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Yo-Kai Watch 2: Knochige Gespenster

Yo-Kai Watch 2: Knochige Gespenster

Ulrich

YO-KAI WATCH 2: Knochige Gespenster

3DS

Entwickler
Level-5
Publisher
Level-5
Konsole
3DS
Spieler
1–4 lokal

Vor kurzem erschien der zweite Teil der beliebten Yo-Kai Watch-Reihe, mit vielen neuen Yo-Kai und Schauplätzen. Ob das Sequel nach dem sehr gelungenen ersten Teil überzeugen mag, erfahrt ihr im folgenden Test.

Alles beim Alten?

Vorweg ist zu sagen, dass es sich sicher lohnt den ersten Teil gespielt zu haben. Manche Dinge sind einfach vertrauter und selbst die Handlung nimmt manchmal Bezug darauf. Dennoch gibt es genügend Rückblicke, damit ihr auch als Neueinsteiger nicht verloren seid. So tauchen eines Nachts zwei seltsame Yo-Kai auf, fliegen durchs Dachfenster und schnappen sich die Yo-Kai Watch eures Protagonisten Nathan. Außerdem löschen sie seine Erinnerungen an die Geschehnisse der Handlung aus dem Vorgänger. So wacht der Junge also am nächsten Tag auf und kann sich an nichts mehr erinnern, nicht einmal an seinen Yo-Kai-Freund Whisper. Also raus aus dem Bett und ab zu seinen Freunden, schließlich sind ja Ferien – somit beginnt euer Abenteuer.

Natürlich erhaltet ihr im Laufe der Geschichte eure Uhr zurück, dessen Handlungsstrang sehr stark an den Vorgänger erinnert. Nach und nach kehren auch Nathans Erinnerungen zurück und nicht nur das, auch ein neues spannendes Abenteuer wartet – dabei stehen sogar Zeitreisen auf dem Programm. Mehr soll nicht verraten werden, aber diese Story erwartet euch, egal ob ihr euch Yo-Kai Watch 2: Knochige Gespenster oder Kräftige Seelen holt. Alternativ könnt ihr natürlich auch wieder mit einem weiblichen Charakter namens Katie spielen.

Egal ob ihr den Jungen oder das Mädchen wählt, beide wohnen noch immer in Lenzhausen und auch einige anderen Charakteren die ihr vielleicht schon kennt werden euch wieder begegnen. Am Gameplay hat sich nichts Grundlegendes verändert, aber das Spielsystem wird im neuesten Teil natürlich wieder ausführlich erklärt.

Anfangs bereist ihr nur Teile der Stadt, die auch aus Yo-Kai Watch bekannt sind. Somit passiert nicht wirklich viel Neues. Eher dienen die ersten Stunden dazu, um sich (erneut) mit dem Spiel vertraut zu machen. Aber habt ihr euch davon nicht abschrecken lassen, so gibt es in Yo-Kai Watch 2: Knochige Gespenster/Kräftige Seelen auch andere Schauplätze zu entdecken – wie beispielsweise die Nachbarorte von Lenzhausen.

Zeitreisen

Neu ist auch die Zeitreisefunktion, die es euch im Fortlauf der Geschichte erlaubt, das Lenzhausen von vor 60 Jahren zu besuchen. Wie „Back to the Futures – Hill Valley“ sieht auch in dieser fiktiven Welt die Gegend da noch ganz anders aus. Wo heutzutage dicht bebaute Gebiete vorherrschen, befanden sich damals noch Wiesen und Wälder. Die zu erkundenden Plätze sind derart weitläufig, dass euch sogar ein eigenes Schienennetzwerk zur Verfügung steht und so könnt ihr mit dem Zug zwischen den Gebieten hin- und herreisen. Zwar wirkt Yo-Kai Watch 2 anfangs noch etwas linear, stellt sich im Laufe der Story doch etwas Open-World-Feeling ein.

Die Fahrt mit dem Zug ist zu Beginn etwas Gewöhnungssache. Wie beim U-Bahnnetzwerk in Tokio muss man sich auch hier erstmals so richtig zurechtfinden. Aber nach kurzer Eingewöhnungszeit klappt es dann schon ganz gut – als Orientierungshilfe empfehlen sich natürlich die verschiedenen Farben der Linien.

Yo-Kai

Wie bei Pokémon dreht sich natürlich auch bei Yo-Kai Watch alles um das Einfangen der kleinen Taschenmonster. Dazu ist euch wieder eure Yo-Kai Watch behilflich. Dank diesem Gadget ist es euch möglich, die kleinen Monster zu sehen und mit ihnen zu kommunizieren. Ihr könnt euch damit mit beinahe allen Yo-Kai anfreunden. Ist euch das gelungen, so erhaltet ihr als Geschenk eine Medaille, die ihr zum Herbeirufen der Wesen verwenden könnt. Bei der Freundschaftswerbung behilflich sind auch die verschiedensten Lebensmittel. Jeder Yo-Kai hat seine speziellen Vorlieben, egal ob Bonbons, Tees, Cola, Fleischgerichte, diese Dinge sind überall zu finden oder zu kaufen und sie können euch gute Dienste erweisen.

Während ihr im ersten Teil noch raten bzw. herausfinden musstet, welcher Geist welche Gerichte mag, so wird euch das nun gleich beim Anvisieren mit dem Cursor gezeigt. Zwar gibt es immer noch keine Garantie einer gelungenen Freundschaftswerbung, auch wenn ihr das passende Nahrungsmittel dabei habt, aber dennoch geht es um einige schneller. Es lohnt sich daher immer genug Essen im Beutel zu haben.

Knochige Gespenster oder Kräftige Seelen?

Im Gegensatz zum Vorgänger erscheint Yo-Kai Watch 2 in zwei Versionen – Knochige Gespenster und Kräftige Seelen. Handlungsmäßig gibt es keine Unterschiede zum Anderen. Einzig in jeder Version gibt es fünf Yo-kai, die die andere nicht bietet. Außerdem entscheidet ihr euch durch den gewählten Titel, ob ihr euch Team Gespenst oder Team Seele anschließt. Ihr müsst aber nicht unbedingt beide Exemplare kaufen, um an alle Yo-Kai heranzukommen. Über die Onlinefunktion ist es nämlich möglich mit anderen Spielern zu tauschen.

In einer Linie

Wie schon im Vorgänger gehören eure Yo-Kai einer von acht Linien an. Habt ihr mindestens zwei Tierchen einer Linie nebeneinander in eurem Team, so erhalten diese einen kleinen Bonus im Kampf. Je nach Klasse kann dies das schnellere Schließen von Freundschaften, eine erhöhte Kampfkraft und vieles mehr bedeuten. Je mehr Monster sich in einer Linie befinden, desto höher ist natürlich der Bonus.

Insgesamt könnt ihr bis zu 400 verschiedene Yo-Kai sammeln. Diese findet ihr in der gesamten Welt verstreut. Manche lassen sich aber nur durch die Fusionierung mit gewissen Gegenständen oder anderer Yo-Kai „kreieren“. Ihr müsst aber selber herausfinden, wie und was dann wirklich zusammenpasst. Diese Möglichkeit erhaltet ihr aber erst später im Spiel.

Das Kampfsystem

Das Kampfsystem wurde aus dem Vorgänger übernommen, jedoch gibt es ein paar neue Minispiele. Im Gegensatz zu Pokémon laufen Kämpfe nicht rundenbasiert ab, sondern eure Yo-Kai greifen automatisch an. Welche Fähigkeiten sie dabei einsetzen könnt ihr nicht beeinflussen. Aber es gibt ein paar Spezialangriffe, die sogenannten Ultiseel-Angriffe, die ihr manuell auslösen dürft. Auch könnt ihr etwas Taktik ins Spiel bringen, indem ihr auswählt ob alle das gleiche Ziel angreifen oder jeder seine eigene Wahl trifft. Bei einfach Kämpfen scheint dies vielleicht etwas öde zu sein, aber wenn es bei Bossen so richtig zur Sache geht, habt ihr schon einmal alle Hände voll zu tun – Teammitglieder wechseln, beseelte Yo-Kai reinigen, Spezialattacken ausführen und vieles mehr.

In eurem Kampfteam befinden sich immer sechs der Taschenmonster. Drei davon sind auch aktiv am Kampfgeschehen beteiligt, die anderen drei bilden die Ersatzbank. In dem ihr ein Rad dreht, könnt ihr die Geister wechseln. Wurde einer eurer Yo-Kai durch Attacken „beseelt“, müsst ihr das „Reserve“-Rad drehen um ihn dort zu reinigen. Das wiederum geschieht dann durch ein Minispiel. Hier müsst ihr einmal schnell Kreise zeichnen oder Blasen zum Zerplatzen bringen. Wurde der Status erfolgreich aufgehoben, so könnt ihr euren Partner wieder einsetzen.

Wie bei fast allen Games dieser Art könnt ihr natürlich auch Gegenstände einsetzen die euch unterstützen, wie jene die eure Energie regenerieren oder auch die Kampfkraft oder Verteidigung erhöhen.

Für Augen und Ohren

Neben einer tollen Story bietet das Game aber noch etliche Nebenquests, die durchwegs sehr abwechslungsreich sind. Auch die Spielewelt mag zu überzeugen. An jeder Ecke gibt es liebevolle Details und durch die Zeitreisefunktion und Nachbarstädte gibt es auch einiges zu entdecken.

Umrundet wird das ganze durch eine wunderbare technische Umsetzung. So wurden wieder alle Texte und die Sprachausgabe lokalisiert – wo hier auch die Liebe zum Detail versteckt ist. Selbst die Schilder und Fassaden der Geschäfte zieren deutsche Namen. Über die Synchro selbst muss man nichts mehr sagen, aber auch hier hebt sich diese, Dank der hervorragenden Sprecher, deutlich vom ersten Teil ab. Die Animationen wurden wunderbar produziert und oft verschwindet die Grenze zwischen Anime und Computerspiel. Die fröhliche Hintergrundmusik rundet das Yo-Kai Watch 2 Erlebnis dann noch ab.

Und wer dann immer noch nicht genug hat, der darf sich in einen lokalen oder online Mehrspieler stürzen. Dort könnt ihr Yo-Kai tauschen oder sie gegen andere Spieler in den Kampf schicken. Habt ihr zudem einen Freund, der ein Exempel der anderen Version besitzt, so dürft ihr mit diesem zusammen in ein Bonus-Dungeon.

9.5Wertung
Meisterwerk

Fazit

Yo-Kai Watch ist immer ein Genuss und der neueste Teil ist ein würdiger Nachfolger. Die Spielewelt ist einfach riesig und mit der Liebe zum Detail entwickelt. Neben Lenzhausen dürft ihr dieses Mal auch Nebenstädte besuchen oder Zeitreisen unternehmen. Es erwartet euch eine spannende Story mit vielen Nebenquests. Wo viele meinen, dass man aufgrund des Kampfsystems zu einem passiven Beobachter verkommt, finden wir gerade dies nicht. Vor allem bei schwierigen Kämpfen und Endbossen habt ihr jede Menge zu tun und ob ihr bei einfachen Fights eure Standardattacken abarbeitet oder dies automatisch von der Hand gehen ist unserer Meinung nach eher sekundär. Ein klitzekleines Manko ist vielleicht, dass Kennern des ersten Teils anfangs vielleicht etwas langweilig wird. Aber die Story nimmt dann stark an Fahrt auf. Man muss den Vorgänger nicht unbedingt gespielt haben, aber es empfiehlt sich. Alles Wichtige wird euch aber im aktuellen Teil nochmals erzählt. Yo-Kai Watch 2: Knochige Gespenster/Kräftige Seelen sollte aber in keiner 3DS-Spielesammlung fehlen.

Design
9.0
Sound
10.0
Online Multiplayer
8.0
  • riesige Spielewelt
  • über 400 Yo-Kai
  • brillante Sprachausgabe
  • tolle Animationen
  • viel Abwechslung
  • für Kenner des ersten Teiles zu Beginn ev. etwas langweilig

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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