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Fire Emblem Fates: Herrschaft

Fire Emblem Fates: Herrschaft

Simon

Fire Emblem Fates: Herrschaft

3DS

Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
3DS
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 12

Fire Emblem Fates: Herrschaft zeigt die kriegerischen Konflikte der beiden Königreiche Hoshido und Nohr aus der Sicht des dunklen Königreichs. Ihr spielt wahlweise als männlicher oder weibliche Corrin, die als Schlüsselfigur die Zukunft des Landes und das Schicksal ihrer Gefährten bestimmt. Der neuste Ableger der seit 1990 existierenden Strategie-Rollenspiel-Serie aus Japan besinnt sich in diesem Teil zurück auf seine Wurzeln und zeigt sich deutlich fordernder als sein Gegenstück Vermächtnis. Dennoch wartet Fates mit vielen Neuerungen auf, die das Gameplay komplex und zuweilen kompliziert machen.

Auf der dunklen Seite der Macht

Als Königskind wächst Corrin behütet aber isoliert in einer nohrischen Festung zwischen seinen/ihren Geschwistern auf. Die Isolation endet eines Tages, als der Sprössling zu seinem Vater beordert wird. Der König schenkt seinem Kind ein wertvolles Schwert und teilt ihm seine erste Prüfung mit. Gefangene aus Hoshido, dem verfeindeten Königreich, sollen exekutiert werden. Der daraus entstehende Konflikt bringt den König dazu, Corrin weitere Aufgaben aufzutragen, um seine/ihre Loyalität unter Beweis zu stellen. Bis sich Corrin eines Tages in den Händen von hoshidischen Soldaten wiederfindet und der feindlichen Königsfamilie ausgeliefert wird. Diese entpuppt sich als gar nicht feindlich, sondern nimmt das nohrische Adelsmitglied bei sich auf. Die Idylle währt nicht lange, als Zwischenfälle die Zerstrittenheit der beiden Lager wieder anheizen und sich Corrin ein für alle Mal entscheiden muss…
Die Entscheidung für Nohr fällt nicht leicht, dennoch begibt sich Corrin zurück zum Hof des Vaters, der zusammen mit seinem Berater erste Zweifel an der Loyalität seines Kindes hegt. Um seinen Abkömmling zu prüfen, müssen daher in seinem Namen Aufstände niedergeschlagen, Festungen verteidigt und Helfer des Gegenspielers ausgeschaltet werden. Auf der Seite von Nohr versucht man die Machenschaften des eigenen Vaters zu umgehen, zu manipulieren oder zu boykottieren, wo es nur geht. Die Geschichte gibt dem Spieler dabei jederzeit das Gefühl, auf der falschen Seite zu stehen. Nur die Beziehung zu den nohrischen Geschwistern und den meisten eigenen Gefolgsleuten ermöglicht eine Identifikation mit der eigenen Seite. Einige Entscheidungen innerhalb der Geschichte erscheinen teils wenig glaubwürdig, wenn man die eigene Position in Betracht zieht. Hier würde man sich eine insgesamt rundere Geschichte um einen Konflikt zwischen zwei Mächten wünschen, bei dem es kein derart klares Schwarz und Weiß gäbe.
Die Geschichte spielt in unterschiedlichen Regionen des Kontinents, die immer wieder mit illustrierten Szenerien eingeführt werden. Der Hauptteil der Geschichte wird über Dialogfelder vermittelt, die mit Sprachstücken hinterlegt sind. Aufwändige CG-Sequenzen lockern die Geschichte auf und schaffen die nötige Abwechslung. Insgesamt ist die Aufmachung durchaus ansprechend, beschränkt sich aber auf nötigste Animationen außerhalb des Spielgeschehens.

So spielt sich Fire Emblem Fates

Fire Emblem Fates spielt sich wie seine Vorgänger auf schön gestalteten und musikalisch untermalten Karten innerhalb von erzählten Kapiteln ab. Jede Karte ist in Felder unterteilt, über die die eigenen Figuren ziehen können. Für die automatisch ablaufenden, rundenbasierten Duelle wird in eine Kampfansicht gezoomt, die ansprechend gestaltet ist und dem jeweiligen Standort entspricht. Die Spielcharaktere unterscheiden sich in ihren Eigenschaften, Fähigkeiten und geführten Waffen. So gibt es offensiv und defensiv ausgerichtete Einheiten derselben Klasse. Jede Waffe ist effektiv gegen eine andere Waffensparte und hat zum Teil noch zusätzliche Effekte.
Das Ziel der jeweiligen Karte kann unterschiedlich ausfallen und bietet deshalb verschiedene strategische Herangehensweisen. Die Ziele reichen von reinen Verteidigungskämpfen bis hin zu sehr offensiven Missionen, die das Besiegen sämtlicher Gegner fordern. Einige haben zusätzlich eine Zeitbegrenzung in Form von maximal erlaubte Runden. Auf den Karten begegnet man zudem neuen Mitstreitern, die angeworben werden können oder in den meisten Fällen automatisch zu Kampfbeginn oder nach Kampfende hinzustoßen. Spieler haben wie im Vorgänger Awakening die Möglichkeit, unterschiedliche Modi und Schwierigkeitsgrade einzugeben, die den Anspruch deutlich senken, aber auch den taktischen Aspekt nehmen. Wer beispielsweise im Modus Klassisch spielt, wird sich einen Zug sehr viel gründlicher überlegen, um hier nicht einen Mitstreiter zu verlieren oder den Reset-Knopf betätigen zu müssen. Der Schwierigkeitsgrad ist wider Erwarten selbst auf Leicht fordernd, für Übermütige lässt sich aber jetzt ab Kapitel 7 der Schwierigkeitsgrad nachträglich ändern. Eine Karte muss in den meisten Modi komplett gemeistert werden, bevor ein permanentes Speichern ermöglicht wird. Unterbrochen werden kann das Spiel aber jederzeit, indem ein Lesezeichen gesetzt wird.

Gut vorbereitet in den Kampf ziehen

Über die kämpferischen Aspekte hinaus hat man die Möglichkeit, zwischen den Kämpfen mit kleinen Minispielen die Stimmung des Teams und seine Ausstattung zu verbessern. Dazu dient das eigene Schloss, das nach Gusto mit Gebäuden ergänzt werden kann. Waffenarsenale bieten beispielsweise neue Waffen, im Kasino können gekochte Gerichte die eigene Armee für den nächsten Kampf stärken und der kleine Drache Lilith kann in Schloss-Kämpfen unterstützen.
Schlösser anderer Spieler können über die Online-Funktion besucht werden. Hier bekommt man andere Zutaten und Edelsteine geschenkt und kann gegen deren Teams kämpfen. Diese Kämpfe bringen zwar weder Erfahrungspunkte noch Waffentraining ein, allerdings lassen sich die Beziehungen der Figuren untereinander verbessern. Figuren erhalten so einen hohen Unterstützungslevel, was sich positiv auf ihre Aussichten bei gemeinsamen Duellen auswirkt. Wie beim Vorgänger Awakening spielt auch hier der Dating-Aspekt des Spiels bei den Unterstützungen eine Rolle. Hohe Werte führen zu Nachwuchs, der rekrutiert werden kann. Und wer sich fragt, was man mit 2-Jährigen auf einem Schlachtfeld will: Auch für das sofortige Teenie-Alter der Kind-Generation hat Fates eine hanebüchene Erklärung parat. Für die Hauptgeschichte spielt dieser Zweig keine Rolle. Dennoch sollte man diese Gelegenheit so gut wie möglich nutzen, um zusätzliche Erfahrung und fähige Mitstreiter zu generieren.

Gameplay-Neuerungen im Überblick

Fire Emblem Fates übernimmt viele bekannt Mechaniken aus alten Teilen, ergänzt sie aber um einige weitreichende Neuerungen. So ist die Ergänzung des altbekannten Waffendreiecks wohl die schwerwiegendste Änderung im Gameplay. Die Einführung von Dolchen bzw. Shuriken als zusätzliche Waffen und die Integration von Büchern und Bögen ändern das klassische Waffendreieck in ein duales. Die Abnutzung von Waffen wurde größtenteils aufgehoben. Viele hochwertige Waffen haben dagegen neue Eigenschaften bekommen, um die Balance zu halten. Neue Klassenamen sorgen für Verwirrung, orientieren sich aber größtenteils an bekannten Klassen. Der Gesetzlose weist beispielsweise die typischen Eigenschaften des (Bogen-)Schützen auf, kann aber zusätzlich Schlösser knacken. Hoshido als Gegner wartet dagegen mit gänzlich neuen Klassen auf, beispielsweise dem Tüftler, der mit mechanischen Puppen angreift.
Auch beim Klassenwechsel hat sich einiges getan. Neben dem klassischen Meistersiegel kommen Herzsiegel, Partnersiegel und Freundessiegel hinzu. Nur das Meistersiegel setzt das Level zurück, alle übrigen erlauben nur Klassen-Hopping mit Fortbestand des aktuellen Levels auf Basis von verschiedenen Faktoren. Um dennoch an begehrte Fähigkeiten zu kommen, können diese auch nachträglich erlangt werden.
Auf den Karten wurde die Kombination zweier Einheiten dahingehend modifiziert, dass nur noch defensive Eigenschaften fortbestehen. So unterstützt der Partner im Kampf nur noch abwehrend und hebt einige Statuswerte an, ein zusätzlicher Angriff erfolgt nicht mehr. Nebeneinanderstellen von Einheiten bewirkt dagegen rein offensive Unterstützung, lässt aber keine Paraden zu. Da diese Mechanik auch für die Gegnerseite besteht, lässt sich schwerer vorhersagen, wie ein Duell auf offener Fläche ausgehen wird. Man spielt in der Regel also deutlich vorsichtiger.

Fire Emblem Fates: Herrschaft vs. Vermächtnis – Unterschiede in Story und Gameplay

Verglichen mit seinem Gegenstück Fire Emblem Fates: Vermächtnis weist Herrschaft durch die andere Sichtweise eigene Karten und eine leicht abgewandelte Geschichte auf. Neben neuen Charakteren mit nohrischen Klassen und Waffen, die Fire Emblem Veteranen größtenteils bekannt sein dürften, erhält man auch exklusive Gebäude fürs eigene Schloss und Fähigkeiten für die Hauptfigur. Berittene Einheiten mit großer Reichweite, dafür aber etwas schwächeren Werten, kann man leichter erhalten als auf der Seite von Hoshido. Die Klassen und Waffennamen dürften zum großen Teil aus vorangegangenen Fire Emblems bekannt sein, sodass man sich hier noch gut zurechtfindet. Im Vergleich zu Vermächtnis fällt auf, dass die Möglichkeiten, seinen Einheiten über Duelle zu leveln deutlich begrenzter sind. Hier entspricht Herrschaft den alten Fire Emblems: Keine optionalen Kämpfe stehen zur Verfügung, um eventuell entstandene Defizite wieder wett zu machen. Auch das Geld ist knapp. Jedes neue Kapitel wird daher zu einem gut abzuwägenden Balance-Akt, in der Rundenlimit, starke Gegner und wertvolle Truhen einen vor riskante Entscheidungen stellen.

Abschließend: 10 Tipps für Fire Emblem Fates: Herrschaft

1. Nur die nötigsten Einheiten sollten gleichmäßig ausgebildet werden. Unterstützungslevel und Kasino-Gerichte können Status-Boosts erzeugen, wenn man unterlevelt ist.
2. Auch wenn für das Missionsziel nicht alle Gegner bekämpft werden müssen, ist es aufgrund der fehlenden optionalen Kämpfe dringend ratsam, jeden Erfahrungspunkt mitzunehmen.
3. Gold sollte sparsam verwendet werden. Truhen sind daher enorm wichtig. Wenn es doch mal knapp wird: Nach Online-Kämpfen kann man Lilith erneut füttern. Alle drei Level verschenkt sie Goldbarren. Die Klasse Händler hat außerdem die Fähigkeit, Gold zu finden.
4. Es wird nicht jede Klasse benötigt, aber ein gutes Gleichgewicht zwischen offensiven, defensiven und magischen Einheiten ist entscheidend.
5. Einheiten mit beförderter Klasse (beispielsweise Rittmeister) entwickeln sich langfristig schlechter als selbst entwickelte. Ausnahmen: Leo und Xander sind dank ihrer Waffen nützlich.
6. Dörfler-Einheiten sind anfangs schwach, werden aber durch ihre Fähigkeiten sehr stark.
7. Es ist unbedingt empfehlenswert bis LV 20 zu warten, bevor Einheiten befördert werden.
8. Einheiten sollten ihren Stärken nach befördert werden. Sie können aber von anderer Klassen Fähigkeiten profitieren. Online-Kämpfe erlauben, günstig Fähigkeiten für die gleichen Einheiten hinzuzukaufen. Trotzdem aufs Geld achten.
9. Nach dem Besuch anderer Schlösser können außerdem viele Gebäude des eigenen Schlosses erneut genutzt werden.
10. In diesem Teil (!) hat die Beziehung von Corrin zu anderen Figuren keinen Einfluss auf die Hauptgeschichte.

9.0Wertung
Highlight

Fazit

Fire Emblem Fates - Herrschaft ist ein komplexes Strategie-Rollenspiel mit umfangreichen Möglichkeiten und liebevoller Grafik, von der wir gerne mehr sehen würden. Verglichen mit Vermächtnis ist Herrschaft schwerer und eignet sich daher besser für erfahrene Spieler der Serie. Die Erweiterungen sind nur zum Teil sinnvoll und wirken manchmal eher verkomplizierend. Auch die Geschichte hätte mehr Potential gehabt, wenn man mehr Wert auf differenzierte Betrachtungsweisen gelegt hätte. Dennoch schafft es Fire Emblem Fates: Herrschaft, den Spieler für viele Stunden mit seiner Vielschichtigkeit zu bannen und ringt auch erfahrenen Spielern noch einmal neue Herangehensweisen ab.

Design
9.0
Sound
8.0
  • Starke Präsentation
  • Umfangreiche Geschichte
  • Forderndes Gameplay
  • Stellenweise unfair
  • Teils klischeebeladen

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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