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LEGO CITY Undercover

LEGO CITY Undercover

Tommy

Mit LEGO City Undercover ist vor kurzem ein Spiel für Nintendo Switch erschienen, welches vor gut 4 Jahren exklusiv auf Nintendos Vorgängerkonsole Wii U veröffentlicht wurde. Mittlerweile ist das Spiel nicht mehr Nintendo exklusiv und wurde auch für Sonys Playstation 4 und die Xbox One veröffentlicht. Wir schauen uns für euch einmal die Nintendo Switch Version an und sagen, ob es neben dem 2-Spieler- Coop-Modus noch weitere Neuerungen zu bieten hat.

LEGO City: Undercover

WIIU

Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
WIIUNSW
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 6

Chase Mc Cain ist wieder da

LEGO City Undercover ist im Gegensatz zu allen zu den meisten anderen LEGO-Abenteuern ein Open World-Game, das einen wirklich guten Umfang bietet. Wenn man sich jedoch Spiele wie Assasin's Creed oder The Legend of Zelda: Breath of the Wild anschaut, muss man sich schon eingestehen, das die Welt des Lego-Abenteuers dagegen schon recht winzig ist. Das Spiel startet mit einer kurzen Story-Einführen wonach der Held Chase Mc Cain sofort übernimmt. Hier gibt es nun zwei Möglichkeiten wie man das Spiel angeht. Entweder man folgt stur dem Storystrang, den man immer Anhand von grünen Münzen erkennt, die jedoch nicht dem Geldkonto gutgeschrieben werden oder man sucht sich immer wieder Nebenmissionen von denen es in Lego City reichlich gibt.
Egal ob Neben- oder Hauptaufgaben, diese sind zu jederzeit relativ simpel gehalten. Zumeist geht es nur darum Verbrecher dingfest zu machen, Items von A nach B zu bringen , mit einem Fahrzeug ein anderes einholen und zu stoppen oder aber direkte Kämpfe zu bestreiten. Dazu gesellt sich auch noch das Bauen der sogenannten Superbauten von denen es ganze 65 in LEGO City gibt. Hier sollte man also immer Ausschau nach LEGO-Steinen halten. Besonders sollte man auch auf die Supersteine achten, die dem Konto eine ganze Menge Steine hinzufügen. Das Spiel nimmt sich dabei selbst allerdings nicht allzu Ernst und bietet eine ganze Menge an Witz sowie sarkastischen Seitenhieben und Anspielungen auf Filme Wie Jurassic Park, Stirb Langsam oder Matrix. Jüngere Spieler werden den Schwierigkeitsgrad sicher als angenehm empfinden, Profis werden sich hingegen nur allzu oft unterfordert fühlen. Ein zweiter, höherer Schwierigkeitsgrad wäre hier eine gute Option gewesen.

Abseits der Ganoven-Jagd

Es gibt in Lego City wirklich viel zu entdecken, besonders dann wenn man einige Verkleidungen erhalten hat mit denen Orte betreten werden können die vorher für Chase Mc Cain nicht erreichbar waren. Hier kann sich der Held etwa als Verbrecher verkleiden und mit einem Brecheisen Dinge öffnen, die sonst nicht zu öffnen wären. Oder aber als Minenarbeiter, ausgestattet mit Dynamit um Felsen oder schwere Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Es lohnt sich also auf jeden Fall nicht strikt dem Storystrang zu folgen und die gesamte Stadt nach Geheimnissen zu erkunden. Etwas unrealistisch wirkt sich die Tatsache aus, das es nur sehr wenige Fahrzeugmodelle auf den Straßen von LEGO-City gibt. Stellt man sich etwa an eine Straße und beobachtet den vorbeifahrenden Verkehr, so sieht man immer wieder, das im Takt von etwa 15 Sekunden immer wieder das gleiche Polizei-Auto und Polizei-Motorrad dort entlang fahren ohne das auch mal ein anderes Fahrzeug dort entlang kommt. Und dies sieht man an einigen Straßen immer wieder, wenn auch in anderer Ausführung in auch teils mit 1 oder 2 Fahrzeugen mehr. Freilich ist LEGO-City keine reale Stadt, dennoch lässt dies das ganze doch etwas monoton wirken.

Der Vorteil des Wii U-Gamepads ist nun leider nicht mehr gegeben, auch wenn es noch als solches im Spiel selbst noch existiert. Die kompletten Funktionen die man in besagter Version auf dem Gamepad aktivieren oder nutzen konnte werden jetzt mit dem Digital-Kreuz oder den Richtungstasten aktiviert. Das ist den Entwicklern zwar gut gelungen, stellt sich aber dennoch als weniger praktisch und komfortabel heraus. Das Wii U Gamepad hatte da die weitaus bessere Einbindung ins Spielgeschehen.

Der Coop-Modus

Die einzige Neuerung des Spiels ist der Coop-Modus. Hierbei kann jederzeit ein zweiter menschlicher Mitspieler ins Geschehen mit einsteigen, der die Rolle eines zweiten Chase Mc Cain übernimmt. Hier wäre es durchaus besser gewesen man hätte dafür einen komplett anderen Helden kreiert anstatt zwei mal Chase zu benutzen. Entfernen sich beide Charaktere zu weit voneinander, splittet sich der Bildschirm auf. Man braucht zum Steuern glücklicherweise keinen zweiten Pro Controller, dazu reichen beide JoyCons die jedoch nur in Verbindung miteinander funktionieren. Mit nur einem JoyCon lässt sich der Held nicht steuern. Schade ist auch, dass es nicht möglich ist, diesen Modus auch Online mit einem Freund zu zocken. Das hätte dem Spiel einen etwas höheren Mehrwert gegeben. Doch das ist alles schön und gut, aber was nützt einem ein Coop-Modus, wenn dieser technisch so derart verhunzt ist, das man daran schnell die Freude verliert. Doch dazu mehr im Abschnitt unter diesem.

Unsaubere Umsetzung

Technisch muss man leider sagen das die Nintendo Switch-Version in den 4 Jahren seit dem Release auf der Wii U keinerlei Fortschritte gemacht hat. Die Grafik sieht aus als sei sie 1:1 übernommen wurden. Die teils unscharfen und matschigen Texturen, die selbst vor 4 Jahren schon nicht ganz „up to Date“ waren, trüben den optischen Spielgenuss schon etwas mehr als es noch vor 4 Jahren der Fall war. Dazu gesellt sich der immer noch gleich gebliebene, späte Umgebungsaufbau und Pop Ups ohne Ende. Konnte man darüber vor 4 Jahren noch hinweg sehen, ist dies mittlerweile ein recht grober Einschnitt in den Spielspaß. Auch die frei drehbare Kamera wirkt träger als noch im Original. Wer gehofft hat, das die immens langen Ladezeiten der Wii U-Version jetzt deutlich kürzer sind, irrt sich leider auch. Diese sind wenn dann nur geringfügig kürzer ausgefallen, sodass dies kaum auffällt. Es dauert immer noch weit über eine Minute bis man vom Start des Spiels dann mal in das Hauptmenü gelangt. Und das zieht sich auch während des Abenteuers fort. Ladezeiten von 40, 60 oder deutlich mehr Sekunden sind weiterhin keine Seltenheit. Und das ist nicht unbedingt Spielspaß fördernd. Auch gibt es Kantenflimmern, was jetzt nicht so tragisch ist, schön ist es allerdings auch nicht.

Noch schlimmer ist allerdings die Tatsache, das die Switch-Version mit zahlreichen extremen Framedowns zu kämpfen hat und das Spielgeschehen dadurch teils deutlich verlangsamen.. Es kommt zu Rucklern und es läuft nur selten mal überhaupt flüssig. Noch extremer ist das ganze im Coop-Modus, der mit noch heftigeren Framerate-Einbrüchen zu kämpfen hat. Dadurch ist dieser Modus, zumindest solange es keine Verbesserung via Update gibt, fast Unspielbar und verbreitet statt Spielspaß mehr Frust als alles andere. Dazu gesellen sich noch einige Bugs von denen wir gleich 2 nach noch nicht einmal 15 Minuten zu Gesicht bekamen. Der erste passierte bei der Verfolgung eines Clowns, die vorher eine Bank ausgeraubt haben. Diesen sollte man mit dem Polizeiauto verfolgen. Doch dieses ließ sich nach Ende der Storysequenz überhaupt nicht steuern, er gab von allein Gas, lenkte wohin er wollte und fuhr letztendlich in eine Garageneinfahrt in der sich das Fahrzeug verkeilte und das Spiel nur mit einem Neustart wieder aufgenommen werden konnte.
Die Zweite Szene war am Hafen wo ich den Helden im Wasser zu einer kleinen Ebene steuerte, auf der ein goldener Superstein lag. Doch der Held kam überhaupt nicht auf diese Ebene, obwohl er viel höher Sprang als die Ebene überhaupt ist. Das eigentliche Problem schien aber dabei, das er nach dem herausspringen aus dem Wasser immer noch das verhalten aufwies als sei er noch im Wasser. Er schwamm damit quasi in der Luft, wo überhaupt kein Wasser mehr war und das immer wieder. Egal wie oft ich es auch versuchte, er schwamm in der Luft nur um diese Ebene anstatt darauf einfach zu landen. Somit war es unmöglich diesen Stein zu holen.

Insgesamt muss man hier leider sagen, das es sich in Sachen Technik um einen wirklich unausgereiften und schlechten Port handelt, was Anhand der doch etwas besseren Hardware der Nintendo Switch vollkommen unverständlich ist. Wenn es nicht an der Hardware liegt, dann muss es freilich am Port selbst liegen oder die Entwickler haben bei der Umsetzung einfach geschlampt.

Musik und Sprachausgabe

Diese ist wie auch beim Original die gleiche geblieben. Die einzelnen Musikstücke sind wirklich gelungen wie auch die zahlreichen unterschiedlichen Soundeffekte. Bei den Melodien hätten man sich aber dann doch auch mal etwas peppigere Stücke gewünscht. Besonders gelungen ist aber die teils überaus witzige Sprachausgabe die dem Spiel seinen gewissen Charm geben und dieser auch über das ganze Abenteuer hinweg immer präsent sein wird. Die lustigen und witzigen Konversationen verleihen dem Spiel die nötige Abwechslung vom eigentlich schon etwas eintönigen Gameplay.

6.5Wertung

Fazit

Was letztendlich bleibt ist zwar ein immer noch gutes Spiel – die unsaubere technische Umsetzung hingegen lässt stark zu wünschen übrig und wirft die Frage auf ob die Entwickler den Port für die Switch wirklich ernst genommen haben. Das Spiel bietet bis auf den Coop-Modus keine weiteren Nennenswerten Neuerungen im Vergleich zum Original, der die UVP von knapp 60 Euro jedoch nicht rechtfertigen kann. Somit dürfte das Spiel für Besitzer des Originals uninteressant bleiben. Wii U-Besitzer greifen lieber zum deutlich billigeren Original.
Sollte der Entwickler ein Patch nachschieben, werden wir bei Bedarf selbstverständlich die Wertung dementsprechend anpassen. Der Momentane technische Zustand lässt eine höhere Wertung allerdings nicht zu.

Design
6.5
Sound
7.5
Online Multiplayer
6.0
  • gelungenes Lego-Abenteuer.
  • Viel Humor
  • recht große Spielwelt
  • Technische Umsetzung und Bugs
  • lange Ladezeiten
  • keine Verbesserungen
  • zu einfach

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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