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ULTRA STREET FIGHTER II: The Final Challengers

ULTRA STREET FIGHTER II: The Final Challengers

Tommy

Mit Ultra Street Fighter 2: The Final Challengers bringt Capcom einen zeitlosen Klassiker im neuen Gewand auf Nintendos Switch. Die Frage warum, es ausgerechnet die Neuauflage eines Spiels aus dem Jahr 1991 sein muss und nicht eine Umsetzung des 3D Prüglers „Street Fighter V“ dürfte wohl nicht nur an der geringeren Hardware der Switch liegen sondern vermutlich auch an der momentanen Haltung Capcoms gegenüber Nintendos neuer Hardware.

ULTRA STREET FIGHTER II: The Final Challengers

NSW

Entwickler
Capcom
Publisher
Capcom
Konsole
NSW
Spieler
1–2 lokal
Freigabe
USK ab 12

Street Fighter 2: The World Warrior wurde im Jahre 1991 auf dem Super Nintendo Entertainment System veröffentlicht und konnte dort große Erfolge verbuchen. Diesem folgten dann mit „Super Street Fighter 2“, „Street Fighter Turbo“ und Street Fighter Alpha 2 weitere Ableger, die unter anderem einige Verbesserungen mit sich brachten. Streng genommen ist die Neuauflage zumindest in Sachen Spielgeschwindigkeit nicht dem Original entsprungen sondern dem deutlich schnelleren Street Fighter 2 Turbo. Und damit das Spiel in Sachen Optik nicht ganz so altbacken wirkt, bietet das Spiel neben dem Original 4:3-Modus auch einen überarbeitete Optik in 16:9 Bilddarstellung. Hinzu gesellen sich noch ein paar Feinjustierungen sowie Eingriffe im Gameplay. Hierzu gehören etwa die Möglichkeit aus Griffen entkommen zu können und eine Anpassung des Timings für Combos. Auch hat man dem Spiel mit Violent Ken und Evil Ryu zwei neue Spieler spendiert, die das Roster von den Original 17 auf 19 erhöht.

Viel Retro, kaum Neuerungen

Wer das Original kennt wird sich gleich heimisch fühlen, denn es erinnert alles stark an dieses. Die meiste Zeit verbringt man dann in den Genre-typischen Modi Arcade, Versus und Online, die den Spieler Spieler am meisten bei Laune halten werden. Besonders der Versus- als auch Online-Modus sind das spaßigste und unterhaltsamste. Der Arcade Modus ist, wie bei vielen anderen ähnlichen Spielen auch, eine nette Sache, allerdings nicht wirklich langfristig fesselnd. Der Spieler kämpft hierbei nacheinander gegen 12 unterschiedliche Kontrahenten an, die ihre eigene „Kampfarena“ haben, die überall auf dem Kontinent verteilt sind. Hier befindet man sich etwa auf einem Flugzeugträger, einer Innenstadt in Tokyo oder in einer Bar hinter einem Käfig wieder. Diese Arenen sind abwechslungsreich gestaltet, wenn gleich auch nach heutigen Maßstäben nicht mehr als unterstes Mittelmaß. Die Animationen der sich im Hintergrund bewegenden Personen oder Objekte bestehen größtenteils aus nur drei Animationsphasen, sodass alles sehr hölzern und abgehakt aussieht. Bei den einzelnen Kämpfern sieht das alles schon etwas anders aus, sodass diese bei jenen deutlich flüssiger und „realer“ wirken. Hier kann man sich freilich darüber streiten ob es gut ist die Animationsphase allesamt so zu belassen um das Original nicht zu großzügig abzuändern, allerdings hätte auf der anderen Seite für eine Neuauflage des Spiels in der Hinsicht doch etwas mehr Engagement einfließen können von Seiten der Entwickler. Leider gibt es einfach keinen spielerisch relevanten Grund, warum man hier mit jedem einzelnen Charakter diesen Modus beenden sollte. Hier hätten sich die Entwickler ruhig eine Art Belohnung ausdenken können die man dafür bekommt um die Motivation aufrecht zu erhalten. So allerdings werden wohl nur beinharte Serien-Fans dies in Angriff nehmen.

Eine Alternative zu diesem und dem Versus-Modus bietet der Kumpel-Kampf, in dem man mit einem menschlichen Mitspieler zu zweit vor dem TV-Bildschirm gegen einen Computer-Gegner antraten kann. Dies geht natürlich auch in der Variante Spieler/Computer vs. Spieler. Ein Modi der durchaus Spaß mit sich bringt. Schade nur das man es versäumt hat einen 2 gegen 2-Modus zu implementieren.

Online Klopperei

Wer nicht allein gegen die Computer Gegner eindreschen will der hat die Möglichkeit sich in Online Matches gegen andere Mitspieler aus aller Welt zu duellieren. Dies geht entweder bei Ranked Matches oder aber bei einem einfachen schnellen Match. Hierbei ist gut, das Ultra Street Fighter 2: The Final Challengers zu jeder Zeit online ist und man so immer Kampfanfragen erhalten kann – vorausgesetzt man hat dies zuvor in den Optionen zugelassen. Spielt man hier beispielsweise den Arcade-Modus und ein Freund kommt online, kann er dem Geschehen beitreten und die Rolle des Computer Gegners übernehmen, gegen den man gerade kämpft. Eine schöne Sache!

Der Weg des Hado

Dieser Modus ist die große Neuerung des Spiels, stellt allerdings nur ein Minispiel dar in dem man versuchen muss so viele Gegner wie Möglich zu besiegen die auch schon mal in Horden auf dem Bildschirm auftauchen. Das Spielgeschehen kommt im Gegensatz zum Hauptspiel allerdings nicht in 2D daher sondern in einer 3D-Optik, die ganz nett ausschaut, allerdings reizt diese keineswegs auch nur an der Leistungsgrenze der Switch. Hier hätte man seitens der Entwickler wirklich etwas kreativer sein dürfen, nicht nur in Sachen Technik sondern auch mit der Umgebung in der das Ganze stattfindet. Diese wirkt leider recht trist und farbarm – ebenso verhält es sich bei den Gegnern. Es sind immer die gleichen jedoch in unterschiedlich farbigen Uniformen. Der Spieler muss hier, mit beiden Joycons bewaffnet, mit bis zu 4 unterschiedlichen Bewegungen Attacken ausführen, die jedoch leider nicht immer so funktionieren wie sie sollten. Das ganze artet dadurch in einem ziemlichen Herumgefuchtel aus, sodass es mitunter sehr mühsam ist das länger durchzuhalten ohne Armschmerzen zu bekommen. Man kann diese Moves zwar in einem separaten Menü üben, doch am Ende bringt das alles nichts, wenn es in Action nicht so funktioniert wie es sollte. Das größte Problem an diesem Modus ist aber das er absolut keinen Spaß mit sich bringt. Er frustriert den Spieler mehr als ihn bei Laune zu halten oder gar Abwechslung zu bieten. Hier hätte man lieber in einen 2Vs.2 Modus oder andere sinnvolle Gameplay Neuerungen investieren sollen, als so ein halbgares Produkt mit ins Spiel zu stecken.

Wars das schon?

Leider bietet die Neuauflage nicht wirklich viel neues oder gar sinnvolles. Warum hat man das Roster nicht noch um 2 oder 3 weitere Kämpfer erweitert? Warum gibt es keine neuen Stages und Musikstücke? Es gibt zwar einige Optionen mit denen man etwa die Farbe seiner Kämpfer abändern kann, Grafik und Sound kann auf Neu oder Original eingestellt werden oder es gibt eine Galerie in der man sich Illustrationen anschauen und Zugriff auf eine Jukebox hat. Alles nette Dreingaben aber keineswegs sinnvolle Erweiterungen die man unbedingt benötigt oder die gar das Gameplay auffrischen. Klar, die Möglichkeit Online kämpfen zu können dürfte ihre Freunde finden, dennoch merkt man dem Spiel trotz der Frischzellenkur sein Alter an, besonders in Sachen Spielbarkeit und Langzeitmotivation.. Cool wäre es gewesen, hätte man dem Spiel einen Team-Modus spendiert, in dem es Möglich ist zu zweit gegen zwei andere Kontrahenten zu kämpfen. Oder aber die Möglichkeit allein gegen zwei Kontrahenten, was das Gameplay noch aufgewertet hätte. Hier bot das von uns getestete Spiel ACA World Heroes Perfect keine schlechtere Spielerfahrung und ACA Neogeo The King of Fighters ’98

Das Problem an Ultra Street Fighter 2: The Final Challengers ist einfach der Preis, der mit knapp 40 Euro in keinerlei Verhältnis zu dem steht was diese Software dem Spieler bietet. Hätte man das Minispiel weggelassen und das ganze als Download für 15 Euro angeboten, wäre dies deutlich positiver im Endergebnis ausgefallen. So allerdings bietet die Neuauflage, abgesehen vom Online-Modus, keinerlei nennenswerten Vorteile gegenüber seinen Genre Kollegen vom NeoGeo, welche im eShop der Switch bereits erhältlich und um zirka 80% günstiger sind.

7.0Wertung

Fazit

Klar, Street Fighter 2 ist ein absoluter Klassiker aus den 90er Jahren – leider merkt man dies dem Spiel aber an allen Ecken und Kanten an. Es gibt keinen Team-Modus und auch das Gameplay an sich wirkt deutlich angestaubt. Da hilft auch die schicke HD-Optik nicht viel, bei der auch noch deutlich Luft nach oben gewesen wäre. Das neue Minispiel „Der Weg des Hado“ ist fast ein Totalausfall und was letztendlich bleibt ist ein Spiel was fast ausschließlich von seinem Nostalgischen Scharm profitiert. Einzig der wirklich gelungene Online-Modus kann das Spiel vor einer tieferen Wertung retten. Street Fighter-Veteranen der ersten Stunde werden sicherlich auch mit dieser Neuauflage ihre Freude haben, alle anderen sollten lieber zu günstigeren und besseren Alternativen greifen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist mit knapp 40 Euro einfach nicht stimmig.

Design
6.0
Sound
7.0
Online Multiplayer
8.5
  • 250 Seiten Artbook (Digital)
  • Online-Modi gelungen
  • Multiplayer
  • wirkt angestaubt
  • kaum sinnvolle Neuerungen
  • Weg des Hado = Totalausfall
  • Zu wenig Spiel fürs Geld

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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