
Unholy Heights
Satan hat genug von der Hölle und macht sein eigenes Hotel auf! Das oberste Ziel: natürlich die Weltherrschaft! Das ist die Prämisse des Spiels Unholy Heights, welches Hotelsimulation und Tower-Defense-Konzepte zu einem Download-Spiel fusioniert.
Unholy Heights
3ES
- Genre
- Strategie
- Entwickler
- Bergsala Lightweight
- Publisher
- Bergsala Lightweight
- Konsole
- 3ES
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 6
Doch können diese zwei so verschiedenen Konzepte miteinander harmonieren? Oder wird es doch eine eher unheilige Eheschließung?
Geschäftseröffnung im Monsterland
Als Satan übernehmt ihr ein kleines 4-Zimmer Motel, in welches ihr langsam Monster ansiedelt, um es Stück für Stück zum Großen Hotel aufzubauen. Wieso sich der Teufel plötzlich für Betriebswirtschaft interessiert? Na um eine ganze Monsterarmee beheimaten zu können, natürlich! Über einen Tageszyklus verteilt kommen so einige Interessenten an euer schwarzes Brett, gibt es eine Wohnung für sie leuchtet eine Glühbirne über ihrem Kopf und ihr könnt sie durch antippen einem freien Raum zuteilen.
Diese Monster verfügen dabei über ihre eigenen Werte und Angriffsstrategien: So sind Cheepys nicht sonderlich stark, haben aber auch kaum besondere Ansprüche an ihre Räumlichkeiten, Chimären sind stark im Nahkampf, treten aber nur Zimmern bei, die Sportgeräte besitzen. Fischmenschen der ersten Stufe hingegen leben sehr sparsam, wodurch man zwar keine tollen Möbel braucht, aber weshalb ihr auch nur sehr, sehr wenig Miete verlangen könnt, um sie überhaupt einziehen zu lassen.
Lebens- und Liebensbedingungen für Monster
Die Miete wird euch am Ende des Tages von euren Bewohnern überwiesen. Hier sollte man aber auch darauf achten, was die einzelnen Monster von Beruf sind, für die sie auch tagsüber das Hotel verlassen: Neben ausgefallenen Jobs wie Clowns und Bademeistern gibt es bspw. auch Programmierer, die für ihre Arbeit einen Computer brauchen. Diese Bedürfnisse teilen sie euch im Raum dann auch via Sprechblase mit, genauso wie etwaige Sonderwünsche wie eine Klimaanlage für hitzeempfindliche Monster oder CD-Player zur Unterhaltung.
Achten sollte man auch auf Arbeitslose: Diese halten sich zwar ständig im Hotel auf (gut für plötzliche Angriffe auf das Hotel), aber ab einer gewissen Zeit geht ihnen das Geld aus und sie zahlen nicht. Hier kann man entweder die Miete verringern oder diese gleich rauswerfen, falls man damit rechnet, nicht bezahlt zu werden. Denn diese können auch so einfach mal Nachts abhauen, wenn der Zahlungsdruck zu hoch wird…
Familienplanung in Maou Mansion
Da die Monster auch über Geschlechter verfügen, kann es auch zu Liebschaften kommen. Das ist insofern von Vorteil, da die beiden sich dann ein Zimmer teilen und sogar ein Kind bekommen können. Sprich: Somit bekommt man bis zu drei Kämpfer für nur einen Zimmerplatz.
Leider ist die „Hotelwirtschaftssimulation“ aber nicht wirklich spannend genug, um für sich alleine zu Stehen. Es kann zwar eine Weile Spaß machen, allerdings merkt man schnell, dass es eigentlich nur darum geht, die Wünsche der Bewohner zu lesen, das entsprechende „Icon“ zu kaufen und dann die Miete anzupassen. Tiefgang wie etwa in Simulationsklassikern alá Sim City gibt es leider nicht. Aber vielleicht liegt das daran, dass der Strategie-/Tower-Defense-Teil das wieder wettmachen soll?
Der Kampf gegen die wütende Mittelschicht
Ein Satan in der Nachbarschaft passt den ansässigen Dorfbewohnern, Helden und Hexen natürlich gar nicht ins Konzept. Sollte man allerdings den Simulationsteil in Ruhe genießen wollen, kann man einfach die Quests am schwarzen brett ignorieren. Sollte man hier nichts auswählen finden nur selten Angriffe statt und man kann seine Appartements nach Belieben verwalten und beheimaten lassen. Um im Spiel voranzuschreiten - um etwa neue Stockwerke und Möbelstücke für den Kauf oder Monstertypen für den Besuch freizuschalten – müssen aber erst bestimmte Aufgaben absolviert werden.
Ist es dann so weit erscheint eine Warnung und ihr könnt eure Mieter mittels "an-die-Tür-klopfen" zum Angriff beordern. Sind sie zu Hause und nicht gerade krank, kommen sie heraus und bewegen sich zum nächsten Feind und reihen sich entlang einer 2D-Ebene hintereinander auf. Sollten sie außer Haus sein kann es aber passieren, dass sie während des Kampfes zurückkehren.
Die Mischung macht's
Es empfiehlt sich hierbei, Monster mit Nahangriffen, mittelflächigen Angriffen und Fernattacken zu mischen, denn wenn man nur Nahkämpfer besitzt, werden diese auch erst angreifen können, wenn das vorderste Monster besiegt wurde. Eure Gegner verwenden hierbei ähnliche Muster. Kommen sie an eurem Appartement auf der Spitze des Gebäudes an und entkommen mit dem Diebesgut ist die Mission allerdings gelaufen und ihr verliert wertvollen Zaster.
Außerdem solltet ihr den Tagesablauf im Auge behalten: Wassermonster sind bspw. bei Regen stärker, Dämonen bei Nacht. Außerdem wirkt sich die Zufriedenheit eurer Mieter über ihre Apartments auch auf ihre Kampfmotivation aus.
Leider nur oberflächlich gut...
Ob ihr aber selbst lange genug motiviert seid? Hat man das Kampfsystem nämlich erlernt, merkt man schnell, dass man hier eigentlich noch viel weniger Optionen als im Simulationsteil hat: Ein Team zusammenstellen, aus den Zimmern holen und dann warten, bis die Ameisenfarm im Entenmarsch gegen die Gegnerarmee läuft, ihnen beim Sterben zusehen und hoffen, dass am Ende genug überlebt haben. Angriffe nach oben oder unten gibt es kaum und eure Gegner erscheinen auch immer nur links und dackeln dann das Hotel bis nach oben. Linearer geht's nicht...
Auf Grund der monotonen Einfachheit kann man somit den Tower-Defense-Aspekt höchstens als „Sub-Game“ bezeichnen – das ist dann aber doch zu wenig für ein spieltragendes Element, welches die Grundvoraussetzung für jeglichen Fortschritt darstellt. Gott sei Dank kann man das Geschehen zumindest auf dreifache Geschwindigkeit beschleunigen…
Grafik, Sound und Port
In Sachen Grafik sieht das wieder ganz anders aus: Hier gönnt sich Unholy Heights eine äußerst charmante Gesamtpräsentation mit netten Cartoon-Designs und kleinen aber feinen Animationen.
Leider müssen wir auch hier einen halben Punkt abziehen, da die Grafiken insbesondere beim „alten“ Standard 3DS doch sehr klein wirken, selbst wenn man ranzoomt (und dann nur mehr einen lächerlich kleinen Ausschnitt des Spielgeschehens sieht). So etwas ist bei einem Touchscreen-Spiel einfach nicht gut gelöst, weshalb man eher zu der Knopfsteuerung tendiert. Hier hat man halt wieder das Problem, dass man sich durch Einwohner und Gegner "durchklicken" muss... Da das hauptsächliche Spielgeschehen am Touchscreen stattfindet, wird übrigens auch kein 3D-Effekt unterstützt.
Die Profile, Beschreibungen und die - wenn auch simplen - Beschreibungen während des Spiels haben jedoch ihren Charme. Musikalisch gibt es zwar nicht viele Stücke, aber genug um nicht eintönig zu werden. Das entspannte Gedudel während der Management-Phase an Animal Crossing, während man in den Kampfphasen eher rockige Musik erwarten kann.
Fazit
Unholy Heights lockt mit einem interessanten Genre-Mix aus Hotelwirtschaftssimulation und Tower-Defense Game mit einer grafischen so wie musikalischen soliden Gesamtpräsentation. Leider sind aber beide Aspekte des Spiels sehr einfach gestaltet und bieten kaum Abwechslung, wodurch man das schöne Potenzial auch schon wieder verschenkt hat. Nach 30 Minuten hat man schon so ziemlich alles gesehen und wiederholt dann die eher linearen Kampfsequenzen für weitere 8-10 Stunden, bis man endlich das Ziel erreicht. Der Management-Teil kann zwar oberflächlich gesehen Spaß machen, doch auch hier vermisst man tiefgründiges Gameplay, weshalb wir hier nur eine mittelmäßige Wertung vergeben können. Schade.
- charmante Gesamtpräsentation
- kann kurzfristig Spaß machen…
- … bietet aber nur wenig Abwechslung
- kurz
- Spielgeschehen zu klein für 3DS
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

