Zum Inhalt springen
Metroid Prime: Federation Force

Metroid Prime: Federation Force

David

Metroid Prime: Federation Force

3DS

Serie
Metroid
Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
3DS
Spieler
1–4 lokal
Freigabe
USK ab 12

Kaum ein Titel aus dem Hause Nintendo hat in den letzten Jahren so viel Aufruhr ausgelöst und Erfuhr so viel Gegenwind wie Metroid Prime: Federation Force.
Nach den ersten Ankündigen wurden sogar Petitionen ins Leben gerufen, um die Entwicklung des Spiels zu stoppen. Dabei ging es wohl nicht mal so sehr um das eigentliche Spielprinzip, von dem zu Beginn nicht wirklich viel zu sehen war, vielmehr entlud sich der Unmut der Metroid Fans darüber, dass es sich nicht um einen wirklichen Nachfolger des klassischen Spiels oder der Prime-Serie handelte.
Natürlich gaben die Entwickler dem Anliegen nicht nach und das Spiel wurde fertiggestellt. Aber dennoch fristete der Titel bei Präsentation oder Messen eher ein Schattendasein. Man wollte das Spiel wohl nicht zu sehr in den Fokus rücken um nicht unnötig für negative Presse zu sorgen.
Ob das Spiel nun seine Daseinsberechtigung hat, erfahrt ihr in unserer Review.

Von Piraten und anderen Schurken


Die Galaxie kommt nie zur Ruhe. Nach der Zerstörung des Phazon und der verdorbenen Welt Phaaze, besteht immer noch die Gefahr und die Bedrohung durch die Weltraumpiraten. Ihr seid ein Rekrut der sogenannten Federation Force, einer Elitetruppe der Galaktischen Föderation.
Diese hat Order der Bedrohung durch die Piraten ein für alle mal ein Ende zu setzen. Die Spur führt in das verlassene Bermuda-System aus dem Berichten über verdächtige Aktivitäten eingehen. Hierfür steht euch leider kein Kampfanzug wie der von Samus Aran zur Verfügung. Vielmehr nutzt die Federation Force sogenannten Mechs. Kampfroboter für Einsätze unter extremen Bedingungen und Kämpfe.
Zunächst erhaltet ihr in einem Tutorial, welches als Aufnahmeprüfung in diese Elitetruppe aufgemacht ist, die grundlegenden Steuerungselemente erläutert. Nachdem ihr die Prüfungen gemeistert habt, müsst ihr euch schon direkt auf eure erste Mission begeben.

Eisener Rückhalt


Bevor ihr euch allerdings auf Mission begebt habt ihr die Möglichkeit euren Mech auszustatten.
Zum einen gibt es gibt es sogenannte Mods die ihr in als Belohnung erhaltet oder aber innerhalb der Level aufsammeln könnt. Diese verbessern euer Vehikel grundlegend. So kann zum Beispiel die Rüstung oder der ausgeteilte Schaden verstärkt , die Wirkung von heilenden Nano-Bots verbessert oder die Anzahl an Gegenständen die mitgeführt werden können erhöht werden. Zu Beginn steht euch nur ein Slot für Mods zur Verfügung, im späteren Verlauf sind es dann bis zu drei.
Neben diesen grundlegenden Mods könnt ihr vor jedem Start auch noch euer Equipment festlegen. Eure Mechs sind zwar stark, aber auch sie unterliegen gewissen Limitierungen. Dementsprechend könnt ihr nur eine gewisse Anzahl an Items mitführen. Hier stehen euch im Standard verschiedene Raketengeschosse sowie Heilkapseln zur Auswahl. Hinzu kommen noch Projektile die Elementschäden anrichten, Peilsensoren oder Köder. Meist lässt sich anhand der Mission schon erkennen was sinnvoll ist. Auf einer feurigen Welt ist natürlich eine Waffe mit Eisgeschossen sehr nützlich. Spätestens nach dem ersten Versuch weiß man wie man sich am besten ausrüsten sollte. Dabei gilt es immer einen ausgewogenen Mix aus Heilung, Effekten und Schaden zu finden.
Im Mehrspielermodus stehen dem Team nur eine gewissen Anzahl pro Item zur Verfügung. In gut eingespielten Mannschaften kann man durchaus in Grundzügen mit Rollen wie Tanks, Heilern und Damagedealern arbeiten. Spielt man mit unbekannten im Netz ist die Verteilung leider meist absolut chaotisch, obwohl die Sprachnachrichten in diesem Bereich extra auf solche Abstimmungen ausgelegt sind. Zu guter Letzt kann euer Mech auch optisch noch durch verschiedene Muster und Farbvarianten aufgepeppt werden. Diese erhaltet ihr als Belohnungen während des Spielverlaufs.

Von Briefing zu Briefing


Die Geschichte von Federation Force ist recht dünn und wird euch in Textboxen nahegebracht. Meist gibt es irgendeine kurze Erklärung warum genau ihr jetzt dies oder das tun sollt.
Wer auf der Suche nach der großen Story mit Tiefgang ist, wird sie hier nicht finden. Eure Aufgaben wechseln sich je nach Level stark ab. Manchmal gilt es riesige Monster mit Hilfe von Fallen für spätere Untersuchungen einzufangen. Oder aber ihr müsst, am besten ungesehen, eine feindliche Basis infiltrieren. Da ein Mech selbst dem blindesten Weltraumpiraten ins Auge sticht, verlasst ihr in dem Fall euer Vehikel und müsst den verletzlichen Piloten zum Missionsziel steuern.
Andere Missionen verlangen von euch Objekte zu bergen, Anlagen zur Verteidigen oder Monster auszuschalten. Hin und wieder werden auch kleine Rätsel oder Puzzle eingefügt um das das Ganze etwas aufzulockern. Leider ist das Spiel nicht optimal auf die Anzahl der Mitspieler ausgerichtet. Bei manchen Level gestaltet es sich im Singleplayer durchaus sehr schwer die Missionsziele zu erreichen während man in manchen Leveln als Team einfach durchmarschieren kann.
Nach jeder erfolgreichen Mission erhaltet ihr Medaillen die auch euren Level wiedergeben. Je nachdem wie gut ihr abgeschlossen habt erhöht sich deren Anzahl. Jede Mission hat dabei ein Zeitlimit welches unterboten werden muss um Bonuspunkte zu bekommen. Ebenso gibt es Zusatzziele die ebenfalls eine gehörige Punktzahl mit sich bringen. Diese Extras erhöhen zumindest den Wiederspielwert der einzelnen Abschnitte.
So gilt es zum Beispiel alle feindlichen Kreaturen innerhalb eines Bereichs zu töten oder aber keinerlei Schaden zu nehmen während ihre euch in bestimmten Bereichen befindet. Alles in Allem sind die Missionen durchaus abwechslungsreich und bieten eine genügend große Herausforderung.

Blast Ball Minispiel


Was macht ein Pilot der Federation Force in seiner Freizeit mit seinem unbezahlbaren Equipment? Richtig, er sucht sich ein paar Kumpels und spielt eine Art Extrem-Fußball damit.
In Blast Ball treten Teams mit je drei Spielern gegeneinander an und versuchen einen überdimensionalen Ball ins gegnerische Tor zu bugsieren. Diese geschieht allerdings nicht Hand oder Fuß sondern mit den Waffen des Mechs. Ähnlich wie beim Billard gebt ihr dem Ball durch euren Blaster einen Stoß in die gewünschte Richtung. Nur, dass das ganze etwas träger ist. Manchmal verwandelt sich der Spielball auch in ein rote Kugel des Todes die alle Spieler dir mit ihr in Berührung kommen außer Gefecht setzen.
Ist man KO, kommt man allerdings schon nach kurzer Zeit automatisch wieder zurück ins Spiel. Ab und zu erscheinen auf dem Spielfeld Power-Ups wie Schilde oder Geschwindigkeits-Boosts. Meist arten die Partien in ein wildes und unübersichtliches hin und her aus und oft fallen Treffer nur, weil Spieler von dem Ball niedergewalzt wurden. Neben dem normalen Modus kann man auch an einem Turnier gegen Bots teilnehmen.
Bei Blast Ball handelt es sich um ein nettes Minispiel, welches mit richtigen Teams sicherlich auch eine gewisse taktische Tiefe erhalten kann. Ob sich hierfür eine Community findet ist allerdings fraglich. Wer abseits von Federation Force einen Blick auf Blast Ball werfen möchte, kann sich den Titel kostenlos im eShop herunterladen.

Technisch von einem alten Stern


Davon abgesehen, dass der 3DS mittlerweile auch schon einige Jahre auf dem Markt ist, war Grafik nie wirklich sein Steckenpferd.
Dennoch schafft es Metroid Prime: Federation Force aufzufallen. Und das leider nicht im positiven Sinn. Vergleicht man den Titel zum Beispiel mit Monster Hunter Generations muss man sich doch die Frage stellen, ob der Titel schon einige Jahre zu lange in einer Schublade gelegen war.
Das eigentliche Design ist dabei durchaus in Ordnung, aber die Darstellung ist selbst für den 3DS grenzwertig. So erwarten euch teilweise ziemliche grob gestaltete Polygonfiguren. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß und auch auf dem 3DS wesentlich schöner darstellbar. Lediglich der durchaus ansehnliche, wenn auch nicht spielrelevante, 3D-Effekt kann im Bereich Optik etwas punkten.
Die akustische Untermalung hingegen weiß zu gefallen, auch wenn sie nicht so bombastisch und atmosphärisch wie bei einem “richtigen“ Metroid Titel daher kommt.
Sehr gelungen ist hingegen die Steuerung. Hier könnt ihr entweder auf Bewegungssteuerung zurückgreifen oder mit den New 3DS Geräten auf den zweiten Analogstick. Die erweiterte Zielerfassung mit dem Gyrosensor funktioniert dabei erstaunlich gut. Sobald ihr einen Gegner aufgeschaltet bzw. anvisiert habt könnt ihr durch Bewegung des Geräts feinjustieren, Bewegungen des Gegners ausgleichen, Vorhalten oder aber Schwachpunkte ins Visier nehmen. Nach der nicht wirklich gelungenen Hybridsteuerung bei Star Fox Zero, zeigt Nintendo hier, dass dieses Konzept durchaus aufgehen kann.
Allerdings ergibt es mit dieser Art der Steuerung wenig Sinn den 3D-Effekt angeschaltet zu lassen. Spieler mit einem New 3DS haben hier zwar weniger Probleme, diese werden aber wohl die Zielerfassung mit dem zweiten Stick bevorzugen.
Leider kommt es bei dem Spiel, welches stark auf Mehrspieler ausgelegt ist, unverhältnismäßig oft zu Verbindungsproblemen. Ist eine Partie aber erst mal gestartet kann man sie in der Regel auch zu Ende spielen. Wie bei so vielen Titeln zuvor, fehlt Federation Force einfach der Voice-Chat. Auch wenn die Textboxen, die mit Sprache hinterlegt wurden, immer ausgefeilter werden, sind sie in ihrer Anwendung, gerade wenn es hektisch wird, einfach absolut unpraktikabel.

7.0Wertung

Fazit

Ob ihr nun alleine oder im Team Metroid Prime Federation Force ist an sich ein grundsolides Actionspiel. Ob Nintendo die Marke Metroid hierfür herhalten musste ist allerdings fraglich. Fans der Serie werden sicherlich enttäuscht sein.Schade eigentlich, denn für actionreichen und taktischen Mehrspielerspaß sorgt der Titel allemal. Wenn auch mit altbackener Optik.

Design
5.0
Sound
8.0
Online Multiplayer
8.5
  • spaßiger Mehrspielermodus
  • Mechs anpassbar
  • Grafik total überholt
  • schwankender Schwierigkeitsgrad
  • kein Sprachchat

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

Reactions

👍
❤️
😂
😮
🔥
👀
🤔
🎮
🎉

0 Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!