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Hyrule Warriors Legends

Hyrule Warriors Legends

Benjamin A.

Es ist schon etwas länger her, seitdem wir das letzte „richtige“, neue Zelda hatten. Zählt man Spin-Offs und Remakes nicht dazu, war der letzte Titel A Link Between Worlds 2013. Zählt man Spin-Offs aber doch, gab es da zumindest Triforce Heroes und den Dynasty Warriors-Crossover Hyrule Warriors zu spielen. Letzteres bekam nun dieses Jahr einen 3DS-Port spendiert, der allerdings um den Wii U-DLC und weitere Extra-Inhalte erweitert wurde.

Hyrule Warriors Legends

3DS

Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
3DS
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 12

Doch können die Heerscharen an Gegnern auch auf dem 3DS gut dargestellt werden? Und wird der Titel der Zelda-Legende gerecht?

Legends ohne Legend of Zelda

Euch sollte aufgefallen sein, dass Hyrule Warriors auf das Präambel The Legend of Zelda erleichtert wurde. Dies liegt mitunter daran, dass es sich bei diesem Genre-Mix zwischen der Dynasty Warriors und Zelda-Saga eher um einen Titel der ersteren Reihe hält, zumindest aus der spielerischen Perspektive.

In Hyrule Warriors geht es nämlich nicht darum, Rätsel zu lösen und Dungeons zu erkunden, sondern als Elite-Einheit (welche aus vielen Charakteren der Zelda-Reihe bestehen können) die Armee von Hyrule zum Sieg zu führen. Die Armeen werden hierbei computergeseteuert, ihr selbst könnt euch aber im Hack’n’Slay-Stil durch die Gegnermassen kämpfen.

Kombos und Leisten

Neben Kombo-Angriffen aus leichten, schnellen und starken Attacken gibt es auch zwei Arten von Spezialleisten: Eine für starke Spezialangriffe und eine für Magie. Letztere kann – wenn sie voll ist – aktiviert werden um bis zum Ablauf schneller und stärker zu sein, wobei die Leiste neu gefüllt wird, wenn man die Kombo lange genug halten kann.

Je nach Charakter kommt auch noch eine dritte Anzeige hinzu: So können insbesondere Charaktere der Finsternisfraktion mit Kombos eine dritte Leiste auffüllen, um starke, flächendeckende Angriffe auszulösen. Es gibt aber auch andere Varianten: Zelda kann bspw. bis zu drei Lichtkegel ansammeln, um diese dann als Lichtpfeile in ihre Kombos einzubauen, während der junge Link seine Spezialleiste in Magie umwandeln kann, da sein Magie-Modus mit der „Maske der grimmigen Gottheit“ sogar noch stärker ist als jener der anderen Figuren…

Das strategische Element

Wer jetzt glaubt, dass das Spiel langweilig ist, weil jede Menge Bokblins wie Butter mit nur einem Schwerthieb zerschnitten werden, der hat falsch gedacht! Der primäre Reiz der Dynasty Warriors-Saga liegt nämlich nicht in den Kämpfen, sondern im strategischen Element: Denn neben starker, feindlicher Einheiten gilt es auch, Festungen zu erobern und zu beschützen, um euren Gegnern den Zugang zu eurem Hauptquartier oder eurem Feldmarschall möglichst schwer zu machen.

Ergo blickt man eigentlich ständig mit einem Auge auf die Karte und die darauf abgebildeten Feindeskonstellationen, um den nächsten taktischen Schritt zu überlegen, während man fast schon automatisch seine Kombos durchführt und den nächsten Hauptmann zersäbelt.

Die Karte auf dem Touchscreen
Auf dem Touchscreen könnt ihr jederzeit die Karte sehen. Via Berührung können den spielbaren Einheiten Marschbefehle gegeben werden.

Zelda-Elemente

Ganz so einfach ist es in Hyrule Warriors dann aber doch nicht: Normale Einheiten sind zwar immer noch nur Kanonenfutter, aber im Verlauf des Spiels trefft ihr auf mehrere bekannte Gegner aus der Zelda-Serie, die alle ihre Schwächen haben. Wartet man eine Öffnung ab, kann man dann ihre Schwachpunktanzeige senken, um schlussendlich einen verheerenden Treffer zu landen. Bossgegner können auch fast nur durch solche Manöver bezwungen werden.

Natürlich wäre es auch kein richtiges Zelda ohne Items und versteckte Geheimnisse: Bossgegner wie Dodongo oder Gohma können bspw. nur mit Bomben oder Pfeilen bezwungen werden, andere Gegner können zumindest geschwächt oder gelähmt werden. Außerdem können versteckte Herzteile oder goldene Skulltullas (die nur unter bestimmten Bedingungen wie „Besiege 1000 Feinde“ zum Vorschein kommen) auch unter sprengbaren Steinen oder an einem Vorsprung versteckt sein. Da es sich hierbei um einen Action-Titel handelt, sind die die Verstecke nicht allzu schwer versteckt. Immerhin muss man ja nebenbei auch böse Truppen zurückdrängen.

Neue Items und Figuren-Management

In der 3DS-Episode sind gleich zwei Items neu: Der Hammer – welcher primär in Episoden rund um The Wind Waker zum Einsatz kommt, und die Feen-Okarina. In Karten des Story-Modus und den neuen Abenteuerkarten gibt es jetzt nämlich Eulenstatuen (bekannt aus Majora’s Mask), zu welchen man sich nach ihrer Aktivierung durch kurzes Flötenspiel „teleportieren“ kann. Insbesondere in der dritten Mission, in der man den Deku-Baum beschützen muss, ist diese Neuerung besonders hilfreich, allerdings fällt an manchen Stellen auf, dass die Platzierung der Statuen nicht ganz eingeplant war.

In den alten Abenteuerkarten muss man jedoch ohne diese Option auskommen, da diese sonst Einfluss auf die A-Rang Bewertung hätten. Hier muss man also entweder gut planen oder die vorhandenen Figuren gut nutzen, um sie an kritischen Punkten am Spielfeld zu verteilen und im Notfall zu wechseln. Theoretisch hat man zwar die Möglichkeit, den Einheiten zu befehlen, ein gewisses Gebiet anzugreifen oder zu beschützen – und meistens klappt das auch - aber leider stellen sich diese oft auch ganz schön blöd an. So kam es nicht nur einmal vor, dass man selbst an der Figur vorbei rennt, und die dem Gegner, die sie ausschalten sollte, einfach kampflos gegenübersteht… Wenn's richtig gemacht werden soll, muss man’s eben selber machen!

Weitere Einheiten

Neben den variablen Gegnern gibt es auch noch spezielle Titel, auf die man achten sollte: So können sowohl gegnerische als auch eigene Festungen im Grenzgebiet „Stoßtruppen“ entsenden, welche zum nächsten Vorposten oder zur nächsten Festung stürmen, um diese Gebiete ohne euer Zutun besonders schnell zu erobern. Sollten diese aber auf „mächtige Gegner“ wie Schild-Moblins oder Stalmeister treffen, kann es sein, dass sie dabei Unterstützung benötigen.

Weitere Beispiele wären Boten, welche Verstärkung rufen, Spezialisten oder auf gegnerischer Seite ein „Magus“, der mächtige Gegner beschwört, Motivatoren, die die gegnerischen Einheiten verstärken oder Rekrutierer, die eure Spezialisten abwerben. In manchen Missionen ist es auch möglich, eine dritte Partei für eure Zwecke anzuwerben, wodurch dann bspw. Nimbusgarden für euch kämpfen.

Außerdem kommen in Abenteuerkarten auch immer wieder Hühner vor, die man entweder eskortieren muss, um sie anzuwerben, die man in Ruhe lassen muss, um sie nicht gegen einen aufzulehnen, oder die man aufhalten muss bevor… sie größenwahnsinnig werden und einen Weltherrschaftsanspruch entwickeln…

Die Legende der Zeitwächterinnen

Auch die Handlung zählt nicht zum offiziellen Zelda-Kanon, weshalb wir uns dieser und den Sidequests ein wenig widmen wollen. Wer (oberflächliche) Spoiler vermeiden möchte, sollte jedoch gleich zum Kapitel Zelda-Flair durch und durch auf Seite 4 springen.

Zurück zur Handlung: Die böse Zauberin Cia hat zusammen mit ihren Handlangern Pyroma (der an die Pyromagus-Zauberer erinnert) und Volga (ein Drachenritter, der mit Volvagia verwandt zu sein scheint) Gegner aus alten Zeiten beschworen und greift Hyrule an! Link, der schnell vom Rekrut zum legendären Helden aufgestuft wird, setzt mit seinem Gefolge alles daran, die Scharen zurückzudrängen.

Im Verlauf des Spiels stellt sich heraus, dass Cia und die ebenso plötzlich auftauchende Lana eigentlich Zeitwächterinnen sind, die eigentlich nur beobachten sollten. Cia hat sich dabei aber in den legendären Helden verguckt… doch dieser ist leider schon an eine andere Seele (Zelda) gebunden. Eine böse Macht nutzte diese Gemütsstimmung aus und beeinflusste die Wächterin in ihrem Handeln, um die über die Zeit zerstreuten Fragmente wieder zu vereinigen.

Eine der Background-Story-Sequenzen, die auf Schriftrollen erzählt werden
Cia wird von einer dunklen Macht verführt und öffnet die Portale.

Cia öffnet schlussendlich Portale zu der Ära aus Ocarina of Time, Twilight Princess und Skyward Sword, und somit auch zu all den Heldinnen und Fieslingen dahinter. Link, Impa und Lana machen sich nun auf den Weg, das Land von diesen Anomalien wieder zu befreien.

Die… Heldin?

Die 3DS-Fassung ist nicht nur ein Port, sondern bietet auch exklusive Neuerungen an. Eines der großen Exklusivmerkmale der 3DS-Version ist der Nebenstrang rund um Linkle: Diese war zwar schon als Link’s Schwester für die Wii U-Version geplant, kam aber nie über die Konzeptphase hinaus. Da diese bei den Fans aber gut ankamen und gerade durch die vielen weiblichen, spielbaren Charaktere in Hyrule Warriors auch viel mehr Frauen auf die Serie aufsprangen wurde Linkle doch noch in das Spiel integriert. Aonuma überlegt aus diesen Gründen sogar, ihr auch einen Auftritt in der Hauptserie zu bescheren…

Doch die Story verläuft nun ein bisschen anders: Linkle sieht dem legendären Helden zwar ähnlich, Verwandschaftsverhältnisse zu unserem Rekruten sind aber nicht bekannt. Wir wissen nur, dass die Kämpferin mit den Armbrüsten (nein, das ist kein Euphemismus!) in einem Cuckoo-Dorf aufgewachsen ist und dass sie glaubt, eine Reinkarnation des Helden zu sein.

Dies liegt daran, dass ihre Oma ihr einen Kompass und grüne Klamotten vermacht hat. „Aber behauptet nicht jede Oma, dass man ein Held sei?“, sagt der Dorbewohner treffend und lässt somit dem Spieler offen, ob die (leider selbstständig sprechende) Linkle nun mit Link gleichzusetzen ist, oder ob sie sich durch den blinden Glauben daran selbst zur Heldin macht. Immerhin gibt es noch eine andere, grün gekleidete Figur, die auch ein Amulett trägt und in verschiedenen Epochen auftritt… Tingle…

Side-Quest

Linkle’s „Quest“ ist nun eine der ersten neuen Missionen, die man als Nebenstrang freispielt. Denn obwohl sie einen Kompass trägt ist Linkle ziemlich schlecht darin, sich zu orientieren, und verbringt eigentlich das ganze Spiel damit, den Weg nach Schloss Hyrule zu suchen. Diese müssen nicht gespielt werden, lockern den sonst relativ linearen Missionsverlauf (mit Ausnahme der drei Zeiten, die gleichzeitig gespielt werden können) etwas auf. Auf diese Weise taucht Linkle immer dann auf, wenn in der Handlung irgendwo eine Lücke gefüllt werden könnte.

Dadurch kommt man in den Genuss auch Charaktere spielen zu können, die man sonst erst im Abenteuermodus freispielen musste bzw. die man auf der Wii U nur als DLC hinzukaufen konnte. Die Kampfdialoge der Nebenmissionen sind zwar nicht so gut geschrieben wie die Haupthandlung (meist beschränken sich diese auf „Braucht ihr Hilfe, ich bin die Heldin“ „Die Heldin? Okay, wir könnten wirklich Hilfe gebrauchen!“), aber dafür gibt es ein paar interessante Szenarios: So darf man mit einer Hühner-Armee gegen den neuen Widersacher Horror Kid kämpfen und kommt etwas früher als Link zum Siegelhain, in der Girahim kläglich versucht den Verbannten zu beschwören, dabei aber nur Mini-Verbannte zu Stande bringt.

Eine der Background-Story-Sequenzen zu Linkle, die auf Schriftrollen erzählt werden
Horror Kid hat wieder Mal nur Unsinn im Kopf...

Die Ära des Windes

Weitere, neue Kapitel stellen die Handlung rund um The Wind Waker dar. Diese waren schon für die Wii U-Version angedacht, wurden aber aus stilistischen Gründen nicht übernommen. Da die Grafik am 3DS aber anders dargestellt werden muss, passen diese wieder ins Konzept – auch wenn alle Charaktere und Waffen via DLC bzw. beigelegtem Code auch für die Konsolenversion verfügbar sind.

Möchte man allerdings die gleich mit The Wind Waker loslegen, dürfte man allerdings enttäuscht sein: Die neuen Missionen sind erst verfügbar, nachdem man den Handlungsstrang der Wii U-Fassung (evtl. erneut) durchgespielt hat – inkl. der DLC-Missionen rundum Cia, die man eigentlich ebenso als Nebenstränge anbieten hätte können. Denn erst nachdem Hyrule eigentlich wieder von den fremden Zeiten befreit wurde öffnet sich ein neues Portal mit vier neuen Missionen und zwei neuen Maps.

Zelda-Flair durch und durch

Man muss den Entwicklern zu Gute halten, dass sie die spielbaren Charaktere, Waffen, Karten und sonstige Extras mit viel Liebe zum Detail versehen haben. So wird die Siegesfanfare von Darunia als einziges durch sein Lieblingsstück „Saria’s Lied“ ersetzt, Girahim verwandelt sich während eines Magieangriffs in seine „wahre Form“ und die Level sehen meist so aus, als wären sie direkt dem entsprechenden Spiel entsprungen – oder wirken zumindest wie ein gelungenes Mash-Up.

Insbesondere in den Wind Waker-Karten wird dies deutlich: Die Karte „Verwunschene Bastion“ enthält nicht nur das Namensgebende Gefängnis, sondern ist zum Teil auch mit Drakonia und Port Monee via lilafarbene Zeitgrenzen verbunden. Auch die äußerst dichte Bosskarte ist eine Mischung aus Zephir- und Terra-Tempel.

Im Legendenmodus wird die „erobere die gegnerische Festungs“-Mentalität ein wenig aufgebrochen: So müssen am Todesberg Festungen erobert werden, um den Steinschlag einzudämmen, im Siegelhain müssen Katapulte aktiviert werden, um den Verbannten zu besiegen (der dem Original aus Skyward Sword auch spielerisch stark nachempfunden wurde!) und im Wassertempfel müssen Schalter aktiviert werden, um Ruto zu befreien. Leider wurden diese interessanten Möglichkeiten nicht im wesentlich länger dauernden Abenteuer-Modus genutzt…

Auf, Auf ins Abenteuer!

Anstatt einfach nur zusätzliche Missionen aufzulisten, haben sich die Entwickler etwas kreativeres einfallen lassen: Diese wurden nämlich auf einer 16x8 Felder großen Karte platziert, welche der Originalkarte aus The Legend of Zelda nachempfunden ist. Viele davon sind komplette Schlachten mit eigenen Skulltullas, „Einzelschlachten“ hingegen sind kürzere, reduzierte Karten mit speziellen Zielen wie „Besiege Bossgegner schnell“ oder einem Quiz, welche durch das Besiegen des richtigen Gegners beantwortet werden.

Hier lohnt es sich auch, seine alte Zelda-Karte wieder auszupacken: In Schlachten kann man für die Oberwelt nämlich Item-Karten gewinnen, um Büsche zu verbrennen und mit Bomben Wände zu sprengen, um versteckte Belohnungen freizuschalten. Dies macht die Oberweltkarte zu einer Art Meta-Game – mit eigenen Bosskämpfen. Unter den Missionen befinden sich Herzteile, freischaltbare Sekundärwaffen, Kostüme und neue Charaktere (am 3DS auch DLC-Charaktere!). In der 3DS-Fassung können hier auch noch Feen, Kleidungsstücke und Feen-Nahrung gefunden werden, allerdings finden sich bis auf die Klamotten alle in Krügen feindlicher Festungen statt in Truhen.

Der Abenteuer-Modus
Diese Karte kennt ihr bereits aus der Konsolenfassung (bzw. aus The Legend of Zelda), aber es gilt in der 3DS-Version noch 4 weitere Karten zu erkunden...

A-Ränge und StreetPass

Um Belohnungen und gewisse Wegabzweigungen freizuschalten, gilt es aber nebenbei auch genügend Feinde zu erledigen (normalerweise mind. 1200) und diese auch in einer guten Zeit und ohne zu viel Schaden abzuschließen. Ist man mit seinem Charakter aber gut vertraut sollten die meisten A-Ränge kein Problem darstellen… ansonsten kann man versuchen einen anderen Weg zu finden und die Mission erneut spielen, nachdem man auf einer späteren Karte auch Stufe 2 oder 3 Waffen freigeschaltet hat…

Auf dem 3DS können außerdem via Online bzw. StreetPass fremde Links auf eurer Karte erscheinen und euch zu einer schwereren Schlacht herausfordern – als Belohnung bekommt man Silber- oder Gold-Materialien oder eine bereits erhaltene aber seltene Waffe. Bei 128 Missionen allein auf der ersten Karte verspürt man im Austausch gegen solch eine eher mickrige Belohnung allerdings nicht wirklich den Reiz, Missionen zu spielen, die einen nicht voranbringen…

Weitere Abenteuer

Leider sind nicht alle dieser 128 Missionen kreativ. Besiege zwei Dodongos in der Wüste, besiege 400 Gegner im Wald… und jede dieser Schlachten dauert 7-30 Minuten. Erst in den etwas kleineren 8-Bit-Oberwelten aus Wind Waker, Twilight Princess und Majora’s Mask wird das System etwas aufgebrochen. Leider muss man immer eine Karte abschließen, indem man den Oberboss bezwingt, bevor man eine neue starten kann… Möchte man diese am Stück freischalten, muss man jede Menge Zeit investieren, hat man es aber nicht so eilig, heißt das aber auch natürlich, dass man jede Menge Inhalte zum Freispielen hat, für die man auf der Wii U-Fassung extra zahlen muss.

In den „neuen“ Karten gibt es aber auch „Wettbewerbe“ mit einer dritten Partei, bei denen es gilt mehr Rubine oder Gegner einzusacken als die computergesteuerten Gegner. Zudem gibt es Oberwelt-Events, die nicht nur als Schlüssel fungieren, sondern auch das Spielgeschehen beeinflussen: Eine Piratenbasis auf dem Meer verdoppelt euren Schaden – spielt ihr eine Kanone frei, um sie zu zerstören (sofern ihr eine findet) oder riskiert ihr, die Mission dennoch zu bezwingen, dafür aber keinen A-Rang zu bekommen.

Insbesondere die Pixelversion Terminas nutzt die Oberwelt besonders spannend: Hier gilt es, mit einer nur begrenzten (aber steigerbaren) Anzahl an Schlachten den Boss auf dem Mond zu bezwingen – geht der Zähler auf 0 stürzt der Mond ab und setzt die Karte zurück zum Zeitpunkt der letzten Eulenstatue. Leider werden diese Karten erst eine nach der anderen freigeschaltet, indem man den Boss der ersten besiegt…

Der Waffen-Laden: Medaillen und Skulltullas

Hat man im Abenteuermodus noch nicht genug zu tun, gibt es auch noch verschiedenste Möglichkeiten seine Charaktere aufzuwerten: Neben dem typischen Level-Up-System für Kämpfe (welches man alternativ auch in der Trainingskammer gegen ein paar Rubine überspringen kann, solange das Level den höchsten Kämpfer nicht übersteigt) kann man auch bei jedem Kämpfer via Skill-Tree („Fähigkeiten-Baum“) Kombo-Fertigkeiten, Verteidigung oder andere Werte verbessern, indem man Material, welches Gegner fallen lassen, zu Medaillen verwertet.

Hier kommen auch endlich die Skulltullas zum Einsatz: Diese schalten nämlich nicht nur kaufbare Tränke frei, sondern verbessern auch die kostenlosen Energietränke, die man mit jeder Flaschenmedaille bekommt.

Der Waffen-Laden: Charaktere, Elemente und Fähigkeiten

Ein weiterer interessanter Punkt sind Waffen: Es gibt zwar immer noch wie in Samurai Warriors Chronicles 3 Waffenelemente (Feuer, Wasser, Blitz, Licht und Finsternis), deren Schaden im Schere-Stein-Papier System funktioniert, allerdings ist dem Kampfutensil (und somit auch dem Spielstil) ein fixes Element zugeschrieben, während man sonst für jedes Element einzelne Waffen aufwerten konnte. Dies macht Hyrule Warriors allerdings viel strategischer, insbesondere wenn eine Waffe viel effektiver wäre, die man erst noch freischalten muss.

Hierbei spielt sich nicht nur jeder Charakter, sondern auch jede Waffe völlig anders. Selbst Link, Toon-Link und junger Link (in Super Smash Bros. alle samt Klone) haben nur geringfügige Gemeinsamkeiten. Im Fall der „Waffe“ „Große Fee“ könnte man auch behaupten, dass diese einen eigenen Charakter darstellt, denn durch eine üble Fügung des Schicksals ist nun Link in einer Flasche gefangen und kommt nur selten zum Einsatz, während die Fee ihre Kräfte zur Schau stellt.

Zudem kann man seine Bewaffnung auch noch weiter seinem Spielstil anpassen, indem man alte Waffen einschmilzt um Fähigkeiten auf neue Waffensockel zu übertragen. Manche steigern spezielle Angriffe, andere erhöhen eure Chancen, Feen-Nahrung und Materialien zu erhalten. Besondere Fähigkeiten müssen hingegen erst freigeschalten werden, indem ihr mit der vorher genug Gegner bezwingt.

Die Feen-Kameraden – Ein 3DS-exklusives Extra

Ein weiteres exklusives, taktisches Feature sind die Feen-Kameraden: Hat man eine im Abenteuer-Modus gefunden, kann man sich fortan ihrer Magie bedienen, wobei man hierzu auch selbst ein wenig Magie verbraucht. Das erste Beispiel ist der klassische Wiederbelebungszauber der Lichtfee, füttert man seine Feen aber stark genug (oder „borgt“ sich eine Leihfähigkeit von Freunden via Multiplayer-Party) können auch mächtigere Zauber wie der Wechsel des eigenen Waffenelements zu dem der Fee oder die Heilung von Festungen erwirkt werden.

Wie schon angesprochen gibt es auch jede Menge Kostüme freizuschalten. Diese sind aber nicht nur ein optisches Feature, um möglichst viele Zelda-Referenzen in den 3DS-Titel zu quetschen: Die Kleidungsstücke beeinflussen auch die Stärke der Elementarzauber und deren Kosten.

Sämtliche Feen darf man übrigens auch selbst benennen (wobei auch gute Standardnamen angeboten werden). Schade ist nur, dass es weit mehr Feen gibt, als man zu Beginn tragen kann. So muss man zumindest die zweite Abenteuerkarte abschließen, um alle 5 Elemente der ersten Karte einsammeln zu können.

Feen-Gefährten
Das Feature kann sich zwar nicht mit Nintendo präsentiert: Style Boutique oder Pokémon messen, aber es ist durchaus eine nette Abwechslung.

Technische Unterschiede zur Wii U und Old 3DS

Natürlich kann ein 3DS-Port nicht die volle Bandbreite des Wii U-Titels bieten, doch im Gegensatz zu Samurai Warriors Chronicles 3 wurde hier kein eigenes Spiel mit engeren Levels designed: Alle Karten sind weiterhin offene Areale. Allerdings wurde ein wenig getrickst: So ist die 3DS-Version weitaus näher an dem Spieler dran und spwant dadurch weniger Gegner gleichzeitig. Außerdem wurden sämtliche Realtime-Rendering-Effekte entfernt (sprich: Dynamische Schatten und Licht sowie Glanzeffekte fehlen), Filmsequenzen sind vorgerendert und Texturen sind weitaus reduzierter. Insbesondere in der Einführungssequenz der Eldin-Höhlen fällt auf, dass die Lavaströme im Hintergrund keinerlei Bewegung aufweisen.

Was sich aufs Erste schlimm anhört und besonders in In-Game Filmsequenzen äußerst verwaschen aussieht stört in den meisten Fällen aber auch nicht weiter, da man es auf dem 3DS auch mit einer weitaus geringeren Auflösung zu tun hat. Man sollte daher seine Meinung auch nicht nach Internetvideos bilden, die die 3DS-Bildschirme auf 720p aufblasen, da der 3DS selbst ja nicht mal 720p darstellt. Spielt man das Game auf der Konsole wirkt es eher wie ein reduzierter Look, der fast schon etwas nach Cel-Shading aussieht, wobei dies bei einem Umstieg von Wii U auf 3DS natürlich schon stark ins Auge fällt.

Leider fiel aber auch der Multiplayer-Modus der Schere zum Opfer: Während man auf der Konsolenversion Missionen auch im Koop spielen konnte, kann man am 3DS nur Feen-Gefährten zu Partys einladen und via StreetPass eure Namen in anderen Spielen erscheinen lassen… mehr nicht.

Ein weiteres Manko kommt hinzu, wenn man einen Standard-3DS benutzt: Während man auf dem New 3DS eigentlich einen konstanten Bildfluss von 30 fps hat, sinkt der 3DS trotz deaktiviertem 3D-Effekt auf einen Durchschnitt von 20 fps hinunter. Dieser Test wurde unter der permanenten Nutzung des Standard-Geräts geschrieben. Das Spiel ist also spielbar und auch A-Ränge sind kein Problem, aber man muss sich auch im Klaren sein, dass die Unterstützung des Altgeräts nur eine Notlösung ist: Ein weitaus besseres Spielerlebnis hat man auf dem New 3DS.

Download Content

Wie bereits erwähnt ist sämtlicher Download-Content der Konsolenversion bereits im Spiel enthalten (allerdings müssen die Inhalte auch erspielt werden). Doch für den 3DS wird es nochmal eigenen DLC geben, und die angekündigten Charaktere Medli, Marin und mögliche Charaktere aus Phantom Hourglass,Spirit Tracks und A Link Between Worlds klingen so interessant, dass es fast schon Schade ist, dass sie keine eigenen Story-Quests bekommen werden. Charaktere und Waffen lassen sich zwar auf die Wii U übertragen, allerdings bekommt diese keine neuen Abenteuerkarten mehr, weshalb man leider nur die alten Missionen spielen kann. Hier muss man sich entscheiden, ob man lieber das komplette 3DS-Paket mit schlechterer Grafik oder nur die Waffen und Figuren, dafür aber hochauflösend haben möchte.

8.0Wertung

Fazit

Hyrule Warriors Legends mag zwar grafisch und technisch der Wii U-Fassung unterlegen sein, repliziert aber so gut wie möglich die Konsolen-Action für unterwegs. Außerdem bekommt man dafür als Trade-Off sämtliche DLC-Inhalte des Konsolenspiels bereits als Teil des Hauptspiels, muss diese dann aber auch erst erspielen. Des Weiteren bietet der Titel 8 Zusatzmissionen im Storymodus, 2 neue Level, das taktische Feen-Gefährten-Feature und eine Abenteuerkarte (+DLC-Karten) welche nicht auf die Wii U-Fassung übertragen werden können. Diese Extras rechtfertigen nicht unbedingt einen Neukauf, könnten aber ausschlaggebend sein, wenn man sich zwischen 3DS- und Wii U entscheiden muss. Abseits dieses Vergleichs bietet die 3DS-Fassung jedenfalls genug Inhalte, um auch nach Abschluss der Story noch für eine sehr, sehr lange Zeit zu unterhalten, denn die Abenteuerkarten eignen sich ideal dafür, zwischendurch eingelegt zu werden. Allerdings sollte man sie nicht zu lange am Stück spielen, da sich die Action in längeren Dosen schnell wiederholt.

Design
6.5
Sound
8.0
  • Gelungene Haudrauf-Action
  • Zelda-Flair
  • Jede Menge Inhalte
  • 3DS-exklusive Features
  • geht grafisch starke Kompromisse ein
  • kann auf Dauer eintönig werden
  • Challenge- und Koop-Modus entfernt
  • Framerate-Einbruch auf „Old“ 3DS

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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