
Rayman Legends: Definitive Edition
Lange hat es Seinerzeit gedauert, bis das Spiel endlich erschienen ist. Einst als Wii U-exklusiver Launchtitel angekündigt, welcher um knapp 3 Monate nach hinten geschoben wurde, um kurz vor Release noch einmal 6 Monate nach hinten verschoben zu werden. Damit wurde auch der einstige Exklusivtitel zu einem Multi-Konsolen-Spiel gemacht, der nun, 5 Jahre nach der Erstveröffentlichung auch für Nintendos Switch erscheint. Ob sich das Warten auf Rayman Legends: Definitiv Edition gelohnt hat, erfahrt ihr nun in unserem Testbericht.

Rayman Legends: Definitive Edition
NSW
- Genre
- Jump ’n‘ Run
- Serie
- Rayman
- Entwickler
- Ubisoft
- Publisher
- Ubisoft
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1–4 lokal
- Freigabe
USK ab 6
Eine Legende schickt sich an...
Rayman, rette Uns!
Die Lichtung der Träume ist wieder in Gefahr. Die Albträume breiten sich aus und erschaffen neue Welten mit legendären Monstern. Jetzt liegt es an Rayman, der Lichtung der Träume erneut Frieden zu bringen. Doch Moment... warum tut sich nichts? Das darf doch wohl nicht wahr sein – Rayman und seine Freunde halten einen Tiefschlaf und bekommen von alldem überhaupt nichts mit. Nun liegt es an Murphy, die Schlafmützen zu wecken, um endlich ins Abenteuer einsteigen zu können.
Auf zur fröhlichen Jagd
Rayman Legends: Definitive Edition ist völlig anders aufgebaut als sein Vorgänger. Die einzelnen Welten sind nicht miteinander verknüpft und nicht auf einer „Weltkarte“ aufgeteilt. Ihr betretet das Spiel in einer Art überdimensionalem Zelt, in dem viele legendäre Gemälde stehen. So findet man vom Startpunkt aus gesehen auf der rechten Seite die 5 neuen Welten plus ein Bonus-Gemälde. Auf der linken Seite warten die Gemälde Heroes, Challenges, Kung Foot, Back to Origins sowie Creatures darauf, erkundet zu werden. Diese werden wir etwas weiter unten in diesem Test jeweils etwas näher begutachten.
In Legends geht es wieder darum, Kleinlinge zu retten, welche gefangen sind und befreit werden wollen. Ganze 700 an der Zahl gilt es im gesamten Spiel zu befreien. Auf den Gemälden wird angezeigt, wie viele Kleinlinge es in den jeweiligen Stages zu finden und zu befreien gibt. In den meisten gibt es 10 an der Zahl, in einigen Leveln gibt es aber auch nur 3 zu finden. Diese sind teilweise aber recht gut versteckt und nur schwer ausfindig zu machen - hier sollte man nicht zu schnell aufgeben und jeden Winkel des Gebietes absuchen. Unterteilt sind die zu rettenden in jeweils 8 Untertanen sowie der Königin und dem König.
Im neuesten Abenteuer gibt es 2 Unterschiedliche Arten von Leveln. Die „normalen“, in denen man mit Rayman oder einem seiner Freunde die Ortschaften erkundet oder die Murphy-Abschnitte, die jene Touch-Funktion des Switch-Tablets nutzen. Alternativ kann bzw. muss man diese Abschnitte mit dem einem Controller steuern, wenn man die Switch nicht im Handheld-Modus nutzt. In diesen steuert man Murphy und kann muss Plattformen verschieben, Gegner kitzeln um diese angreifbar zu machen, Seile kappen um über Abgründe zu gelangen oder schlafende Lums aufwecken, deren Anzahl sich dann beim einsammeln verdoppelt. Hier übernimmt der Computer die Rolle des Helden, und der Spieler ebnet mit Murphy dessen Weg. Dabei kann aber auch jederzeit ein weiterer oder gar 4 Mitspieler dem Abenteuer beitreten!
Stirbt Rayman einmal den Heldentot, startet er wieder bei einem der sehr fair verteilten Rücksetzpunkten oder in dem jeweiligen Abschnitt.

In jedem Level sind Lums verteilt sowie auch versteckt, die man benötigt um Pokale zu ergattern. Gelbe Lums zählen einfach, Pinke Lums werden doppelt gezählt. In den Standard-Leveln gibt es ganze Gruppen von Lums, die nacheinander erscheinen, bei denen der meistens erste immer der Pinke ist. Sammelt man diesen nun zuerst ein, wird nimmt der nächste die gleiche Farbe an und so weiter und so weiter... Im den Murphy-Abschnitten kann man mit überstreichen der Lums deren Farbe umändern, sodass sie doppelt gezählt werden, ebenso geht dies bei Gegnern. Man kann aber auch sich dort befindende Ratten, Käfer oder anderes Getier, welche sich im Hintergrund der Areale befinden, per Berührung des Switch-Displays zerstören und bekommt dafür einen Lum.
Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es nicht nur zwei unterschiedliche Mengen an Lums, die man für den besten Pokal benötigt. In den Leveln, in denen 10 Kleinlinge gerettet werden wollen ist die Höchstzahl an benötigter Lums 600, bei den Abschnitten mit nur 3 Kleinlingen liegt die Zahl bei 300. Hierbei wird jeweils bei einem viertel gesplittet, sodass man bei angenommen 150 Lums einen Bronze-, bei 300 Lums einen Silber-, und bei 600 Lums den Goldpokal erhält. Für das jeweils dritte viertel erhält man ein Rubbellos, auf dessen Funktionalität wir später noch kommen.
Doch auch für die geretteten kleinen Wesen gibt es Pokale. Für 4 bekommt man Bronze, für 8 Silber und hat man die 2 Hoheiten noch befreit erhält man einen goldenen Pokal. Wurden in einer Welt alle Pokale gesammelt, erhält man einen Diamant-Pokal, welcher dem Spieler 50 Punkte einbringt. Wofür diese Punkte dienen, erläutern wir weiter unten unter dem Abschnitt „Pokale und Statistiken“.
Bezaubernde Welten
Der Story-Modus besteht wie schon erwähnt aus 5 neuen Welten plus einer Bonuswelt, die mit insgesamt 48 unterschiedlichen Leveln vollgestopft sind. Die Welt „Kleinlinge in Kalamitäten“ bietet 10 Level und findet zum großen Teil in wäldlicher Umgebung statt. Aber es gibt auch Abschnitte einer Burg oder ein Level in dem ein Sandsturm tobt. In „Die Zauberkröte“ verschlägt es Rayman in sumpfige Bereiche sowie luftige Höhen und in „Fiesta de los Muertos“ findet sich der Protagonist im wesentlichen in einer Welt voller musikalischer Gegner oder Bereichen der Kochkunst wieder. Hier springt der Held auf Würsten, Popcorn oder andere Delikatessen wie Melonen und anderen Früchten herum und begutachtet diese sogar von Innen. „20.000 Lums unter dem Meer“ ist eine Anlehnung an Jules Verne „20.000 Meter unter dem Meer“ und bietet sehr stimmige Unterwasser-Abschnitte mit vielen Fischen, Muränen, Quallen und anderen Meeresbewohnern.
Zum Schluss gibt es mit „Olympus Maximus“ noch eine Welt voller düsterer Gestalten, einem Vulkaninneren sowie riesigen Drachen. Das vorletzte Level einer Welt ist dem Bossgegner gewidmet, der mit einem Duell auf euch wartet. Dazu zählen etwa ein großer Drachen, die Panzerkröte, ein riesiger Robo-Kämpfer oder die Wolke der Finsternis. Doch das Level beginnt nicht sofort mit dem Kampf, man muss erst einmal einen mehr oder weniger schwierigen Parcours zurücklegen, um dem Bossgegner gegenüberstehen zu können. Die Obermotze erweisen sich dabei als sehr Abwechslungsreich, sind jedoch ohne größere Mühen bezwingbar.
Zum krönenden Abschluss einer jeden Welt, gibt es noch ein Musiklevel, welches auf die Bewegungsabläufe von Rayman reagiert. Das heißt: Sammelt dieser Lums ein, machen diese Geräusche die im Takt der Musik spielen, ebenso wenn Rayman Gegner beseitigt. Das ergibt dann den Takt zu der im Hintergrund spielenden Musik. Hier muss man also quasi im Takt Lums einsammeln oder Gegner beseitigen um weiterzukommen.
Hierbei rennt man etwa in „Castle Rock“ auf einer Burgmauer entlang um einem fiesen Drachen zu entkommen oder Gegnern auszuweichen. Dabei geben plötzlich auftauchende Gegner lustige Töne und Worte von sich, die die Meldodie formen. Auch findet ein solches Ereignis mit dem Namen „Mariachi Madness“ in der Wüste statt, in welcher mexikanische Musiker mit ihren Instrumenten „Eye of the Tiger“ spielen, welches wie auch die anderen sehr gelungen ist. 5 Stück von diesen außergewöhnlichen und überaus spaßigen Levels gibt es, die abwechslungsreicher nicht sein könnten.

Wurden die ersten 5 Welten geschafft, schaltet sich der „Heimgesucht“-Modus frei, der völlig neue und verrückte Level mit sich bringt, welche nach und nach in den Gemälden der 5 Level erscheinen. In diesen geht es darum, drei gekidnappte Kleinlinge innerhalb von 40 Sekunden zu retten. Dafür muss man auf dem schnellsten Weg durch das Gebiet sausen, um die an je einer Rakete gefesselten Winzlinge innerhalb des Zeitlimits zu erreichen. Habt ihr dies unter 40 Sekunden geschafft sind alle 3 Kleinlinge gerettet, seit ihr unter 50 Sekunden geblieben sind immer noch 2. Schafft ihr es in unter 60 Sekunden bleibt ein letzter geretteter übrig – alles was drüber geht ist gescheitert. Dieser Modus bietet noch einmal 28 Level, die es erst einmal zu meistern gilt, denn diese sind teils recht knackig und mühsam erfolgreich zu meistern.
Ebenso wird nach erfolgreicher Beendigung des „Story-Modus“ das Bonus-Gemälde mit dem Namen „Fest der lebenden Leichen“ begehbar, in dem es neben einem noch zusätzlich neuen Musik-Level noch einmal alle anderen Musik-Level plus dem neuen in einer 8-Bit Ausgabe verfügbar sind. Dabei ist jedoch nicht nur die Musik dementsprechend Retro, nein auch das Bild wartet mit Retro-Grafiken und Verwirrspielen auf.
So zum Beispiel wird das Bild Röhrenförmig angezeigt, wechselt in einen flimmernden Schwarz-Weiß-Modus und bietet Vektor-Optik. Auch ein plötzlich auf dem Kopf stehendes sowie immer pixeliger werdendes Bild können ganz schön für Verwirrung sorgen und treiben den Motivationsfaktor nach oben. Denn im Gegensatz zu den regulären Musik-Abschnitten gibt es in den 8-Bit-Varianten keine Rücksetzpunkte – hier muss das komplette Level in einem Zug durchgespielt werden. Dank der grafischen Spielereien ist dies jedoch eine sehr herausfordernde Aufgabe. Wir finden diese 8-Bit-Level eine wirklich grandiose, gelungene und vor allem ziemlich fordernde Zugabe!
Back to Origins
In diesem Modus erwarten den Spieler noch einmal 5 Welten mit insgesamt 40 Level aus dem Vorgänger Rayman Origins. Dabei besitzt jede Welt 7 Level plus ein weiteres, in welchem der gewaltige Endboss auf ein Duell wartet. Doch diese Müssen erst einmal freigeschaltet werden, was nicht so ohne weiteres geht. Hierfür benötigt ihr nämlich die angesprochenen Rubbellose, die ihr im Spielverlauf erspielen könnt. Befinden sich auf diesem 3 Bilder mit einem „Back to Origins“ Gemälde, wird ein bestimmtes Level in diesem freigeschaltet.
Die Gebiete hören auf die Namen „Dichtendes Dickicht“, „Dünen der Didgeridoos“, „Leckermaulland“, „Ozean der Opportunitäten“ und der „Geheimnisvoller Gipfel“. Die einzelnen darin enthaltenen Level entsprechen zum Großteil ihren Vorbildern aus Origins und wurden nur etwas in ihrem Aussehen oder den Gegnern geändert. Auch grafisch wurden sämtliche Kapitel in diesem Modus aufgepeppt, sodass es perfekt in das neueste Abenteuer hineinpasst. Der Comic-Look des Originals ist somit einer aktuelleren Optik gewichen. Wem die Level, bei denen man auf einem Moskito fliegen und Gegner abschießen konnte, in Legends gefehlt haben, der wird hier auf seine kosten kommen, denn in „Back to Origins“ wurden viele dieser mit übernommen. Auch in diesem Modus gilt es wieder Kleinlinge zu befreien sowie Pokale und Rubbellose zu sammeln.
Challenges
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich in dem Challenge-Modus online zu duellieren. Es gibt hierbei die tägliche Herausforderung, die tägliche Extrem-Herausforderung, eine wöchentliche Herausforderung sowie eine wöchentliche Extrem-Herausforderung.
Bei diesen wird in folgende drei Bereiche unterteilt: "Schnell, hol sie dir!", "So schnell du kannst!" und "So weit du kannst!". "In Schnell, hol sie dir!" geht es darum, schnellstmöglich eine bestimmte Anzahl an Lums einzusammeln. Bei "So schnell du kannst!“ muss man schnellstmöglich eine bestimmte Strecke zurücklegen und bei "Soweit du kannst!" geht es schlichtweg darum, so weit wie möglich im Level voranzukommen, ohne zu sterben. Hier gibt es auch jeweils unterschiedliche Gebiete in denen die Ereignisse stattfinden.
"Das Dojo" bietet eine Vielzahl an kniffligen Sprüngen und Kämpfen, Im "Land der Wandelnden Seelen" geht es meist in luftiger Höhe zur Sache, gespickt mit Dornenranken, Abgründen sowie Wandklettereien. Beim "Endlosen Abgrund" geht es darum, nicht an den Dornenranken der Umgebung, Gegnern oder Barrikaden hängen zu bleiben und der Turm ohne Ende verlangt dem Protagonisten einiges an Geschick ab. Hier gilt es so hoch wie möglich zu kommen ohne in den Abgrund zu stürzen. Doch auch Murphy wurde für die Challenges berücksichtigt und hat wie auch die anderen Charaktere sein eigenes Gebiet, gespickt mit Fallen, Gegnern und riesigen Abgründen, die es zu überwinden gilt.

In jedem einzelnen Modus und Bereich muss man mit nur einem Leben das Ziel bzw. die Mission zu erfüllen – wird man ein einziges Mal getroffen, war es das und man muss sich erneut daran versuchen. Eine gravierende Änderung im Vergleich zur Challenge-App gibt es aber dennoch. Gab es in dieser noch keine festen Vorgaben für was man welchen Pokal erhält, so wurde das in Legends abgeändert. Hier gibt es eine Art Qualifikationsliste auf der genau steht, für was und wann genau es welchen Pokal gibt. Es ist jedoch immer noch möglich, dass man seinen schwer erarbeiteten Diamant-, oder Goldpokal verliert, wenn man von zu vielen Mitstreitern überholt wurde und somit einen Rang nach unten katapultiert wird.
Dieser Modus verspricht, dank der täglich sowie wöchentlich neuen Herausforderungen, wirklich zahlreiche spannende und packende Stunden, auch wenn sich viele Abschnitte in den Levels sehr ähneln und immer wieder Teile davon vorkommen. Aber das ist nicht weiter schlimm, denn es ist doch die Motivation, die den Spieler immer wieder dazu bringen wird, sich aufs neue den Herausforderungen zu stellen, um zu sehen wie gut er im Vergleich zu anderen Spielern aus aller Welt ist.
Kung Foot
Dies ist eine Art Kickball, bei dem es darum geht, denn Ball in das Gegnerische Tor zu katapultieren. Hierbei gibt es keine Regeln oder ähnliches, es darf also drauflos Gebolzt und sogar geschlagen werden. Dabei können die kuriosesten Tore und Aktionen ans Tageslicht kommen, angefangen mit spektakulären Fallrückziehern, Lattenschüssen die des Gegners Tor verfehlen, dafür aber ins eigene einschlagen oder Bälle die vom Kopf oder Körper des Gegners abprallen und zum Eigentor werden. Das ist eine, vor allem mit 3 oder 4 Mitspielern, verdammt spaßige Angelegenheit. Wir hätten nicht gedacht, dass dieser Modus so lange unterhalten kann und uns so in seinen Bann zieht. Schon nach kurzen Antesten vergingen die Minuten wie in Zeitraffer und eh wir uns versahen war es 3 Stunden später. Einziger Wermutstropfen ist, das dieser Modus nur lokal mit bis zu 4 Mitspielern spielbar ist, aber nicht online. Dies ist sehr schade, denn das wäre noch das letzte I-Tüpfelchen gewesen.
Creatures
Dieses Gemälde zeigt eure gesammelten Kuscheltiere, die ihr via Rubbellose erhaltet. Auch hier gilt: Befinden sich 3 Bilder eines Kuscheltieres auf dem Los, erhaltet ihr eines, welches fortan in dieser Galerie Einzug hält. Folgende Kuscheltier-Arten können gesammelt werden: „Die Frösche“, „Die Robos“, „Die Ballons“, „Die Toasts“, „Die Geister“ und „Die Schweine“. Dabei gibt es auch hier unterschiedliche Ebenen. Die „normalos“, die „adligen“ und die Könige. Jeder dieser Knudellies gibt eine bestimmte Anzahl an Lums frei, die täglich wieder aufs neue erscheinen und aufgesammelt werden können. Eine gute Möglichkeit, alternativ zum Spielen Lums zu sammeln. Hat man alle Kuscheltiere einer Ebene gesammelt, erhält man dafür wiederum auch einen Pokal, angefangen mit Bronze für die untere Ebene und endend mit Gold für die Könige.
Helden in Masse
Rayman Legends: Definitive Edition mangelt es nun wahrlich nicht an spielbaren Helden. Ganze 36 Stück stehen hinter dem Gemälde „Heroes“ zur Verfügung, wenn man alles freigeschaltet hat. Dies geschieht entweder mit erspielten Lums oder durch Herausforderungen in den 5 neuen Welten. In diesen können weitere Helden erspielt werden, indem man diese via eines gemeisterten Levels befreit. Als erstes ist da der Bonus-Charakter „Raymund“, welcher nur für Spieler verfügbar ist, die die Rayman Challenges-App gespielt haben. Daneben stehen euch etwa Barbara oder ihre 9 Schwestern zur Auswahl, unterschiedliche Kleinlinge sowie Rayman und Globox in den unterschiedlichsten Farben und Kostümen. Als Nintendo-Bonus gibt es noch einen Rayman im Super Mario-Outfit und Globox im Luigi-Style. Eine nette Dreingabe wie wir finden.
Globox ist hier der größte sowie kräftigste Charakter, Kleinlinge sind wendig und ideal für schmale Gebiete, die Barbaren-Bräute haben dank ihrer Waffen eine höhere Reichweite und können auf diesen auch noch ein Stück Sliden. Rayman hingegen kann man als Allrounder bezeichnen, der überall gut geeignet ist. Die unterschiedlichsten Variationen der Charaktere weisen zwar kaum Unterschiede in Handhabung und Aktionen auf, dennoch sehen sie zumindest optisch unterschiedlich aus und bieten eine gewisse Anzahl an Abwechslung. Hier sollte wirklich jeder Spieler sein passenden Helden finden, mit dem er durchs Abenteuer streift.

Pokale und Statistiken
Hier kommen wir zu den Pokalen und den Sinn darin. Unter dem Menüpunkt „Mein Zeug“, wird auf dem Gamepad des Spielers Pokal-Rangfolge sowie Statistiken und Genialitätsstufe angezeigt. Ein Bronze-Pokal zählt dabei einen Punkt, für Silber bekommt man 5 Punkte und für den Gold-Pokal bekommt man gar 10 Punkte auf seinem Konto gutgeschrieben. Für ganz hartgesottene gibt es zum Großteil nur in der Challenge-App noch den Diamant-Pokal zu ergattern welcher stolze 50 Punkte einbringt. Dabei gilt, je mehr Pokale und somit Punkte gesammelt werden, desto höher wird die eigene Genialitätsstufe. Dies macht sich dann auch wieder in der Pokal-Rangfolge bemerkbar welche sämtliche Spieler Weltweit einbezieht und damit je nach eurem Können steigt oder fällt.
Ebenso findet man das Icon zu den Statistiken, in dem Dinge wie etwa der Rang und das Ergebnis der Challenge-Aufgaben, Fehlschläge, gesammelter Lums oder der zurückgelegten Strecke aufgeschlüsselt werden. Für jeder dieser Dinge gibt es wiederum einen Rang, der so erspielt werden kann. Im Menüpunkt „Bestenlisten“ finden man noch zu jeder einzelnen „Auflistung“ ein Diagramm mit Anzeigen seiner eigenen Position in der Pokal-Rangfolge oder etwa den einzelnen Herausforderungen.
Gemeinschaftlich für ein Ziel
Multiplayer wird in Rayman Legends: Definitive Edition groß geschrieben, denn es können jederzeit bis zu 4 Mitspieler ins Geschehen eingreifen. Seien es die Standart-Level oder die Abschnitte mit Murphy, hier wird jeder auf seine Kosten kommen, denn mit mehreren menschlichen Mitspieler kommt noch einmal so viel Freude auf wie schon als Einzelspieler. Es ist auch sehr spaßig, den Mitspielern als Murphy den weiteren Weg in den Abschnitten zu ermöglichen, oder diese einfach nur aus Gaudi in den Abgrund stürzen zu lassen. Ebenso bietet das schon erwähnte „Kung Foot“ stundenlange Unterhaltung und mordsmäßigen Spaß.
Großartige Umgebungen
Rayman Legends: Definitive Edition bietet eine grandiose und sehr lebendig wirkende Umgebung, die vor Einfallsreichtum nur so strotzt. Die einzelnen Gebiete, sei es der voller Lava brodelnde Vulkan, die luftigen Höhen der Berglandschaften oder die bezaubernden Unterwasserwelten von "20.000 Lums unter dem Meer" mit den darin befindlichen U-Booten. In jedem einzelnen Level merkt man die Liebe und Kreativität, welche die Entwickler in das Spiel gesteckt haben. Durch die vielen Lebewesen im Hintergrund wirkt das Spiel sehr lebendig, was noch durch die sich bewegende Flora und Fauna verstärkt wird - Bäume wanken im Wind, Grashalme und Sträucher bewegen sich. Besonders aber die gelungenen Lichteffekte konnten einen überaus positiven Eindruck hinterlassen.
Die Abschnitte in denen man auf Würsten und anderen Nahrungsmitteln umherspringen muss sind ebenso witzig wie genial und auch die meisten der sonstigen Level sind an Kreativität und Einfallsreichtum kaum zu überbieten. Das Level in welchem man etwa von einer riesigen Muräne verfolgt wird und versuchen muss an sämtlichen Gegnern und Hindernissen unbeschadet vorbeizukommen hat bei uns einen ebenso positiven Eindruck hinterlassen, wie die Hetzjagden mit den „Kreaturen der Finsternis“ oder das „Eye of the Tiger“-Level. Ebenso positiv geraten ist auch die Anpassung der Grafik von den Spielabschnitten des Vorgängers.
Die teils lustigen und genial anzuschauenden Gegner können ebenfalls sehr überzeugen und fügen sich bestens in die jeweiligen Welten ein. Dabei sind vor allem die singenden Kobolde im Abschnitt „Castle-Rock“ eine echte Augenweide – doch auch andere Gegner wie die ziemlich hässlichen Kröten, Fischschwärme im Meer oder im Hintergrund fliegende Drachen können nur Überzeugen. Dazu gehören auch die gewaltigen Bossgegner, die fulminant und pompös dargestellt werden. Eine riesige Muräne macht es dem Helden ebenso schwer wie ein Drache, ein völlig durchgedrehter und riesiger mexikanischer Wrestler oder die gewaltige Wolke der Finsternis, die ihre Macht aus den Albträumen bezieht. Aber auch Rayman und seine Kumpels können, wie auch sämtliche Gegner, mit ihren verrückten und lustigen Animationen punkten.

Das Bild wirkt gestochen scharf und bietet selbst auf dem Gamepad eine hervorragende Optik. Dabei läuft das Geschehen zu jeder Zeit vollkommen Flüssig und ohne jegliche Ruckler. Auch positiv sei zu erwähnen, dass die Bilder der Hauptgemälde den Anschein machen, als seien diese in 3D, was äußerst gut rüber kommt.
Legendärer Soundtrack
Hier muss man nicht viel Worte verlieren, denn die Musikstücke sind sehr gut bis grandios und passend zu jedem einzelnen Gebiet, dem Abschnitt oder der jeweiligen Situation. Mal klingen diese Fröhlich und verspielt, mal beklemmend und düster, wenn man unerforschtes und dunkles Terrain betritt – es gelingt den Musikstücken so gut wie immer die passende Atmosphäre zu erzeugen. Die ist ganz besonders in den Unterwasser-, und U-Boot Abschnitten der Fall wie auch bei den Musikbezogenen Levels, in denen man bekannte Musikstücke in teils abgeänderter Variation vernehmen kann. Ebenso gelungen sind die Geräusche der Helden, Gegner sowie Bossgegner und der kompletten Umgebung die wirklich viel zur Atmosphäre mit beitragen.
Definitive Edition?
Was gibt’s nun neues in der Switch-Fassung? Nun prinzipiell ist es das gleiche wie auf der Wii U, mit ein paar Seichten Veränderungen. Da es mit der Switch im Handheld-Modus nicht möglich ist das Geschehen auch auf den TV zu übertragen, fällt damit das wohl interessanteste Feature der Wii U-Fassung weg, mit dem man Murphy via Touuchscreen in speziellen Abschnitten steuert, die immerhin gut 1/3 des Spiels ausmachen. Die Switch-Fassung bietet euch nun 2 Varianten wie ihr spielen könnt. Zum einen gibt es die Möglichkeit auf einem TV-Bildschirm zu spielen und Murphy mit einem Controller zu steuern - die zweite funktioniert ausschließlich in der Handheld-Variante, die der Wii U-Fassung entspricht.
Erstere Variante ist leider nur bedingt spaßig, zumindest was die Murphy-Abschnitte anbelangt. Denn die Steuerung mit dem Controller, was auch nur mit Drücken bestimmter Tasten verbunden ist, lässt keineswegs den Spaß aufkommen wie einst auf dem Gamepad der Wii U. Doch auch im Handheld-Modus kommt der Spielspaß nicht ganz an jenes des Originals heran, da das Wii U-Gamepad einfach viel handlicher in einer Hand liegt und die Mechanik auch auf diesem besser funktionierte.
Das ganze schlägt sich natürlich auf dem Spielspaß aus, besonders im Multiplayer-Modus des Hauptspiels der einfach nicht mehr der selbe ist wie noch vor 5 Jahren. Ganz nett ist der oben bereits erwähnte Kung Foot-Modus, den man nun statt nur zu viert auch via Turnier 4 vs. 4 Spielen kann. Dies geht allerdings auch nur wenn man zwei Switch-Konsolen miteinander verbindet. Wirklich gut wären hier auch die Möglichkeit gewesen, Duelle Online austragen zu können, was diesen Modus noch einmal gehörig aufgewertet hätte. 5 Jahre nach dem Release des Originals hätte dies drin sein müssen.
Leider ist das aber auch schon die wirklich einzige Neuerung, denn sonst gibt es absolut nichts was die Entwickler der „Definitiv Edition“ spendiert haben. Und das ist gelinde gesagt schon etwas Mager... 5 bis 7 neue Level plus 2 neue Musik-Abschnitte hätten drin sein können bzw. sogar müssen. Diese Tatsache muss man dem Entwickler deutlich negativ ankreiden, wenn man ein 5 Jahre altes Spiel quasi 1:1 für eine neue Konsole wieder auf den Markt bringt und es dann auch noch definitiv Edition nennt. Auch sollte es Erwähnung finden, das die Switch-Fassung in Sachen Technik mit ein Paar Problemen zu kämpfen hat. So leidet das Spiel über die längsten Ladezeiten aller Konsolen-Varianten und es kommt auch gelegentlich zu kleineren Rucklern. Generell läuft das Spielgeschehen auf der Switch auch etwas langsamer als auf der Wii U, was man am besten an den Musik-Abschnitten sehen kann. Grafisch kann man hingegen kaum Unterschiede erkennen – es wirkt vielleicht ein klein wenig schärfer, allerdings ist das auch nicht der Rede wert.
Fazit
Keine Frage, Rayman Legends: Definitive Edition ist und bleibt eines der besten oder gar DAS BESTE Jump n' Run der letzten 15 Jahre. Es bietet einen enormen Umfang und es sprüht nur so vor Liebe im Detail, sowohl Grafisch als auch Musikalisch. Leider hat man es aber nicht geschafft dem Abenteuer nach gut 5 Jahren der Erstveröffentlichung, neue Levels oder „Kung Foot“ einen Online-Modus zu spendieren. Durch das fehlende Gamepad leidet auch das Gameplay, was sich natürlich hauptsächlich in den Murphy-Abschnitten und dem Multiplayer-Modus bemerkbar macht. Ohne diese Option ist Rayman Legends nur noch ein tolles Spiel, dem die Genialität dank dieser fehlenden Option abhanden ging. All jene die das Original haben, egal für welche Konsole, können ruhigen Gewissens einen Bogen um die Definitiv Edition machen, denn sie bietet so gut wie keinen Mehrwert gegenüber dem Original. Alle anderen, die Rayman Legends nicht kennen und nicht nur eine Switch besitzen, können getrost nach der deutlich billigeren Original-Version Ausschau halten.
- enormer Umfang
- Online Challenges
- tolle Grafik und Soundkulisse
- grandiose Musiklevel
- keine neuen Levels
- kleinere technische Mängel
- kein Kung Foot Online-Modus
Vielen Dank an die Firma Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


