
Wulverblade

Wulverblade
NSW
- Genre
- Action-Adventure
- Entwickler
- Darkwind Media
- Publisher
- Darkwind Media
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1–2 lokal
- Freigabe
USK ab 18
Zu den goldenen Zeiten der Arcades waren Beat-`em-ups mit das wichtigste Genre der Videospiellandeschaft. Spiele wie Double Dragon, Final Fight und Streets of Rage verschlangen Unmengen an Kleingeld an den hungrigen Automaten. Aber ebenso wie die Spielhallen, erlebte auch diese Art Spiele einen rapiden Niedergang, so dass sie heute eigentlich nur noch als Nischen-, oder Indietitel anzutreffen sind. Auch Wulverblade schlägt in diese Kerbe und will an die guten alten Zeiten anknüpfen. Ob den Entwickler dies gelingt, erfahrt ihr in unserem Spieletest.
Ganz Britannien ist besetzt. Ganz Britannien?
Der Hunger nach Land und Eroberung des römischen Reichs machte auch auch vor Britannien, heute Großbritannien, nicht halt. Allerdings stießen sie auf erbitterten Widerstand der dort angesiedelten Stämme. Der Zorn über die Aggressoren vom Festland traf die Legionen Roms ebenso, wie Stämme dies sich entschlossen das Knie vor den Römern zu beugen.
Ihr schlüpft in die Rolle von Caradoc, einem Anführer des Widerstands, oder in die eine seiner Kumpanen. Ziel ist es den Feind und deren Sympathisanten aus dem Land zu vertreiben oder zu töten.
Während viele Spiele aus dem Genre eher witzig oder sanft an diese Thematik oder deren Darstellung herangehen, zeigt Wulverblade, wenn auch auf teilweise überzogene und comichafte Art, die Brutalität solcher Nahkämpfe. Wer also Anstoß an abgetrennten oder umherfliegenden Körperteilen nimmt, der sollte an dieser Stelle eventuell schon aussteigen. Was allerdings nicht heißt, dass der Titel auf Splatter oder übertriebene Gewaltdarstellung setzt!
Befreit eure Heimat
Zu Beginn eures Feldzugs müsst ihr euch zunächst entscheiden ob ihr den normalen Weg wählt, welcher euch Speicherpunkt und unendlich Continues verleiht oder aber den Arcade Weg. Bei letzteren habt ihr 3 Leben, drei Continues, das war es.
Wir legen jedem Spieler nahe, mit dem normalen Modus zu starten, das selbst dieser schon sehr herausfordernd ist. Wir können an dieser Stelle wirklich froh sein, dass man bei der Konsole nicht jedes mal wenn man stirbt eine Münze einwerfen muss. Denn selbst im vermeintlich einfacheren Weg schenken euch die Gegner nichts und die Speicherpunkte sind rar gesät.
Hier bietet es sich durchaus an, dem römischen Reich zu Zweit entgegenzutreten. Der KoOp-Modus erhöht eure Erfolgschancen doch deutlich.
Zu Beginn wählt ihr einen der Startcharaktere. Jeder dieser mächtigen Krieger verfügt über drei Attribute die unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Stärke, Agilität/Geschwindigkeit und Verteidigung. Neben dem Anführer des Widerstands,Caradoc einem ausgewogener Kämpfer, steht euch Brennus ein langsamer aber extrem starker Riese und Guinevere eine fragile aber flinke Schwertkämpferin zur Verfügung.
Ihr startet in Kaledonien, welches heute der östliche Teil Schottlands ist. Dort helft ihr einem Dorf welches angegriffen wird. Allerdings nicht von Römern, sondern von Stämmen die ihr Knie vor dem SPQR gebeugt haben und in deren Namen kämpfen.
Double Dragon meets Highlander
Das Spielprinzip ist relativ schnell erklärt. Ihr schnetzelt euch von rechts nach links durch die verschiedenen Level um an deren Ende einen Boss zu stellen. Hierbei bietet das Spiel einige Abwechslung an Gegnern. Und das nicht nur in Sachen Optik, sondern auch deren Bewaffnung. So müsst ihr euch der unterschiedlichsten Hieb-, Stich- und Wurfwaffen erwehren. Manche dieser Waffen könnt ihr, eben so wie abgetrennte Gliedmaßen aufheben und auf den nächsten Feind schleudern. Dies kann euch wertvolle Sekunden oder eine kleine Atempause verschaffen. Denn die Zahl eurer Gegner ist nicht gerade gering. Wer sich nun aber sicher wähnt, wenn er immer mitten im Getümmel steckt und auf seine Feinde eindrischt, der irrt sich. So gibt es immer wieder auch Assassine und Bogenschützen die euch aus sicherer Entfernung angreifen und euch aus dem Rhythmus bringen. Seid ihr etwas mal aus dem Tritt geraten, nutzen eure Nahkampfgegner dies gnadenlos aus.
Jetzt gibt’s was auf die 12
Aber keine Sorge eure Charaktere können kräftig austeilen. Neben normalen Angriffen mit eurer Waffe könnt ihr ebenso Sprung- und Stampfattacken so wie Dashs durchführen um den Gegner wegzustoßen. Wem das nicht martialisch genug ist, der kann auch einfach mal eine Runde blutige Kopfnüsse austeilen. Neben Sprüngen steht euch auch noch eine Rolle zum Ausweichen und neu Positionieren zur Verfügung.
Im Laufe des Gemetzels füllt sich eure Zorn-Leiste. Ist diese voll könnt ihr den den Berserkermodus wechseln. Dort seht ihr sprichwörtlich rot und mäht alles nieder was sich euch in den Weg stellt. Solange ihr in Rage seid, kann euch niemand etwas anhaben.
Einmal pro Level habt ihr zudem die Möglichkeit ein Wolfsrudel herbeizurufen welches über die Gegner auf dem Bildschirm herfällt.
Wie aus dem Genre gewohnt, findet ihr in den Leveln auch immer wieder Gegenstände die euch Lebensenergie zurückgeben. Als da wären zum Beispiel das allseits beliebte Brathähnchen oder der Klassiker Apfel.
So bewegt ihr euch los auf der Karte von Level zu Level und zeigt euren Widersachern wer der wahre Herrscher dieser Ländereien ist. Auf der Karte findet ihr auch immer Video Punkte die mit einem Videosymbol markiert sind. Klickt ihr auf selbiges, wird ein realer Film abgespielt, der die Gegend zeigt in der ihr euch dann befindet. Dies ist ein wirklich nettes Feature welches die Entwickler dort eingebaut haben.
Welle um Welle
Neben der Kampagne steht euch noch die Arena zur Verfügung. Hier könnt ihr in verschiedenen Arenen gegen Wellen von Gegnern kämpfen. Hierbei geht es allerdings nicht um die Befreiung Britanniens, sondern eine gute Position in den Leaderboards. Ob nun im einem römischen Fort, einem Steinkreis oder einem Dorf. Eure Gegner schenken euch hier nichts und alle eure Können wird abverlangt um möglichst lange am Leben zu bleiben.
Geschichtsstunde gefällig?
Neben dem eigentlich Spielgeschehen hat das Spiel noch einiges an Material zu bieten. So schaltet ihr unter History & Story nach und nach tatsächlich geschichtlich fundierte Daten so wie Daten die der Geschichte eures Abenteuer entsprungen sind frei. In der Armory findet ihr Daten zu den Waffen die ihr im Spiel freischalten könnt. Unter Media könnt ihr euch Videosequenzen, Konzeptzeichnungen so wie Videos und Bilder er originalen Schauplätze ansehen. Heutzutage dürfen Achievements im Prinzip nicht mehr fehlen. Auch wenn sie nicht ins online System der Nintendo Switch eingebettet sind, könnt ihr euch hier zumindest selbst eure Erfolge in Wulverblade ansehen. Unter dem Menüpunkt Leaderboards seht ihr wie ihr in Sachen Punkte gegenüber anderen Spielern abschneidet.
Technik
Sowohl optisch als auch musikalisch kann Wulverblade absolut punkten. Die Atmosphäre wird toll eingefangen und an jeder Ecke entdeckt man liebevolle Details. Die gezeichneten Level und Charaktere können überzeugen, auch wenn viele Gegnertypen sich wiederholen. Dies ist allerdings bei diesem Genre nichts außergewöhnliches.
Allerdings handelt es sich hierbei unseres Erachtens nach nicht um eine Darstellung, die der Konsole dermaßen viel abverlangt was einem die Ladezeiten glauben machen wollen. Diese sind nämlich vor jedem Level absolut unterirdisch und trüben den Spielspaß doch extrem. Hier darf man nur hoffen, dass die Entwickler mit Hilfe eines Patches nochmals nachbessern.
Im Prinzip läuft das Spiel flüssig, auch wenn es manchmal zu Slowdowns kommt. Manchmal sind diese auch gewollt um einen besonders mächtigen letzten Angriff besser in Szene zu setzen. Allerdings wirkt dies nur bedingt, da es im ersten Moment eher so wirkt als würde die Framerate einbrechen.
Leider ist das Spiel komplett auf englisch. Sowohl die Sprachausgabe, als auch sämtliche Texte. Durch seine Altersfreigabe ab 18 ist die Zielgruppe zwar älter, aber auch dort ist nicht jeder dieser Sprache mächtig. Das nicht alle geschichtlichen Texte übersetzt wurden ist für ein Indie-Projekt noch absolut nachvollziehbar. Die Texte in der Kampagne hingegen, hätten zumindest einen deutschen Untertitel erhalten können.
Fazit
Wulverblade ist eine echte Herausforderung, und damit sind nicht die Ladezeiten gemeint die eure Geduld wirklich stark auf die Probe stellen. Der Titel knüpft nahtlos an Klassiker des Genres an, welche ebenfalls sehr unbarmherzig gegenüber Fehlern eurerseits waren. Was natürlich nicht bedeutet, dass das Spiel schlecht ist. Es ist nur schlichtweg sehr knackig und wir empfehlen, soweit möglich, auf jeden Fall zu zweit in den Kampf zu ziehen. Neben dem eigentlichen Gameplay bietet der Titel Spielern die dem englischen mächtig sind noch viele Hintergrundinformationen und Videos zu wahren Begebenheiten und Schauplätzen der damaligen Zeit.
- tolles Gameplay
- enthält viele Zusatzinformationen
- Spiel der alten Schule
- sehr schwer
- Framerate nicht immer konstant
- Ladezeiten inakzeptabel
Vielen Dank an die Firma Darkwind Media für die Bereitstellung des Testmusters.

