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Skylanders Imaginators

Skylanders Imaginators

Ulrich

Skylanders geht in die nächste Runde. Mit Imaginators könnt ihr das erste Mal auch einen Titel auf Nintendos neuester Konsole spielen. Das Tolle ist, dass ihr nun auch eure eigenen Figuren erstellen könnt. Ob das Action-Adventure noch immer nichts an seinem Glanz verloren hat, erfahrt ihr in unserem Test.

Kaos zieht in die Lande

Nein, es handelt sich dabei nicht um einen Schreibfehler, denn auch in Skylanders: Imaginators stiftet euer Erzfeind Kaos wieder Unruhe. Dieses Mal hat er ein Buch aus der Bibliothek gestohlen, mit der er so genannte „Doomlander“ erschaffen kann. Dies sind Monster, die man im Himmelslande so noch nie gesehen hat. Zum Glück kommen euch „Sensei“ zur Hilfe und schon bald geht es ans Eingemachte. Als Portalmeister habt ihr die Aufgabe den Unhold aufzuhalten und dabei dürft ihr sogar eure eigenen Skylander-Kreationen in den Kampf schicken. Aber auch das Spiel mit den „Sensei“, den Kampf-Großmeistern, wirbelt ganz viel Staub auf und lehrt so manchen fiesen Schergen von Kaos das Fürchten. Übrigens, wer Sensei-Figuren der PS4-Verson von Crash Bandicoot und Dr. Neo Cortex besitzt, der kann diese auch auf der Switch einsetzen und entsprechende Level freischalten.

Ansonsten hat sich das Gameplay kaum verändert. Ihr hüpft und lauft durch die Welten, zerstört Gegenstände und bekommt dafür meistens Geld, welches ihr für neue Fähigkeiten ausgeben könnt. Manche Dinge lassen sich aber erst bei entsprechender Erfahrung bzw. der damit erreichten Stufe freikaufen.

Erstelle deine eigenen Skylander

Der wohl interessanteste neue Part bei Skylanders: Imaginators ist die Erstellung eigener spielbarer Charaktere. Dafür benötigt ihr allerdings Kristalle, die in Elementeklassen (Erde, Natur, Feuer...) eingeteilt sind. Ein Kristall liegt übrigens dem Starterpaket bei und somit könnt ihr gleich damit beginnen. Stellt ihr also die Figur auf das Portal oder in unserem Fall auf den NFC-Reader (dazu noch später), so öffnet sich ein Editor, bei dem ihr euch zuerst einmal aus einem von zehn Klassen entscheiden müsst. Von Ritter, Boxer, Zauberer, Pistolero bis hin zum Ninja ist alles Dabei. Jeder Typ hat so seine gewissen Eigenschaften. Der Ninja beispielsweise ist sehr schnell, wendig und verschießt Wurfsterne, wobei der Boxer hingegen eher sehr steif und langsam wirkt, aber Durchschlagskraft besitzt. Er ist ein wahrlicher Nahkämpfer. Aber vorsicht, die Wahl ist endgültig und wird auf dem Kristall festgeschrieben. Im Internet findet ihr aber einige Tutorials, wie ihr diesen wieder reseten könnt. Für weitere Figuren sind neue Kristalle nötig, wobei ihr für so einen Dreierpack schon einmal um die 20 Euro hinlegen müsst.

Habt ihr also die Charakterklasse gewählt, geht das Gestalten erst so richtig los. Es gibt schier eine Vielzahl an Möglickkeiten und Farbgebungen um eure Figur wirklich zu eurem individuellen Meisterwerk zu machen. Vom Aussehen, der Kleidung, der Bewaffnung, der Kampfstile bis hin zum Kampfschrei und der „Einlaufmusik“ lässt sich alles nach eurem eigenen Geschmack einstellen. In jedem Bereich gibt es unzählige, ja meistens bis zu 100 Auswahlmöglichkeiten. Selbst bei den Kleidungsstücken könnt ihr oft bis zu vier verschiedene Farbanpassungen vornehmen. Auch die Größe, die Taille, die Muskelkraft und die Stimme könnt ihr nach Lust und Laune verändern. Bei so einer Menge an Möglichkeiten wäre es schon ein großer Zufall, wenn jemand mit dem gleichen Charakter in Himmelslande unterwegs ist. Habt ihr noch nicht genug von eurem Helden, könnt ihr via Konsole oder App sogar ein Bild an Activision schicken, die euch dann ein eigenes T-Shirt anfertigen (natürlich gegen Bares). Coole Sache...

Veränderungen jederzeit möglich...

Ein Wechsel der Charakterklasse ist zwar nicht bzw. nur mehr sehr schwer möglich, aber zumindest könnt ihr die Figur jederzeit per Knopfdruck verändern. Per Minus-Taste könnt ihr jederzeit in den Editor zurückkehren und Änderungen vornehmen. Davon werdet ihr auch sicherlich des Öfteren Gebrauch machen, vor allem daher, da sich das Belohnungsystem im Vergleich zu anderen Titeln der Reihe etwas verändert hat.

War es bisher der Fall, dass man meistens eine besondere, mit Eigenschaften versehene Kopfbedeckung im Spiel erlangte, gibt es dieses Mal auch Sets, die ihr vervollständigen könnt. Findet ihr also beispielsweise Arm-, Bein- und Kopfschutz, einen Kopf oder sogar eine Rüstung und komplettiert die Sammlung, so gibt es immer ein Bonusitem, welches dann zusätzlich freigeschaltet wird. Hier kann es schon einmal vorkommen, dass ihr neue Stimmen oder Kampfschreie bekommt. Die Anzahl der Dinge in einem Set sind immer unterschiedlich, so auch der Bonuswert, den das Item mit sich bringt (zB +5 Angriff). Außerdem gibt es dieses Mal vier Seltenheitsstufen, die euch über die Häufigkeit der Dinge Auskunft gibt.

Jeder Sensei, der euer Team erweitert, erhöht das maximale Imaginator-Level um eins. Standardmäßig ist es vorerst auf 15 begrenzt. Außerdem bringt jede weitere Sensei-Figur neue Geschenke wie Spezialangriffe mit sich, die aber nur von der/einer bestimmten Klasse eingesetzt werden kann.

In wie weit ihr als Spieler von diesen vielen Einstellungen profitieren werdet oder es doch nur eine nette Spielerei ist, sei dahingestellt – zumindest muss diese Frage jeder für sich selbst beantworten. In der Praxis wird man sich kurz oder lang für eine handvoll Dinge festlegen und gelegentlich die Rüstungsgegenstände gegen stärkere austauschen. Dennoch freut man sich immer wieder, wenn man neue Editorgegenstände in Truhen findet, auch wenn es nur der Sammlung wegen ist.

Skylanders mit NFC-Funktion

Öffnet ihr euer Starterpaket, werdet ihr neben dem Spiel selbst und den Figuren von Golden-Queen und Master King Pen nur mehr einen Imaginator-Kristall finden. Ein Portal werdet ihr bei der Switch-Version vergeblich suchen, da die neuen Figuren auch den NFC-Reader der Nintendo-Konsole unterstützt. Dieser ist im rechten Joy-Con bzw. an der Oberseite des Pro-Controllers verbaut. Für Leute, die gerne unterwegs zocken ist das natürlich ein riesiger Vorteil, da sie nicht extra das Portal mitschleppen müssen. Zumindest müsst ihr aber beim Kauf der Figuren nicht extra auf Switch-gekennzeichnete Ware schauen, da alle Spielzeuge sowohl auf dem Portal, als auch mit dem NFC-Reader verwendbar sind.

Bei folgenden Serien habt ihr auf alle Fälle keine Probleme : Giants, SwapForce (aber nur die Basisformen ohne Kombos), Trap-Team, SuperChargers-Fahrer und auch Skylanders der ersten Generation. Manche Ergänzungen und Fahrzeuge aus SuperChargers bringen euch zumindest prall gefüllte Kisten mit Boni und Bauteilen. Die Fallen aus TrapTeam hingegen werden nicht eingelesen. Dem Einsatz von Bowser und Donkey Kong aus SuperChargers steht somit nichts mehr im Wege.

Ein weiterer Unterschied zu den anderen Versionen ist auch, dass auf Nintendos-Konsole die Daten nicht wieder auf den Figuren abgespeichert werden. Spielt ihr nur auf einem Gerät, kann euch das egal sein. Erreicht ihr aber beispielsweise auf der PS4 das Level 10, so könnt ihr die Stufe auf die Switch mitnehmen. Umgekehrt geht das aber nicht.

Areale und Welten

Die Story selbst wird in lustigen Sequenzen und mit deutscher Synchro wunderbar erzählt. Das farbenfrohe Design der Himmelslande zieht einen sofort in seinen Bann und man möchte einfach nur drauflos spielen. Die Level selbst sind sehr abwechslungsreich. Zwar ist der vorgegebene Weg noch immer sehr linear, aber man fühlt sich nie eingeschränkt oder daran gehindert irgendwelche Entdeckungen zu machen. In jeder Welt gibt es wieder viele Dinge die ihr Einsammeln könnt, um die Levelstatistik zu komplettieren. Manches ist sehr einfach zu finden, andere Geheimnisse sind gut versteckt. Manche Stellen könnt ihr wieder nur mit bestimmten Figuren erreichen bzw. das Tor passieren. Doch die „Bezahlbarrieren“wirken nie aufgesetzt und man wird auch nicht mehr ständig daran erinnert, dass man sich irgendwelche Figuren kaufen soll.

Skylanders: Imaginators besinnt sich auf seine Urwerte zurück und ist ein wunderbares und lustiges Jump&Run geworden. Somit ist es auch egal wieviele Figuren ihr bereits euer eigen nennt, denn die Reduktion auf klassische Elemente der Serie tut Skylanders sehr gut. Wer dennoch meint, die Fahrzeuge aus SuperChargers umsonst angeschafft zu haben oder sich ärgert, dass die Fallen aus TrapTeam nicht mehr zum Einsatz kommen, der kann jetzt beruhigt sein. Abseits der Geschichte könnt ihr über das Hauptmenü bzw. über eine Figur innerhalb der Verteiler-Welt Rennen bestreiten, bei denen ihr euer Fahrzeug einsetzen dürft. Fallen hingegen liefern euch nur einen einmaligen Goldbonus. Aber selbst für jene Möchtegern-Rennfahrer, die über keinen SuperCharger verfügen, sind die Rennen nicht tabu. So könnt ihr einfach mit euren Figuren im Standardvehikel antreten. Die Herausforderungen sind zwar dabei sehr einfach, aber immerhin versucht Activision seine Fans nicht zu enttäuschen.

Kleine technische Mängel

Bei unserem Testmuster mussten wir leider anfangs ein paar technische Mängel feststellen. Zwar finden wir im Internet nichts Vergleichbares und es dürfte sich wohl um ein einmaliges Problem gehandelt haben, aber dennoch möchten wir euch diese Info nicht vorenthalten.

Beim erstmaligen Spielen brachte das Game die Switch zwei Mal zum Crash und es half nur mehr ein kompletter Neustart der Konsole. Auch die Figuren wurden zwar vollständig geladen, aber bevor nun das Spiel starten sollte, frierte das Spiel oft ein. Manchmal konnte man zwar spielen, aber es war jedes Mal ein Nervenkitzel, wenn man den ausgewählten Charakter wechseln wollte. Nach mehrmaligen Versuchen und vielen Neuanfängen half nur mehr die komplette Löschung des ersten Updates und aller Spieledaten (im Speicher der Switch, denn das bereinigen der Dateien im Spiel selbst hat das Problem nicht behoben). Seither funktioniert alles problemlos.

8.0Wertung

Fazit

Mit Skylanders: Imaginators hat Activision das bislang reifste Abenteuer aller bisher erschienen Titel auf den Markt gebracht. Vor allem der Einsatz der NFC-Technologie kommt allen mobilen Spielern mehr als nur zugute. Der Schwierigkeitsgrad könnt zwar eine Spur höher sein, aber das neue Konzept mit schier einer Vielzahl an Kreationsmöglichkeiten bei der Erstellung eines eigenen Charakters, dem massiv aufgewerteten Beutesystem und dem unaufdringlichen Bezahlschranken geht auf. Gerade letztere sind zwar da, aber hinsichtlich Umfang und Spielfortschritt nicht von jener Bedeutung, wie es schon einmal der Fall war. Die aufwändigen Animationen und Effekte sind wieder mehr als gelungen und man ist von Anfang an Teil einer wunderbaren Geschichte. Zwar hinterlässt das Fehlen des Portals, vor allem für Sammler, einen kleinen faden Nachgeschmack - vor allem wo Fahrzeuge und Fallen in damaliger Form nicht mehr einsetzbar sind, die Optik wirkt stellenweise etwas verwaschen und die Ladezeiten können schon nerven. Aber die positiven Dinge überwiegen dann doch und von uns habt ihr auf alle Fälle eine definitive Kaufempfehlung.

Design
8.0
Sound
9.0
  • umfangreicher Editor
  • Reduzierung auf das Wesentliche
  • alte Figuren einsetzbar
  • tolles Gameplay
  • wunderbares Design
  • ohne Portal spielbar
  • Fahrzeuge und Fallen begrenzt einsetzbar
  • zu leichter Schwierigkeitsgrad
  • Optik manchmal leicht verwaschen
  • lange Ladezeiten

Vielen Dank an die Firma Activision für die Bereitstellung des Testmusters.

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