt, kann direkt zum Kapitel Was ist anders? springen.
Roots bloody roots
Resident Evil wurde ursprünglich als Survival Horror Spiel konzipiert und hat im Laufe der Jahre eine gigantische Fanbase aufbauen können. Filme wurden produziert, Comics gezeichnet, von den unzähligen Merchandisingprodukten erst gar nicht zu sprechen.
Die Entwicklung der Spiele wird von eben jenen Fans aber schon seit einiger Zeit sehr kritisch beobachtet. Zu sehr entwickelte sich Resident Evil vom rätselgeprägten Überlebenskampf, bei dem jeder abgefeuerte Schuss sitzen musste, zum sinnfreien Zombie-Monster-Shooter.
Klar orientiert man sich gerne an anderen erfolgreichen Titeln, aber ein Resident Evil funktioniert eben nicht wie zum Beispiel ein Gears of War oder Call of Duty. Zumindest nicht in den Köpfen der Fans, was zumindest die überwiegende Resonanz auf Spiele wie Resident Evil 6 zeigte.
Revelations hingegen wurde sehr positiv aufgefasst und als Schritt zurück zu den Wurzeln betrachtet. Auch der neuste Ableger Resident Evil 7 zeigt, dass hier ein umdenken statt gefunden hat.
Auf euch alleine gestellt?
In Resident Evil schafften es die Entwickler oft alleine durch die Wahl der Örtlichkeit das Spielgefühl, nämlich dass ihr wirklich alleine auf euch gestellt seid, zu intensivieren. Ein Herrenhaus irgendwo im Nirgendwo, eine Kleinstadt abgeriegelt und abgeschnitten von der Außenwelt.
Ein ähnliches Szenario versuchten die Designer von Revelations zu kreieren. Ein riesiges, scheinbar herrenloses, Kreuzfahrtschiff, welches in den Weiten der Meere umhertreibt.
Und die Rechnung geht eindeutig auf. Die schmalen Gänge unter Deck, die beengten Mannschaftsquartiere sowie die prunkvollen, aber leergefegten Gästeareale rufen ein bekanntes Gefühl hervor, ohne dabei verbraucht zu wirken. Um trotzdem noch mehr Abwechslung ins Geschehen zu bringen, spielt sich nicht die ganze Handlung, welche in Episoden unterteil ist, auf dem Schiff ab. So übernehmt ihr ab und an auch die Steuerung über andere Charaktere an anderen Handlungsorten.
Die Unterteilung in Abschnitte mag etwas befremdlich wirken, ist allerdings der Herkunft des Titels geschuldet. Auf einem Handheld sind Episoden angenehmer zu spielen, da man oftmals nur kleinere Zeitfenster zur Verfügung hat. Nach jedem gemeistertem Abschnitt erhaltet ihr eine Bewertung .
Auch wenn sie gut eingebunden sind und dazu genutzt werden die Handlungsstränge zu verknüpfen und die Geschichte weiter zu spinnen, so unterbrechen die Unterteilungen doch den Spielfluss und stören so die eigentliche dauerhafte Anspannung die ein Resident Evil hervorrufen sollte.v
Für Einsteiger hingegen ist es sicher angenehm wenn man sich vorerst ins Ziel retten kann.
Egal ob nun am eigentlichen Schauplatz des Geschehens, in einer Rückblende oder einem anderen Handlungsort, ihr seid immer im Team unterwegs. Durch die automatisch geführten Dialoge erfahrt ihr einiges über die Vergangenheit der Charaktere und deren Verhältnis zu einander.
Im Kampf allerdings sind eure Begleiter keine wirkliche Hilfe. Sie schießen zwar auch auf eure Widersacher, allerdings verursachen sie deutlich weniger Schaden als ihr. Somit bleibt es eigentlich immer an euch hängen die Feinde, welche sich in den meisten Fällen nur für euch und nicht für euren Partner interessieren, unschädlich zu machen.
Katz und Maus
Dies ist nicht nur der Name eines der Kapitel, sondern die ganze Geschichte ist so trüb und undurchsichtig, wie die Tiefsee in der das Kreuzfahrtschiff umherdümpelt.
Jill und ihre Partner Parker werden informiert, dass man den Kontakt zu einem weiteren Außenteam der BSAA ( Bioterrorism Security Assessment Alliance: Eine Organisation zur Bekämpfung von Bio-Terror) verloren hat. Dabei handelt es sich um Chris und Jessica welche auf der Suche nach Spuren der Bio-Terror-Gruppe VELTRO waren.
Aufgrund ihrer gemeinsamen Vergangenheit haben Jill und Chris ein besonderes Verhältnis zu einander. Dementsprechend erpicht ist Jill zusammen mit ihrem Partner Parker ihren Kollegen Chris zu finden.
Doch schon bald stellt sich heraus, dass die Dinge nicht ansatzweise so sind, wie sie sich zunächst dargestellt haben und ein Verwirrspiel und ein Lauf gegen die Zeit beginnt.
Auf der vermeintlichen Suche nach Chris untersuchen Parker und Jill also die Queen Zenobia.
Schon bald müssen die beiden feststellen, dass die gesamte Besatzung entweder tot ist, oder sich in bluthungrige, unförmige Kreaturen verwandelt hat.
Was als einfache Such- und Rettungsmission begann, entpuppt sich bald als Kampf auf Leben und Tod für die beiden Agenten.
In gewohnter Resident Evil Manier erkundet ihr das Schiff, kämpft gegen Monster und lüftet nach und fügt nach und nach die Puzzleteile zusammen welche die Geschehnisse ins rechte Licht rücken.
Auch wenn die Entwickler an vielen Stellen wieder zu alten Werten zurückgekehrt sind, so sind alte Verhältnisse aber dennoch nicht komplett wieder hergestellt.
Dementsprechend gibt es Episoden in denen sehr viel geschossen wird und ganze Horden von Gegnern zu bezwingen sind. Der Actionanteil ist also sehr hoch. Dies wäre natürlich nicht schlimm, wenn der Rätselpart dementsprechend knackig wäre.
Leider fällt dieser bis auf wenigen Szenen ziemlich dünn aus. Man erkennt zwar immer wieder Ansätze, diese ziehen sich aber leider nicht konsequent durchs Spiel.
Auf unnötige Implementierung des GamePads wurde hier zum Glück bis auf wenige Ausnahmen verzichtet. Auch wenn es sich natürlich bei der Umsetzung vom 3DS her angeboten hätte.
Trotz all der Action bringt euch das Spiel oft genug in Situationen in denen ihr wirklich sehr sparsam mit eurer Munition umgehen müsst. Dass man Gegner allerdings aufgrund von Munitionsmangel umgehen muss, sollte eigentlich nicht vorkommen.
Wie gewohnt gibt es über das Schiff verteilt Kisten in denen ihr Waffen und Equipment verstauen könnt. Dies wird aber eher selten benötigt, da man außer euren Waffen kaum Gegenstände mit sich herum tragen muss. Dennoch haben die Kisten ihren Nutzen, da dort ebenfalls Waffen aufgerüstet werden können. Hierzu benötigt man spezielle Kits, welche auf dem Schiff zu finden sind.
Diese erhöhen zum Beispiel die Feuerkraft, die Schussrate oder verleihen zusätzliche Eigenschaften wie Mannstopp oder erhöhte Chance auf zusätzliche Treffer.
Während eure Charaktere wie gewohnt zu Spielbeginn lediglich eine einfache Pistole mit sich tragen, findet man im Spielverlauf weitere und stärkere Waffen. Bis zu drei Stück kann die Spielfigur hierbei auf einmal tragen. Der Wechsel der Waffen geht durch einfachen Knopfdruck oder Auswahl auf dem Touchscreen von statten. Generell gibt es für alle menübasierenden Aktionen die Option sie auf dem GamePad auszuführen. Dazu muss allerdings eingestellt sein, dass man zum Spielen den Fernseher und das Pad nutzt. Dann bekommt man das Geschehen auf dem großen Bildschirm angezeigt und das Menü mit Karte und zahlreichen nützlichen Shortcuts auf dem Controller.
Raubzugmodus
Neben der normalen Kampagne bietet der Titel noch den Raubzugmodus/Raid Mode in dem man sich durch verschiedene Abschnitte des Spiels kämpft um eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen. Hierfür können Charaktere, Waffen und Zusätze freigeschaltet werden.
Es ist dabei dem Spieler überlassen ob er sich alleine auf Monsterhatz begibt oder aber via Nintendo Network mit Freunden oder Gleichgesinnten antritt.
Im Shop können für die verdienten Punkte Waffen, Items und Verbesserungen gekauft werden. Charaktere und neue Outfits werden im Laufe des Spiels freigeschaltet.
Wer also Abseits der Kampagne oder mit Freunden gegen fiesen Mutanten und Zombies antreten möchte ist hier gut aufgehoben.
Resident Evil.Net
Mit Resident Evil 6 wurde das Resident Evil.Net aufgebaut und stets erweitert.
Dabei handelt es sich um eine Webseite die mit dem Spiel via Internet kommuniziert und Daten austauscht. Voraussetzung hierfür ist ein Account auf der Webseite und die Verknüpfung mit dem Spiel.
Dies geschieht denkbar einfach. Ihr erhaltet auf der Switch einen Code welchen ihr im Webinterface eingebt.
Beim nächsten Neustart des Spiels sind die beiden Konten verknüpft.
Von nun an können auf der Webseite sämtliche Details abgerufen werden die das Spiel betreffen.
Jeder getötete Gegner wird ebenso festgehalten, wie eure Präzession, eure Lieblingswaffe etc. etc.
Wer Fan von Auflistungen und Statistiken ist wird diese Seite lieben.
Wie auch im Spiel selbst können auf der Seite Waffen, Ausrüstung und Utensilien für den Raubzug-Modus erworben werden. Auch hier werden Badge Points benötigt. Diese können durch Leistungen im Spiel oder Handlungen in der Community erlangt werden.
Die erworbenen Gegenstände können mittels Synchronisation mit Revelations ins Spiel übertragen werden. Nachdem die Accounts abgeglichen wurden, erhaltet ihr bei Neustart des Spiels die Items aus dem RE.net.
Wenn auch nicht zwingend notwendig für das Spielvergnügen, so ist das Resident Evil.net doch eine nette Erweiterung zum eigentlichen Spiel.
Für Sammler und Trophäenjäger ein absolutes Muss.
Durch das Scannen von amiibo könnt ihr euch ebenfalls BP verdienen.
Was ist anders?
Direkt zu Beginn werdet ihr mit der ersten Neuerung konfrontiert. Das Minispiel Ghost Ship Panic erinnert etwas an alte Arcade Shooter und verlangt von euch, dass ihr Zombies die von oben nach unten auf dem Bildschirm laufen über den Haufen schießt. Das ist was kurzeitig witzig, aber keine wirkliche Bereicherung für das Spiel.
Alleine schon bedingt durch die Hardware, unterscheidet sich die Switch Fassung von der Version des DS und der Wii U. Durch das Fehlen des zweiten Bildschirms, wird die Karte nun in der Ecke eingeblendet. Auch der Menüzugriff ist nun nicht mehr via Touch möglich.
Und so kommen wir zur Steuerung. Hier bietet die Switch Variante, wenn gewünscht, Gyro Aiming. Und so seltsam es klingt, hier macht es tatsächlich Sinn. Das Zielen mit dem Analogstick ist bei weitem nicht so einfach und präzise wie mit der Bewegungssteuerung.
Technik
Es war schon wirklich erstaunlich was für ein Spiel Capcom seiner Zeit auf den Nintendo 3DS gezaubert hatte. Leider sah man diese Wurzeln den Portierungen auf die Heimkonsolen immer etwas an. Dies hat sich auch bei der aktuellen Ausgabe nicht geändert. Allerdings muss man hier betonen, dass das Spiel im Handheldmodus dennoch hervorragend aussieht.
Generell liegt auch hier das Problem weniger bei den Charaktermodelle. Vielmehr sind es stellenweise die Texturen welche manchmal fast so viel Anlass zum gruseln wie die mutierten Bewohner der Queen Zenobia.
Allerdings zieht einen das Geschehen meist dermaßen in seinen Bann, dass das Augenmerk nun wirklich nicht darauf liegen dürfte.
Alles in allem macht das Spiel dennoch einen soliden Eindruck.
Die Soundkulisse ist wie auch bei den anderen Versionen gut gelungen. Auch die Switch Fassung verfügt über eine komplette Lokalisierung in verschiedenen Sprachen.
Wer also zum Beispiel die englische Sprachausgabe bevorzugt ist hier gut bedient.
Das Spiel bietet generell sehr viele Einstellungsmöglichkeiten um eine möglichst große Spielerzufriedenheit sicherzustellen.
Die Steuerung funktioniert tadellos und auch die Kameraführung ist meist gelungen.
Leider nicht ganz so verträglich sind die Ladezeiten die etwas hoch ausfallen können.
Fazit
Resident Evil Revelations ist auch für die Switch eine gelungene Portierung des 3DS-Spiels, dem man seine Herkunft allerdings immer noch anmerkt. Das Spiel sieht aber dennoch gut aus und vor allem im Handheldmodus fällt dieser Umstand kaum noch auf. Das Gameplay bleibt fesselnd und der Raid-Modus sorgt für weitere Action, die auch online mit Freunden abseits der Kampagne genossen werden kann. Wirklich Neues gibt es bei der aktuellen Fassung nicht zu entdecken, aber wer bisher nicht in den Genuss des Spiels kam, kann hier bedenkenlos zugreifen.
- dichte Atmosphäre
- spannende Story
- guter Umfang
- Episodenformat unterbricht den Spielfluss
- technisch nicht up2date
Vielen Dank an die Firma Capcom für die Bereitstellung des Testmusters.

