
Splatoon 2
Jetzt ist es endlich da. Ein Spiel, auf dessen Release Fans schon lange gewartet haben. Mit Splatoon 2 sind die Inklinge zurück, also füllt eure Spritzpistolen und taucht mit uns etwas tiefer in den neuesten Shooter aus dem Hause Nintendo ein.

Splatoon 2
NSW
- Genre
- Action-Adventure
- Serie
- Splatoon
- Entwickler
- Nintendo
- Publisher
- Nintendo
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1–8 lokal
- Freigabe
USK ab 6
Ein Mix aus Alt und Neu
Gleich vorweg ist zu sagen, Splatoon 2 bietet viele Dinge die wir bereits aus dem ersten Teil kennen, wirkt aber dennoch nicht öde oder fad. Im Gegenteil, mit einigen neuen Features schafft es das Game neue Spieler, sowie auch Fans der Reihe, wieder für viele Stunden an die Konsole zu fesseln. Das Tolle ist natürlich, dass ihr nun auch im Handheldmodus Spritzschlachten machen könnt.
Splatoon 2 liefert wie gesagt eine Reihe an Neuerungen. Neben dem Salmon-Run der Bär GmbH – eine Art Horde-Modus bei dem ihr euch Schritt für Schritt nach oben der Firma hocharbeiten müsst und dabei Goodies abstauben könnt – wartet ein neues Einzelspieler-Abenteuer, sowie diverse Mehrspieler-Upgrades wie neue Waffen, Modi und Fähigkeiten. Auch die Grafik profitiert natürlich von der neuen Hardware. Die Farbe wirkt nun noch plastischer und die Kulissen sind durch schärfere Texturen und diverse Feinheiten, wie Pflanzen, Animationen etc. noch lebendiger. Außerdem bietet Splatoon 2 60 Frames in der Sekunde. So erfolgt im TV-Modus die Ausgabe im Wechsel zwischen 1080p und 864p, im Handheld-Modus zwischen 720p und 648p. Es treten so gut wie keine Einbrüche in der Framerate oder dergleichen auf. Es spielt sich flüssig wie eh und je, was bei dieser Art von Spiel auch wichtig ist, da man sonst schon einmal den Kürzeren zieht. Nintendos Quality-Management hat hier einfach den Vorteil, dass man nach einem fast perfekten ersten Teil ein solides Grundgerüst hat auf dem man aufbauen kann. Somit konnte man sich im zweiten Teil ganz auf diverse Erweiterungen konzentrieren, da sich am Gameplay bzw. überhaupt am Spielprinzip sehr wenig geändert hat.
Ihr beginnt euer Spiel wieder am Plaza, wo ihr diverse Geschäfte betreten oder die unterschiedlichsten Orte für die verschiedenen Modi aufsuchen könnt. Neu ist unter anderem eine Spielehalle mit der ihr mit lokalen Freunden Arcade-Spiele zocken und ein Imbissstand, bei dem ihr euch Shakes kaufen könnt, die euch im Spiel beispielsweise mehr Punkte einbringen. Dafür benötigt ihr aber Coupons, die ihr im Abenteuermodus sammelt. In den meisten Geschäften könnt ihr übrigens wieder erst ab Rangstufe 4 einkaufen und auch der Singleplayer startet wie beim ersten Teil bei einem Kanaldeckel. Über die Handlung soll nicht zu viel verraten werden, aber es hat wieder etwas mit dem Elektrowels zu tun. Dennoch sind die neuen Welten sehr abwechslungsreich und fühlen sich frisch an. Auch wer bereits Splatoon 1 auswendig kannte wird hier wieder sehr großen Spaß haben.
Der Hauptmodus im Multiplayer ist natürlich wieder der Revierkampf. Als vierköpfiges Team müsst ihr eine Fläche mit eurer Farbe vollkleckern und wer bei Abpfiff die meisten Dinge eingefärbt hat gewinnt die Runde. Kills spielen also nur eine untergeordnete Rolle, da sie dem gegnerischen Team beim Respawn im Prinzip nur die Zeit stielt um vorwärts zu kommen.
Ab in die Tinte
Am Gameplay hat sich wie ihr seht also kaum etwas geändert. So spritze ich mit meiner ausgewählten Waffe und in meinem selbst gewählten Outfit alles voll was mir in die Quere kommt. Sollte der Tank leer sein, verwandle ich mich in einen kleinen Tintenfisch um meine Lebensenergie zu regenerieren und gleichzeitig Farbe aufzufüllen. Wie welche Waffe wirkt, sollte jeder für sich selber testen und herausfinden. Es ist aber für jeden etwas dabei – für den Jäger, der mit schnellem Geballere alles platt machen möchte und immer an der Front steht, für den Sniper-Liebhaber der lieber von weiter oben alles im Überblick hat oder für jene, die es eher gemütlicher, aber mit voller Durschlagskraft angehen wollen. Natürlich gibt es auch wieder die Sekundärwaffen wie die Farbgranate oder die sich aufladenden Spezialattacken wie beispielsweise die Curling-Granaten oder Suchraketen. Obwohl es so viele Möglichkeiten und Anpassungen gibt, ist das Balancing wieder sehr ausgewogen und wirkt in keiner Weise irgendwie unfair.
Neu in Splatoon sind die Doppelkleckser. Hierbei habt ihr sogar zwei Waffen in den Händen und könnt mit einer neuen Fertigkeit Ausweichmanöver ausführen, was wiederum nur mit dieser Waffengattung möglich ist.
Ihr dürft euch natürlich wieder entscheiden, ob ihr lieber mit der Bewegungsteuerung oder dem rechten Stick zielt. Hier unterscheiden sich die Geister. Die einen meinen mit dem Gyro-Sensor geht es viel schneller und genauer, wobei die andere Seite das wieder für einen Blödsinn hält. Wir haben es mit beiden Varianten probiert und fanden die Kamerasteuerung mit dem rechten Stick bequemer und besser.

Rang- und Ligakämpfe
Wie auch bei Splatoon 1 sind die Rangkämpfe wieder nicht in den Revierkämpfen eingebunden und ihr könnt diese erst ab Stufe 10 auswählen. Habt ihr aber diese Rangstufe gemeistert, so erwarten euch wieder einige neue Spielformen. Eine davon ist die klassische Herrschaft, in der ihr zwei umrandete Felder mit Farbe bedecken müsst um sie fürs Team einzunehmen. Habt ihr das geschafft, müsst ihr die Felder natürlich auch verteidigen bis die Zeit vorbei ist. Hier können schon einmal wahnwitzige Farbschlachten entstehen.
Sehr spaßig ist auch die Turmeroberung, bei der das einzunehmende Türmchen auf Schienen bis zur Basis gleitet. Gott sei Dank gibt es aber auch Checkpoints, denn es kann schon einmal ganz schön hektisch zugehen.
Ein weiteres Spiel ist Operation Goldfisch, welches auch bereits aus dem Vorgänger bekannt ist. Hier wurde es damals als DLC nachgereicht. Dort kämpft man um eine goldene Spezialwaffe, welche eine gewaltige Feuerkraft besitzt. Jener Spieler mit dieser Waffe wird immer gekennzeichnet bzw. merkt man am goldenen Strahlen. Auch hier sind chaotische Kämpfe in der Kartenmitte vorprogrammiert.
Starke Spieler können übrigens ihre eigene Liga starten und mit einem Team aus zwei bis vier Freunden in zweistündigen Events antreten. Voraussetzung dafür ist aber eine Profil-Einstufung von mindestens „B“, die man durch das Absolvieren von Ranglistenspielen erarbeitet. Siege bedeuten Punkte für den Aufstieg, Niederlagen lassen euch aber auch schnell einmal im Rang fallen. Rangpunkte, die ihr durch den normalen Revierkampf erhaltet bleiben euch aber auf alle Fälle erhalten und durch verdiente Ingame-Währung könnt ihr euch so - Rang für Rang - unterschiedlichstes Equipment in den Shops kaufen. Die Kleidungsstücke besitzen auch wieder Effekte. Einer ist meistens fix und je nach Accessoire werden im Spiel noch automatisch weitere Slots für dieses Item freigespielt (vorausgesetzt es sind noch welche übrig).
Ein kleiner Schwachpunkt bei Splatoon 2 ist erneut die Menge an Maps. Eine Anzahl von momentan acht Karten und ein Wechsel zweier davon alle zwei Stunden ist etwas steinzeitmäßig. Die Online-Suche in den Lobbies geht meistens relativ schnell. Schade ist nur, dass wenn einmal die Suche gestartet wurde, man nicht mehr aussteigen kann. Oft wäre dies auch kein Problem, wenn man zumindest direkt seine Ausrüstung ändern könnte, ohne die Spielersuche zu verlassen. Man muss immer das begonnene Spiel zu Ende bringen oder das Spiel überhaupt gleich über das Switch-Dashboard einfach verlassen um vorzeitig abzubrechen. Das Gelaber zu Spielbeginn der „tentacoolen“ Moderatoren ist natürlich Geschmacksache, aber auch hier wäre es toll wenn man entscheiden könnte, ob man sich die Übertragung anhört oder diese einfach überspringt.

Salmon-Run
Wollt ihr eher kooperativ mit lokalen oder online Freunden zocken, so ist der Salmon-Run genau das richtige für euch. Ihr findet diesen ganz hinten des Plazas im Gebäude der Bär GmbH. Bei diesem Horde-ähnlichen Modus könnt ihr euren „firmeninternen“ Rang aufbessern (zB vom Praktikanten bis zum Boss) und nebenbei wertvolle Items wie Hemden mit drei Effektslots verdienen. Für kleine Spielchen zwischendurch ist der Salmon-Run ein schöne Abwechslung. Jede Runde startet ihr mit einer unterschiedlichen Waffe und müsst gemeinsam mit drei weiteren Spielern die jeweilige Anzahl an goldenen Fischeiern ergattern. Diese bekommt ihr durch das Besiegen jeweiliger Supergegner die unterschiedliche Schwächen haben um sie zu eliminieren. Diese lernt ihr aber gleich zu Beginn im Tutorial kennen. Daneben machen euch noch Irokesen-Fische das leben schwer. Wurdet ihr besiegt, schwimmt ihr als Schwimmreifen durch die Gegend und eure Freunde müssen euch mit Tinte bespritzen um euch zurückzuholen. Habt ihr die Anzahl an Eier pro Runde in die jeweiligen Körbe manövriert, geht es weiter, wenn nicht, endet das Spiel. Insgesamt erwarten euch pro Spiel drei Runden.
Lokal können sich übrigens bis zu acht Teilnehmer für Versus-Matches oder den Salmon-Run miteinander verbinden. Jeder benötigt aber eine eigene Konsole plus ein eigenes Spiel. Eine Splitscreen-Unterstützung gibt es nicht, was vor allem für das Spiel zu zweit sicherlich viel Anklang gefunden hätte. Als kleines Extra könnt ihr auch wieder Zeichnung (ähnlich dem Miiverse) über das Netz austauschen und auch die amiibo bringen wieder ein paar Erweiterungen wie Items ins Spiel.
Smartphone-App
Gleich zum Start von Splatoon 2 gab es die entsprechende App des Nintendo Networks zum Download für alle mobilen Geräte (Android und iOS vorausgesetzt). Wer den hauseigenen Sprachchat nutzen möchte, der kommt über die „Nintendo Switch Online“ App nicht hinweg, denn nur über diese lassen sich Switch-Freunde einladen – oder auch andere Besitzer des Spiels, denen man via Messenger oder sozialen Netzwerken eine Einladung schickt. Die App funktionierte anfangs nicht immer tadellos und es passierte schon einmal, dass während eines Gesprächs die Verbindung abbrach. Hier wird aber via Patches sicherlich noch nachgebessert.
Das größte Ärgernis und auch der Grund, warum die ganze App fast nutzlos ist, ist jener, dass der Sprachchat nur in privaten Matches, beim Splatfest, sowie den Ligakämpfen funktioniert. In den allzeit beliebten Revierkämpfen und Ranglistenspielen geht es eben nicht. Die Verbindung ist übrigens etwas kompliziert und manchmal muss man vor allem Neulinge Schritt für Schritt durch die Menüs führen um überhaupt einmal starten zu können. Also warum überhaupt die App nutzen, wenn ein Sprachanruf über diverse Messenger immer und besser funktioniert - und eigentlich nichts anderes ist (vorausgesetzt man spielt natürlich mit Freunden). Oft zum Haare raufen ist auch die automatische Aufteilung der Spieler. So kann es schon einmal vorkommen, dass jener Freund, mit dem man eigentlich ein nettes Spielchen machen wollte ins gegnerische Team gelost wird und auch hier funktioniert dann der Sprachchat via App nicht mehr. Wollt ihr übrigens Chat und Spielesound aus den Kopfhörer eures Smartphones gleichzeitig hören, benötigt ihr einen speziellen Adapter, beispielsweise des Herstellers Hori.
Ein Lob hat aber die neue Handy-App von Nintendo verdient, nämlich in Form des SplatNet2. Hier könnt ihr allerlei nützliche Statistiken zu euren Spielen einsehen (aber nur die letzten 50 Matches) und auch gleich direkt ausgewählte Ausrüstung bestellen und kaufen.

Fazit
Splatoon 2 macht auf alle Fälle Spaß und sollte in keiner Spielesammlung fehlen. Obwohl am Grundgerüst wenig verändert wurde, wirkt der neue Anstrich frisch und dynamisch. Zwar fühlt sich das Mapangebot von acht Karten noch immer etwas spärlich an, sorgen die Neuerungen wie der Salmon-Run, neue Waffen und Fertigkeiten dann doch für die nötige Abwechslung im Spiel. Obwohl die Story der Einzelspieler-Kampagne ausbaufähig ist, überzeugt sich dennoch mit ihren speziellen Waffen und knackigen Abschnitten. Einzig die veraltete Online-Anbindung könnte Spielern wieder ein Dorn im Auge sein. Warum nur alle zwei Stunden zwei neue Maps und ein komplizierter Sprachchat? Wem das aber nicht stört, der hat einen wundervollen Farbshooter in seinen Händen, der viele Spielestunden wahnwitzige Farbschlachten bietet.
- spannende Matches
- viele Waffen und Items
- Multiplayer-Spaß
- präzise Steuerung
- Zum Start nur acht Maps
- mäßige Story im Einzelspieler
- umständliches Onlinesystem (Lobby, Chat...)
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


