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Landwirtschafts-Simulator Nintendo Switch Edition

Landwirtschafts-Simulator Nintendo Switch Edition

Ulrich

Bereits für den 3DS konnten wir den Landwirtschafts-Simulator 2018 testen und unsere Begeisterung hielt sich in Grenzen. Sollte sich das nun bei der Switch-Edition wieder ändern? Die Zeichen sehen vielversprechend aus und wie uns der Titel nun gefallen hat, erfahrt ihr in unserem Test.

Viel besser als erwartet

Zu Beginn erwartet euch ein tolles Intro und man bekommt sofort ein positives Grundgefühl. Vor allem jene, die von der 3DS-Version enttäuscht waren, dürfte hier das Herz wieder aufgehen. Ein Live-Film mit einem spektakulären Soundtrack holen euch mitten ins Thema und machen bereits zu Beginn Lust auf mehr. Im Hauptmenü erwartet euch dann die nächste positive Nachricht.

Während es bei der Handheld-Version kein Tutorial gab und man eigentlich keinen Plan hatte, was man zu tun hat, gibt es nun die Möglichkeit eure Skills gleich einmal bei einigen Trainingsprogrammen zu trainieren. Dabei stehen euch Ackerbau, Düngen, Ballen pressen, Schweine, Kühe und Forstwirtschaft zur Verfügung. Diese sind als kleine Schnellkurse für Unerfahrene sehr zu empfehlen.

Die Umgebung sieht sehr hübsch aus und so bewegt ihr euren Charakter in der Ego-Perspektive durch die Welten. Gesteuert wird dabei alles mit den Sticks und vor allem den Schultertasten kommt dieses Mal eine sehr wichtige Funktion zu. So stehen euch mit den Schultertasten plus gedrückter weiterer Taste viele Steuerungsvarianten zur Verfügung. Ihr könnt Schwenkarme senken, Geräte ankoppeln, Samen säen und vieles mehr. Alles funktioniert dabei sehr intuitiv und einfach. Obwohl es so viele Möglichkeiten gibt die Geräte zu bedienen, schafft es das Gameplay dies sehr einfach ins Spiel zu integrieren.

Übrigens gib es auch eine Zoomfunktion, mit der ihr näher an den Arbeitsplatz heranzoomen könnt. Toll ist auch, dass man seine Fahrzeuge aus der Fahrerkabine steuern kann. So könnt ihr die Landschaft, sowie die komplette Kabinenausstattung bewundern, was einem ein tolles Spielgefühlt vermittelt. Damit einem beim Arbeiten nicht fad wird, gibt es auch die Möglichkeit zwischen einigen Radiosendern zu wechseln, je nach Laune und Musikgeschmack (von Pop, Rock bis Country ist alles dabei). Zwar sind keine bekannten Songs in der Tracklist enthalten und es gibt auch keine Moderatoren, aber dennoch ist es ein nettes Feature, was die Spielmotivation deutlich hebt.

Schritt für Schritt führen euch die Tutorials durch alle Herausforderungen und wenn ihr bereit seid, könnt ihr euch dann nach ca. 2 bis 3-stündigem Training endlich ins Hauptspiel stürzen.

In welcher Welt wollt ihr leben?

Anfangs könnt ihr euch entscheiden in welchem Szenario ihr eure Landwirtschaft aufbauen wollt. Wollt ihr eher eine gebirgige Gegend, die sehr an Kanada erinnert (Goldcrest Valley) oder bevorzugt ihr doch lieber eine russisch angehauchte Ortschaft namens „Sosnovka“.

Egal wo ihr euch ansiedelt, alles wurde sehr liebevoll und detailreich gestaltet. Für Abwechslung ist auf alle Fälle gesorgt und ihr habt auf den Feldern, Wäldern und Straßen jede Menge zu tun. Es gibt viele Gebäude, die ihr bewirtschaften könnt und auch Tiere um die ihr euch kümmern müsst oder in der Natur antrefft. Mit eurem Charakter könnt ihr die Welten zu Fuß (laufend oder hüpfend) und mit diversen Fahrzeugen erkunden.

Karriere als Landwirt

Zu Beginn könnt ihr euch zwischen drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden entscheiden. Der einfache Schwierigkeitsgrad ist natürlich sehr easy gestrickt. Euer Kredit bei der Bank ist noch in einem erträglichen Bereich und das Startkapital sehr hoch. Der normale Schwierigkeitsgrad ist auch noch akzeptabel was Kreditrahmen und Preise für Erträge anbelangt. Im schwierigen Modus müsst ihr aber schon schön schuften um euch über Wasser halten zu können. Der Bankkredit ist erdrückend und dann erhaltet ihr auch noch viel weniger Geld für eure Erzeugnisse. Diesen Modus sollten wirklich nur hartgesottene Fans wählen, die bereits über viel Erfahrung verfügen

Eine Minimap hilft euch, damit ihr euch in der Umgebung besser orientieren könnt. Die Geräte bei den Feldern stehen schon bereit und im Prinzip kann es losgehen. Mittels Steuerkreuz könnt ihr euch durch die diversen Fahrzeuge durchschalten. Ihr dürft dabei wieder alles selber machen oder ihr stellt einen Helfer ein. Dies funktioniert per einfachen Knopfdruck, kostet euch natürlich aber etwas Geld, was ja auch selbstverständlich ist. So bedient ihr Traktoren, Mähdrescher und sogar mit Lokomotiven könnt ihr kleine Runden drehen. Zu Beginn macht das aber noch wenig Sinn, da die Speicher noch leer sind und erst befüllt werden müssen.

Um den Überblick zu bewahren gibt es auch immer wieder eingeblendete Nachrichten, die euch mit Informationen versorgen. Blockiert beispielsweise ein Hindernis eine Wegstrecke und euer Helfer kann das Feld nicht weiter bestellen, so erfahrt ihr dies über eben diese Messages. So braucht ihr nicht ständig hin- und herschalten, sondern wisst, dass ihr bestens mit allen Infos versorgt werdet. Jeder Arbeitsschritt sollte gut geplant werden. Wo sähe ich welche Samen? Was mache ich, wenn der Mähdrescher voll ist? Nach und nach wächst ihr aber in die Rolle eines Landwirtes hinein und was am 3DS noch ein Graus war, macht hier plötzlich unheimlich viel Spaß.

Um im Spiel an Geld zu kommen gibt es auch einige Missionen die ihr bestreiten könnt. Natürlich haben diese mit der Produktion von Rohstoffen und deren Verkauf zu tun. Auch bitten euch andere Landwirte um eure Hilfe, zum Beispiel um deren Feld zu düngen – natürlich heißt hier die Devise: „Nur Bares ist Wahres!“. Für diese Arbeiten könnt ihr übrigens keine Helfer einstellen und ihr müsst schon selber einmal Hand anlegen. Oft gibt es auch eine vereinbarte Zeit die ihr einhalten müsst, die aber meistens sehr großzügig bemessen ist.

Alles im Überblick

Über die + Taste könnt ihr ins Menü umschalten und dort habt ihr einen Überblick über all eure Geräte, Ländereien und Arbeiten. So seht ihr, wo ihr welche Fahrzeuge im Einsatz habt, welchen Status das jeweilige Feld hat, sprich ist es erntereif, solltet ihr neu ansäen oder lieber einmal mit einem Dünger ausfahren. Außerdem erfahrt ihr im Menü alle Handelspreise für die Produkte die es am Markt gibt oder die Tiere die ihr eingestellt habt (sowie deren Anzahl).

Ihr könnt außerdem einsehen, wie alte eure Fahrzeuge sind und was deren Unterhalt kostet. Und natürlich ist auch eine gute Buchhaltung wichtig und so seht ihr, welche Kosten derzeit entstanden sind und wie viel ihr bereits eingenommen habt.

Ihr erhaltet sogar Infos darüber, wie sauber euer Kuhstall ist oder ob die Tiere Futter benötigen.

Ihr seht, hier könnte man Stunden in die Planung und Organisationen investieren. Im Menü findet ihr natürlich auch noch die Einstellungen. Besonders erwähnenswert sind hier vielleicht die Möglichkeiten zwischen Euro und Dollar und Kilometer oder Meilen wählen zu können.

Wir empfehlen wirklich zuerst die Tutorials zu spielen um etwas sattelfester im Spiel zu werden. Die vielen Möglichkeiten und Statistiken können euch anfangs schon etwas erschlagen. Aber bei entsprechendem Schwierigkeitsgrad habt ihr auch genug Zeit euch an das Gameplay zu gewöhnen.

Die technische Seite

Wie gesagt konnte das Spiel gleich von Beginn an grafisch und akustisch überzeugen. Es macht Spaß durch die Gegenden zu schlendern oder Arbeiten mit den Fahrzeugen auszuführen. Die Texturen sind dabei nicht immer schön und wirken an manchen Stellen etwas grob, aber das stört kaum. Die Umgebungsgeräusche tragen zu einem besonderen Spielegenuss bei. Egal ob im Handheldmodus oder am TV läuft alles sehr flüssig, wobei die Schriftgröße eine Spur größer hätte sein können.

Fühl dich wie ein echter Landwirt und genieße die Gegend aus einer der Fahrerkabinen.

8.0Wertung

Fazit

Nach dem 3DS-Teil kaum zu glauben, aber der Landwirtschafts-Simulator Nintendo Switch Edition macht eine unglaublich gute Figur. Ihr werdet mit Tutorials sehr gut an die Hand genommen. Diese sind auch sehr empfehlenswert, denn es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, die einem den Einstieg sicher nicht leicht machen. Hat man aber den Dreh heraußen und Spaß am Genre, so werdet ihr am LWS Nintendo Switch Edition euren Gefallen finden. Sicherlich kann man diese Version nicht mit der vom PC vergleichen, aber sie macht eine gute Figur und dabei wieder sehr vieles gut, was am 3DS verhunzt wurde.

Design
7.5
Sound
8.0
  • viele Möglichkeiten
  • Tutorials
  • tolle Umgebungen
  • teils grobe Texturen
  • manchmal vl. etwas überfordernd

Vielen Dank an die Firma astragon Entertainment GmbH für die Bereitstellung des Testmusters.

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