
NBA 2K18
Während die Wii mit NBA 2K10 bis NBA 2K13 noch vier der Basketballspiele spendiert bekam, war letzteres die einzige Version die auf der Wii U veröffentlicht wurde. Und auch wenn die Version für Nintendos Heimkonsole gute Bewertungen einfahren konnte, war danach erst mal Funkstille angesagt. Mit den 2018er Switch Fassungen von NBA und WWE kehrt 2K Sports nun zurück zu Nintendo. Wie sich das Basketballspiel schlägt erfahrt ihr in unserer Review.
Das Spiel ist ein wahrer Speicherfresser, bei aktuellen Stand (Downloadversion) verbraucht das Spiel ganze 26 GB Speicher. Ohne eine SD Karte werdet ihr also wohl mehr als aufräumen müssen um das Spiel genießen zu können.

NBA 2K18
NSW
- Genre
- Sportspiele
- Entwickler
- 2K Sports
- Publisher
- 2K Sports
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1–4 lokal
Mehr als ein Spiel
Eines sei vorweg gesagt. Wir werden uns in dieser Review auf das wesentlich beschränken. Das liegt nicht etwa daran, dass wir zu faul sind, sondern NBA 2K18 wohl das umfangreichste Sportspiel ist, welches wir je getestet haben. Sollten wir wirklich alles bis ins kleinste Detail beschreiben, müssten wir wohl eher ein kleines Buch veröffentlichen.
Mit NBA Playground gibt es bereits ein Arcade-Basketballspiel für die Nintendo Switch. Wer etwas ähnliches nun bei NBA 2K18 erwartet, nur mit besserer Optik, der wird sich stark wundern. Denn der Umfang und der Tiefgang von 2Ks Sportspiel ist einfach gigantisch. Und dies zieht sich durch alle Bereiche des Spiels. Sei es die Anzahl der Modi, die Hintergrundeinstellungen, die Einstellungsmöglichkeiten oder die Spielmechanik an sich. Hier stimmt so ziemlich alles.
Wer allerdings nur mal eben eine schnelle Runde Basketball mit Kumpels zocken will, könnte Probleme bekommen. Denn der Realismus fordert natürlich seinen Preis. Als echte Sportsimulation bietet euch das Spiel sowohl auf dem Platz als auch abseits davon so ziemlich alle Optionen die es auch im echten Leben gibt.
Auf dem Court stehen euch verschiedene Arten des Zuspiels, des Dribbelns, Werfens und der Abwehr zur Verfügung. Welchen Spieler ihr steuert, könnt ihr entweder bequem per Druck auf den B-Knopf ändern oder aber ihr drückt die rechte Schultertaste. Dann erscheinen über den näheren Spielern die verschiedenen Knöpfe und per Druck auf selbigen wechselt ihr zum eben jenem Basketballer. Somit habt ihr die Möglichkeit sehr schnell auf das aktuelle Geschehen zu reagieren und an der richtigen Stelle einzugreifen.
Aber auch Abseits des Platzes könnt ihr, wenn gewünscht Einfluss nehmen. So könnt ihr vor den Matches schon die Aufstellung ändern, oder in den Pausen oder TimeOuts eingreifen. Aber Vorsicht. Auch hie sollte man bedenken, dass es eine Sportsimulation ist. Also wer als Anfänger einfach so alle umstellt wird, wohl ziemlich schnell feststellen, dass es auch hier einiges an Wissen benötigt.
Wähle dein Spielerlebnis
Als Neuling in der Basketballwelt von 2K sei euch der 2KU Modus als erstes ans Herz gelegt. Hierbei handelt es sich um ein mehrstufiges Tutorial, welches euch das Spiel und dessen Mechanik von Grund auf beibringt. Hierbei könnt ihr wählen, ob ihr wirklich Einsteiger oder bereits Fortgeschrittene seid. Desweiteren könnt ihr hier Trainingsspiele absolvieren, Spielzüge einüben oder im Freestyle antreten.
Im Modus Jetzt Spielen könnt ihr ein schnelles Match austragen. Zunächst wählt ihr euer favorisiertes NBA Team. Hierbei könnt ihr das aktuelle, ein klassisches oder ein historisches Team auswählen. In Jetzt Online Spielen könnt ihr euch im Netz mit anderen Spielern messen. Hierbei startet ihr in der Anfängerliga und könnt euch langsam nach oben spielen. Der Modus Blacktop bietet euch die Option 1v1, 2v2, 3v3, 4v4 oder 5v5 anzutreten. Das Lokale Spiel bietet euch auf der Switch sogar die Option bis zu vier System zu verbinden und gegeneinander anzutreten. Mein GM/ Meine LIGA gibt euch das Zepter in die Hand. Hier könnt ihr euer Team erfolgreich durch Turniere oder die Liga führen. Hier finden sich auch die sogenannten Boosterpacks wieder welche Spieler enthalten. Kaufen könnt ihr diese entweder mit Echtgeld oder Spielgeld. FIFA Spieler sollten dies aus dem Ultimate Modus kennen.
Apropos Echtgeld im Spiel gibt es nichts geschenkt. Selbst für den Friseurbesuch müsst ihr etwas hinblättern, Nicht viel aber immerhin. Ihr verdient zwar durch eure Leistung inGame-Währung aber wie bei anderen Spielen auch kann es eben zum Beispiel bei Spielen mit eigens kreierten Teams zum Kampf zwischen Microtransaction-Mannschaften kommen.
Starte deine Karriere
Der Karrieremodus startet als Turnier bei dem ihr ziemlich unvorbereitet auftaucht. Da ihr euer Anmeldeformular nicht mitgebracht habt, müsst ihr es vor Ort nochmals ausfüllen. Hier wird dann euer Spieler definiert. Wie groß ist er? Welche Spannweite hat er? Was wiegt er? Und so weiter. All diese Attribute haben dann natürlich Einfluß auf eure Geschwindigkeit, Sprungkraft etc. Außerdem könnt ihr noch weniger relevante Dinge wie den Wurfarm oder eure Herkunft einstellen.
Ob Tattoostudio, Friseur, Bekleidungsgeschäft oder Foot Locker, in eurem Viertel gibt es alles was man als Athlet so gebrauchen kann. Das schöne daran ist, dass man nach dem Betreten und Verlassen des Ladens nicht nur stumpf die Auswahl sieht, sondern auch kurze Dialoge stattfinden.
Betretet ihr zum Beispiel den Friseur zum ersten mal, erhaltet ihr von euren Kumpels aus der Nachbarschaft einen Kopfhörer mit dem ihr unterwegs Musik hören könnt. Euer Handy dient euch als Navigator durch den Karrieremodus. Hier seht ihr die nächsten Ziele und Termine die vor euch liegen. Ebenfalls erhaltet ihr so Zugang zu Neuigkeiten und den sozialen Medien innerhalb dieses Modus.
Natürlich gilt dieser Modus aber an erster Stelle euren Spieler auf Stufe 99 zu bringen. Hierzu stehen euch verschiedene Events aber vor allem das Trainingscenter eures Vereins zur Verfügung. Hier können alle möglichen Szenarien eingeübt und trainiert werden. Von Korblegern, zu Rebounds, Freiwürfen und Ballkontrolle hier ist alles dabei.
Die Liebe liegt im Detail
Bevor ihr mit eurer eigenen Karriere loslegen könnt, müsst ihr natürlich euren Spieler zunächst definieren
Auch hier zeigen sich die Entwickler sehr detailfreudig. So kann vor allem die Kopfpartie extrem individuell gestalten. So können die Schädelbreite und dessen Höhe, die Augenbrauen, die Farbe der Augen, die Form der Nase, der Ohren und des Munds, das Kinn und die Haare definiert werden. Wer sich selbst also nachstellen möchte, hat ziemlich gute Chancen, dass ihm das gelingt.
Ebenfalls könnt ihr vor dem Start eurer Route to 99 Karriere die Attribute des Spielers durch seine Physis definieren. So wird durch die Angabe der Spannweite, der Größe, des Gewichts, des Wurfarms kalkuliert wie schnell ihr seid, wie hoch ihre springt und wie ihr sowohl offensiv als auch defensiv positioniert seid. Auch eure Herkunft könnt ihr festlegen. Dies ist allerdings nur von kosmetischer Natur und hat keinen Einfluss auf euer Können.
Wie bereits erwähnt sind die Jungs von 2K absolut detailvernarrt. So könnt ihr sogar eure eigenen Schuhe kreieren. Und das bedeutet nicht, dass ihr einfach eine Sohle, eine Farbe ein Logo und eine Zunge zusammenbastelt. 25 verschiedene Teile des Schuhs können angepasst und eingestellt werden um am Schluss euren Wunschschuh tragen zu können. Spieler die auf Details und Individualität stehen sind hier richtig aufgehoben.
Jetzt gibt es was auf die Ohren
Auch wenn man meint, dass die Optik oftmals das herausstechenste oder wichtigste Merkmal einer Spielepräsentation ist, so trägt der Soundtrack doch massiv zu einem guten Spielerlebnis bei. Und hier versenkt NBA 2K18 den Ball einfach nur gnadenlos. Gut man sollte schon eine gewisse Affinität zu Hip Hop haben, da diese Richtung schon vorherrschend in der Sportart ist. Wenn ich allerdings ein Spiel einschalte und mit Hip Hop Hooray von Naughty By Nature begrüßt werde, bekommt man gleich doppelt so viel Lust auf eine zünftige Party Basketball. Sieht man sich die Trackliste durch, findet man neben neueren Stücken auch wahre Genre-Perlen. Titel wie Slam von Onyx, 93´til Infinity von den Souls of Mischief und natürlich Shook Ones Part II von Mobb Deep beweisen, dass hier wahre Kenner am Werk waren. Kleiner Wermutstropfen ist allerdings, dass es sich bei all diesen Tracks um die Clean-Versions handelt. Für musikalische Abwechslung sorgen dann rockige Töne von Def Lepard und auch die deutsche Band Scorpions vertreten.
Technische Finesse
Aber nicht nur im Bereich Musik kann das Spiel punkten, auch die Sprachausgabe ist überragend. Hier werden nicht nur einfach wenige samples wieder und wieder unpassend eingestreut, sondern man hat teilweise wirklich das Gefühl, dass das Spiel live kommentiert wird.
In Sachen Grafik kann das Spiel positiv überraschen, bedenkt man, dass es sich um keinen eigenständigen Build handelt, sondern um die gleiche Engine wie sie auch auf den anderen System zum Einsatz kommt. Es ist schon erstaunlich wie gut die Switch hier jetzt schon arbeitet, obwohl die Entwickler noch nicht all zu viel Erfahrung mit dem System haben. Man darf hier natürlich nicht das gleiche Niveau wie auf einer PlayStation 4 oder Xbox One erwarten, aber das Spiel ist alles andere als unansehnlich. Allerdings hatten wir den Eindruck, dass viel mehr Energie darauf verwendet wurde, dass die Spiele in der Halle perfekt aussehen als außerhalb. So sieht das Spiel zum Beispiel im Karrieremodus teilweise deutlich schlechter aus. Negativ sind uns auch die Haare aufgefallen, die stellenweise eher aussehen wie gefärbte Strohhaufen. In Sachen Framerate muss man als Switch-Spieler leider mit 30 FPS zurecht kommen. Allerdings fällt einem dies eigentlich nur auf, wenn man die Versionen direkt vergleicht.
Neben all den optischen und akustischen Eindrücken ist natürlich auch die Steuerung entscheidend für ein Sportspiel. Auch hier erlaubt sich NBA 2K18 keine Fehler. Alle Kommandos werden ohne Verzögerung auf dem Platz umgesetzt.
Die Ladezeiten innerhalb des Spiels sind vertretbar, lediglich beim Starten einer neuen Karriere zum Beispiel, muss man etwas länger warten. Schön ist ebenfalls, dass die Musik währen der Wechsel innerhalb der Modi oder Ladezeiten nicht unterbrochen wird.
Ebenfalls positiv ist, dass das Spiel nie statisch ist. Vor Matchbeginn werdet ihr über Neuerungen und Events bei NBA2K18 informiert. Die Kommentatoren geben ihre Meinungen ab und auch der Reporter am Spielfeld weiß etwas zum Matchup zu sagen. In den Timeouts wird die aktuelle Lage diskutiert während Cheerleader auf dem Feld tanzen und man sieht wie die Spieler sich beraten.
Fazit
Ein einfaches Wow! Würde das Spiel zwar ziemlich gut zusammenfassen, wäre allerdings ein etwas kurzes Fazit. NBA 2K18 ist ein absoluter Pflichttitel für jeden Sportspielfan. Wobei man, wie schon gesagt, eigentlich eher von einer Simulation sprechen muss. Der Titel bietet einen gigantischen Umfang, Anbindung zu aktuellem Geschehen und eine Tiefe und Detailverliebtheit die seines Gleichen sucht. Abgesehen von einigen optischen Aspekten, haben es die Entwickler geschafft, den Titel 1:1 auf die Switch zu bringen. Eine wirklich immense Leistung. Ein Wermutstropfen sind die Microtransactions an denen man online ggf. nicht vorbei kommt. Dennoch lohnt sich jedes heruntergeladene Gigabyte.
- sehr viel Tiefgang
- toller Port (Optik/Akustik)
- extrem großer Umfang
- Speicherfresser
- Microtransactions
- keine Euroleague-Teams
Vielen Dank an die Firma 2K für die Bereitstellung des Testmusters.


